Hi du!
Ich stöbere gerade eigentlich nur als Leserin im Forum, weil wir auch gerade unseren geliebten Kater verabschieden mussten und ich ein wenig Trost darin finde, zu lesen, wie es für Andere war. Für mich war es eines der schlimmsten Dinge, die passieren konnten, ich liebe ihn unendlich doll, habe mich immer um ihn gesorgt und ihm stets jeden Wunsch von den Schnurrhaaren abgelesen. Ich war auch noch ganz klein, erst 7 Jahre alt, als wir ihn in unserer Familie aufgenommen haben.
Ich möchte erst einmal sagen, dass ich es überhaupt nicht schlimm finde, dass du nach drei Wochen noch so trauerst. Ich hoffe eher, du kannst diesen Gefühlen genug Raum geben und dich vollkommen "berechtigt" fühlen, zu weinen. Es ist auch ganz furchtbar, dass er von einem Auto erfasst worden ist. Möglicherweise war das erst einmal ein Schock, und dann konnte erst die Trauer einsetzen? Ich würde persönlich sagen, erlaube dir das. Auch wenn zwischenzeitliches Ablenkungen auch super wichtig ist!
Ich glaube, jeder verarbeitet solche Verluste und den Schmerz auf ganz eigene Weise. Jedem hilft etwas Anderes. Wir reden als Familie ganz viel über ihn und erinnern uns an Momente und Geschichten. Wir schauen auch immer mal wieder Fotos von ihm an. Mein Vater z.B. kann das aber nicht so gut, er weint überhaupt nicht gern. Mir hilft das Weinen allerdings.
Es wird einem so tollen felligen Freund auch nur gerecht, wenn man ihm noch viel und lange gedenkt, das sind für mich also total richtige Gefühle!
Was alles helfen könnte, aus meiner Perspektive:
1) Anekdoten
2) Fotos, Videos
3) Die Anfertigung von Erinnerungsstücken.. so wie den Stein, den du gemacht hast, hat dir das geholfen? Vielleicht könntest du noch etwas Ähnliches anfertigen? Ich denke darüber nach, eine Art Holztafel mit all den verschiedenen Kosenamen, die wir für ihn hatten, zu gestalten. Das waren auch sehr viele alberne Kosenamen und macht fröhlich.
Vielleicht hattet ihr zusammen auch einige Rituale, auf denen basierend du etwas Schönes entwerfen könntest. Oder du schreibst etwas, wie einen Brief an ihn oder ein Gedicht.
Gerade, weil der Verlust sehr plötzlich für dich kam, könnte das ein hilfreicher Akt des Abschieds sein.
4) Andere Unternehmungen, Hobbies nachgehenen; Dingen, die dich glücklich machen. das kann Musikhören, Tanzen sein, aber auch Computerspiele, Filme, Backen, Kochen, Lesen und Sport. Gespräche mit Freunden, vielleicht auch über deinen Kater.
5) (Mehr) Zeit. Ganz einfach und irgendwie blöd zu hören. Ich weiß nicht, wie dich die Virussituation gerade so betrifft, aber gerade passiert ja vielleicht auch nicht so viel wie sonst. Mit kommenden Erfahrungen und Veränderungen in deinem Leben bewegst du dich aber vorwärts, und so traurig es auch klingen mag, du gewöhnst dich an alle neuen Situationen, sogar der physischen Abwesenheit deines Katers. Irgendwie ist er ja aber trotzdem noch da! In seinem Revier bei euch im Garten, dich beobachtend und beschützend.
6) Solche Vorstellungen! Vielleicht stellst du dir ihn tatsächlich noch umherstreifend vor, vielleicht aber auch im Himmel, wo du ihn dann irgendwann wiedersehen und in die Arme schließen kannst.
Ich bin sicher, dein Kater war etwas ganz Besonderes und ihr habt euch auf wortlose Weise verbunden miteinander gefühlt und euch verstanden. Mein herzliches Beileid und viel Kraft weiterhin!