Hab mich letzten Freitag lang und breit über die Impfhäufigkeit - ob jedes Jahr oder alle drei Jahre - mit meinem TA ausgelassen...er war für einjährig, auch in Bezug auf die "persönlichen Verhältnisse" meines Hundes.
Natürlich ist das seine Meinung, verdient er ja auch gut dran
Es gibt nur eigentlich keine Begründung dafür warum man Hunde gegen alle Erkrankungen jährlich impfen sollte, ihr Immunsystem unterscheidet sich nicht so grundlegend von dem des Menschen und dort würde niemand auf die Idee kommen sich jährlich gegen alles impfen zu lassen.
Da die "Jahresimpfe" wissenschaftlich nicht haltbar ist hat ja mittlerweile sogar der BpT den ich oben schon verlinkt habe davon abgelassen. Mit welchen Gründen sich einzelne Tierärzte nun gegen die Empfehlungen ihres Berufsverbandes aussprechen erschließt sich mir im Grunde nicht, es sei denn, es geht eben ums Geld
Leptospirose betrachte ich für meinen Hund als MUSS-Impfung, einfach weil er jeden Tag acht Stunden im Wald ist und aus Gewässern und Pfützen säuft. Darüber habe ich mit dem TA auch nicht diskutiert.
Es gibt in Deutschland etwas über 200 Leptospierenarten, gegen wie viele schützt die Impfung? 4? Soweit ich weiß sind dies nichtmal diejenigen die am häufigsten vorkommen oder am meisten infektiös sind (meine Recherche dahingehend liegt aber sicher auch schon wieder 2 Jahre zurück, mag sein dass sich da was geändert hat). Ich habe allerdings auch gelesen, dass sich in den letzten Jahren trotz Impfungen die Fälle wieder häufen.
Da die Antikörperbildung nach der Impfung auch sehr schnell wieder abgebaut wird, müsste man theoretisch zwei mal im Jahr impfen, allerdings ist auch davon eher abzuraten, da die Leptospirose-Impfung eine Vollkeim-Impfung ist welche aufgrund der vielen Nebenwirkungen auch in der Humanmedizin äußerst umstritten sind.
Der beste Schutz gegen Leptospirose ist und bleibt den Hund zu trainieren nicht aus stehenden Gewässern und Pfützen zu trinken.
Wohl allerdings über die Sinnhaftigkeit einer jährlichen Staupe-usw-Impfung oder eines größeren Zeitrahmens. TA hat mich letztlich doch wieder von der jährlichen Impfung überzeugt.
Mich würden seine Argumente schon interessieren, denn wie bereits gesagt widersprechen sie dem aktuellen, wissenschaftlichen Standard und den Empfehlungen des tierärztlichen Berufsverbandes.
zum anderen weil ich den Infektionsdruck, dem mein Hund ausgesetzt ist, nicht genau einschätzen kann
Die verimpfte Menge eines Serum spielt in der Impftheorie keine Rolle, man ist nicht doppelt geschützt durch eine doppelte Impfung (ansonsten würde man auch uns Menschen bitten sich jedes Jahr gegen alles mögliche impfen zu lassen).
Normalerweise wird nach einer Impfung ein gewisser Antikörpertiter vom Körper aufgebaut, dieser verdoppelt sich nicht indem man noch eine weitere Impfdosis hinterherschickt, der Körper baut also nicht um so mehr Antikörper auf um so öfter er mit einem Erreger konfrontiert wird.
"Viel hilft viel" gilt also bei der Impfung leider nicht, was auch daran zu sehen ist, das Impfdosen (bei Mensch und Tier) zum Beispiel nicht ans Körpergewicht angepasst werden, Impfmengen sind immer "One-size-fits-all".
Ich will dir aber kein schlechtes Gewissen einreden jetzt, Impfungen sind in den letzten Jahren ein immer mehr und mehr umstrittenes Thema geworden, letztendlich gibt es aus rein wissenschaftlicher Sicht weder einen Beweis für ihre Wirkung (es gibt zum Beispiel auch in der Humanmedizin nicht eine einzige Doppelblindstudie die beweisen würde, dass geimpfte Menschen überhaupt einen Gesundheitsvorteil haben gegenüber ungeimpften), noch gibt es einen echten Beweis für ihre Schadwirkungen (aber sehr viele Spekulationen über Thiomersal, Formaldehyd, Aluminium und andere regelmäßig verwandte Trägerstoffe, sowie Behauptungen über direkten Zusammenhang mit Allergien und anderen Erkrankungen - auch für diese Thesen gibt zur Zeit keine wissenschaftlichen Beweise).
Keiner von uns kann letztendlich die Tatsachen befriedigend überprüfen, was Impfungen im letzten Jahrzehnt für den Laien mehr und mehr zu einer Glaubensfrage gemacht hat (ich jedenfalls bin mit jeder neuen Recherche immer nur noch verwirrter geworden über den Wahrheitsgehalt jeglicher Quellen, egal ob wissenschaftlich, oder populär).