Hallo blackcat, dass ist ein Thema, wo ich, wie die meisten vermutlich wissen, eine ganz klare eindeutige Meinung dazu habe, die Zucht solcher Wildhybrid-Katzenrassen gehört eindeutig verboten. Hybridrassen sind übrigens alle Kreuzungen unterschiedlichen Rassen, aber hier geht es um die Kreuzung von Hauskatzen mit wildlebenden Kleinkatzen wie Bengale, Serval und Karakal.
Vermutlich hatte der Kater noch einen recht hohen Wildblutanteil, dass ist der Wildblutanteil, die Generationen im Abstand zum Wildtier:
F1 = Vater Serval / Mutter Rassekatze oder F1 Katze als Mutter (50-75 % Wildblutanteil)
F2 = 25 - 32 % Wildblutanteil (kein Serval mehr beteiligt)
F3 = 12 - 16 % Wildblutanteil
usw.
allerdings muss anfangs öfters noch auf Wildkater zurückgegriffen werden, weil die Kater der F1 manchmal auch noch F2 Generation meist unfruchtbar sind, F1 glaube ich über 90 %. Deswegen gibt es für die Generationen F1-F4 bestimmte Vorschriften und Haltungsbedingungen und die gelten als Wildtier.
Die Zucht und vorallem die Entstehung solcher Rassen ist mit großem Tierleid verbunden:
- für den Anfang müssen da Wildtiere (bei den Savannahs sind das Servals, eine afrikanische Kleinkatze) eingefangen werden, ihrer Freiheit beraubt und in Gefangenschaft gehalten, damit man sie mit Hauskatzen verpaaren kann.
- es kommt auch vor, dass der Servalkater die Katzendame dann nicht deckt, sondern tötet, bei dem Größenunterschied hat sie natürlich keine Chance.
- wenn die Kätzin erfolgreich gedeckt worden ist, besonders wenn Rassekatzen und nicht Savannahs mit einem Serval verpaart worden sind, dann kommt es öfters zu Komplikationen bei der Geburt, weil wegen des Größenunterschieds die Kitten dann doch öfters recht groß sind und nicht durch den Geburtskanal passen
- die Kittensterblichkeit ist in den ersten Generationen sehr hoch, anfangs um die 50 % oder sogar noch mehr, weiß ich nicht genau, aber auf jeden Fall recht hoch
- die Kater der ersten Generation sind fast immer steril, daher muss immer noch weiter auf Wildkater zurückgegriffen werden
- es gibt zwar Auflagen für die Haltung von Servals und F1-F4 Generation Savannahs und dass auch ein Außengehege mit entsprechenden Maßen für Servals vorhanden sein muss und und und, aber diese Auflagen sind in meinen Augen absolut unausreichend und die meisten Züchter werden schon ihren Tieren da nicht gerecht und wie sieht es erst beim Privathalter dann aus, die werden oft den Katzen in ihrem Temperament, Bewegungsdrang und Sprungvermögen in keinster Weise gerecht und natürlich sollte diese dann nicht allein gehalten werden, aber eine normale Hauskatze ist natürlich kein adäquater Artgenosse und Spielkamerad für eine Savannah.
und und und ...........................
es gibt vieles was dagegen spricht und nicht einen einzigen Grund, der dieses Tierleid bei der Entstehung solcher Rassen rechtfertigt. Nur weil irgendwelche Leute immer etwas noch ausgefalleneres und exotischeres zuhause haben wollen, auch wenn sie den Tieren dann in der Haltung nicht gerecht werden, weil dass dann eben keine domestizierten Hauskatzen sind, nur zum Angeben.
Übrigens Zoologe und Verhaltensforscher Paul Leyhausen, hat sich nicht nur sehr intensiv mit Katzen beschäftigt, sondern war auch ein wahrer Katzenfreund. Er hat schon sehr früh entdeckt, dass eine Verpaarung von Hauskatzen mit manchen Kleinkatzen durchaus möglich ist, aber hat diesen Punkt seiner Forschung absichtlich nicht veröffentlicht, um den Tieren genau dieses Schicksal zu ersparen.
Es gibt so viele bereits domestizierte Katzenrassen, Hauskatzen halt, auch in Wildlook wie z.B. die Ocicats oder Abessinier, viele Katzenrassen gibt es auch getigert oder was mir besonders gut gefällt getupft (spotted), die sind bestens für die Haltung als Haustier geeignet. Sie stammen von Falbkatzen ab, die von sich aus die Nähe menschlicher Siedlungen suchten und sich zu mindestens teilweise freiwillig domestiziert haben, dass geschah schon mehrere tausend Jahre vor Christus. Es gibt genügend Katzenrassen inzwischen, genauso wie man auch keine Wolfshybriden züchten sollte, sie eignen sich nicht als Haushunde, man sollte die Natur dieser Tierarten einfach akzeptieren und sie dort lassen, wo sie hingehören, in ihrer natürlichen Umgebung.
Natürlich sind Bengalen und Savannahs wunderschöne Katzen, einfach traumhaft, aber es geht hier nicht um Schönheit, sondern um Tierliebe und wahre Tierliebe zeigt sich in dem man das beste für die Tiere will und somit auch im Verzicht.
Es gibt auch schon einige ältere Threads mit ähnlichen Thema:
https://www.tierforum.de/t182089-savannahkatze-tod-der-mutter-bei-geburt.html#post2905487
https://www.tierforum.de/t159158-kennt-ihr-bengalkatzen.html
https://www.tierforum.de/t144856-serval-ozelot.html
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
EDIT: Ich habe mir jetzt mal Bilder von Chiku im Internet angesehen, für mich schaut der doch mehr nach Serval als nach Savannah aus, wobei es auch einige Savannahs gibt, die einem Serval wirklich verdammt ähnlich sehen, aber was ich da so gelesen und gesehen habe, denke ich wenn es nicht sogar ein Serval ist, würde ich auf F1-F2 Generation tippen, höchstens F3. Diese Tiere darf man ohne Herkunftsnachweis gar nicht einführen und es gibt da auch bestimmte Haltungsbedingungen. Bin gespannt was bei der DNA-Analyse rauskommt, da habe ich jetzt noch nichts gefunden, gib mir bitte Bescheid, wenn du da was hörst.