Ich persönlich bin bei Junpferden gegen den Einsatz von jeglichen Hilfszügeln. Ein Ausbinder wirkt kontraproduktiv auf die Muskulatur, welche wir für das gesunde Reiten entwickeln möchten. Wir wollen ein Pferd, welches sich selbst trägt und sich locker an den Zügel dehnt. Durch den Ausbinder wird ein Muskel in der oberen Halsmuskulatur ungünstig ausgebildet.
Die Ausbildung eines Jungpferdes braucht in jedem Fall sehr viel Geduld. Anfangen würde ich mit Führtraining, welches zu einem späteren Zeitpunkt immer mehr ins Longieren übergeht. Biegeübungen sind ebenfalls sehr wichtig. Anfänglich wird über das vorwärts/abwärts die Dehnungshaltung trainiert und die Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt. Bei korrekter Arbeit ergibt sich dadurch mit der Zeit auch mehr Aufrichtung. Das Pferd muss lernen, mit der Hinterhand Gewicht aufzunehmen. Das ist sehr wichtig, dass es dich gesund durch die Welt tragen kann.
Wichtig ist, dass in kurzen Sequenzen gearbeitet wird. Beginnen kannst du mit 5min. Das kannst du dann anfangs wöchentlich und nachher auch täglich steigern. Beobachte dein Pferd gut - du wirst schnell merken, wann es sich nicht mehr gut konzentriert.
Gerade Shires haben oft Mühe, ihre Beine zu sortieren. Dazu habe ich sehr viel mit Stangen gearbeitet. Auch habe ich Übungen gemacht, in denen das Pferd lernte, jeden Huf einzeln auf Kommando zu bewegen. Oft sind Kaltblüter auch eher ein bisschen Büffel. (Absolut nicht böse gemeint gell - ich liebe Kaltblüter!!) Daher finde ich es ganz wichtig, dass von Anfang an im Führtraining Wert darauf gelegt wird, dass das Pferd einen natürlichen Abstand einhält, so dass jeder seine "Privatsphäre" hat.
Suche dir aber auf jeden Fall Hilfe von einem professionellen Reitlehrer!!
Im Weiteren bevorzuge ich Kappzaum-Arbeit. Hier einige Bilder von meiner Kollegin mit ihrem damaligen Beritt-Pferd Niran.
Niran, nach ca. vier Wochen Arbeit am Kappzaum:
Niran, nach ca. 8 Wochen Arbeit am Kappzaum:
Niran nach ca. 12 Wochen Arbeit am Kappzaum, erst kurze Zeit unter dem Sattel: