So ist es aber auch wieder nicht. Ich kenne von den Freilaufenden Katzen keine einzige die "gerne" mit anderen Katzen zusammen ist. Man trifft sich möglicherweise bei Fütterungsstationen, Streunerstationen und ist dann froh, wenn man sich wieder aus dem Weg gehen kann.
????? Was habe ich denn anderes geschrieben, als das Katzen draußen kaum Sozialkontakte haben und auch nicht wollen, dass die eben nicht wie Hunde aufeinander zugehen, sondern sich eher aus dem Weg gehen und dass der Hund als Rudeltier ein ganz anderes Sozialverhalten hat als Katzen und dass man das gar nicht miteinander vergleichen kann.
Allerdings konnte ich das Verhalten freilaufender Katzen auf einem Bauernhof, wo neben den eigenen Katzen auch mehrere Streuner mitgefüttert wurden über Jahre beobachten und da haben sich sehr wohl gewisse "Grüppchen" und auch lose Freundschaften gebildet. Die sind dann nach der Fütterung nicht sofort wieder jede ihrer Wege gegangen, da wurde sich auch beschnuppert und begrüßt, da kam es auch mal zur gegenseitigen Fellpflege oder man lag danach genüsslich zusammen in der Sonne, verbrachte noch einige Zeit miteinander und ging dann erst wieder seiner Wege. Aber wie gesagt, mit Hunden kann man das nicht vergleichen, die gehen ganz anders miteinander um, haben ganz andere Sozialstruktur.
Es ist ein schwieriges Thema, einerseits schreit jeder - zurück zum Ursprung, die Tiere sollen ihrer Art entsprechend leben, dann gehört aber der Hund in ein Rudel (alleine kann ein heutiger Haustierhund nicht mehr überleben in der freien Wildnis) - und die Katze ist ein Einzelgänger ( die überlebt locker mehrere Generationen in der Wildnis) . Oder man legt es so aus, dass der Hund ein Nutztier ist (weil er dem Menschen dient - regt sich aber dann auf - dass er nicht sozialisiert zu anderen Hunden ist) - und die Katze - ist heutzutage weder Nutztier (Mäuse in der Wohnung sind mittlerweile selten bis ausgestorben) - oder sie ist mehr oder weniger ein im Haus lebendes Tier geworden.
Zurück zum Ursprung schreit niemand wirklich, lediglich sollte man den Ursprung der Tiere nicht ganz vergessen und ihre Natur berücksichtigen, vor allem sie nicht vermenschlichen. Wobei es stimmt, Katzen könnten heute noch draußen allein überleben, Hunde wohl kaum. Die Katze ist im Gegensatz zum Hund ein Einzeljäger - ein Solitärjäger - der Hund jagt hauptsächlich im Rudel, aber auch allein, dann halt kleinere Beutetiere. Aber durch sein Rudelverhalten und vor allem durch die gemeinsame Jagd, siehe Wölfe, haben diese daher eine ganz andere Sprache und Sozialstruktur entwickelt. Die Katze muss sich nicht mit Artgenossen absprechen, sie jagt stets allein, da war eine differenzierte Sprache und ein "Gemeinwesen" nicht wichtig, die sind daher ganz anders gestrickt. Trotzdem sind Katzen keine absoluten Einzelgänger, Einzeljäger ja, dass werden sie auch immer bleiben und sie wollen auch nicht im Rudel gehalten werden, aber eben auch nicht in Einzelhaltung. Die meisten Katzen fühlen sich in kleineren Grüppchen am wohlsten, wo nicht zu viele, mit einander vertraute, Individuen sich einen Raum/Revier teilen müssen, wo man sich auch mal aus dem Weg gehen kann.
Die Reviergröße und die Aggression mit der ein Revier verteidigt wird, steht meist in direkten Zusammenhang mit den Resourcen sprich der vorhandenen Nahrungsmenge bzw. Beutetiere. Bei einem ausreichend hohen und beständigen Nahrungsangebot, sind die Reviere deutlich kleiner, überschneiden sich öfters und meistens begegnen sich die Tiere deutlich weniger aggressiv.
Es gibt bei 2 Arten der Großkatzen wo auch noch ein ganz anderes ausgeprägteres Sozialverhalten bzw. Rudelverhalten beobachtet werden kann, weil diese nicht als Einzeljäger unterwegs sind bzw. nicht nur. Da ist zum einem das Löwenrudel und zum anderen schließen sich auch Geparde, vornehmlich Männchen auch des öfteren zu Jagdgemeinschaften zusammen. Hier erlebt man dann ein ganz anderes für Katzen eher untypisches Sozial- und Jagdverhalten.
Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, wie Vielschichtig das Sozialverhalten und die Sprache, die Kommunikation unterschiedlicher Spezien (Arten) untereinander mit gleichen Artgenossen ist.
Abgesehen davon werden Katzen auch heute noch sehr wohl auf Bauernhöfen, Fabrikgeländen, in Reitställen usw. zur Mäusejagd eingesetzt.