Wahnsinn der Nacht

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Tompina

Tompina

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[FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot]Schwarz wie die Nacht waren seine Gedanken. Schwarz und leer.
Ziellos schossen ihm Bilder und Erinnerungen durch den Kopf ohne dass es einen Sinn ergeben hätte.
Ihm war schlecht. Er zitterte.

Die eisige Kälte der Vollmondnacht kroch ihm langsam aber sicher in die Glieder.
Vollmond. Vollmond hieß Verderben. Vollmond brachte den Tod. Er brachte den Tod.
Und er würde es immer wieder tun. Schon jetzt war er kurz davor sich zu übergeben.

Der Mond leuchtete. Triumphierend. Überlegen und spöttisch.
Hämisch grinsend hing die silberne Kugel am Himmel.
Grinsend ob der Macht, die sie über ihn hatte und die sich gleich in voller Härte über ihn ausbreiten würde.

Er spürte es schon.
Er spürte das Ziehen in seinen Beinen.
Er spürte das Pochen in seinen Schläfen.
Und er wusste, dass es auch diesmal kein Entrinnen gab.

Er sackte stöhnend auf die Knie, als der Mond die ersten schmerzhaften Blitze durch seinen Körper jagte. Sein Brustkorb zog sich zu, seine Kehle brannte und er befand sich in einem Zustand kurz vor der Bewusstlosigkeit. Aber so gnädig war der Mond nicht. Nein, er würde ihn nicht bis zur Ohnmacht quälen, nur bis kurz davor.

Damit er auch ja jeden einzelnen Schritt der Verwandlung miterlebte.
Damit der Schmerz sich in seine Erinnerung grub, die fast ausschließlich aus Schmerzen und Qual bestand.
Damit die Bilder ihn verfolgten, jeden Tag, jede Nacht.
Damit er wusste wovor er Angst hatte.

Als ob er jemals vergessen könnte, wozu ihn der Vollmond seit Jahren trieb.
Als ob er vergessen könnte wie viel Grauen und Schrecken er schon verbreitet hatte.
Wie viel Morde er begannen hatte.
Wie viele Menschenleben er unwiderruflich zerstört hatte.
Niemals würde er das vergessen. Niemals.
Auch ohne die schmerzhafte Erinnerung nicht.

Er schrie auf, als sein Rücken sich wölbte und seine Wirbel sich verbogen. Sein Kopf schlug hart auf dem Boden auf, während seine Arme und Beine zuckend nach Halt suchten. Er bekam keine Luft mehr und er fühlte sich, als würde man ihn zerreißen. Voll Genugtuung schickte der Mond sein silbernes Licht auf seinen nackten Körper.

Seine Kleider waren in Fetzen von ihm abgefallen, nachdem seine Muskeln explosionsartig anschwollen. Sein Schreien ging über ihn ein langgezogenes Jaulen und seine Haut schien zu brennen, während sich lange schwarze Haare den Weg an die Oberfläche bahnten. Eine letzte Welle des Schmerzes streckte ihn nieder und er wusste, dass es nun vorbei war.

Er war nicht mehr Herr seiner Sinne.
Er war der Bestie hilflos ausgeliefert.
Seine Gedanken waren leer.
Schwarz und leer, als der Wolf witternd die Nase hob und seinen Raubzug begann.

Er hasste den Wolf. Er hasste sich selbst. Er wehrte sich gegen die kraftvollen Sprünge, die ihn der Fährte folgend durch die Nacht huschen ließen, aber er hatte keine Kontrolle.
Keine Kontrolle über das was nun geschah.
Keine Kontrolle über den blutdurstigen Wahnsinn, der ihn jetzt ergriffen hatte.

Erst in ein paar Stunden würde er wieder er selbst sein. Aber dann war es zu spät. Dann hatte er schon den faden Nachgeschmack von Menschfleisch im Mund, der ihn jedes Mal würgen ließ. Er war ausgeliefert.

Dem Wolf.
Dem Mond und der Nacht.
Dem eigenen Wahnsinn.[/FONT]
 
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