Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch?

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  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #21
Bei uns ist es üblich, vor einem Grill- oder sonstigen Fest zum Bauern zu gehen und sich das Lamm oder das Zicklein selber auszusuchen. Das ist vielleicht vergleichbar.

Was soll ich Euch sagen: ich könnte das nicht. Ein fröhlich rumspringendes süsses putziges Lämmchen an der Zitze der Mutter hängend sehen und es dann auf dem Teller haben. nee, da würde ich keinen einzigen Bissen runterkriegen. Wie vorher gesagt, ich würde es dann eher kaufen und mitnehmen und zu Hause auf den Rasen zu meinen beinden Herdenschutzhunden stellen. :lol:

Meine Mutter hat mir schon oft erzählt, nach dem Krieg haben sie Kaninchen grossgezogen. Meine Mutter hat sie gehegt und gepflegt, und dann auf dem Arm zum Schlachter getragen. Unterwegs gestreichelt, liebkosend zu ihnen gesprochen, dabei geweint. Aber der Hunger war damals grösser, und man musste überleben. Von dem Fell bekam sie dann was warmes für den Winter. Ich habe mir diese Szene schon oft vorgestellt und mir bricht das Herz dabei. Wär ich dazu in der Lage gewesen???

Mein Opa hatte Hühner. Wenn die nicht mehr viele Eier legten, kamen sie in die Suppe. Ich kannte jedes einzelne Huhn, aber komischerweise machte es mir da nichts aus, wenn ich es dann gerupft (das machte meine Oma) an der Wáscheleine hängen sah und hinterher in der Suppe. War lecker und hatte keinerlei Gewissensbisse.

Ich finde die Idee gut, wenn man auf diese Weise tatsächlich erreicht, dass mehr und mehr Schlachtvieh ein würdiges Leben und einen würdigen Tod erfahren. Und ja, der Bezug dazu, dass das, was auf dem Teller liegt, tatsächlich mal ein fühlendes, lebenshungriges Lebewesen war, wird dadurch gewiss mehr hergesetellt, als wenn man ein anonymes Schnitzel im Supermarkt kauft.

Mich hatte als Kind der Schlachtraum meines Onkels schwer beeindruckt. Er war Metzger und schlachtete selber. Er war auch Jäger, und oft hatte ich dort ein selbst geschossenes Reh hängen sehen. Es war gruslig und faszinierend in einem. Dort hingen natürlich regelmässig ganze Rinderhälften rum, ich konnte zusehen, wie diese zu mundgerechten Stücken zerteilt wurden. Also kann ich eigentlich nicht behaupten, dass für mich Fleisch etwas anonymes ist.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #22
Ich denke da in unserer Gesellschaft das Sterben und der Tod solche Tabuthemen sind will man sich normalerweise auch nicht gerne mit der Tötung seines Mittagessens auseinandersetzen. Der Tod macht uns in aller Regel Angst und wir empfinden ihn als etwas schreckliches, selbst wenn die meisten Leute sehr gerne Fleisch essen wollen sie den Moment der Tötung des selbigen nicht erleben.
Noch vor 120 Jahre gab es eine solche Entrückung nicht und so ziemlich jedes Kind wuchs wahrscheinlich mit dem Tod als Teil des Lebens auf. Familienangehörige starben zuhause und Hofschlachtungen waren normaler Alltag.

Unsere heutige, "behütete" Lebensweise in der angst einflößende Themen wie der Tod tabuisiert und von uns fern gehalten werden, während uns auf der anderen Seite ständig praktische, ideale, "saubere" Konsumgüter zur Verfügung gestellt werden, führen aber doch erst zu den gängigen Problemen dass heute keiner mehr weiß wo sein Fleisch (seine Kleidung, seine Genussmittel) herkommen und man es auch oft nicht mehr hinterfragt.

Vegane Lebensweisen (sowie der Verzicht auf Genussmittel, Südfrüchte und fragwürdige Textilien), sind doch im Grunde eine Prostet-Reaktion auf eben diese Gesellschaftsentwicklung aus Tabuisierung und gleichzeitigem Konsumdruck.
Vor 120 Jahren wären wohl auch niemand auf diese Ideen gekommen, da wäre eine vegane Lebensweise wahrscheinlich als absolut aberwitzige angesehen worden, die auch allein aus pragmatischen Gründen niemand lange verfolgt hätte.

Ein Modell wie das was Foss beschreibt ist aus meiner Sicht ein Versuch die Verschiebungen wieder gerade zu rücken und den Konsum wieder in ein natürliches und realistisches Licht zu rücken. Aus meiner Sicht kann sowas ein guter Beitrag zum ethischen Konsum sein, denn wer sein Fleisch kennt konsumiert es bewusster und wird sich gleichzeitig wesentlich energischer dafür einsetzen, dass es der eigenen Kuh gut geht (vielleicht quasi als eine Art Entschädigung für die letztendlich erfolgende Schlachtung). Wenn so ein Modell gut durchdacht ist können sicher sowohl die Tiere als auch der Mensch davon profitieren.
Komplett aus dem Konsum aussteigen können wir alle nicht, also halte ich es für wichtig und richtig wenn wir uns darauf besinnen unseren Konsum überschaubar zu halten und nach Möglichkeit frei von völlig anonymisierter Großindustrie.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #23
Gut geschrieben kompassqualle,

Ich finde die Idee auch sehr gut. Ja auch die anderen Schnitzel hatten süße Augen.
Wir haben bei meinem ex auch nur eigene Tiere geschlachtet. Anfangs war es auch etwas befremdlich, aber schon nach kurzer Zeit konnte ich gut damit leben das die Tiere ein tolles leben hatten und auch ohne zig Kilometer weg direkt aufm Hof geschlachtet wurden sind.

Wir hatten auch einige Schweine mehr die für andere Leute mit aufgezogen wurden sind. Die konnten sich dann auch ihr tier geschlachtet abholen. Die Nachfrage war groß auch wenn die Preise deutlich höher waren. Dafür hatten sie gutes Fleisch, was geschmacklich echt abweicht
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #24
Kompass, das unterschreib ich alles, voll und ganz.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #25
Bei uns in einem Supermarkt (wo wir seit einiger Zeit auch fast alles einkaufen) kann man sich Bio-Hähnchen vorbestellen. Theoretisch könnte man die auch besuchen fahren (man bekommt dann zwar nicht genau Tier X, aber man weiß halt, wie sie leben).
Als wir das das erste Mal hatten, haben wir bei dem Preis erstmal geschluckt. Da hatten wir 2 Hähnchen bestellt, 40 € waren das. Aber ein Hähnchen wiegt da so viel wie 2 Masthähnchen (das eine haben wir dann eingefroren, wir waren zu viert schon von einem satt und es blieb noch bisschen was über, was meine Schwester sich am nächsten Tag als Hühnerfrikassee gemacht hat) und es ist viel mehr gutes Fleisch dran wie an den Masthähnchen. Und mir schmeckt es auch besser (ich kann ein "normales" Hähnchen nicht wirklich mit Appetit essen...).

Ich finde die Idee eigentlich gut. Das was Seraph geschrieben hat, also mit dem Bild vom Tier auf der Dose, könnte ich mir nicht vorstellen, aber bei der anderen Variante (von Foss) "kennt" man das Tier ja nicht.
Ein Tier, dass ich kannte, will/kann ich auch nicht essen, zumindest nicht, wenn eine Bindung entstanden ist. Mein Opa, der Kaninchen zum Schlachten gezüchtet hat (die Kaninchen hatten es gut, keine Buchten), war genauso. Er konnte keine Kaninchen essen, er war generell eher emotional (zumindest für einen "Bauern").

Wir kaufen seit einiger Zeit auch in dem Supermarkt Milch von einem Bauern hier aus Hessen, der auch schonmal "Führungen" anbietet. Der Bauer hat 300 Kühe und beliefert "nur" 70 Märkte, die Milch kostet halt mehr, aber man hat ein besseres Gefühl. Zumindest auf den Bildern der HP und in der Reportage, die dort für eine Fernsehsendung gemacht wurde, sieht man Kühe in einem großen Stall mit viel Platz.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #26
Ich bin mir nicht 100% sicher, da ich es nur im TV gesehen habe, aber ich glaube, das düs der Anbieter ist.


und hier nochmal etwas über den Bauern


EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Wie gesagt, im Grunde finde ich die Sache gut. So wird Bewusstsein für das Individuum hergestellt. Aber da ich selber nicht entscheiden könnte, das dieses oder jenes Tier jetzt stirbt, habe ich mich entschieden es ganz mit dem Fleisch zu lassen. Wenn ich noch Fleisch essen würde, würde ich mir zwar wohl kein Tier kaufen können, aber ich würde solche Projekte wie die Wurst mit "Gesicht" unterstützen. Oder zumindest zu einem der vielen hofläden gehen, die es bei uns gibt und mir die Haltung angucken
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #27
Foss - eines ist mir noch nicht ganz klar. Sagen wir, ich kaufe etwas von einem Tier aus diesem Projekt und das ganze bewegt sich im preisniedrigsten Rahmen, weil ich nicht viel davon haben will, ein kleines Tier haben will, viele Käufer für das Tier vorhanden sind - zahle ich dann 800 € für ein Herz oder ein paar Rippenbögen? :shock:
Das kann doch gar nicht sein. Klar, kostet die Haltung des Tieres viel, aber das steht ja in keinem Verhältnis? oO
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #28
Foss hat mir einen Link geschickt für deutsche Kühe. Da kauft man nicht die ganze Kuh, sondern nur ein Paket. Die Kuh, ist bereits aufgezogen und bereit zum Schlachten, sie wird erst geschlachtet wenn alle Pakete der Kuh (je nach Größe etwa 35) verkauft sind. Möglich sind 3,6 kg bzw. 7,2 kg. Der Kilopreis bewegt sich irgendwo zwischen 13 und 16€ - eigentlich ganz angebracht wie ich finde.
Die Pakte sind so zusammengestellt, dass sie wunderbar ins Gefrierfach passen.
Man erfährt die Nummer und den Betrieb mit angaben zur Haltungsform und den Ort wo die jeweilige Kuh herkommt. Kein Name, kein Foto, kein "Besuchsrecht".

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Meine Mutter wird ein solches Paket bestellen. Sie hat sich sehr über diese Möglichkeit gefreut :) danke für den Anstoß Foss
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #29
Na das ist ja dann eine ganz andere Nummer.
Diese Angabe zwischen 800 und 1600 € hat mich irgendwie verwirrt, ich habe es so gelesen, dass man diesen Preis investieren muss und dann im Endeffekt nur einen Teil davon bekommt.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #30
Aber das ist ja dann genau so "unpersönlich" wie wenn ich es im Supermarkt oder beim Metzger um die Ecke kaufe. Zumindest hier in der ländlichen Gegend kann man da schnell erfahren, wo das Tier herkommt. Wenn ich im Hofladen kaufe, dann weiß ich sogar ganz sicher wo das Tier aufgewachsen ist. Da verstehe ich dann den Vorteil nicht. Mein Schwiegervater kauft ein Mal in der Woche seine Wurst im Nachbarort im Hofladen, der auch nur 2 oder 3 Tage in der Woche auf hat. Hier im Ort hab ich sogar morgens auf dem Weg zur Arbeit noch die Schweine gesehen oder die Kuh, bevor sie geschlachtet wurden. Und auf dem Anhänger auf dem sie stand, hatte sie es sicher nicht weit.
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #31
Nicht jeder wohnt ländlich und hat einen guten Hofladen um die Ecke.
Ich hab hier in der Nähe zwar auch zwei Höfe bei denen man direkt kaufen kann (einmal Schweine, einmal Kühe) aber wenn man sich die Haltung ansieht, kann man auch gleich in den Supermarkt gehen, die nehmen sich nichts :?
 
  • Der Kauf einer Kuh - Gesundes Frischfleisch? Beitrag #32
Hab aktuell keinen Pc daher nur kurz. Sucht mal nach “Naturburschen“. Der Link aus der Pn ist von nem deutschen Anbieter.
Auf der Hp der Naturburschen gibts ne Beschreibung.
 
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