Kastration? Ja oder Nein?

Diskutiere Kastration? Ja oder Nein? im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo ich habe in "einer Laune" einen Termin zur Kastration meines Hundes vereinbart! Nun rückt der Termin immer näher und ich habe Bedenken...
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  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #1
sam-jones

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Hallo
ich habe in "einer Laune" einen Termin zur Kastration meines Hundes vereinbart!
Nun rückt der Termin immer näher und ich habe Bedenken...
Tilli wird bald 8 Jahre alt. Ich habe ihn vor 2 Jahren aus dem Tierheim adoptiert. Er ist ein Staff. Boxer mix.
In dieser Zeit habe ich schon einiges mit ihm erlebt, so ist er z, Bspl. ein kleiner Macho mit einem kleinen dominanzproblem.
Wobei wir das eigentlich schon gut "ausdisskutiert" haben, wer hier der Boss ist.
Trotzdem führt er sich gegenüber anderen Rüden wie ein Rüpel auf, langhaarige und schwarze Hundedamen mag er überhaupt gar nicht...
Wenn es nun so weit ist und die Hündinnen in der Nachbarschaft läufig sind, gibt es ein Problem in unserer Kommunikation. Er hat dann ´was in seinen Ohren und hört gar nicht auf mich! Er hat sogar ein paar Tage kaum gegessen, war nicht k**** und hat mich ignoriert, der Lump!
Meinen Fliesenboden könnte ich eigentlich jeden Tag wischen, da überall seine "Tropfen" kleben!
Der eine rät uns zur Kastration, andere raten uns nun ab!
Ich habe ein ungutes Gefühl dabei, denn an den Tagen, wo seine Hormone sich in normalen Dosen in seinem Blut verteilen, ist er der liebste und beste Kumpel an meiner Seite! Für sein reifes alter spielt er wie ein junger Gott! Rast durch die gegend,,..usw!
Der Termin rückt immer näher...Ich habe Angst, dass er sich arg verändern wird!
Wer hat Erfahrungen mit diesem Thema gemacht?
:?:
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #2
Hallo sam-jones,

leider zeigt sich immer wieder, dass spät kastrierte Rüden ihr "gefestigtes" rüpelhaftes Verhalten kaum oder nicht wesentlich ändern.

Das ihr Hund also nun bedeutend weniger dominant nach der Kastration werden würde, glaube ich eher nicht. (Ausnahmen gibt es immer mal!)

Hinzu käme evtl., dass er nach der Kastration für andere Rüden besonders "sexy" duften würde. Also würden die u.U. versuchen aufzureiten. Fazit: Es würde noch mehr Krawall geben, da sich Ihr Hund das ja wahrscheinlich nicht so ohne weiteres gefallen lassen würde.

Die andere Seite der Geschichte ist allerdings, dass ihr Hund "tropft". Wenn diese Tropfen eitrig sind, also gelb-grünlich liegt eine Entzündung vor (Vorhautkatarrh). Das kann sogar chronisch werden, wie die Praxis hin und wieder zeigt. Es gibt spezielle Spülungen und auch homöopathische Mittel, aber der Erfolg ist meist nicht von langer Dauer. Oft hilft nur AB und das meist auch nur vorrübergehend.

Durch eine Kastration würde sich das wahrscheinlich positiv ändern.

Gruss
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #3
Also ich würde ihn auf jeden Fall kastrieren lassen!
Er wird dann viel ruhiger und die Dominanzfrage ist dann auch geklärt.
Außerdem wird er dann höchstwahrscheinlich auch mit andren Hunden verträglicher, UND: Er kann nicht ungewolt irgendwelche Welpen in die Welt setzen. Du musst beim Auslauf einmal nicht hinschauen und er hat schon ne läufige Hündin besprungen. Und im Tierheim sitzen so viele Hunde, da müss amn nicht noch zusätzliche Welpen machen...

Wir hatten, als wir Hunde hatten, uns mal mit nem Besitzer unterhalten, hatten unsre an der Leine, die war nicht sterilisiert, er ahtte seinen an der Leine, der war nicht kastriert und wir haben im Gespräch nicht bemerkt, dass sein Hund unsre besprungen hat! Zum Glück ist nichts passiert!
Aber sicher ist sicher! Kastration ist auf jedenfall gut!

Und noch ein Vorteil: Er kann dann niemal Hodenkrbes bekommen und das finde ich sehr wichtig! Man weiß ja nie, welcher Hund das bekommt und es kann sein, dass es irgendwann, wenn er nicht kastriert ist, deiner ist!
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #4
Hallo gold_fish,

also als Prophylaxe gegen Hodenkrebs eine Kastration zu empfehlen, finde ich nicht in Ordnung.

Dann entfernen wir bei allen Hündinnen die Milchleiste wegen evtl. Gesäugekrebs, der mal eintreten könnte, sofern diese nicht frühzeitig kastriert wurden und somit ein geringeres Risiko haben.

Sorry, das finde ich doch etwas heftig.

Und wie gesagt, er muss nicht nach Kastration zwangsläufig viel ruhiger werden, da er bereits fast 8 Jahre alt ist und sich sein Verhalten über die Jahre hin wahrscheinlich gefestigt hat.


Gruss
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #5
Ja, aber man sollte auch noch erwähnen, das er was die läufigen Hündinnen angeht, doch viel entspannter wird.

Sobald der Hund kastriert ist muß man unbedingt auf ein vernünftiges Gewicht des Hundes achten, Kastraten haben meist mehr Appetit.

Das sie ruhiger werden kann ich an meinen kastrierten Hündinnen nicht bemerken.

LG
schafeschubser
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #6
Was ich auf keinen Fall möchte ist, dass er sich vom Charakter verändert.
Dass er nicht mehr mit uns durch die gegend tobt und so lebhaft ist.
Sein rüpelhaftes verhalten gegenüber anderen rüden und einigen hundedamen nehme ich in kauf. er ist dann halt so..andere rüden haben scheinbar das gleiche problem
dafür ist er bei anderen damen wieder total lieb und süß!
wenn "die zeit" der hündinnen ist, weiß ich ja, das es nach 2 Wochen aufhört,
aber dieses tropfen finde ich schon ekelig!
ich frage mich auch, ob er es merken wird, wenn ihm "etwas fehlt".
eine kollegin hat ihren rüden auch spät kastrieren lassen und musste danach täglich zur kontrolle und das tier wurde mit antbiotikum behandelt.
das möchte ich tilli auch nciht zumuten...
*seufz*
ist schon nicht einfach! :(
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #7
Hallo schafeschubser,

da kann ich nur zustimmen.

Meine Hündin musste wegen einer Pyometra kastriert werden. Sie ist genauso "verrückt" wie vorher! ;-) Eine Flitzpiepe !

@sam-jones,

solltest du dich zu einer Kastration entschliessen, dann unbedingt auf das Gewicht achten. Meine Hündin bekommt seit der Kastration Light-Futter. Ich könnte sie sonst wahrscheinlich rollen....trotz ihres Temperaments und ihrer Aktivität.

LG
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #8
@Bettina......:Ich könnte sie sonst wahrscheinlich rollen....trotz ihres Temperaments und ihrer Aktivität.
also ist es gar nicht gesagt, dass der hund träge werden könnte?
wir haben in der nachbarschaft einen kastrierten rüden. der ist sooo träge und ist "einfach nur da!"
ich denke schon, dass er kastriert werden wird.letztes jahr hatte er eine prostratritis. das war schon "sünde" für den kleinen bärchie;)
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #9
rehi sam-jones,

meist werden die Hunde nicht durch die Kastration träge, sondern weil sie an Gewicht zunehmen. Der Stoffwechsel wird bei Kastraten heruntergefahren, da der Körper weniger Futter bzw. leichteres Futter (weniger Fett u. Proteine) benötigt.

Du musst abwägen, ob du mit dem "röpfeln" leben kannst, solange es nicht chronisch wird.

Ein Rüpel wird er wie schon gesagt aufgrund seines Alters wahrscheinlich bleiben und andere Rüden finden ihn evtl. total aktraktiv, was auch wiederum Stress geben könnte.

Bei einer Vorhautentzündung (Präputialkatarrh) helfen in der Regel Salben und Spülungen. Evtl. Antibiotika-Kur.

Bei Prostatitis ist eine chemische oder chirurgische Kastration als Indikation eher angezeigt. Wobei die chemische Kastration immer noch etwas umstritten ist.

LG
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #10
wie stelle ich mir denn eine chem. kastration vor?
danke übrigens für die vielen ratschläge! :)
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #11
Eine chemische Kastration wird oft als Entscheidungshilfe für einen gewissen Zeitraum eingesetzt. So kann getestet werden, ob eine Kastration im eigentlichen Sinne, also operativ, das gewünschte Verhalten (z. B. weniger Aggression gegen andere Rüden) bringen würde. Es kann abgeklärt werden, ob z.B. aggressives Verhalten gegen andere Rüden testosteronbedingt ist.

Chemische Kastration bedeutet eine hormonelle Behandlung. Hier wird mit Medikamenten (Antiandrogenen), die die Wirkung der natürlichen Androgene aufheben, mittels Injektionsspritze (Depotspritze) behandelt. (Androgene = männliche Hormone, das bekannteste ist Testosteron). Eine Kastration wird so kurzfristig imitiert. Nach wenigen Tagen zeigt sich, (oder auch nicht) eine Verhaltensänderung. Die chemische Kastration wirkt nur über einen bestimmten Zeitraum, ca. 3 - 4 Wochen.

LG
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #12
@Bettina: So war das auch nicht gemeint. Es ist nur ein zusätzlicher guter Aspekt der Kastration. :wink:

Also wenn er nicht zumindest etwas ruhiger wird, würde mich das shcon wundern, denn wenn die Hoden weg sind, werden nicht mehr so viele Hormone produziert, die auch dazu führen, dass der Hund eben etwas "lebendiger" ist.
Auf jeden fall sollte der Hund dann mehr Auslauf und ein weniger fettreuches Futter bekommen, denn kastration macht wirklich dicker!
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #13
nochmal eine frage:
was ist eine chem. kastration? :shock:
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #14
Hallo gold-fish,

das kann man halt so pauschal nicht sagen.

Tröpfeln wird er dann wahrscheinlich nicht mehr, aber er wird nicht sein pöbelhaftes Verhalten unbedingt ändern.

@ sam-jones,

das habe ich doch versucht zu erklären.

Wenn du es nicht verstehst, dann frag deinen Tierarzt.

LG
Bettina
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #15
klar, danke!
*wer lesen kann.... :wink: *
 
  • Kastration? Ja oder Nein? Beitrag #16
Hallo sam-jones,

ich habe auch ein Rüden, er heißt Spike und ist 5 Jahre alt. Er hat ebenfalls eine Aggession gegen seine Artgenossen, das kommt daher weil er als Welpe nicht gute Erfahrung gemacht hat, trotz Welpenspielstunde, Junghundschule etc. wurde sein Verhalten mit ungefähr 1 Jahr sehr extrem, aber wir machten weiter mit Hundeschule weil wir dachten es wär die sog. Pubertät (lt. Hundeschule), nach ner Zeit mussten wir aber aufhören weil es nicht besser wurde.
Spike hatte ebenfalls diese "Tropfen", die grün-gelb waren. Wir hatten einiges probiert, hat aber nichts geholfen.
Im Alter von fast 3 Jahren haben wir ihn kastrieren lassen, der Grund war nicht wegen seiner Aggression, weil dagegen hat es wirklich nichts geholfen, aber das wussten wir. Der Grund für eine Kastration war: Hier bei uns wohnen mind. 6 Weibchen, die meist alle um die gleiche Zeit läufig wurden. Unser "Kleiner" hat nicht nur paar Tage nichts gegessen sondern fast 1-2 Wochen. Wir haben oft mit dem Tierarzt geredet und haben uns auch eine zweite Meinung eingeholt, sie meinten es wäre eine Qual für den Hund und es wäre eine Kastration sinnvoll. Nach langem hin und her haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen, weil es einfach nicht mehr schön war, ihn so zusehen.
Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, Spike hat sich vom Wesen her nicht geändert (verspielt etc. ist er immer noch) nur a bissl ruhiger ist er schon, merkt man aber fast kaum mehr. Aber man muss verdammt aufpassen wegen dem Futter, sie werden sehr schnell dick. Das mit den Tropfen ist mittlerweile auch verschwunden. Und er frisst wieder normal. Sein Verhalten gegenüber Artgenossen hat er aber nicht geändert, was aber klar war.
Fazit: Ich würde meinen Hund nur dann kastrieren wenn es unbedingt notwendig ist. Ansonsten würde ich es so lassen, wie er ist. Wir wollten es eigentlich auch nicht und würden es (wenn es nicht sein muss) nicht mehr tun.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen....sorry für die lange Antwort :D

Gruß Dani
 
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