- Kastration von Chinchilla Beitrag #1
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Marilyn_mjs
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Hallo,
ich bin neu auf diesem Forum. Ich habe schon oft Beiträge gelesen, aber irgendwie finde ich zu meinem aktuellen Problem keinen Beitrag, der mir wirklich hilft, weswegen ich mich jetzt registriert habe.
Seit 4,5 Jahren habe ich bereits Chinchillas. Ursprünglich 2 Böckchen - ein schwarzes Velvet namens Biggy und ein Standardchin namens Charlie. Anfangs hatte ich 0 Ahnung und auch jetzt muss ich noch viel lernen.
3 Jahre ging alles gut mit den beiden. Doch dann ging es Biggy Anfang 2021 plötzlich gar nicht mehr gut. Er hat nicht mehr gefressen. Infolgedessen gab es eine Zahn-OP beim Tierarzt, eine Zeit, in der alles wieder gut war und regelmäßige Kontrollen. Im Mai 21 hat er erneut nichts gefressen und diesmal lag es nicht an den Zähnen. Einen Monat habe ich ihn mit verschiedenen Medikamenten gepeppelt und stundenlang bei ihm gesessen. Alles vergeblich. Er hatte wohl einen angeborenen Herzfehler, an dem er nach einem Monat Quälerei verstorben ist. Das hat mir das Herz gebrochen und auch jetzt, knapp über ein Jahr später, vergeht kaum eine Woche, die ich ihn nicht vermisse...
Ich hatte schon eher im Internet gelesen, dass einzelne Chins keine gute Idee sind und sie oft an Trauer sterben. Auch um mich von meiner eigenen Trauer abzulenken, habe ich sofort nach einem neuen Chin gesucht. Ich habe ein 3 Monate altes weißes Weibchen gefunden und noch am selben Tag zu mir genommen. Manche werden jetzt denken: ein Weibchen und ein unkastriertes Böckchen - wie dumm. Vielleicht habt ihr auch recht. Fakt ist, zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, wie schlimm eine Kastration bei Chins sein kann. Es war mir, nachdem sich meine beiden Männchen einmal so heftig gegenseitig über längere Zeit attackiert hatten, dass ich überlegt hatte, eines abzugeben und ein neues aus einem Tierheim zu holen, sogar explizit zu einer Kastration geraten wurden, weswegen ich das wohl fälschlicherweise als "harmlos" eingestuft hatte... Ich hatte mich damals dagegen entschieden, weil ich dieses idealistische Bild habe, nachdem sich jedes Wesen fortpflanzen möchte und diese Möglichkeit wollte ich einfach nicht nehmen. Somit war es schon immer eine Option für mich gewesen, einmal Nachwuchs ggf. zu haben. Daher zögerte ich auch keine Sekunde, ein Weibchen zu holen.
Nach einem Monat bangen, haben sich mein Charlie und meine weiße Dame (Lini) dann auch endlich vergesellschaften lassen. Welch eine Freude!
So langsam habe ich dann auch das Kastrationsproblem wahr genommen... Da Weibchen ein höheres Risiko haben, war klar, dass mein Charlie dran glauben muss. Aber vorher wollte ich dann wenigstens einmal Junge haben (die ich natürlich nicht abgeben, sondern behalten wollte).
Ich habe ein Dreivierteljahr regelmäßig die Brunftphasen von Lini dokumentiert und sie und Charlie entsprechend zu den Zeiten auseinander gesperrt. Sie sollte ja nicht zu jung Nachwuchs bekommen und dabei einem höheren Risiko ausgesetzt sein. Dazu liest man ja auch viele Schauermärchen im Internet...
Mit der Geburt ging vor knapp einem Monat alles glatt. Ich habe jetzt zwei kleine kerngesunde Chinchillababys - eine weiße Cherry und einen grau-weiß gefleckten Berry.
Und nun steht natürlich das Thema an, vor dem ich mich mittlerweile richtig fürchte. Charlie muss kastriert werden. Noch mehr Junge kann ich nicht behalten und sie in ein Tierheim oder eine Zoohandlung geben käme für mich nicht in Frage. Dafür liebe ich meine Chins viel zu sehr.
Der Kastrationstermin ist morgen und ehrlich gesagt, habe ich große Angst. Und was meine Angst noch verstärkt ist, dass bei Charlie vor ca. einem halben Jahr ein kleines Herznebengeräusch festgestellt wurde. Laut Tierarzt nicht weiter problematisch, aber eben gut zu wissen in der Patientenakte... Charlie war - so unfair das auch ist - schon immer mein Lielingschin, mein Ein und Alles. Ich darf ihn einfach nicht verlieren! Andererseits will ich natürlich weder Lini "gefährden", indem sie immer wieder Schwangerschaften durchmachen muss und auch keine Babychins verantwortungslos abgeben. Auch getrenntes Halten möchte ich nicht, da Charlie seine Kleinen liebt und es für ihn und Lini wahrscheinlich auch eine Zumutung wäre, jetzt wieder getrennt zu werden. Die Woche Trennung nach der Geburt war schon schlimm genug...
Das ist nun doch recht viel zum Kontext, aber vielleicht hat auch anhand dessen jemand konstruktive Ideen...
Meine eigentlichen Fragen sind nun: Wie viele haben hier positive Erfahrungen mit Kastrationen gemacht, bei denen es quasi maximal kleine Komplikationen gab und vor allem bei denen die Chins überlebt und ein langes glückliches Leben geführt haben? Oder anders gefragt: wie gefährlich ist die Kastration heute noch? Die letzten Berichte, die ich dazu gefunden habe, stammen hauptsächlich aus 2009... Gibt es noch irgendwelche Sachen, auf die ich besonders achten sollte, zum Beispiel Fragen an den Tierarzt morgen oder auch allgemeine Hinweise für danach? Kein Sandbad, regelmäßige Wundkontrolle, am besten Decken im Käfig - das weiß ich bereits. Und wie verfahre ich am besten bei dem neuen kleinen Böckchen? Wie risikobehaftet ist eine Frühkastration?
Lieben Dank schonmal im Voraus für (hoffentlich) hilfreiche (und vielleicht beruhigende) Antworten.
ich bin neu auf diesem Forum. Ich habe schon oft Beiträge gelesen, aber irgendwie finde ich zu meinem aktuellen Problem keinen Beitrag, der mir wirklich hilft, weswegen ich mich jetzt registriert habe.
Seit 4,5 Jahren habe ich bereits Chinchillas. Ursprünglich 2 Böckchen - ein schwarzes Velvet namens Biggy und ein Standardchin namens Charlie. Anfangs hatte ich 0 Ahnung und auch jetzt muss ich noch viel lernen.
3 Jahre ging alles gut mit den beiden. Doch dann ging es Biggy Anfang 2021 plötzlich gar nicht mehr gut. Er hat nicht mehr gefressen. Infolgedessen gab es eine Zahn-OP beim Tierarzt, eine Zeit, in der alles wieder gut war und regelmäßige Kontrollen. Im Mai 21 hat er erneut nichts gefressen und diesmal lag es nicht an den Zähnen. Einen Monat habe ich ihn mit verschiedenen Medikamenten gepeppelt und stundenlang bei ihm gesessen. Alles vergeblich. Er hatte wohl einen angeborenen Herzfehler, an dem er nach einem Monat Quälerei verstorben ist. Das hat mir das Herz gebrochen und auch jetzt, knapp über ein Jahr später, vergeht kaum eine Woche, die ich ihn nicht vermisse...
Ich hatte schon eher im Internet gelesen, dass einzelne Chins keine gute Idee sind und sie oft an Trauer sterben. Auch um mich von meiner eigenen Trauer abzulenken, habe ich sofort nach einem neuen Chin gesucht. Ich habe ein 3 Monate altes weißes Weibchen gefunden und noch am selben Tag zu mir genommen. Manche werden jetzt denken: ein Weibchen und ein unkastriertes Böckchen - wie dumm. Vielleicht habt ihr auch recht. Fakt ist, zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, wie schlimm eine Kastration bei Chins sein kann. Es war mir, nachdem sich meine beiden Männchen einmal so heftig gegenseitig über längere Zeit attackiert hatten, dass ich überlegt hatte, eines abzugeben und ein neues aus einem Tierheim zu holen, sogar explizit zu einer Kastration geraten wurden, weswegen ich das wohl fälschlicherweise als "harmlos" eingestuft hatte... Ich hatte mich damals dagegen entschieden, weil ich dieses idealistische Bild habe, nachdem sich jedes Wesen fortpflanzen möchte und diese Möglichkeit wollte ich einfach nicht nehmen. Somit war es schon immer eine Option für mich gewesen, einmal Nachwuchs ggf. zu haben. Daher zögerte ich auch keine Sekunde, ein Weibchen zu holen.
Nach einem Monat bangen, haben sich mein Charlie und meine weiße Dame (Lini) dann auch endlich vergesellschaften lassen. Welch eine Freude!
So langsam habe ich dann auch das Kastrationsproblem wahr genommen... Da Weibchen ein höheres Risiko haben, war klar, dass mein Charlie dran glauben muss. Aber vorher wollte ich dann wenigstens einmal Junge haben (die ich natürlich nicht abgeben, sondern behalten wollte).
Ich habe ein Dreivierteljahr regelmäßig die Brunftphasen von Lini dokumentiert und sie und Charlie entsprechend zu den Zeiten auseinander gesperrt. Sie sollte ja nicht zu jung Nachwuchs bekommen und dabei einem höheren Risiko ausgesetzt sein. Dazu liest man ja auch viele Schauermärchen im Internet...
Mit der Geburt ging vor knapp einem Monat alles glatt. Ich habe jetzt zwei kleine kerngesunde Chinchillababys - eine weiße Cherry und einen grau-weiß gefleckten Berry.
Und nun steht natürlich das Thema an, vor dem ich mich mittlerweile richtig fürchte. Charlie muss kastriert werden. Noch mehr Junge kann ich nicht behalten und sie in ein Tierheim oder eine Zoohandlung geben käme für mich nicht in Frage. Dafür liebe ich meine Chins viel zu sehr.
Der Kastrationstermin ist morgen und ehrlich gesagt, habe ich große Angst. Und was meine Angst noch verstärkt ist, dass bei Charlie vor ca. einem halben Jahr ein kleines Herznebengeräusch festgestellt wurde. Laut Tierarzt nicht weiter problematisch, aber eben gut zu wissen in der Patientenakte... Charlie war - so unfair das auch ist - schon immer mein Lielingschin, mein Ein und Alles. Ich darf ihn einfach nicht verlieren! Andererseits will ich natürlich weder Lini "gefährden", indem sie immer wieder Schwangerschaften durchmachen muss und auch keine Babychins verantwortungslos abgeben. Auch getrenntes Halten möchte ich nicht, da Charlie seine Kleinen liebt und es für ihn und Lini wahrscheinlich auch eine Zumutung wäre, jetzt wieder getrennt zu werden. Die Woche Trennung nach der Geburt war schon schlimm genug...
Das ist nun doch recht viel zum Kontext, aber vielleicht hat auch anhand dessen jemand konstruktive Ideen...
Meine eigentlichen Fragen sind nun: Wie viele haben hier positive Erfahrungen mit Kastrationen gemacht, bei denen es quasi maximal kleine Komplikationen gab und vor allem bei denen die Chins überlebt und ein langes glückliches Leben geführt haben? Oder anders gefragt: wie gefährlich ist die Kastration heute noch? Die letzten Berichte, die ich dazu gefunden habe, stammen hauptsächlich aus 2009... Gibt es noch irgendwelche Sachen, auf die ich besonders achten sollte, zum Beispiel Fragen an den Tierarzt morgen oder auch allgemeine Hinweise für danach? Kein Sandbad, regelmäßige Wundkontrolle, am besten Decken im Käfig - das weiß ich bereits. Und wie verfahre ich am besten bei dem neuen kleinen Böckchen? Wie risikobehaftet ist eine Frühkastration?
Lieben Dank schonmal im Voraus für (hoffentlich) hilfreiche (und vielleicht beruhigende) Antworten.