Tierhaltung ist reiner Luxus.
Entweder man kann das finanzieren oder kann es eben nicht und wenn man es nicht kann sollte man vllt. davon absehen.
Niemand zwingt einen dazu Tiere zu halten.
Das sehe ich nicht so, Haustiere sind mehr als nur Luxus, für viele Menschen sind sie auch wichtiger Sozialpartner. Sie bringen uns zum Lachen, spenden Trost, wirken beruhigend und sorgen oft für mehr Bewegung und Struktur im Alltag. Luxus hingegen ist ein zweites Badezimmer, ein Neuwagen oder ein Designersofa.
In so fern denke ich schon, dass Tierärzte bezahlbare Preise haben sollten, damit der Gang zum Tierarzt eben nicht zum Luxus wird, sondern für jeden Tierhalter Standard sein sollte (okay, einigen Menschen ist geschenkt noch zu teuer, aber das Problem gibt es ja immer).
Natürlich zählt in erster Linie nicht der Preis, sondern die Qualität der Arbeit eines Tierarztes, jedoch lässt sich Qualität hier zum einen nicht einfach am Preis bemessen und zum anderen dürften nur wenig Leute überhaupt in der Lage sein zu beurteilen wie gut ein Tierarzt nun ist (Ich war mal bei Verwandten zu Besuch und der Hund bekam laufend Butterkekse zugesteckt, als ich fragte wieso der Hund so viele Kekse bekommt war die Antwort, dass der Hund gerade Magenprobleme hatte und dank ständigem Übergeben nichts bei sich behalten konnte, der Tierarzt hatte eine Spritze gegeben und zu Butterkeksen als Schonkost geraten - also bekam der Hund seit 3 Tagen nichts anderes. Überflüssig zu erwähnen, dass diese Leute in jedem Fall weiter zu "ihrem" Tierarzt gehen werden, schließlich ist er ja Arzt und wird schon wissen was richtig ist).
Ich glaube einfach nur wenige Menschen sind so kritisch und gucken so genau hin wie die User im Forum hier, die meisten machen sich sehr viel weniger Gedanken und nehmen den Tierarzt der eben am nächsten dran ist und fangen da auch nicht groß an zu diskutieren (viele Menschen machen sich über ihre eigenen Hausärzte oder Zahnärzte übrigens auch nicht viel mehr Gedanken).
Was mich angeht, so wohne ich zwar mitten in der Stadt, aber fahre dennoch 30km raus zu einer Tierärztin drei Orte weiter. Nachdem ich jahrelang durchprobiert habe, genießt sie tatsächlich mein vollstes Vertrauen. Wie hier schon oft erwähnt wurde ist das wirklich absolutes Gold wert, wenn man eben ein kritischer und schnell ums Tier besorgter Mensch ist. Das meine Tierärztin im Schnitt günstiger ist als die Tierärzte hier in der Stadt ist Glück für mich (wobei das gesparte Geld ja letztendlich doch im Tank landet, wegen der längeren Anfahrt).
Gleichzeitig glaube ich übrigens, dass die wenigsten Tierärzte den großen Reibach machen. Ich habe vor zwei Wochen meine Greta auf Mittelmeerkrankheiten testen lassen (zum Glück alles negativ

) und dafür knapp 100€ bezahlt. Das klingt erstmal viel, aber wenn man sich die einzelnen Posten auf der Rechnung anguckt, sieht man, dass rund 50€ das Labor für die Auswertung einstreicht, 7€ für den Transport der Probe draufgehen und 6€ für die verwendeten Materialien. Bleiben weniger als 40€ übrig. Davon sind dann noch Steuern, Raummiete, Löhne für Angestellte etc abzuziehen. Wie viel bleibt meiner Tierärztin wohl am Ende als persönlicher Stundenlohn (ich war etwa eine halbe Stunde bei ihr drin für den Test)? Nein, ich denke reich werden die meisten Tierärzte mit Kleintierpraxis nicht, selbst wenn es einem als Kunden vielleicht erstmal teuer vorkommt.