"Problemhund" aus schlechter Haltung

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Myosotis

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Hallo zusammen!
Um ein möglichst gutes Bild unserer derzeitigen Situation zu vermitteln, ist der folgende Text sehr lang - danke an alle, die sich die Zeit nehmen und ihn trotzdem lesen!

Solange ich denken kann, hatten wir Hunde. Mit Erziehung hatten wir nie Probleme, nicht einmal als wir einen ca. 1/2 Jahr alten Streuner aus Griechenland aufnahmen. Nun habe ich aber ein echtes Problemkind aufgenommen - Kira (Bearded Collie-Mix) ist jetzt 2 Jahre alt, bisher hatte sie (vom Tierschutz vorgeschrieben) ständig wechselnde Gassigeher, denn die eigentliche Besitzerin kann nur kurze Strecken mit dem Rollator gehen. Immer an der kurzen Leine, keine Erziehung..
Ich habe das Gassigehen mit ihr im Juni angefangen, unser 6 Jahre alter Rüde hat sich gleich in sie verliebt, die beiden sind unzertrennlich. Die Besitzerin ist zum Glück recht einsichtig geworden, und ich durfte Kira mehr und mehr zu uns nehmen. Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen, wir besuchen mit ihr regelmäßig ihre alte Besitzerin, aber Kira geht ohne Aufforderung wieder mit uns mit.
Leider kristallisierten sich mit der Zeit mehr und mehr Probleme heraus..

Zum Beispiel zerkaute sie im Urlaub 3 Paar Schuhe und eine Ledertasche - als wir dann zurück kamen erfuhren wir, dass das bei ihr wohl normal ist (hätte man auch von Anfang an sagen können, aber nun gut..).
Weiters mussten bereits 2 Teppiche in den Müll, da sie hin und wieder (ohne erkennbares Muster) in der Nacht einen Haufen in die Wohnung setzt. Da kann man auch um 2 Uhr morgens noch eine Runde machen und um 6 aufstehen, wenn es passiert, passiert es.
Bei ihrer Vorbesitzerin war das anscheinend normal (dort war sie aber auch standardmäßig 12 Stunden in der kleinen Wohnung), allerdings weiß Kira auch genau, dass es nicht ok ist, sie schämt sich dafür regelrecht.
Heute Morgen waren wir fast 2 Stunden spazieren, haben gespielt, sie hat auch brav ihr Häufchen gemacht - kaum eine Stunde später hat sie aber auf den Badezimmerteppich gemacht, die Freude ist groß.. :(

Kira wurde leider nicht nur verzogen (sie sprang zB auch im Restaurant auf die Sitzbank, hat aber schnell gelernt, dass sie das nicht darf) sondern auch sehr verunsichert.
Sieht man sie nur kurz still an, verkriecht sie sich in einer dunklen Ecke. Angst vor (Geh)Stöcken, Fremden Person die sich nähern, Regenschirme.. das haben wir auch schon gut in den Griff bekommen, was bleibt ist, dass man nicht normal mit ihr schimpfen kann, da sie, sobald sie merkt, dass sie Etwas falsch gemacht hat, richtig Panik bekommt, wegläuft, sich verkriecht - und wenn sie das nicht kann - sich vor Angst anpinkelt.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie nicht einmal verstehen kann was genau sie eigentlich falsch gemacht hat, weil sie vor lauter Panik eigentlich nur weg will.

Was die Vorbesitzer mit ihr gemacht haben will ich garnicht wissen, uns geht es nun darum, ihr die Angst und Unsicherheit zu nehmen - und besonders das Problem mit dem großen Geschäft schnellstmöglich zu lösen. Sie ist wirklich hochintelligent (in 10 Minuten hat sie Robben und Pfote geben gelernt, davon hat sie zuvor noch nie was gehört!) und total lieb, zeigt ihren neuen Menschen und auch unseren 3 Katzen und unserem Rüden ständig ihre Liebe mit Küssen, sie verfolgt mich überall hin, und wenn ich in der Nacht nur aufs Klo gehe dackelt sie mir hinterher.

Im Laufe des Tages gehen wir einige Stunden spazieren, es wird über Felder gelaufen, im Garten Ball gespielt, Hundewiese, Wald, Berg - das volle Programm. Auch zuhause wird es selten langweilig, mal spielt sie mit den Katzen, dann mit unserem Rüden, mal bringe ich ihr wieder Tricks bei oder versuche Intelligenzspielchen (dafür ist sie leider zu aufgekratzt, es fällt ihr schwer stillzuhalten - selbst wenn sie davor stundenlang gelaufen ist und halbtot ins Auto gefallen ist)

Von der Vorbesitzerin gab es für jedes Problemchen bisher brav Medikamente, statt die Ursache zu suchen (fast durchgehend Tabletten wegen weichem Kot- wir haben sie auf hochwertiges, getreidefreies Futter umgestellt- siehe da, Kot normal).
Viele Leute, die ich beim Spazierengehen treffe, kennen sie (die meisten sind kurze Zeit auch mit ihr Spazieren gegangen) und äußern ständig, wie verwandelt die Kleine doch ist - im positiven Sinne. Sie ist nicht mehr Unterernährt, hat kein verfilztes Fell mehr (der Bauch wurde wohl noch nie gebürstet, nur Dreadlocks und offene Stellen), sie springt kaum noch an Leuten hoch, bellt Fremde so gut wie nie an, versteckt sich nicht wenn jemand auf sie zugeht und zieht nicht mehr so doll an der Leine, bleibt vor jeder Straße brav stehen.. also wirklich viele tolle Verbesserungen, die wir auch weiterhin üben werden! Wir sind auch wirklich ganz stolz auf sie und sind sehr froh sie aufgenommen zu haben.

Nur das mit dem Häufchen in die Wohnung machen ist eine Tortur - man kann sie sowieso nicht alleine (mit Katzen und 1. Hund) zuhause lassen, weil sie zu heulen beginnt - aber man kann sie auch nachts nicht aus dem Zimmer lassen, weil sie sonst vielleicht wieder einen Haufen macht. Mir ist bewusst, dass es sehr lange dauern kann, bis altes Fehlverhalten "behoben" ist, allerdings ist sie nun schon eine Weile bei uns und mal ist ein Monat lang Ruhe, mal passiert es in einer Woche 2 mal - es gibt scheinbar kein Muster, keine Auslöser, sie weiß, dass sie jeden Tag stundenlang rauskommt und meldet sich in der Regel auch, wenn sie spazieren will.
Fressen gibt es abends um 8, nach dem großen Spaziergang. Morgens frisst sie nicht (anfangs bekam sie morgens und abends, morgens ist es aber immer stehengeblieben). Nächste Woche lasse ich mal den Kot untersuchen, allerdings beefürchte ich, dass es wirklich mehr eine Kopfsache ist.

Ich wäre sehr über Tipps, Ideen und Erfahrungsberichte dankbar, alles was uns dabei helfen könnte, die Kleine sauber zu bekommen und ihr diese allgemeine Unsicherheit zu nehmen, ist uns herzlich willkommen!
 
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