- 2jähriger Kater eingeschläfert - Trauer und Schuldgefühle Beitrag #1
S
Schlumpis Mama
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Hallo liebes Forum
Ich bin neu hier. Gestern musste ich meinen Kater einschläfern lassen. Ich habe solchen Schmerz in mir und hoffe, dass mir das Schreiben etwas bei der Verarbeitung hilft.
Schlumpi wäre im August 2 Jahre alt geworden. Ich habe ihn und seine Schwester Püppi von einer Bekannten vom Dorf. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste, dass wir zusammen gehören.
Bei der Kastration stellte sich heraus, dass er Krytorchide war - beide Hoden befanden sich im Körper und nicht im Hodensack. Man sagte mir, dass diese entfernt werden müssten, da er sonst nicht alt werden würde. Die Tierärztin operierte ihn, konnte aber nur einen Hoden finden und entfernen.
Sie meinte, dass wir ein halbes Jahr abwarten sollten mit der Hoffnung, dass der andere Hoden wachsen würde. Sie wollte Schlumpi dann nochmal öffnen um den Hoden zu entfernen. Gesagt, getan. Sie sagte mir schon während der Abholung, dass sie sich nicht sicher ist was sie ihm entnommen hat und es deshalb ins Labor schickt. Sie meinte, sie hätte ewig "in ihm rumgewühlt". Wie sich später herausstellte, hatte sie ihm statt des Hodens eine Nebenniere entnommen.
Die Zeit danach ließ ich den Kleinen in Ruhe. Er war grad mal 1 Jahr alt und hatte schon 2 so schwere Eingriffe hinter sich. Bei der letzten Op hatte sie ihm den Bauch von oben bis unten aufgeschlitzt.:022:
Dann wurde er aber aber rollig, urinierte die Wohnung voll und versuchte ständig auf seine Schwester Püppi raufzuspringen - teilweise sehr rabiat bishin zu Bissverletzungen. Also suchte ich mir einen Spezialisten, der auf Kryptorchismus spezialisiert war und ließ ihn wieder operieren. Dieser fand nach einer EndlosOP dann auch den Hoden und entfernte ihn. Er teilte mir aber auch mit, dass durch die vorangegangenen Operationen die Organe verklebt seien.
Danach kamen ein paar Wochen in denen alles gut zu sein schien. Der Kleine machte nicht mehr in die Wohnung und war fidel und quietschvergnügt. Sorgen machte ich mir trotzdem, da er immernoch seeeehr klein und dünn war. Seine Schwester hatte ihn in der Körpergröße schon lange überholt und sein Bruder, der bei meiner Nachbarin lebt war mittlerweile doppelt so groß wie er. Aber er war frech, stürmisch und superanhänglich.
Dann, vor ein paar Wochen, konnte er auf einmal nicht mehr kacken. Er versuchte es unter großer Anstrengung, aber es kam nichts mehr. Ständig lief er ins Klo und versuchte es. Er hatte sichtbar Schmerzen. Sein kleiner Bauch war ganz hart. Wir fuhren zur Tierärztin (natürlich eine andere) und dort wurde er geröntgt. Der ganze Darm war voll. Sie machte ihm einen Einlauf, aber es kam nichts. Also legte sie ihn in Narkose und versuchte ihn per Hand auszuräumen. Als wir ihn wiederbekamen, hatte sie nur ein kleines bisschen entfernt und meinte den Rest schafft er wieder allein. Wir sollten ihn mit öligem Thunfisch usw. füttern.
Leider brachte das gar nichts, sein Zustand war wie zuvor schlimm. Also fuhren wir am nächsten Tag in die Tierklinik. Die setzten ihn wieder unter Narkose und leerten dann seinen Darm komplett.
Danach war alles wieder gut für ein paar Wochen - bis zu den letzten Tagen. Er konnte wieder nicht groß machen, machte komische Geräusche auf dem Klo und hatte auf einmal richtige Krämpfe. Wir also sofort wieder in die Klinik, dasselbe Prozedere nochmal mit anschließender Darmspiegelung. Es stellte sich heraus, dass er eine Darmverengung hatte. Mir wurde die Wahl gestellt: Entweder OP mit Darmverkürzung mit ungewissem Ausgang oder Einschläfern. Ich entschied mich für eine weitere OP. Ich konnte ihn doch nicht einfach töten wenn es noch Hoffnung gab.
Am selben Abend - gestern - war die OP. Ich hatte mich vorher mit dem Arzt geeinigt, dass wir den Kleinen nicht mehr aufwecken, sollte sich bei der OP zeigen, dass es keinen Sinn mehr macht. Ich nahm meinen Süssen nochmal für eine Stunde mit nach Hause um mich zu verabschieden. Danach ging es los. Nach einer halben Stunde rief der Arzt mich an. Durch die ganzen Operationen waren die Harnleiter miteinander verwachsen und bildeten eine enge Schlinge um den Dickdarm. Man hätte alles durchtrennen müssen und neu legen. Der Arzt meinte, dass Schlumpi eine nicht endende Odyssee von Folgeschäden und -operationen vor sich hätte und riet mir ihn zu erlösen. Schweren Herzens willigte ich ein.
Nun ist er tot! Mein Baby, mein Herz. Er war noch so jung. Die Ärzte haben ihn einfach kaputt gemacht. Und ich habe es zugelassen, Ich fühle mich so schlecht und schuldig. Ich hätte ihm so gern ein schöneres, längeres Leben ermöglicht. Er war so besonders, so frech und verschmust bis zum geht nicht mehr. Ich liebe ihn so sehr. Ich vermisse ihn so unendlich, es zerreißt mich komplett. Dazu bin ich auch noch in der 20ten Woche schwanger und habe fürchterliche Angst, dass ich durch den Schmerz meinem Kind schade. Zwischen den OPs war er so agil, neugierig und übermütig. Ich werde diese Bilder nicht los von dieser letzten Stunde mit ihm zu Hause vor der letzten Operation. Er hat sich so gefreut wieder hier zu sein. Ist brummend durch die Wohnung gerannt, voll im Kuschelmodus und hat laut nach Futter miaut. Nicht mal den Wunsch konnte ich ihm erfüllen wegen der anstehenden OP.
Ich habe das Gefühl ihn getötet zu haben. Ich weiss nicht wie ich diesen Verlust verarbeiten soll. Er war noch ein Baby!!!:022::022::022:
Und gleichzeitig muss ich auf mein Mädchen im Bauch achtnehmen. Ich versuche mir einzureden, dass Schlumpi jetzt ihr persönlicher Schutzengel ist und über sie wacht. Der Arzt meinte, dass er selbst Katzen hat die er über alles liebt und auch so entschieden hätte. Das tröstet mich ein bisschen.
Es ist so leer ohne ihn... Kann mich irgendjemand verstehen und mir Tipps geben wie ich das verarbeiten soll?! Überall liest man, dass man sich damit trösten soll, dass das Tier ein glückliches und langes Leben hatte. Aber mein Baby ist viel zu früh gegangen. Keine Mieziküsschen mehr beim Aufwachen... einfach weg... :089::089::089:
DANKE FÜRS LESEN
Ich bin neu hier. Gestern musste ich meinen Kater einschläfern lassen. Ich habe solchen Schmerz in mir und hoffe, dass mir das Schreiben etwas bei der Verarbeitung hilft.
Schlumpi wäre im August 2 Jahre alt geworden. Ich habe ihn und seine Schwester Püppi von einer Bekannten vom Dorf. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste, dass wir zusammen gehören.
Bei der Kastration stellte sich heraus, dass er Krytorchide war - beide Hoden befanden sich im Körper und nicht im Hodensack. Man sagte mir, dass diese entfernt werden müssten, da er sonst nicht alt werden würde. Die Tierärztin operierte ihn, konnte aber nur einen Hoden finden und entfernen.
Sie meinte, dass wir ein halbes Jahr abwarten sollten mit der Hoffnung, dass der andere Hoden wachsen würde. Sie wollte Schlumpi dann nochmal öffnen um den Hoden zu entfernen. Gesagt, getan. Sie sagte mir schon während der Abholung, dass sie sich nicht sicher ist was sie ihm entnommen hat und es deshalb ins Labor schickt. Sie meinte, sie hätte ewig "in ihm rumgewühlt". Wie sich später herausstellte, hatte sie ihm statt des Hodens eine Nebenniere entnommen.
Die Zeit danach ließ ich den Kleinen in Ruhe. Er war grad mal 1 Jahr alt und hatte schon 2 so schwere Eingriffe hinter sich. Bei der letzten Op hatte sie ihm den Bauch von oben bis unten aufgeschlitzt.:022:
Dann wurde er aber aber rollig, urinierte die Wohnung voll und versuchte ständig auf seine Schwester Püppi raufzuspringen - teilweise sehr rabiat bishin zu Bissverletzungen. Also suchte ich mir einen Spezialisten, der auf Kryptorchismus spezialisiert war und ließ ihn wieder operieren. Dieser fand nach einer EndlosOP dann auch den Hoden und entfernte ihn. Er teilte mir aber auch mit, dass durch die vorangegangenen Operationen die Organe verklebt seien.
Danach kamen ein paar Wochen in denen alles gut zu sein schien. Der Kleine machte nicht mehr in die Wohnung und war fidel und quietschvergnügt. Sorgen machte ich mir trotzdem, da er immernoch seeeehr klein und dünn war. Seine Schwester hatte ihn in der Körpergröße schon lange überholt und sein Bruder, der bei meiner Nachbarin lebt war mittlerweile doppelt so groß wie er. Aber er war frech, stürmisch und superanhänglich.
Dann, vor ein paar Wochen, konnte er auf einmal nicht mehr kacken. Er versuchte es unter großer Anstrengung, aber es kam nichts mehr. Ständig lief er ins Klo und versuchte es. Er hatte sichtbar Schmerzen. Sein kleiner Bauch war ganz hart. Wir fuhren zur Tierärztin (natürlich eine andere) und dort wurde er geröntgt. Der ganze Darm war voll. Sie machte ihm einen Einlauf, aber es kam nichts. Also legte sie ihn in Narkose und versuchte ihn per Hand auszuräumen. Als wir ihn wiederbekamen, hatte sie nur ein kleines bisschen entfernt und meinte den Rest schafft er wieder allein. Wir sollten ihn mit öligem Thunfisch usw. füttern.
Leider brachte das gar nichts, sein Zustand war wie zuvor schlimm. Also fuhren wir am nächsten Tag in die Tierklinik. Die setzten ihn wieder unter Narkose und leerten dann seinen Darm komplett.
Danach war alles wieder gut für ein paar Wochen - bis zu den letzten Tagen. Er konnte wieder nicht groß machen, machte komische Geräusche auf dem Klo und hatte auf einmal richtige Krämpfe. Wir also sofort wieder in die Klinik, dasselbe Prozedere nochmal mit anschließender Darmspiegelung. Es stellte sich heraus, dass er eine Darmverengung hatte. Mir wurde die Wahl gestellt: Entweder OP mit Darmverkürzung mit ungewissem Ausgang oder Einschläfern. Ich entschied mich für eine weitere OP. Ich konnte ihn doch nicht einfach töten wenn es noch Hoffnung gab.
Am selben Abend - gestern - war die OP. Ich hatte mich vorher mit dem Arzt geeinigt, dass wir den Kleinen nicht mehr aufwecken, sollte sich bei der OP zeigen, dass es keinen Sinn mehr macht. Ich nahm meinen Süssen nochmal für eine Stunde mit nach Hause um mich zu verabschieden. Danach ging es los. Nach einer halben Stunde rief der Arzt mich an. Durch die ganzen Operationen waren die Harnleiter miteinander verwachsen und bildeten eine enge Schlinge um den Dickdarm. Man hätte alles durchtrennen müssen und neu legen. Der Arzt meinte, dass Schlumpi eine nicht endende Odyssee von Folgeschäden und -operationen vor sich hätte und riet mir ihn zu erlösen. Schweren Herzens willigte ich ein.
Nun ist er tot! Mein Baby, mein Herz. Er war noch so jung. Die Ärzte haben ihn einfach kaputt gemacht. Und ich habe es zugelassen, Ich fühle mich so schlecht und schuldig. Ich hätte ihm so gern ein schöneres, längeres Leben ermöglicht. Er war so besonders, so frech und verschmust bis zum geht nicht mehr. Ich liebe ihn so sehr. Ich vermisse ihn so unendlich, es zerreißt mich komplett. Dazu bin ich auch noch in der 20ten Woche schwanger und habe fürchterliche Angst, dass ich durch den Schmerz meinem Kind schade. Zwischen den OPs war er so agil, neugierig und übermütig. Ich werde diese Bilder nicht los von dieser letzten Stunde mit ihm zu Hause vor der letzten Operation. Er hat sich so gefreut wieder hier zu sein. Ist brummend durch die Wohnung gerannt, voll im Kuschelmodus und hat laut nach Futter miaut. Nicht mal den Wunsch konnte ich ihm erfüllen wegen der anstehenden OP.
Ich habe das Gefühl ihn getötet zu haben. Ich weiss nicht wie ich diesen Verlust verarbeiten soll. Er war noch ein Baby!!!:022::022::022:
Und gleichzeitig muss ich auf mein Mädchen im Bauch achtnehmen. Ich versuche mir einzureden, dass Schlumpi jetzt ihr persönlicher Schutzengel ist und über sie wacht. Der Arzt meinte, dass er selbst Katzen hat die er über alles liebt und auch so entschieden hätte. Das tröstet mich ein bisschen.
Es ist so leer ohne ihn... Kann mich irgendjemand verstehen und mir Tipps geben wie ich das verarbeiten soll?! Überall liest man, dass man sich damit trösten soll, dass das Tier ein glückliches und langes Leben hatte. Aber mein Baby ist viel zu früh gegangen. Keine Mieziküsschen mehr beim Aufwachen... einfach weg... :089::089::089:
DANKE FÜRS LESEN

