Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge...

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micha-makita

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Hallo Allerseits...

Anfangs möchte ich die Situation kurzgefasst beschreiben...Ich neige niemals zur Übertreibung und habe auch anderseits Hilfe gesucht. Nachdem mehrere Quellen- auch 2 Tierärzte- mir nicht helfen konnten, hoffe ich dass ich hier von erfahrenen Tierhaltern, Hilfe bekommen könnte...

Meine Katze- Makita, gewöhnlich getigerte Hauskatze- 3 Jahre ist alt. Sie gehörte noch nie zu verschmusten und lieben Haustieren. Das zusammenleben ( ich mit meiner Freundin und die Katze) war aber bisher völlig ok. Ich habe sie vor meinem Haus in einer Pfütze gefunden. Sie machte erst am folgenden Tag die Augen auf. Vermutlich wurde die Mutter, kurz nach dem Wurf, durch Bauarbeiten in der Nahgelegenen Kleingartenkolonie verschreckt bzw. verjagt. (Mein Nachbar hat am gleichen Tag noch einen Kater gefunden - ich erfuhr es aber erst 5 Monate später). Es kann sehr gut sein dass die Mutter keine Hauskatze war. Wir haben Sie mit der Tierärztlichen Begleitung aufgepäppelt- inklusive nachts aufstehen um Milchersatz zu "servieren", Bäuchlein massieren und mit auf Arbeit nehmen. (+ viel mehr)

Natürlich ist die Katze durch ihre Haltung nicht zu einem Vorzeigetier geworden. Sie wuchs ohne Interaktion mit anderen Tieren auf. Die Wohn- und Lebenssituation war zu der Zeit überhaupt für jegliche Tierhaltung nicht gedacht oder geeignet. 2 Zimmer, beide berufstätig... Ich habe mich trotzdem gegen die Abgabe ins Tierheim entschieden. Ich vermute - sie denkt sie wäre ein Mensch. Das ist auch nicht schlimm- sie ist eben eigensinnig, herrisch und kommt einen manchmal "undankbar" vor. Aber sind nicht fast alle Katzen so ?

Mittlerweile wohnen wir in einer großen Wohnung mit bepflanzten, 50 Meter großen Terrasse. Die Katze könnte - wenn sie wollen würde - einfach frei rausgehen. Sie bleibt trotzdem immer in der Sichtnähe. Wir betreiben einen Laden der sich im gleichen Haus befindet. Die Katze sieht mich eindeutig als Bezugsperson- sie holt sich bei mir ihre Streicheleinheiten und bleibt immer in meiner Nähe.

Nun zu dem wesentlichen Problem: Die Katze attackiert mich seit kurzer Zeit sehr aggressiv. Ich spreche von zerrissenen Jeans-Hosen, tiefen Wunden die auch schon mit Wunden-Kleber behandelt werden müssten und einen unheimlichen Stress den die Katze dabei erlebt. Ich hatte schon "immer" Haustiere- Katzen und Hunde. Ich kann durchaus einen Kratzer, eine Attacke die mich zum spielen animieren soll oder einen Angriff aus Frust/Wut der Katzen. Ich habe aber bei dem Verhalten meiner Katze ernsthafte Sorgen...

Erst bei dem dritten "Vorfall" habe ich begriffen was die Wut auslösen könnte. Es sind vermutlich bestimmte Geräusche. Ich kann es nur als "Schurren" beschreiben. Zum Beispiel Bücher die aneinander reiben, eine Holzschublade die aufgezogen wird oder ein Filzgleiter unter einem Hocker der verschoben wird. Zugegeben kann man diese mit Fauchen vergleichen. Das ist nicht ungewöhnlich dass Katzen darauf reagieren allerdings meine Katze wird dabei WIRKLICH BÖSE. Die Vorfälle sind unregelmäßig, unvorhersehbar, sehr intensiv und schnell...

Hat vielleicht jemand schon mit solchen Verhalten Erfahrung gemacht ? Gab es eine Lösung dafür ? Gibt es andere möglichen Gründe dafür-die ich hier nicht beschrieben habe?

Für alle Ratschläge, Hinweise, Antworten und Fragen bin ich jetzt schon sehr dankbar.

Bitte helfen sie mir...
 
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  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #2
Hallo und willkommen im Forum!

Was haben die Tierärzte denn bisher genau gemacht?

Hat sich bei euch irgendwas verändert, was dieses Verhalten z.B. als Protestverhalten auslösen könnte? Hat sie, wie auch immer, solche Geräusche mit schlechten Erfahrungen verknüpft?
Es scheint ja relativ plötzlich zu kommen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es diese Geräusche vorher in ihrem Leben nicht gab.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #3
Klingt für mich nach dem klassischen Fall einer verhaltensgestörten Katze - was oft passiert, wenn Katzen alleine gehalten werden.
Dank der besonderen Umstände wird es praktisch unmöglich, sie mit einer weiteren Katze zu vergesellschaften.
Versuchen würde ich es aber wohl trotzdem und hoffen, dass sie ausgeglichener wird, wenn sie einen Artgenossen zur Seite hat.

Erste Massnahme wäre Feliway-Stecker. Vielleicht hilft es ihr ein bisschen.

Wann seid ihr umgezogen? Wie hat sie den Umzug verkraftet?
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #4
Hallo,
nun kann ich aus Deiner Beschreibung auch nicht erkennen was die Aggressionen bei deiner Katze auslöst ,
aber grundsätzlich kann man Tiere langsam an für sie unangenehme
und Angst, oder Aggression auslösende Begebenheiten gewöhnen
und dabei versuchen ihnen eine andere Reaktion und Verhaltensweise angewöhnen.

Wenn die Katze Dich angreift, würde ich dieses auch nicht ohne Gegenwehr belassen,
sondern der Katze zeigen,daß dieses Verhalten auch unangenehme Folgen hat.
Vielleicht läßt sich die Katze durch eine Wasserpistole beeindrucken
und von ihrem Angriffsverhalten abbringen.

Fritz.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #5
Also der erste Gang sollte natürlich zum Tierarzt sein um abzuklären, ob nicht doch irgendwelche Krankheiten und Schmerzen vorliegen.

Ich hatte selbst mal einen Kater, Handaufzucht, der ähnlich kompliziert war, wenn auch nicht ganz so heftig.

Ihn verunsicherten verschiedene Geräusche im Alltag und wenn er mal wieder mit dem ganzen Stress nicht klar kam, griff er mich, meine Füße oder Arme an. Das tat auch weh, war aber nicht so heftig wie bei euch.

Wenn die Katze Dich angreift, würde ich dieses auch nicht ohne Gegenwehr belassen,
sondern der Katze zeigen,daß dieses Verhalten auch unangenehme Folgen hat.
Vielleicht läßt sich die Katze durch eine Wasserpistole beeindrucken
und von ihrem Angriffsverhalten abbringen.

Das hat bei uns genau das Gegenteil gebracht.
Kater war ja schon so unter Stress, wusste nicht wohin mit seiner Anspannung und ließ es einfach am erst besten (eben mich) raus - wenn ich da noch "AUA" oder "Lass das" gebrüllt habe, gabs nur noch mehr Anspannung.
Irgendwann fing ich an, ihn einfach zu beruhigen, wenn er so drauf war. Das tat immer noch weh, aber die "Anfälle" wurden kürzer.

Parallel habe ich ihm eine Alternative beigebracht: Kratzbaum oder Kickeroo wurden positiv besetzt (mit Leckerchen) und so konnte ich ihn später auf den Kratzstamm umlenken, wenn er nervös wurde. Nach einiger Zeit merkte ich auch, wenn er angespannt war und konnte ihn vor einem "Angriff" seine Alternativen zeigen.

In meinen Augen bringt es nichts, ein gestresstes oder ängstliches Tier für seine Art mit dem Stress oder der Angst umzugehen auch noch zu bestrafen. Der Stress und die Angst bleibt nur kommt da noch der Stress durch die Bestrafung dazu. Stell dir vor du hast Angst im Dunkeln und bekommst jedes Mal noch eine geklatscht, wenn du anfängst deshalb zu heulen :eusa_shhh:
Alternativverhalten antrainieren halte ich für sinnvoller - wenn du Angst im Dunkeln hast, dann heul nicht sondern sing ein Lied ;)
Wenn Katze Angst vor Geräuschen hat, dann greif nicht Herrchen an, sondern den Kratzbaum.
Das nur mein persönlicher Senf, ich bin keine Expertin und kann eben nur aus eigener Erfahrung sprechen.

Ich würde bei euch auch Feliway ausprobieren und tatsächlich über eine Vergesellschaftung nachdenken, die aber wirklich sehr, sehr schwierig werden dürfte, da die Sozialisierung ja quasi komplett fehlt.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #6
Wenn die Katze Dich angreift, würde ich dieses auch nicht ohne Gegenwehr belassen,
sondern der Katze zeigen,daß dieses Verhalten auch unangenehme Folgen hat.
Vielleicht läßt sich die Katze durch eine Wasserpistole beeindrucken
und von ihrem Angriffsverhalten abbringen.

Fritz.

Sorry, aber soll die Katze dem TE erst recht nicht mehr trauen?
Mit Wasserpistole würd ich NIEMALS eine Katze bestrafen!

Zu dem Verhalten selber, da schließe ich mich den anderen an...
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #7
Hallo,
natürlich muß die Katze eine alternative Verhaltensweise lernen.

Nach meiner Meinung gibt es bei der neuen Konditionierung im Grunde nur 2 Möglichkeiten, zur Lenkung.
Die positive Verstärkung mit Belohnung, oder der negativen Verstärker mit einem unangenehmen Reiz der Bestrafung,
nur so kann die Katze erwünschte Verhaltensweisen von den unerwünschten unterscheiden lernen.

Fritz.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #8
Die Katze versteht allerdings die Wasserpistole oder den negativen Reiz nicht. Nehmen wir das blöde Beispiel - die Katze soll nicht auf den Tisch. Die Katze kann einfach nicht umsetzen was die Wasserpistole mit dem Tisch zu tun hat. Das müsste man dann wie eben Leckerchen erlernen das wenn die Katze was schlechtes tut sie bestraft wird und ich kann ja jetzt schlecht die Katze in "bestrafungswürdige" Situationen bringen, nur um ihr beibringen zu können das sie dann bestraft wird. Hat für mich den ähnlichen Effekt wie einem Kind zu zeigen das die Herdplatte heiß ist indem ich seine Hand draufdrücke. Ich bin bisher bei jeder eigenen Katze und auch bei Pflegekatzen (bin extra PS für angstaggressive und verstörte Katzen gewesen) extrem gut mit dem Zug gefahren - positives Verhalten bestärken und negatives Ignorieren. Es hat keine Katze dadurch gelernt das sie jetzt tun und lassen darf was sie will, sondern ganz im Gegenteil. Hab hier selber 2 Extremfälle rumhüpfen wo teils Tierärzte gesagt haben dass das mit denen nichts wird, die inzwischen liebe Schmusetiger sind im Gegensatz zur wilden Raubkatze.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #9
Natürlich lernt die Katze den negativen Reiz und den Tisch miteinander zu verbinden.
Katze hüpft auf den Tisch -> Wasser. Katzen sind eigensinnig aber nicht dumm. Nach 2-3 Wiederholungen sollte ihr das klar sein. Bei aller Tierliebe kann ich nicht verstehen dass man sich attackieren lassen soll. Also das negative Verhalten ignorieren soll. Das tut unheimlich weh!
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #10
Genau - Katzen sind eigensinnig, aber nicht dumm ;) Das trifft es natürlich auf den Punkt.
Und daher wird die Katze ganz schnell raushaben: Das Wasser kommt nur dann, wenn ein Mensch in der Nähe ist. Solange kein Mensch in Sichtweite ist, kann ich machen, was ich will ;)
In diesem speziellen Fall wäre der Mensch natürlich immer in Sichtweite, denn der wird ja gerade von der Katze attackiert - aber da jetzt mit einer Wasserpistole zu kommen, gleicht eigentlich einer Kriegserklärung. "Du greifst mich an - ich schlag zurück." So wird man die Situation auch nicht lösen, denn dann verliert die Katze wirklich jegliches Vertrauen.
Blöd nur: Eine wirkliche Lösung hab´ ich jetzt auch nicht....
Eine zweite Katze wäre sicher einen Versuch wert - ich gehe daher mit Hexe konform - 2. Katze und auf jeden Fall auch Feliway ausprobieren für mindestens 4 Wochen - bei Feliway scheiden sich die Geister, aber es ist wirklich so, dass es bei manchen Katzen gut hilft und bei anderen eben nicht - da hilft nur ausprobieren ;)

LG seven
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #11
Ich würde die Katze vorsichtshalber vom TA noch einmal gründlich durchchecken lassen, weil Aggressionen und Verhaltensänderungen können auch gesundheitliche Ursachen haben, z.B. Schmerzen.

Ansonsten ist es zwar löblich, dass ihr euch ihrer angenommen und sie aufgezogen habt, aber sie hätte unbedingt Kontakt zu Artgenossen haben müssen, also entweder man holt ein zweites Kitten dazu oder man gibt sie in gute Hände ab, wo sie die Chance gehabt hätte mit Artgenossen sozialisiert zu werden. Einzelhaltung von Kitten ist ein No Go und erst recht nicht bei Wohnungshaltung. Es ist ganz normal, dass sie auf dich fixiert ist, du hast sie großgezogen.

Ob es überhaupt noch möglich ist sie zu vergesellschaften, kann man bei einer so komplett fehlenden Sozialisierung nicht sagen, die Chancen dürften eher schlecht stehen. Es sollte schon ein sehr umgängliches und besten sozialisiertes Tier sein, welches wirklich lang bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufgewachsen ist und seither immer in Gesellschaft anderer Katzen gelebt habt und mit ihnen bestens auskommt vom Alter her 2-4 Jahre würde ich empfehlen.

Auf jeden Fall müsste man wenn man es versucht da ganz viel Geduld aufbringen und es mit einer wirklich ganz langsamen Zusammenführung probieren, auf jeden Fall die Tiere erstmal ganz getrennt halten, dann langsam anfangen mit Gerüchen also Katzenklo, Decken, Spielzeug usw. austauschen, dann Gittertür und dann sich ganz viel Zeit nehmen und erst wenn die an der Gittertür bei direkten Schnupperkontakt beide total entspannt bleiben und mehrere Tage kein Fauchen, keinerlei Aggression oder so gezeigt wird, dann darf man sie mal zusammenlassen, dass kann durchaus mehrere Wochen dauern.

Auf keinen Fall ist Bestrafung egal in welcher Form auch immer eine Möglichkeit, das Tier für fehlendes Sozialverhalten zu maßregeln, sie hat es schlichtweg nie richtig gelernt. Clickertraining ist eine gute Methode eine Katze auf richtiges Verhalten zu konditionieren und es fördert die Mensch-Tier-Bindung. In Zukunft bitte immer wenn sie unerwünschtes Verhalten zeigt, sie komplett ignorieren, sag deutlich "NEIN" und entzieh dich ihr, etwas später probierst du sie dann durch Clickern und Spielen auszupowern. Sie braucht viel Beschäftigung und auch sehr viel Abwechslung, sich immer wieder mal was neues einfallen lassen.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #12
Es sollte schon ein sehr umgängliches und besten sozialisiertes Tier sein

Ich würde eher zu einem "Pärchen" raten. Einzeln wird man dem Tier schlicht nicht gerecht, es wird wochenlang ohne positiven Sozialkontakt mit Artgenossen sein, eventuell wird es zu dieser Katze nie eine Beziehung aufbauen können, wie es das mit normal sozialisierten Tieren tut. Da wäre es nur fair, wenn das Tier mit einem Partner einziehen kann, um sicher sein Sozialverhalten ausleben zu können.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #13
Prinzipiell ja - aber gleich von einer auf drei Katzen aufzustocken, das dürfte für manchen auch eine Hausnummer sein.
Das ist schlichtweg auch eine Kostenfrage. Und ja, ich bin da im Moment besonders sensibel, da ich derzeit jeden Cent 3x umdrehen muss - darüber musste ich mir früher keine Gedanken machen...
Wenn es also an den Kosten nicht scheitert (und 3 Katzen bedeuten natürlich nicht automatisch 3fache Kosten, da man größere Futter- /Streupackungen kaufen kann, das relativiert sich dann natürlich wieder), dann unterstütze ich diese Idee natürlich auch.
Wobei dieser Tipp immer gern gegeben wird, sicher nicht ohne Grund, es kann aber auch passieren, dass sich die zwei Neuen als Team einfinden und gegenüber der dritten Katze eben auch als Team auftreten - dann hat die erst recht keine Schnitte mehr.
Ich würde nicht sagen, dass eine Vergesellschaftung generell zum Scheitern verurteilt ist - aber ich würd´s wirklich in diesem Fall erstmal mit Simpats Empfehlung einer Katze im ungefähr gleichen Alter probieren - aber ob ich sie erstmal getrennt halten würde - da tendiere ich dann doch eher wieder zu nein. Ich würde sie gleich zusammen lassen - im Normalfall zieht sich der Neuankömmling ohnehin erstmal zurück und erobert dann so nach und nach sein Terrain. Sollte die neue Katze natürlich von der alteingesessenen massiv bedrängt, in die Enge getrieben etc. werden, würde ich es auch mit einer Trennung und langsamen Zusammenführung probieren.
Du siehst, Du hast da echt keine leichte Situation, die Meinungen gehen auseinander - letztendlich musst dann wohl Du entscheiden, was für Dich am plausibelsten klingt und für Dich am ehesten umzusetzen ist...

LG seven
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #14
Ich würde sie gleich zusammen lassen - im Normalfall zieht sich der Neuankömmling ohnehin erstmal zurück

... und haust dann weiter in seinem Revier, wo er seine Ruhe hat. Was ich grad erlebe. Und das, obwohl meine Lilly ja eigentlich (!) wirklich eine sehr soziale Katze ist. Also wenn der Schuß sogar bei mir so nach hinten losgeht - nein, das empfehle ich in dem Fall nicht. In dem Fall würde ich sogar generell den Rat zu einer Partner-Katze wirklich sehr sehr vorsichtig geben... eine komplizierte VG ist möglich, aber dazu braucht's auch beim Halter starke Nerven und v.a. Katzenerfahrung mit Mehrkatzenhaushalt.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #15
Ich sag´ ja, da gehen die Meinungen in alle Richtungen sehr stark auseinander ;)
Soll man es jetzt ausprobieren - und wenn ja was? Eine Katze dazu? Zwei Katzen dazu? Erstmal getrennt halten und langsam zusammenführen? Oder direkt zusammenlassen? Das Problem an der Sache ist ja, dass es wirklich von Katze zu Katze verschieden ist. Man denke an meinen Poldi, der war nach ein paar Tagen unterm Bett zwar noch zurückhaltend, ist aber vergleichsweise schnell aufgetaut. Dann war da die Jule, die ein Dreivierteljahr auf dem Kleiderschrank gewohnt hat. Und dann war da die Netty, die sich einmal kurz umgeguckt hat und beschlossen hat: "Ok, ich wohn´ jetzt hier, alles klar!" - joar... man kann also nur alle möglichen Varianten aufzeigen - welche am Ende klappt oder auch nicht... puuuuh...
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #16
Ja so eine Vergesellschaftung ist natürlich von sehr vielen Faktoren abhängig, dass einzige was man beeinflussen kann, ist die Voraussetzungen so gut wie möglich zu schaffen, damit die Zusammenführung gelingt. Hier empfehle ich immer je schlechter die eine Katze sozialisiert ist, desto besser sollte es die andere Katze sein und die Tiere sollten vom Alter, Wesen, Charakter und Temperament und somit auch von ihren Bedürfnissen zusammenpassen.

Auf jeden Fall spielt die Sozialisierung der beteiligten Katzen eine erhebliche Rolle und hier ist es nun mal so, dass die bei der vorhandenen Katze komplett fehlt, daher weiß man nicht ob es überhaupt klappt. Leider gibt es nicht die eine richtige Lösung, weil Katzen sind nun mal Individuen und jede Zusammenführung ist anders und dann spielt auch die Chemie zwischen den Tieren eine Rolle, manche können sich einfach nicht riechen und da hilft dann auch kein gut zureden oder eine langsame Zusammenführung mehr etwas.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #17
Hallo,
hier eine Vergesellschaftung mit einer anderen Katze als die Lösung vorzuschlagen,
damit dieses schlecht sozialisierte Tier nun zu einem ausgewogenen Charakter wird,
kann ich nicht nachvollziehen und halte dieses auch für wenig sinnvoll.

Eine Zusammenführung bei Katzen gelingt am besten im Welpenalter , jetzt ist diese Katze mehr als 3 Jahre alt
und problematisch.

Was soll auch aus der 2. Katze werden, nach diesem Experiment, welches wohl nicht gelingt kann ?

Fritz.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #18
A-Fritz, genau. Deshalb sollte man alle Katzen, die älter sind als 3 Jahre und schlecht sozialisiert sind, lieber als Einzelkatzen verkümmern lassen. *Ironie off*
Sorry, aber das kann man einfach nicht pauschalisieren. Sicher ist das Ganze schwierig. Und es gibt keine Garantie, dass es klappt. Aber wenn wir danach gegangen wären, säße die Jule bis heute verschreckt im Tierheim herum - heute tobt sie munter mit Audrey und John-Boy durch die Gegend. Der Pold würde immer noch hinter der Heizung im Tierheim hocken - heute räkelt er sich genüsslich neben mir auf der Couch und pennt nachts neben der Netty bei mir im Bett... Joar... und die Dinah... würde immer und überall andere Katzen anfauchen, ob sie jetzt im TH sitzt oder hier auf dem Kratzbaum, macht da auch nicht so den Unterschied - außer dass ich sie zwischendurch immer mal wieder durchknuddeln kann...

Ich würde daher in 99% aller Fälle zu einem Versuch der Vergesellschaftung raten - das ist eine Chance für die vorhandene Katze und auch eine Chance für die Tierheim-Katze - und wenn es tatsächlich nicht klappen sollte, war es den Versuch zumindest wert. Ob die Katze jetzt im Tierheim verstaubt oder sie eine Chance bekommt - dann doch eher die Chance...

LG seven
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #19
Hallo LG seven,
ich denke, viele Katzen würden lieber nicht mit anderen Katzen zusammen leben müßen. :roll::roll:

Die Vorfahren unserer Hauskatzen leben immer als Einzelgänger,
darum entspricht wohl auch die gemeinsame Haltung mancher Hauskatzen nicht dem natürlichen Verhalten dieser Katzen,
sondern ist überhaupt nur darum möglich, weil sie durch die Haustierwerdung, zu infantilen Kreaturen entartet sind
und nur so die Nahe der Menschen und ihresgleichen in ihrem Revier zu ertragen gelernt haben,
allerdings akzeptieren auch längst nicht alle Hauskatzen solche unnatürlichen Haltungsbedingungen.



Fritz.
 
  • Ernsthaftes Problemmit aggressiver Katze - Bitte um Ratschläge... Beitrag #20
Fritz, auch für dich:


Von Entartung zu sprechen halte ich übrigens für reichlich unpassend, das nennt sich Domestikation.

Davon abgesehen:

Außer einer Vergesellschaftung gibt es eigentlich keine wirkliche Alternative.

Das Tier ist schwer verhaltensauffällig, ja, aber sie jetzt die nächsten vllt. 15 Jahre weiter so zu halten wird in zwei Optionen enden:

Eine depressive Katze, die keinerlei Reaktionen mehr auf Außenreize zeigt, weil sowieso alles peng ist oder aber

ein hochaggressives Tier, das immer wieder weiter seinen Menschen angreift.

Zumal 3 Jahre wirklich noch kein Alter ist in dem Hopfen und Malz verloren sind.

Selbst Katzen in wesentlich weiter fortgeschrittenem Alter können noch vergesellschaftet werden.
Das erfordert eben Geduld, Zeit und Einfühlungsvermögen.

Ich häng nochmal ein bisschen was zum Lesen an:





Ohne es nicht vernünftig versucht zu haben die Katze zu vergesellschaften würde ich sie nicht leichtfertig den Rest ihres Lebens in Einzelhaltung belassen. Ganz abgesehen davon, dass mir davon der Zustand meiner Haut durchaus den Versuch wert wäre.

Persönlich würde ich übrigens ebenfalls zwei gut sozialisierte und miteinander vertraute Katzen suchen.
Katzen lernen enorm viel über reines Zuschauen und die Interaktion eines entsprechenden Paares kann dann durchaus von Vorteil für die Dritte sein.
 
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