- Mein Jahr 2009 Beitrag #1
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Ihr sagt euer Jahr 2009 war beschissen? Dann hört euch mein Jahr an:
Es begann so gut. Ich hatte super Arbeit, gut bezahlt versteht sich, mein Hobby die Reiterei lief super und ich war gesund. Was will man mehr!
Aber nach jedem Hoch kommt ein Tief. Auf Glück folgt Pech. Und das begann im März.
Mein Arbeitsvertrag lief genau in unserer Wirtschaftskrise aus, was dem Chef dazu veranlasste, den Vertrag nicht weiter zu Verlängern. Danke Regierung! 5 Jahre in der Firma Kautex und von heute auf morgen ist Schluss. Mit einem dicken Blumenstrauß von meinem Vorgesetzten im Arm verlasse zum letzten Mal das Werksgelände.
Aber immer Positiv denken…, kein Problem! Das Arbeitslosengeld ist nicht schlecht aufgrund der gut bezahlten Arbeit. Weniger natürlich, aber ich kann überleben.
Umso mehr Zeit habe ich, mich um die Reiterei zu kümmern. Und es stand mir ein schöner warmer Sommer bevor. Zu warm unter meinem Gips. Den Anfang Mai brach ich mir beim Versuch einer anderen Reiterin auszuweichen den kleinen Finger an der rechten Hand. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich ein Körperteil von mir in Gips. Und man muss lernen damit umzugehen. Also wird der Alltag mit links bewältigt. Nach 3 Wochen war der Gips wieder ab und ich schwang mich fröhlich und mit tollen Erwartungen an den Sommer wieder in den Sattel. Doch übermut tut selten gut! Nach ein paar Tagen viel ich mit Gigolo zusammen auf die Nase und brach mir links den Ellenbogen. Diagnose: Kugelköpfchenfraktur. Klingt süß, ist aber schmerzhaft. 5 Wochen Gips…toller Sommer! Mit der Entfernung des Gipses saß ich aber auch schon wieder auf dem Pferd. So schnell kann mich und Gigolo keiner stoppen. Also weiter geht’s mit der Arbeit an Gigolo und den Stallmädels und ihren 2 Ponys. Schließlich wollen wir ja noch viele Ausritte machen. Doch das positive Denken war schon nicht mehr so leicht.
Dann im Juli die Information, dass mein letzter Arbeitgeber wieder Leiharbeiter einstellt. Da ich die Arbeitskollegen und die Arbeit schon arg vermisse, melde ich mich bei der Zeitarbeitsfirma um wieder bei Kautex zu arbeiten. Da meine Arbeit wohl immer zufrieden stellend war, konnte ich Ende Juli wieder anfangen zu arbeiten. Aber wer hätte es gedacht?! Bei der ersten vollen Lohnabrechnung hatte ich weniger Geld als die Monate zuvor. Fast 200 Euro weniger als Arbeitslosengeld. Ich musste was tun! Wohngeld wurde beantragt. Und siehe da, ich wurde vom Staat mit 25 Euro/Monat unterstütz. Das rettet mir also nicht grade den Arsch! Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Fleißig ging ich weiter arbeiten. Es machte mir ja Spaß mit dem Stapler ein paar Paletten rumzuschubsen. Positiv denken musste nun wirklich nicht mehr sein.
Außerdem hatte ich noch genug Zeit, die Reiterei nicht zu vernachlässigen. Ich bekam eine Reitschülerin, die mich noch mal um 40 Euro im Monat bereicherte. Viele wunderschöne Ausritte mit Gigolo und den Stallmädels. Wir haben endlich ein See gefunden, um mit den Pferden ins Wasser gehen zu können. Haben Wettrennen gemacht und Ausritte beim Sonnenuntergang. Welch eine Freude! Bis zum 13. September lief alles super. Der Sonntag war allerdings unvergesslich. Sollte man meinen, wenn man nicht grade auf den Kopf fällt. Beim Ausritt war die Anziehungskraft mal kurz stärker als mein reiterliches Können. Und so hat mein Kopf Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht. Das Fazit: Schädel – Basis – Bruch, Hirnquetschung und Hirnblutung. Ich kann mich selber an nichts erinnern. Vielleicht auch besser so. Also 10 Tage im sterilen Umfeld verbracht. Ich hätte lieber Pferdeboxen gemistet, kann ich euch sagen. Und noch 10 Tage länger und ich wäre verhungert. Zum Glück wurde ich von Mama und den Stallmädels mit Pizza und Mäccestüten versorgt. Die Info das ich in die Reha muss, wurde erstmal vehement abgestritten. Aber kleinste Übungen wie mit geschlossenen Augen die Nase zu berühren gingen völlig ins Auge. Im wahrsten Sinne des Wortes! Also, Reha ich komme. Was war positives Denken?
Nach anfänglichen murren und knurren über Sport, mageres Essen, 7 Uhr aufstehen und lauter Omis und Opis wurde es doch eine lustige Zeit. Einen hübschen jungen Kerl hab ich auch gleich kennen gelernt. Man, den hat es ja viel schlimmer getroffen als mich. Aber er versteht Spaß und es hat sich eine kleine Gruppe um uns gebildet. Einige Freaks waren schon dabei, aber über die konnte man besonders gut lachen. Die Kaffepause wurde zusammen verbracht und es war eine tolle Truppe. Die Abende wurden länger und die Nächte kürzer. Abends wurde Billard gespielt und einmal haben wir uns auch Pizza in die Reha liefern lassen. Das freie Wochenende ging es ins hauseigene Hallenbad. Und zwar aus Spaß und nicht um irgendwelche Übungen zu vollziehen.
Aber nach 3 Wochen wurde mein Antrag auf Verlängerung abgelehnt und es ging wieder nach Hause. Krankmeldung erstmal für ein halbes Jahr. Also gab es nur noch Krankengeld. Circa 70% vom Lohn. Ey, ich hab doch kaum Lohn! Also noch mal alles gekürzt und siehe da, ich war unter dem gesetzlichen Mindesteinkommen und wurde endlich von Papa Staat und Onkel Hartz unterstütz. Man kann es kaum glauben, aber ich bekam einfach so monatlich 30 Euro von denen. Wie nett sie doch sind! Fixkosten waren somit gedeckt. Alles andere ging auf lasten meines eh schon angeknacksten Bankkontos. Die Zahl hinter dem Minus stieg. Was soll´s, nicht aufregen, kann man eh nichts dran ändern. Posiii Positti Posss… ich kann es nicht mehr aussprechen.
Zu Hause viel mir schnell die Decke auf den Kopf. Also begann ich, mein Umfeld mit besuchen zu bombardieren. Und so war ich im November auf den Weg zu meiner Freundin. Einmal quer durch die Stadt gefahren und schon sollte ich da sein. Aber nicht im Jahr 2009!
Mich kann nun gar nichts mehr schocken. Auch nicht, als mir an diesem Tag ein Taxifahrer die Vorfahrt nimmt und mein kleines Auto in ein wirtschaftlichen Totalschaden versetzt. Shit Happens! Doch der arme Taxifahrer hat ja keine Schuld. Auch als die Polizei ihm das Bußgeld verordnet, ist er immer noch der Meinung unschuldig zu sein. Armer kleiner Taxifahrer… sind alle so gemein zu ihm. Also blieb mir nur der Gang zum Anwalt. Mein Auto ging aber in die Werkstatt und wurde dennoch repariert. Sehr zum Leidwesen meines Kontos. Scheiß aufs positive Denken!
Weihnachten ist dieses Jahr für meine Familie und Freunde sehr eng ausgefallen. Umso kräftiger wurde Silvester gefeiert, dass dieses beschissen Jahr 2009 endlich vorbei ist.
PROSIT!!!
Ich lebte von Krankengeld und HartzIV, konnte voraussichtlich längere Zeit nicht reiten und hatte den Kopf kaputt mit immer noch anhaltenden Folgeschäden.
Es begann so gut. Ich hatte super Arbeit, gut bezahlt versteht sich, mein Hobby die Reiterei lief super und ich war gesund. Was will man mehr!
Aber nach jedem Hoch kommt ein Tief. Auf Glück folgt Pech. Und das begann im März.
Mein Arbeitsvertrag lief genau in unserer Wirtschaftskrise aus, was dem Chef dazu veranlasste, den Vertrag nicht weiter zu Verlängern. Danke Regierung! 5 Jahre in der Firma Kautex und von heute auf morgen ist Schluss. Mit einem dicken Blumenstrauß von meinem Vorgesetzten im Arm verlasse zum letzten Mal das Werksgelände.
Aber immer Positiv denken…, kein Problem! Das Arbeitslosengeld ist nicht schlecht aufgrund der gut bezahlten Arbeit. Weniger natürlich, aber ich kann überleben.
Umso mehr Zeit habe ich, mich um die Reiterei zu kümmern. Und es stand mir ein schöner warmer Sommer bevor. Zu warm unter meinem Gips. Den Anfang Mai brach ich mir beim Versuch einer anderen Reiterin auszuweichen den kleinen Finger an der rechten Hand. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich ein Körperteil von mir in Gips. Und man muss lernen damit umzugehen. Also wird der Alltag mit links bewältigt. Nach 3 Wochen war der Gips wieder ab und ich schwang mich fröhlich und mit tollen Erwartungen an den Sommer wieder in den Sattel. Doch übermut tut selten gut! Nach ein paar Tagen viel ich mit Gigolo zusammen auf die Nase und brach mir links den Ellenbogen. Diagnose: Kugelköpfchenfraktur. Klingt süß, ist aber schmerzhaft. 5 Wochen Gips…toller Sommer! Mit der Entfernung des Gipses saß ich aber auch schon wieder auf dem Pferd. So schnell kann mich und Gigolo keiner stoppen. Also weiter geht’s mit der Arbeit an Gigolo und den Stallmädels und ihren 2 Ponys. Schließlich wollen wir ja noch viele Ausritte machen. Doch das positive Denken war schon nicht mehr so leicht.
Dann im Juli die Information, dass mein letzter Arbeitgeber wieder Leiharbeiter einstellt. Da ich die Arbeitskollegen und die Arbeit schon arg vermisse, melde ich mich bei der Zeitarbeitsfirma um wieder bei Kautex zu arbeiten. Da meine Arbeit wohl immer zufrieden stellend war, konnte ich Ende Juli wieder anfangen zu arbeiten. Aber wer hätte es gedacht?! Bei der ersten vollen Lohnabrechnung hatte ich weniger Geld als die Monate zuvor. Fast 200 Euro weniger als Arbeitslosengeld. Ich musste was tun! Wohngeld wurde beantragt. Und siehe da, ich wurde vom Staat mit 25 Euro/Monat unterstütz. Das rettet mir also nicht grade den Arsch! Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Fleißig ging ich weiter arbeiten. Es machte mir ja Spaß mit dem Stapler ein paar Paletten rumzuschubsen. Positiv denken musste nun wirklich nicht mehr sein.
Außerdem hatte ich noch genug Zeit, die Reiterei nicht zu vernachlässigen. Ich bekam eine Reitschülerin, die mich noch mal um 40 Euro im Monat bereicherte. Viele wunderschöne Ausritte mit Gigolo und den Stallmädels. Wir haben endlich ein See gefunden, um mit den Pferden ins Wasser gehen zu können. Haben Wettrennen gemacht und Ausritte beim Sonnenuntergang. Welch eine Freude! Bis zum 13. September lief alles super. Der Sonntag war allerdings unvergesslich. Sollte man meinen, wenn man nicht grade auf den Kopf fällt. Beim Ausritt war die Anziehungskraft mal kurz stärker als mein reiterliches Können. Und so hat mein Kopf Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht. Das Fazit: Schädel – Basis – Bruch, Hirnquetschung und Hirnblutung. Ich kann mich selber an nichts erinnern. Vielleicht auch besser so. Also 10 Tage im sterilen Umfeld verbracht. Ich hätte lieber Pferdeboxen gemistet, kann ich euch sagen. Und noch 10 Tage länger und ich wäre verhungert. Zum Glück wurde ich von Mama und den Stallmädels mit Pizza und Mäccestüten versorgt. Die Info das ich in die Reha muss, wurde erstmal vehement abgestritten. Aber kleinste Übungen wie mit geschlossenen Augen die Nase zu berühren gingen völlig ins Auge. Im wahrsten Sinne des Wortes! Also, Reha ich komme. Was war positives Denken?
Nach anfänglichen murren und knurren über Sport, mageres Essen, 7 Uhr aufstehen und lauter Omis und Opis wurde es doch eine lustige Zeit. Einen hübschen jungen Kerl hab ich auch gleich kennen gelernt. Man, den hat es ja viel schlimmer getroffen als mich. Aber er versteht Spaß und es hat sich eine kleine Gruppe um uns gebildet. Einige Freaks waren schon dabei, aber über die konnte man besonders gut lachen. Die Kaffepause wurde zusammen verbracht und es war eine tolle Truppe. Die Abende wurden länger und die Nächte kürzer. Abends wurde Billard gespielt und einmal haben wir uns auch Pizza in die Reha liefern lassen. Das freie Wochenende ging es ins hauseigene Hallenbad. Und zwar aus Spaß und nicht um irgendwelche Übungen zu vollziehen.
Aber nach 3 Wochen wurde mein Antrag auf Verlängerung abgelehnt und es ging wieder nach Hause. Krankmeldung erstmal für ein halbes Jahr. Also gab es nur noch Krankengeld. Circa 70% vom Lohn. Ey, ich hab doch kaum Lohn! Also noch mal alles gekürzt und siehe da, ich war unter dem gesetzlichen Mindesteinkommen und wurde endlich von Papa Staat und Onkel Hartz unterstütz. Man kann es kaum glauben, aber ich bekam einfach so monatlich 30 Euro von denen. Wie nett sie doch sind! Fixkosten waren somit gedeckt. Alles andere ging auf lasten meines eh schon angeknacksten Bankkontos. Die Zahl hinter dem Minus stieg. Was soll´s, nicht aufregen, kann man eh nichts dran ändern. Posiii Positti Posss… ich kann es nicht mehr aussprechen.
Zu Hause viel mir schnell die Decke auf den Kopf. Also begann ich, mein Umfeld mit besuchen zu bombardieren. Und so war ich im November auf den Weg zu meiner Freundin. Einmal quer durch die Stadt gefahren und schon sollte ich da sein. Aber nicht im Jahr 2009!
Mich kann nun gar nichts mehr schocken. Auch nicht, als mir an diesem Tag ein Taxifahrer die Vorfahrt nimmt und mein kleines Auto in ein wirtschaftlichen Totalschaden versetzt. Shit Happens! Doch der arme Taxifahrer hat ja keine Schuld. Auch als die Polizei ihm das Bußgeld verordnet, ist er immer noch der Meinung unschuldig zu sein. Armer kleiner Taxifahrer… sind alle so gemein zu ihm. Also blieb mir nur der Gang zum Anwalt. Mein Auto ging aber in die Werkstatt und wurde dennoch repariert. Sehr zum Leidwesen meines Kontos. Scheiß aufs positive Denken!
Weihnachten ist dieses Jahr für meine Familie und Freunde sehr eng ausgefallen. Umso kräftiger wurde Silvester gefeiert, dass dieses beschissen Jahr 2009 endlich vorbei ist.
PROSIT!!!
Ich lebte von Krankengeld und HartzIV, konnte voraussichtlich längere Zeit nicht reiten und hatte den Kopf kaputt mit immer noch anhaltenden Folgeschäden.