Blutige Kämpfe

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  • Blutige Kämpfe Beitrag #1
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Belle

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Liebe Degu-Freunde,
Wie so manche von euch habe ich das Problem, dass einer von meinen vier Degu-Jungs von einem dominanten Männchen seit drei Tagen gejagt und gebissen wird. Meistens erwischt er ihn am Rücken, manchmal aber auch an der Wange oder am Ohr. Die vier sind erst seit zwei Wochen bei uns und zwischen zehn und dreizehn Wochen alt. Sie wuchsen als Halbgeschwister bei einer Züchterin auf, wurden dort zusammen mit anderen Halbgeschwister gut gehalten. Bei uns haben Sie einen Stall mit vier Etagen (120 cm breit, 65 tief und 160 hoch). Auf drei Etagen wird essen und trinken angeboten. Es gibt zwei Laufräder, Tunnel, Häuschen, eine Röhre, Baumstämme und ein Sandbad (das aber wegen der Wunden zur Zeit entfernt wurde). Wir geben dem kleinen maltraitierten Degu momentan auf Rücksprache mit der Züchterin drei mal täglich eine Auszeit von den anderen. Damit er in Ruhe fressen oder dösen kann. Komplett trennen ist ja meisten nicht so empfehlenswert, zumindest nicht zu schnell. Habt ihr vielleicht noch eine Idee, was wir machen können. Wir versuchen auch, den Dominanten von Angriffen abzuhalten, wenn wir ihn dabei beobachten. Wir haben einfach Sorge, dass er den Kleinen doch irgendwann zerfleischt, wenn wir arbeiten sind oder dergleichen... hattet ihr schonmal so einen Fall, dass nach solchen Bissereien auch wieder welche zueinander gefunden haben? Momentan sitzt der Kleine nämlich meistens alleine im Stall (oder läuft im Rad und nimmt Futter von uns - seine Lieblingsbeschäftigung). Mit den anderen zwei Degus versteht er sich sonst aber gut, nur sind die oft bei dem dominanten Kollegen.

Danke für eure Hilfe!
Belle
 
  • Blutige Kämpfe Beitrag #2
Hallo Belle,

Bei blutigen Versetzungen, sollte das Sandbad eine paar Tage entfernt werden.

Das ist keine schöne Situation, aber auch nicht ungewöhnlich.
In dem Alter werden männliche Degus geschlechtsreif.
Wie sicher ist es dass tatsächlich alle 4 männlich sind? Hast du das selber kontrolliert, bzw. zeigen lassen?
Wie man die Geschlechter unterscheidet kannst du nachschauen. Im Zweifelsfall mach bitte scharfe Fotos von der Geschlechtsregion aller Degus und stell sie hier ein. Wichtig ist, dass man den Bereich zwischen Harnröhrenzapfen und After genau sieht. Der Bereich darf nicht durch Schatten oder den Harnröhrenzapfen verdeckt sein.

Dass es in dem Alter schon zu solchen Beißereien kommt ist eher selten. Deshalb auch meinerVErmutung, dass sich zwischen den Männchen ein (oder zwei) Weibchen befindet. Dieses zeitweise Trennen und wieder zusammen setzen gefällt mir gar nicht und ich weiß nicht was die vermeintliche Züchterin sich dabei gedacht hat. Davon würde ich abraten.

Deine Käfiggröße und Beschreibung liest sich erst mal gut. Wichtig wäre zu wissen ob der Käfig mit Volletagen (=gleiche Größe wie der Boden mit etwa 15x 15 cm Aufstieglöcher) ausgestattet ist.
Oder wie groß sind die Etagen genau?
Hier wären Fotos sehr hilfreich.

Mein Plan wäre hier die Möglichkeit zu schaffen, ein doppeltes Trenngitter einzuziehen. Sollte dann eine Trennung nötig werden, würde ich auf jeden Fall 2+2 trennen, so dass keiner alleine ist. Hier sollte eine Konstellation gewählt werden, die für alle beteiligten Degus Ruhe rein bringt. Das heißt, du setzt zu dem gebissene Degu einen Degu dazu, mit dem er sich gut versteht.

Eine Trennung sollte erfolgen wenn:
bei Kehlbissen
ein Degu erschöpft oder apathisch ist
ein Degu ständig und ohne Pause gejagt wird und keine Pausen mehr zum Ausruhen, Fressen und Trinken bekommt
unterschiedliche Geschlechter

Diese Trennung sollte dann längerfristig betehen bleiben. Wiederholtes zusammen setzen und wieder trennen führ hier nicht zum Erfolg, sondern eher dazu dass das Zusammenleben gar nicht mehr möglich wird.
Nach einiger Zeit kann dann eine versucht werden. Ob das funktioniert kann niemand vorhersehen.

Übrigens: Im Degubereich gibt es keine Zuchtverbände und Zuchtkriterien. Jeder der Männchen und Weibchen zusammen setzt und so Nachwuchs produziert, kann sich "Züchter" nennen. Meist wird weder auf Gesundheit und Sozialverhalten geachtet, sondern nur darauf, möglichst viele verschiedene Farben zu produzieren. Die können dann gewinnbringend verkauft werden.

Es ist völlig unnötig, absichtlich für Nachwuchs zu sorgen. Es gibt viele Degus in Notstationen, Tierheimen und bei den Deguhilfen, die auf ein Zuhause warten.
 
  • Blutige Kämpfe Beitrag #3
Hallo Belle,

wie ist denn die Situation inzwischen? Hat sich was geändert?
 
  • Blutige Kämpfe Beitrag #4
Käfig.jpg

Hallo Mandarina,

vielen Dank für deine Antwort und entschuldige meine verspätete Reaktion. Ich hoffe, das Anhängen meines Fotos vom Käfig funktioniert. Die vier Ebenden sind alle mit gleich großer Fläche ausgestattet, es gibt nur Löcher für den Durchgang.
Ob ich sie alle in der Hand für ein Foto halten kann, weiß ich noch nicht, ich werde es versuchen. Allerdings hatte uns die Züchterin alle gezeigt – da sahen die Geschlechter alle gleich aus. Ich will nicht hoffen, dass sich darunter doch ein Weibchen verbirgt!
Die Trennung haben wir auch erst vollzogen, als Waffels apathisch und unterkühlt wurde. Die Lage schien mir ernst. Leider ist die Stimmung im Stall auch nicht besser geworden. Er hat angefangen, die anderen von dem Trenngitter aus (das über den Köpfen derjenigen ist, die auf der Verbindungstreppe stehen) anzupinkeln. Die mit Urin "beschenkten" schimpfen darauf wütend. Zwischenzeitliche Zusammenführungen waren von heftigen Kämpfen begleitet. Weshalb wir das jetzt gelassen haben. Zumal haben wir auch gelesen, wie du schon sagst, dass das keine gute Idee ist. Das gibt nur regelmäßigen Stress bei den Kleinen.
Für die 2+2 Konstellation haben wir Sorge, dass sich dann der Degu, der zu Waffels kommt, auch von den anderen entfremdet. Wir tendieren gerade eher dazu, ihn in eine neue Degu-Gruppe zu vermitteln. Zudem haben wir das Problem, dass er sich derzeit mit keinem richtig versteht. Es gibt nur einen, mit dem es zumindest keine Bisse gibt. Aber der interessiert sich nur sehr wenig für Waffels und sucht den Kontakt eher zu den anderen beiden. Wäre es vielleicht auch möglich, dass wir drei sehr dominante Männchen haben, die ihre Rangordnung noch nicht geklärt haben und ihren Frust, noch nicht die Number one zu sein, am Kleinsten auslassen? Waffels ist nämlich drei Wochen jünger als die anderen und entsprechend kleiner.

Wegen der Züchter: Ich habe tatsächlich zuvor in unseren umliegenden Tierheimen geschaut – dort gab es leider keine Degus, sonst hätte ich gerne welche von dort genommen. Deguvereine habe ich nur den Nord und Süd Verein gefunden, die viele Autostunden von uns entfernt waren... :(
 
  • Blutige Kämpfe Beitrag #5
Hallo,

falls du den Kleinen tatsächlich abgeben willst, würde ich als erstes die Züchterin fragen ob sie ihn zurück nimmt. Wenn ihr die Tier am Herzen liegen, wird sie das tun.

Das Trenngitter sollte nicht wagrecht sondern senkrecht sein. Die Degus sollen sich auf Augenhöhe begegnen können und nicht von oben nach unten. Dann fällt auch das auf den Kopf pinkeln weg.
 
  • Blutige Kämpfe Beitrag #6
Hallo Mandarina,

danke Dir für deine Antwort. :024: Das mit dem Trenngitter haben wir auch schon überlegt, wir müssen den Käfig noch etwas umarbeiten.

Die Züchterin habe ich schon gefragt, sie hat derzeit wohl keine Kapazitäten. :( wir haben aber tatsächlich jemanden gefunden, der nach eigenen Aussagen eine sehr friedliche junge Degutruppe und Erfahrung mit Vergesellschaftung hat. Sein Käfig sieht auch Degugerecht aus. Er wird den Kleinen voraussichtlich aufnehmen.
 
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