Hund draußen fressen abgewöhnen

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Keisuke

Keisuke

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Hey,

Wie wohl viele Hundehalter habe ich auch einen kleinen Staubsauger, der draußen alles Leckere sofort zu sich nimmt - seien es Pommes, Brot oder verlorene Leckerlis ... oder auch Giftköder :?

Das möchte ich ihm gern abgewöhnen und habe dazu ein paar Anleitungen im Internet gefunden. Ein Verbotssignal wird aufgebaut (z.B. 'nein') und Hund lernt nur auf ein Freigabesignal ("ok" oder "Nimm") etwas zu nehmen. Wie man das aufbaut, weiß ich und das üben wir auch schon im Haus.

Vielleicht mache ich einen Denkfehler, aber irgendwie fühlt sich das für mich als keine ideale Lösung an. Denn, um ihm das Fressen mit einem "Nein" zu verbieten, muss ich ja erstmal mitbekommen, dass da was Fressbares liegt?!
Ich muss ihn dann ja quasi ständig beobachten und sofort 'nein' sagen, wenn ich das Gefühl habe, da könnte etwas Fressbares liegen. In der Stadt kein Problem, aber wenn er mit dem Kopf im hohen Gras verschwindet und evtl. einfach nur intensiv schnüffelt, ist es schwer einzuschätzen, ob er da jetzt was Fressbares gefunden hat und einfach nur schnüffelt :eusa_think:

Wie macht ihr das?

Meine spontane Idee wäre, dass er mir Fressbares draußen anzeigt und dafür dann als Gegenleistung ein Leckerchen von mir einheimst. Kann das so funktionieren? Und wenn ja, wie baue ich das Ganze auf?

Liebe Grüße
 
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  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #2
Es ist sehr schwierig, du musst deinem Hund einerseits vertrauen und andererseits ihn mehr oder weniger bitten, das was rum liegt nicht zu fressen. Fressbares Zeigen ist schwer zum Durchsetzen, er sollte es liegen lassen, anzeigen (wenn du willst) aber in keinster Weise hochnehmen (Rattengift, Nagelköder - im schlimmsten Fall eine Fangzange die so manchen Tieren die Pfoten abtrennt.

Meine Hündin hat das von selber gelernt (sie hat Diabetes), sie hat irgendwann gemerkt, dass das was sie draussen frisst, oder von ganz liebevollen Menschen zugesteckt bekommt - ihr nicht guttut (sie merkt es ja selber am Zuckerwert in ihrem Blut... Fazit: sie nimmt draussen nichts auf, sie wälzt sich nach wie vor in Sachen die gut riechen, von Fremden nimmt sie nichts... Nehme ich das selbe Hundekeks in die Hand - wird es weggeputzt als wäre es nichts...Das mit dem Erlauben aus anderer Hand zu fressen funktioniert komischerweise bei Fremden nicht mehr... Von unseren Kindern nimmt sie ungefragt alles, wobei mich die Kinder immer fragen - ob Hund das oder jenes bekommen darf..

Wobei ich zwei Hunde kenne, die von fremden durch den Gartenzaun vergiftet wurden... Die Reagieren in etwa wie mein Hund, nur da war kein Training dahinter, die mussten das am eigenen Leib "kennenlernen".
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #3
Hey,

Danke für deine Antwort, auch wenn sie mir nicht wirklich weiter hilft.:lol:

Ich bezweifle, dass mein Hund so schlau ist und ein gefressenes Leckerli mit Bauchschmerzen ein paar Stunden später verknüpft. Zumal er bisher ja zum Glück noch nichts schlimmes gefunden hat, vielleicht mal verlorene Leckerchen, eine Pommes oder ein Stück Brot, mehr nicht. Wenn er mal Gift finden sollte, kann das vielleicht schon seine letzte Mahlzeit gewesen sein :? Darauf will ich es nicht ankommen lassen.

Er kommt von der Straße und hat von Welpenalter an gelernt, alles zu fressen, was man so findet - das macht's natürlich nicht leichter :lol:

Ideal wäre natürlich, dass er draußen einfach alles fressbare komplett ignoriert, aber ob das machbar ist und vor allem wie, das weiß ich nicht.
Alternativ könnte man ihm auch beibringen, gefundenes wieder auszuspucken auf ein 'nein' - aber wie baut man das auf? :eusa_think:

Mir erschien der Ansatz, dass er es eben anzeigt, erstmal für die einfachste Lösung - bin aber offen für andere Ansätze und Ideen. Aber einfach abwarten und hoffen, dass das von alleine aufhört, will ich nicht.

Liebe Grüße
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #4
Ich habe auch zu Hundchens Jungspundtagen täglich irgenwas aus dem Maul geholt, was sie genommen hat. Bei uns liegen mitunter Köderboxen mit Rattengift - es war ein Wunder - dass sie da nie drangegangen ist. Das einzige was wirklich hilft gegen das "nicht fressen" ist Maulkorb drauf - und laufen lassen - dann kann er nichts aufnehmen, nur dann - wenn er selber den Maulkorb runternehmen könnte. Vielleicht noch "kleine" Kekse die man zwischen den Maulkorbstäbchens durchstecken kann - wenn er sie dann aufnehmen kann.

Vielleicht trainiert er es sich dann mit der Zeit an, dass er "eh weiss" dass er nicht ran kann - dass er es links liegen lässt. Mir wäre das "mit etwas glück pfeiff ich ihn rechtzeitig zurück" zu gefährlich. Bei uns werden pro Jahr 1-2 Hunde vergiftet - teilweise draussen - teilweise durch den Zaun einfach Leckerlis zugesteckt.
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #5
Mir wäre das "mit etwas glück pfeiff ich ihn rechtzeitig zurück" zu gefährlich. Bei uns werden pro Jahr 1-2 Hunde vergiftet - teilweise draussen - teilweise durch den Zaun einfach Leckerlis zugesteckt.

Naja, aber hast du nicht genau das auch getan bzw. geraten? Deine Hündin hat doch auch "von selbst verstanden", dass ihr das Futter draußen nicht gut tut, oder verstehe ich dich da falsch?
Für mich kam es so rüber als würdest du mir raten abzuwarten, irgendwann versteht der Hund wohl, dass das Futter draußen nicht gut tut :102:
Genau das möchte ich nicht.

Natürlich versuche ich ihm das Futter, das er draußen findet, abzunehmen. Ist nur nicht so leicht, da er a) nicht immer direkt neben mir steht b) ich das nicht immer direkt bemerke ob er kaut und nur schmatzt c) er verdammt schnell schlucken kann und ziemlich spitze Zähnchen hat.
Ich hab das Glück, dass er mich nicht sofort attackiert wenn ich ihm ins Maul fasse, aber ich will das auch nicht ausreizen bis er es irgendwann mal tut. :lol: Deshalb möchte ich ja dran arbeiten.
Ich arbeite auch weiterhin am Abbruch und der Freigabe von Futter, aber ob es sich draußen so umsetzen lässt, weiß ich nicht. Deshalb habe ich drüber nachgedacht, ob es auch noch andere Ansätze gibt. :eusa_think:

Vielleicht hat ja noch Jemand einen Tipp für mich.

LG
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #6
Also bei uns klappt das mit dem "Nein" sehr gut, wobei ich ehrlich sagen muss, dass Akuma nicht sofort alles frisst.
Er lässt sich da sehr viel Zeit und schnüffelt dort sehr intensiv, da schaue ich dann genauer hin.
Aber du hast Recht man muss da immer ein Auge drauf haben.

Was ist wenn du deinem Hund beibringst dass er dir das Essen durch ein Platz oder Sitz anzeigt.
Also ungefähr so:
Hund findet Fleischwurst, Hund legt sich neben die Fleischwurst hin und du belohnst ihn anschließend.

Weißt du wie ich meine?
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #7
Hallo Julia,

ja, das hatte ich mir auch überlegt - die Frage ist nur: Wie baue ich so etwas auf? :eusa_think:

Ob er sich jetzt hinsetzt, hinlegt oder anders reagiert ist mir ehrlich gesagt erstmal egal. Er soll eben lernen, dass es sich lohnt draußen das Fressbare zwar zu finden, aber nicht aufzunehmen - dass es sich lohnt, es liegen zu lassen. :eusa_think:

Liebe Grüße
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #8
Wie macht ihr das?

So wie du geschrieben hast: Ständig Hund und Boden im Auge behalten um dann rechtzeitig ein "Nein" zu brüllen oder den Hund wegzureißen. Im hohen Grass darf er dann leider nicht mehr schnüffeln.

Meine spontane Idee wäre, dass er mir Fressbares draußen anzeigt und dafür dann als Gegenleistung ein Leckerchen von mir einheimst.

Ich denke, dass das schwer wird, da ein Hund wohl unterschiedliche Vorstellungen von fressbar hat. Ein alter gammliger Fisch ist für meine Hunde manchmal was Fressbares, manchmal aber auch was zum Wälzen, je nachdem wie lange der Fisch schon vor sich hin gammelt. In jedem Fall ist ein alter Fisch aber wesentlich interessanter als ein Leckerlie von Frauchen. Ähnlich ist es mit Kot oder was die Bauern so verlieren. Manchmal wird es gefressen, manchmal nicht.
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #9
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #10
Hallo Keisuke,
ich will mich nicht wichtig machen, aber ich bin ausgebildete Hundeverhaltenstherapeutin.
Hier mein Tipp:

Maulkorb als erste Maßnahme, sonst gehst du niemals entspannt spazieren. Offener Korb-Maulkorb natürlich, der Hund muß atmen können.
Diese Maßnahme verhindert, daß der Hund sich selbst belohnen kann, der Frust ist phenomenal und du kannst dann nebenher eine Erziehung aufbauen.

Erziehung:
Futter gibts ab jetzt nur noch zu Hause. Belohnung durch Leckerchen nur noch durch dich nach einer Übung..wenn überhaupt. Ich belohne nur mit sozialer Zuwendung oder Spiel, da es draußen nichts zu fressen gibt, egal wie.
Hunde sind Gewohnheitstiere, da darf man niemals eine Ausnahme machen! Nie Leckere durch Fremde geben lassen!

Ich finds auch ätzend, wenn man immer mit dem umgeschnallten Leckerei Beutel rumrennt, das ist Steinzeit und der Hund sieht dich als Leckerlimaschine an. Er nimmt gar keinen Kontakt mit deiner Person auf!

Man kann aber auch Fressen komplett fürs Gehorchen mit dem Futterbeutel machen. Dann lernt der Hund, den Futterbeutel auch zu tragen.
Wenn er das zuverlässig tut, lässt er ihn auch nicht fallen, wenn er was findet. Und man kann apportieren und Trail damit auf dem Spaziergang einbauen, denn der Hund bekommt seine Belohnung erst nach Beenden der Übung bei dir vorsitzend.

Übung:
Schleppleine dran.
Leckerchen auslegen, Hund geht hin, aber du hälst ihn fest bis er sich fragend zu dir umwendet, egal wie lang das dauert.
In dem Moment zurückrufen, große Freude zeigen und evt. Leckerchen, oder Futterbeutel.

Wichtig: nicht "nein" aufbauen! Das, was der Hund findet ist das Signal! Dieses Fundstück heißt für ihn dich zu fragen, ob er es nehmen darf! Denn du siehst ja oft nicht, ob er was findet, aber du siehst im Gebüsch ob er nach dir guckt!
Also nur verbales Lob, kein Tadel, kein Kommando! Julia hat es ja schon geschildert.

Bei konsequenter Übung klappt das zu 90%. Aber 100% gibt es wahrscheinlich nicht. Bei mir hat es mit meinen Hunden zu 100% geklappt, aber sie waren auch nicht gierig.
Mit dem Futterbeutel Tragen ist die Erfolgschance wesentlich höher und der Hund macht, wenn er den Beutel trägt, auch kein Theater an der Leine mit anderen Hunden.
Aber Vorsicht, wenn er den Hunden frei begegnet, da verteidigen manche den Beutel vehement. Ranrufen und wegnehmen dann.

Ich hoffe das hilft.
Sibylle
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #11
Ich musste bei deiner Frage direkt an diese eine Folge "Hundeprofi Unterwegs" denken, in der es auch um Giftködertraining ging. Da wurde auch eine Hundeschule besucht, die das explizit anbietet.

Grundidee war da, dass der Hund immer meldet, wenn er etwas interessantes findet, dass anzeigt und dann auf das Zeichen des Menschen wartet.
Aufgebaut wurde das, indem ganz zu Anfang ein Leckerchen platziert, aber eben mit einem flachen Teller abgedeckt wurde (bzw mit einem vergleichbaren Gegenstand). Der Hund wurde dann belohnt, wenn er aufgegeben hat, selber an das Ding rankommen zu wollen und sich stattdessen an der Herrchen gewandt hat um "Hilfe zu bekommen". :eusa_think:

Ist leider schon ein bisschen her, dass ich das geguckt habe und alles bekomm ich nicht mehr zusammen, aber vll findest du den Beitrag noch online in der VOX Mediathek.
 
  • Hund draußen fressen abgewöhnen Beitrag #12
@Julia: Danke für das Video - werde ich mir mal in Ruhe anschauen. Bin ich gestern nicht zu gekommen, momentan ist es bei mir recht stressig :roll:

@Sibylle: Danke, dass du deine kompetenten Tipps so kostenfrei zur Verfügung stellst!
Allerdings können wir nicht alles davon umsetzen - ich denke, deine Trainingsmethoden sind auf einen anderen "Typ Hund" ausgelegt - einiges lässt sich bei uns nur schwer umsetzen, fürchte ich.

Maulkorb als erste Maßnahme, sonst gehst du niemals entspannt spazieren.

Gut, kann ich machen, muss noch aufgebaut werden.
Nur so nebenbei: Er frisst jetzt nicht täglich 5x irgendwas. Das letzte Mal war vor 2 Wochen, es ist jetzt nicht so, dass er alles Mögliche aufnimmt.
Maulkorb könnte aber sein Schnüffeln stören, ist ja vielleicht auch mal ne Maßnahme :eusa_think:

Ich belohne nur mit sozialer Zuwendung oder Spiel, da es draußen nichts zu fressen gibt, egal wie.

Das funktioniert bei uns leider nicht.

Unser Hund ist ein eigenständiger Sturkopf, der Menschen im Prinzip nicht braucht. Würde ich ihn nicht ab und zu mal ansprechen, er würde auch ohne mich Gassi gehen. :eusa_shhh:
(Anders als die Hündin von Bekannten. Mit der war ich auch schon offline unterwegs ohne großes Training vorher. Sie achtet echt auf ihre Menschen, dreht sich um, kommt immer wieder zurück - das ist bei unserem Hund nicht so. Inzwischen folgt er auch mehr, aber das mussten wir eben trainieren)

Spielen musste er erstmal lernen und das hat auch ein paar Monate gedauert. Inzwischen hat er ein paar Spielsachen, die er drinnen liebt. Im Garten meiner Eltern mal gern nutzt, draußen sind die aber tierisch uninteressant. Fällt als Belohnung aus.

Streicheln ebenso: Ist ganz nett, aber nur in geringeren Dosen und auch nur so, wie er es will. Also mal kommt er abends angekrabbelt und muss auf meinen Beinen schlafen, mal knufft er mich, wir kuscheln 10 Minuten und dann ist's auch gut - mal verbringt er den Abend komplett allein im anderen Zimmer. Am Kopf anfassen und streicheln ist für ihn jetzt auch nicht so eine Belohnung .

Ergo bleibt uns nur Futter als Belohnung, alles andere ist für ihn nicht lohnenswert. :102:
Und von Liebesentzug, also dass er nur gestreichelt, beachtet und gekuschelt wird, wenn er was dafür vorher leistet, halte ich nix. Das würde zu uns auch nur wieder dazu führen, dass er sich noch weiter entfernt.

Ich habe nicht das Glück, dass er mich sofort geliebt hat (anders als meinen Freund, da freut er sich immer tierisch ihn zu sehen, obwohl er nur selten wirklich mit ihm arbeitet) - ich muss mir die Bindung leider erarbeiten (und vielleicht auch bestechen). :102:

Dummy ist im Prinzip ja auch nett, aber ihm macht apportieren überhaupt keinen Spaß, Dinge rumschleppen und ihm Maul behalten macht er nur selten. Ich weiß nicht, ob die Trainingsmethode für uns geeignet ist. :eusa_think:

Die von dir beschriebene Übung werde ich aber im Hinterkopf behalten und eventuell aufnehmen, klappt ja auch mit Leckerchen vergeben sehr gut ;)

@HeadlineNews: Danke dir für den Tipp, ich werde da mal stöbern. Der Ansatz lässt sich ja im Prinzip mit der Übung von Sibylle kombinieren. Im Prinzip das Gleiche: Hund wird am Leckerchen nehmen ohne Befehl gehindert und zeigt mir das gefundene an - in dem er zum Halter schaut - fragt nach, was zu tun ist. :eusa_think:

Es gibt noch viel zu tun. Ich werde mir mal alle Ansätze nochmal anschauen und gucken, wie wir einen Trainingsplan zusammen bekommen. :lol:

Danke euch.
 
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