Tierische Berufe - Diskussionsrunde

Diskutiere Tierische Berufe - Diskussionsrunde im Schule & Beruf Forum im Bereich Smalltalk; Hallo! Mittlerweile gibt es ja eine breite Palette an Tierberufen - manche mit fachlichen Ausbildungen, manche ohne. Angefangen vom Klassiker...
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #1
Foss

Foss

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Hallo!

Mittlerweile gibt es ja eine breite Palette an Tierberufen - manche mit fachlichen Ausbildungen, manche ohne.
Angefangen vom Klassiker des Hundetrainers bis hin zu eher unbekannteren Berufen wie der Tierosteopath oder der Omnipath.
Die Tierbranche ist schwierig, gerade im landwirtschaftlichen Bereich gibt es Unmengen an Schwarzarbeit und Ausnutzung von Arbeitskräften, ganz zu Schweigen vom Hungerlohn und dem Ignorieren von (eigentlich gültigen) Arbeitsgesetzen.

Wie geht es euch in eurem tierischen Beruf?
Würdet ihr den Weg wieder gehen? Oder warum nicht?
Habt ihr Glück mit eurem AG oder seid ihr enttäuscht von der Tierbranche?

Viel Spaß beim Erfahrungen austauschen.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde

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  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #2
N'Abend,

Na dann mache ich hier einfach mal den Anfang.
Aus Tierliebe heraus habe ich nach dem Gymnasium die Ausbildung zur Pferdewirtin gemacht und muss sagen, dass es zwar eine schöne Zeit war - aber man wird nicht darauf vorbereitet WIE sehr man später mit Lohndumping, Schwarzarbeit und anderen Spielchen zu kämpfen hat.
Trotz fundierter Ausbildung ist man der Schani vom Dienst, das Einhalten von Arbeitsgesetzen ist eine Seltenheit denn die Regel und man jämpft permanent gegen Lohndumping und Schwarzarbeit.

Mein übliches Stundengehalt waren 5-6 € bei regelmäßigen 60 Wochenstunden an Arbeit.
2 Wochen am Stück stand ich täglich von 5.30 Uhr bis 21 Uhr im Stall mit einer Stunde Mittagspause. Nach den zwei Wochen gab es dann mal drei Tage frei.
Das Gehalt für die Schinderei waren 1300€ brutto hier bei uns in Österreich.
Oftmals kam die Bezahlung nicht pünktlich, man wurde abgeschastelt mit "Sorry habs gerade auch nicht" sodass man selbst wunderbar ins Mahnwesen und in Schulden gerutscht ist.
Lobende Worte gabs nie, großteilig nur Brüllerei quer über den Hof warum man die 40 Pferde komplett alleine nach 2,5 Stunden noch nicht fertig gemistet hat.
Fehlende Krankenversicherungen, keine Vergütung von Überstunden waren die Norm.
Bei meinem letzten AG kam gleich nach dem Pferdetritt die Kündigung als im KH beim Verarzten heraus kam, dass sie mich nicht versichert hatten.

Das System der Pferdewirtschaft funktioniert großteilig einfach nur noch durch die Tierliebe über welche die Menschen ausnutzbar sind.
Ich kann aus persönlicher Erfahrung nur jedem davon abraten in die Pferdewirtschaft zu gehen.
Wir haben in Ö keine starke Lobby - leider. Und damit auch keinen der uns gut in der Berufswelt vertritt.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #3
Ich habe leider keinen Beruf mit Tieren. Ich wollte immer Tierpflegerin werden (nicht im Labor oder Massentierhaltung)

Hab auch schon häufig gehört, wenn man Tiere liebt, übt man keinen Beruf mit Tieren aus.
Ich verstehe das was man damit sagen möchte, allerdings bin ich auch der Ansicht dass es sich lohnt für die Tiere zu versuchen das beste zu wollen. (Tierarzt, Tierpflege und Forschung ect)

Mehr kann ich leider nicht beitragen 🙏

Ich hoffe es kommt noch zum interessanten Austausch hier.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #4
Heftig! Meine Cousine hat auch Pferdewirtschaft gelernt, und von ihr weiß ich, dass sie sehr sehr glücklich in dem Job war, und nur aus gesundheitlichen Gründen (Borreliose) aufhören musste. Das war in Freiburg (Breisgau). Von der Bezahlung allerdings weiß ich nichts ...

Ich habe leider auch keinen Job mit Tieren - eigentlich wollte ich irgendwie Tierärztin werden, aber als ich das Abi gemacht hab war ich noch auf dem geistigen Stand "ich kann doch kein Tier einschläfern". Tja, bis dann eines meiner Tiere sterbenskrank war - aber da war der Zug halt schon abgefahren ...

@Foss: was machst Du jetzt?
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #5
@demona ist Pferdewirtin wenn ich mich gut erinnere?
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #6
@demona ist Pferdewirtin wenn ich mich gut erinnere?
Nicht ganz.

Ich bin gelernter Tierpfleger - Fachrichtung Zoo, habe aber nie wirklich darin gearbeitet weil ich quasi nach der Ausbildung in den Pferdestall gegangen bin. Erst in einer Reitschule samt Einsteller - da waren nicht die Pferde das Problem sondern die 30 Leute, die alle dachten, sie wären der nächste Olympiareiter und in Wirklichkeit gerade so wussten, auf welche Seite des Pferdes das Halfter kommt. 😔

Habe dann vor 10 Jahren den Job gefunden, den ich jetzt habe. Privater Stall, eine (!!!!!) Chefin und möglichst wenig Menschenkontakt - das ist mein Ding. Ich arbeite - auf Grund von psychischen Ursachen - nur auf Minijobbasis.

Würde ich den Weg wieder gehen? Wahrscheinlich nicht. Es ist eine Sauarbeit für wenig Geld und - im Normalfall - wenig Anerkennung. Du bist eigentlich immer der Depp vom Dienst, man braucht echt starke Nerven weniger wegen der Tiere als vielmehr wegen der Menschen.

Momentan habe ich Glück, dass ich mir das mit dem Minijob leisten kann, von der Tierbranche alleine zu leben, ist schwer. Außer man schafft es zum Olympiareiter oder hoch angesehener Tierarzt oder man schafft es sich gut medial zu verkaufen (Rütter und Co.), aber 98% der Leute arbeiten sehr viel, sehr hart und für wenig Geld. 😔

Ich bin ja auch noch Hundetrainer - was ich aber nur ehrenamtlich im Verein mache, habe keinen Gewerbeschein beantragt auch wenn ich die Vorrausetzungen dafür erfülle - und auch hier das Problem mit den Menschen, wobei das ein privates Problem ist. Wenn man da gut ist, sich vielleicht auf was Spezielles spezialisiert, könnte es nach ein paar Jahren leichter werden. Aber die Anfangszeit, alles aufbauen, Kundenstamm gewinnen, Bekanntheit erhöhen, ist einfach eine Sauarbeit.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #7
Die Bezahlung unterscheidet sich zwischen DE und AT massiv. Ich habe mal aus Spaß nachgesehen und würde minimalst in Deutschland einen knappen Tausender mehr bekommen als hier in Ö.
Ein bekannter erhält als Sachberarbeiter in Teilzeit in DE knapp 300€ brutto - solche Gehälter hat man in Ö nur als Arzt, Personalverantwortlicher und dergleichen.
Wir haben deutlich weniger Lohn als der Durchschnitt in DE da wir keinen gesetzlichen Mindestlohn haben.

Ich habe beruflich als Tierbetreuerin gearbeitet, habe derzeit nur Stammkunden die quasi übrig geblieben sind mit Hunden die sonst keiner anrührt und bin in Richtung Social Media Marketing unterwegs.
Nach 13 Jahren will ich eigentlich kaum noch was mit Tieren zu tun haben, ich bespaße Wega und meine eigenen Tieren...aber hauptberuflich darf sich das Ganze gerne lösen.
Mit 38 habe ich jetzt einige Wehwehcne wie Migräne mit 2-3 Tagen Bett, dann Endometriose wo ich nochmal 2-3 Tage im Monat ausfalle - und die 10 Jahre im Stall haben auch einfach gereicht.
Änderungen stehen an.
Habe mal meinen Gehlatszettel mit dem Monatslohn angehängt.

EDIT:
Ich wollte zuvor auch Tierpfleger werden, hätte dafür 6 Monate verpflichtend in einem Labor arbeiten müssen wie damals die Ausbildung war....hätte ich nicht gekonnt und mich daher für die Pferdepflege entschieden.
 

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  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #8
Wow, das ist mal echt interessant. Dass ihr keinen Mindestlohn habt wusste ich z. B. gar nicht, @Foss. Aber keine Sorge, wird hier auch nicht immer eingehalten. Ich arbeite selbstständig als Lektorin/Korrektorin, und da kommen teilweise "Angebote" rein, wo ich nur lauthals lache und mich dann doch lieber vor den TV setze, als mich dafür zu verschenken (und ich meine nicht Studenten - ich weiß dass die nicht viel Geld haben, und denen helfe ich auch gerne, ich meine Agenturen oder sogar Verlage) ...
Plus: Ich kann mir meine Zeit eigentlich selbst einteilen. Die Kehrseite der Medaille: Krank sein ist nicht. Dann muss ich das Laptop mit ins Bett nehmen ...

@demona: Meine Katzensitterin ist auch "selbstständig" als eben Katzensitterin und v. a. Hundetrainerin. Tja, jetzt treff ich sie oft im Supermarkt, weil sie da arbeitet ... scheint also auch nicht so hinzuhauen ...
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #9
Bei uns gibt es Kollektivverträge für die jeweiligen Berufsgruppen, die werden 1x im Jahr ausgehandelt zwischen den Arbeitgeber und den Vertretern der Arbeitnehmer (Gewerkschaften).
Leider haben dennoch viele Branchen keine aktive (und gute) Vertretung - entsprechend ändert sich der Kollektivvertrag nur mal alle heiligen Zeiten während zb. die Metallbranche stark sind und die jedes Jahr auch hart für mehr Lohn kämpfen.

Die Kollektivverträge sind bei uns quasi das Mindeste das gezahlt werden muss. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
Im Einzelhandel muss man bei uns zb, in dem Beruf 13 Jahre gearbeitet haben um überhaupt mal auf 2600€ brutto zu kommen, während ein Freund das schon in Teilzeit in DE als Sachbearbeiter bekommt.
Kurz wurde im Sommer angesprochen, dass man auch bei uns Mindestlohn erwägt aber dann kam das Thema mit der Überschuldung in Österreich und das Thema ist recht schnell wieder verschwunden.
Österreich gilt (leider) als sehr streik-faul. Wir gehen so gut wie nie auf die Straße, selbst jetzt wo ein Kilo Roggenbrot bei uns beim Rewe 7,30€ mittlerweile kostet, tun wir unseren Unmut meistens nur online kund.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #10
Naja - das mit der Teilzeit ist "lustig" - als ich das letzte Mal nach einer Festanstellung gesucht hab (das war zu Corona-Zeiten, also chancenlos, deswegen auch die Selbstständigkeit) hab ich das mal durchgerechnet - und das war unwesentlich weniger als ein Vollzeitjob. Ich konnte meinen Augen auch nicht trauen, aber egal wie ich das gerechnet hab / rechnen habe lassen - kam immer so raus.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #11
Das verstehe ich gut und war bei mir auch ein Punkt.
Was soll ich die 60 Stunden pro Woche fahren, wenn ich in Teilzeit im Marketing bei 30 Stunden nur 70€ weniger bekomme als in der Pferdepflege. 😅
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #12
@demona: Meine Katzensitterin ist auch "selbstständig" als eben Katzensitterin und v. a. Hundetrainerin. Tja, jetzt treff ich sie oft im Supermarkt, weil sie da arbeitet ... scheint also auch nicht so hinzuhauen ...
Wie gesagt, ohne irgendetwas Spezielles ist es echt schwer da vernünftig davon zu leben.

Ich kenne eine Frau, die hat sich im Hundesport in gewissen Kreisen einen Namen gemacht. Hat erst Agility sehr erfolgreich geführt - sogar auf WMs angetreten - dann Obedience und jetzt - nachdem es mit dem Laufschritt bei ihr nicht mehr klappt - im Rally Obedience. Die ist mehrfache Deutsche Meisterin, war bei der zweiten RO Weltmeisterschaft auf Platz 11 und liefert halt einfach ab. Wenn die mit 6 Hunden in einer Klasse antritt und die ersten 4 Plätze mit jeweils 100 Punkten gewinnt, ist das einfach saugut und saugeile Werbung für sie und ihr Training.
Die hat ne Hundeschule und lebt davon. Gibt Seminare, die richtig Geld kosten und eigentlich immer innerhalb weniger Minuten ausgebucht, sind, verkauft Onlineseminare, und züchtet ab und zu einen Wurf für den Sport. Die ist eine reine Sporttrainerin, jeder Kurs hat das Ziel "Turnier" und auch wenn man nicht auf Turnier starten will, das Training zielt darauf hin. Also kein reiner Fun-Kurs, kein "Hausfrauensport", sondern alles akkurat und teilweise auch mit dem passenden Ton. Wenn halt jemand über Monate keine Fortschritte macht weil er einfach zu faul fürs Training ist, fliegt er raus. Sie kann sich das aber leisten, wäre sie näher, würde ich auch öfters hinfahren.

Aber das ist halt eine Spezialisierung und ging auch nicht von heute auf Morgen. Die hat über Jahre Abends und am Wochenende selbstständig Hundetraining gegeben und war tagsüber normal 40Stunden/Woche Arbeiten. Das ist extrem anstrengend und belastend, das muss man wollen und auch das Können haben um die Leute zu überzeugen.

Das sind Einzelschicksale, der größte Teil schafft es nicht über den Nebenerwerb hinaus. Viele bleiben, so wie ich, beim Ehrenamt in einem Verein.

Arbeiten mit Tieren klingt immer total romantisch, die süßen Tierchen, knuddeln, mal füttern und mal sauber machen. Aber es ist ein Knochenjob. Der Witz ist eigentlich beim Beruf Tierpfleger ist der - bei Menschen - Unbeliebteste, der in der Forschung und der ist der Beste. Feste Arbeitszeiten, weniger schwere Arbeit weil meistens nur Kleintiere und die Bezahlung ist am Besten. Aber halt viel mit Tiere töten, sezieren, überwachen und man muss das einfach können.
Tierheim, was sich alle immer so toll vorstellen, ist das Grausamste. Arbeitszeiten jenseits von gut und böse, man nimmt aus Mitleid gerne mal Tiere mit Heim zum päppeln und pflegen aber natürlich ohne Bezahlung, der Kontakt mit den Besuchern kostet sehr, sehr viele Nerven und die Bezahlung ist mies, eigentlich noch mieser als mies. Außer man schafft es in eines der ganz großen Tierheime, vielleicht mit Spezialisierung, dann wird es etwas besser.

So oder so, arbeiten mit Tieren ist einfach immer noch sehr viel "Liebhaberei", das muss man wollen und geistig können.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #13
Wie sieht es eigentlich in euren anderen tierischen Berufen bezüglich eurer AG/Kunden aus?
Wird dort verlässlich und akkurat gezahlt & Termine eingehalten?
Oder ist es bei euch auch ein Hadern?
Ich habe hier regional in all den Jahren das Ganze ein bisschen beobachtet und die Zahlungsmoral und Verlässlichkeit ist hier regional eher die Ausnahme denn der Normalzustand.
In einem Gespräch mit der regionalen Tierklinik wurde mir gesagt dass sie auch jeden Monat ein paar 10k an offenen Rechnungen haben weil die Leute nicht zahlen.

Ist das hier eher ein regionales Phänomen oder wird bei euch in der allgemeinen Tierbranche auch so "finanziell flexibel" umgegangen?
In der Großstadt Wien hatte ich nie ein Thema, dass ich mal auf 600€ etc sitzen geblieben bin.

Bei dem Thema Liebhaberei bin ich voll bei dir demona.
Ich denke, der Großteil unterschätzt einfach die Verantwortung die dahinter steckt. Nicht nur dem Tier gegenüber sondern halt auch der Umwelt.
Im Hundesitting habe ich den Eindruck, dass die Leute glauben, dass es "nur im Garten spielen lassen" ist - bis dann mal ein Drama kommt, so wie regional als hier in einer anderen Betreuung ein Hund von einem anderen getötet wurde.
Weil die Leitung trotz Unverträglichkeit gemeint hat, sie läßt die Hunde halt trotzdem zusammen.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass es bei uns in Ö diesbezüglich auch einheitliche Regelöungen geben würde - wir brauchen zb. keine Sachkunde wie ihr sie in DE habt.
Bei uns kannst an einem Tag ein Hutmacher sein, am nächstenmeldest das freie Gewerbe als Hundetrainer an.
Obwohl du vielleicht noch nie im Leben einen Hund gestreichelt hast.
 
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  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #14
Wie sieht es eigentlich in euren anderen tierischen Berufen bezüglich eurer AG/Kunden aus?
Wird dort verlässlich und akkurat gezahlt & Termine eingehalten?
Oder ist es bei euch auch ein Hadern?
Ich glaube, die Deutschen klagen ihre Kosten sehr viel schneller ein. 🤔

Ich weiß aber, dass die drei Tierkliniken, die ich besucht habe, die Rechnung immer sofort beglichen haben wollen. Bei Neukunden sowieso und auch bei Stammkunden wird auf sofortige Zahlung bestanden. Das hat mal zu einem Gespräch geführt, dass ich mit gehört habe weil ich halt da saß. HHin wollte per Rechnung zahlen, niedriger 4 stelliger Bereich, weil der Hund halt ein paar Tage da blieb. Da hat sich die Klinik geweigert den Hund raus zu geben bis die Rechnung beglichen war. Sie hat dann im Endeffekt einen Teil sofort bezahlt und den Rest - weil halt nicht da - über eine Art Kreditvertrag mit der Klinik. Erst dann hat sie ihren Hund wieder bekommen, auch mit der Erklärung, dass die Klinik es satt hat ständig den Rechnungen hinterher zu laufen.

Termine nicht einhalten, kann teilweise sehr teuer werden. Meine Tierphysio berechnet den normalen Preis wenn man unangemeldet nicht zum Termin erscheint und schickt dann ne Rechnung und bei Nichtbezahlen schnell die Mahnung. Sie ist selbstständig, sie braucht das Geld und kann es sich nicht leisten, dass ständig Termine nicht eingehalten werden. Wobei sie auch sehr, sehr verständnisvoll ist wenn man frühzeitig absagt. Aber gerade bei Physios und allen, die über feste Termine arbeiten, ist es oft so, dass man eine Ausfallentschädigung zahlen muss wenn man nicht absagt oder zu spät.

Bei Hundetrainern weiß ich das gar nicht, bei der Frau aus dem vorherigen Post ist es ganz einfach. Seminargebühren müssen vorher überwiesen werden oder - in Ausnahmefällen - bar beim Seminar bezahlt werden, sonst nimmt man einfach nicht teil. Kurse werden vorne weg bezahlt, da ist nichts mit hinterher rennen. Was ich so an Hundeschulen so kenne, die lassen sich die Kurse alle vor Kursbeginn bezahlen.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #15
Hallo,
Schreibe gerade am Handy im Zug, ich bitte daher Schreibfehler und dergleichen zu überlesen.

Tierklinik:
Ja, das ist bei uns nun auch der Fall. Entweder Cash oder Kontoüberweisung. Kreditkarte gibt's meistens auch nicht mehr.
Selbst wenn das Tier übrr Nacht bleibt, brauchen sie direkt eine Anzahlung von 500€ - selbst wenn nicht einmal klar ist welche gesundheitlichen Themen vorliegen.

Klagen:
Das kann natürlich gut sein, dass in DE schneller geklagt wird.
Ich hatte leider das große Thema, dass es sich nicht lohnt bei 60€ zu klagen wenn ich alleine schon fürs Anmahnen per Kanzlei Regional 120€ zahlen müsste.

Sehr viele Kunden sind einfach kackendreist. Ich musste permanent meine AGB anpassen und verschärfen und selbst dann wurden sie nicht eingehalten.
Ich habe dann einfach jede Kleinigkeit reingeschrieben weil es anders nicht mehr ging. Und selbst das wurde noch missachtet.
Vor gut zwei Jahren habe ich einen Husky gesittet und auf 600€ sitzen geblieben - und as bei mir eine Stroma Schaltung verursacht hat, weil ich die Rechnung selbst dadurch nicht begleichen konnte.
Ich habe mich ewig kulant gezeigt, dann aber per Gerichtsvollzieher gedroht und würde entsprechend blockiert.
In diesem Frühjahr habe ich dann den Husky bei uns im TH sitzen gesehen.
Behördliche Abnahme.

Vorauskasse macht hier am Land keiner, selbst wenn ich es fordere. Ich hatte nur zwei Kunden die verlässlich so gezahlt haben, alle anderen nicht.
Selbst beim Abholen des Hundes standen manche mit 50€ zu wenig da. "Kann ich es dir überweisen?"
Seit dem gab es bei mir die Klausel, dass Hunde entsprechend bei Nicht Abholung im örtlichen TH abgesetzt werden. Ich möchte ja auch nicht, dass vielleicht Hund bei mir gelagert und dann nie wieder abgeholt wird.

Nach dem ganzen Erlebnissen bin ich heilfroh, bald aus dem raus zu sein. Ich habe mir die h den permanenten Stress und dem Nachlaufen der Bezahlung einen Bluthochdruck eingegangen und habe permanent ~ 160 bis 180.

Mir tun dann halt die Kunden leid die ehrlich sind und verlässlich, die wirklich eine Fachperson brauchen...da gibt's nämlich immer weniger.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #16
Ich hatte leider das große Thema, dass es sich nicht lohnt bei 60€ zu klagen wenn ich alleine schon fürs Anmahnen per Kanzlei Regional 120€ zahlen müsste.
Okay, das weiß ich hier nicht, wie das läuft. Also wie das geregelt ist, ich kann morgen mal meine Hunde-Physio fragen, das würde mich jetzt auch interessieren.
Vorauskasse macht hier am Land keiner
Hier bleibt ja nichts anderes übrig. Willst du teilnehmen dann musst du vorher zahlen, ganz einfach. Wer nicht vorher zahlt, kann wieder gehen.

Nach dem ganzen Erlebnissen bin ich heilfroh, bald aus dem raus zu sein. Ich habe mir die h den permanenten Stress und dem Nachlaufen der Bezahlung einen Bluthochdruck eingegangen und habe permanent ~ 160 bis 180.

Mir tun dann halt die Kunden leid die ehrlich sind und verlässlich, die wirklich eine Fachperson brauchen...da gibt's nämlich immer weniger.
Das kann ich absolut nachvollziehen, das geht ja irgendwann nicht nur an den eigenen Geldbeutel sondern es frisst unglaublich Nerven und Geduld.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #17
Inwieweit wirkt sich denn bei deiner Trainerin/euch so eine direkte Absage bei Nichtzahlung im Voraus aus?
HJast du da ggf. Einblicke?
Hier im Ort kennen sich alle - wenn ich zb. mit der Tour kommen würde, dass ich die Leute bei Nichteinzahlung der Vorauskasse "anrennen" lasse - sprich sie nicht nehme - dann hätte ich ganz schnell vermutlich keine Kunden mehr.
Im Dorf hier spricht sich alles unfassbar schnell herum und wenn ich es so handhaben würde, könnte ich vermutlich gleich wegziehen.
Ich bin ja schon ein rotes Tuch weil ich mich gegen die regionales Lohndumping postiere. 🤪
Durch die Verlagerung in die Stadt rein wird mir künftig sowas - Gott sei Dank - erspart bleiben da dort die Kaufkraft natürlich größer ist als hier unter Bauern.

Bin aber sehr daran interessiert, wie andere das so händeln wenn der regionale Wohnort gleich auch der Arbeitsplatz ist.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #18
Inwieweit wirkt sich denn bei deiner Trainerin/euch so eine direkte Absage bei Nichtzahlung im Voraus aus?
HJast du da ggf. Einblicke?
Für diese Trainerin fahren die Leute zu einem Seminar gerne mal ihre 2 Stunden, sie kann es sich wirklich leisten Leute nicht anzunehmen. Wer nicht zahlt, braucht nicht zu kommen oder wird nicht trainiert, ganz einfach. Da gibt es bei ihr nichts zu diskutieren.
Hier im Ort kennen sich alle - wenn ich zb. mit der Tour kommen würde, dass ich die Leute bei Nichteinzahlung der Vorauskasse "anrennen" lasse - sprich sie nicht nehme - dann hätte ich ganz schnell vermutlich keine Kunden mehr.
Im Dorf hier spricht sich alles unfassbar schnell herum und wenn ich es so handhaben würde, könnte ich vermutlich gleich wegziehen.
Dieser Trainerin ist das einfach egal, sie wohnt allerdings nicht so abgeschieden sondern hat ein paar Großstädte in Reichweite. Ich glaube, da liegt der Haken, sie hat einen besseren Einzugsradius als du.

Bei dieser Trainerin darf man nicht vergessen, die ist nicht für die 0815-Hh gedacht sondern wirklich für HH, die was in einem Sport erreichen wollen. Die zahlen einfach und kommen, ihr Ruf tut da halt ihr übriges dazu. Man muss ihre Art mögen - sehr, sehr direkt und ehrlich - aber mit ihrem Training kommt man weiter.

Mein Verein bietet eine 10er Karte an, die dann halt ermöglicht, dass man in alles mal reinschnuppert. Es gibt zwei Gratisstunden aber dann muss man die Karte kaufen (oder dem Verein beitreten), wer das nicht will, bitte, da ist die Tür. 🤷‍♀️
So funktioniert es bei allen Hundeschulen, die ich hier rund herum kenne. Erst Karte/Kurs kaufen und dann trainieren, da diskutiert keiner weil es einfach normal ist. Genauso wie beim Einkaufen, ich kann die Produkte erst mit Heim nehmen wenn ich sie bezahlt habe.
 
  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #19
Stimmt, der Einzugsradius und natürlich auch die fachliche Expertise ist ganz anders.
Hier werden ja sogar noch Welpen ersoffen wenn keiner sie dem Bauern abkauft. 😫
120€ fürs Kastrieren? Zu teuer.
Erst gestern wieder in einer regionalen FB Gruppe geseen. 20€ fürs Hundesitting / Tag
Kommentare: "Das sind endlich mal angemessene Preis!" 🧐 🤪

EDIT:
Generell finde ich bei uns in Ö die Lage sehr...seltsam derzeit bezüglich der Tierbranche.
Da es bei uns kein gesichertes Gewerbe ist und man keine Nachweise oder sonst was braucht, ist der Markt seit Corona mega übersättigt.
Im Umkris von 6-10 Kilometer haben wir mittlerweile 5 Hundeschulen (fast jeder Nachbarort hat eine, manchmal sogar zwei).
 
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  • Tierische Berufe - Diskussionsrunde Beitrag #20
Für 20 Euro geht hier teilweise keiner mehr Gassi, außer vielleicht die nette Nachbarin von nebenan oder die Schülerin, die sich etwas das Taschengeld aufbessern will. 🤣

Hab jetzt aus Jux mal geschaut bei den umliegenden Hundebetreuungen. Unkomplizierter, kastrierter Hund geht bei 59Euro/Tag los. Bei Pension bei 79Euro/24 Stunden. Gassi beim Gassiservice geht teilweise bei knapp 40 Euro pro Gassigang los. Für unkastrierte Hunde oder Hunde, die nicht in Gruppenhaltung können, wird es dann schon knapp weil halt über Menge gerechnet wird.

Und ich liege nicht mal in ner Großstadt, ich möchte nicht wissen wie die Preise in Starnberg oder München aussehen.
 
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