@demona: Meine Katzensitterin ist auch "selbstständig" als eben Katzensitterin und v. a. Hundetrainerin. Tja, jetzt treff ich sie oft im Supermarkt, weil sie da arbeitet ... scheint also auch nicht so hinzuhauen ...
Wie gesagt, ohne irgendetwas Spezielles ist es echt schwer da vernünftig davon zu leben.
Ich kenne eine Frau, die hat sich im Hundesport in gewissen Kreisen einen Namen gemacht. Hat erst Agility sehr erfolgreich geführt - sogar auf WMs angetreten - dann Obedience und jetzt - nachdem es mit dem Laufschritt bei ihr nicht mehr klappt - im Rally Obedience. Die ist mehrfache Deutsche Meisterin, war bei der zweiten RO Weltmeisterschaft auf Platz 11 und liefert halt einfach ab. Wenn die mit 6 Hunden in einer Klasse antritt und die ersten 4 Plätze mit jeweils 100 Punkten gewinnt, ist das einfach saugut und saugeile Werbung für sie und ihr Training.
Die hat ne Hundeschule und lebt davon. Gibt Seminare, die richtig Geld kosten und eigentlich immer innerhalb weniger Minuten ausgebucht, sind, verkauft Onlineseminare, und züchtet ab und zu einen Wurf für den Sport. Die ist eine reine Sporttrainerin, jeder Kurs hat das Ziel "Turnier" und auch wenn man nicht auf Turnier starten will, das Training zielt darauf hin. Also kein reiner Fun-Kurs, kein "Hausfrauensport", sondern alles akkurat und teilweise auch mit dem passenden Ton. Wenn halt jemand über Monate keine Fortschritte macht weil er einfach zu faul fürs Training ist, fliegt er raus. Sie kann sich das aber leisten, wäre sie näher, würde ich auch öfters hinfahren.
Aber das ist halt eine Spezialisierung und ging auch nicht von heute auf Morgen. Die hat über Jahre Abends und am Wochenende selbstständig Hundetraining gegeben und war tagsüber normal 40Stunden/Woche Arbeiten. Das ist extrem anstrengend und belastend, das muss man wollen und auch das Können haben um die Leute zu überzeugen.
Das sind Einzelschicksale, der größte Teil schafft es nicht über den Nebenerwerb hinaus. Viele bleiben, so wie ich, beim Ehrenamt in einem Verein.
Arbeiten mit Tieren klingt immer total romantisch, die süßen Tierchen, knuddeln, mal füttern und mal sauber machen. Aber es ist ein Knochenjob. Der Witz ist eigentlich beim Beruf Tierpfleger ist der - bei Menschen - Unbeliebteste, der in der Forschung und der ist der Beste. Feste Arbeitszeiten, weniger schwere Arbeit weil meistens nur Kleintiere und die Bezahlung ist am Besten. Aber halt viel mit Tiere töten, sezieren, überwachen und man muss das einfach können.
Tierheim, was sich alle immer so toll vorstellen, ist das Grausamste. Arbeitszeiten jenseits von gut und böse, man nimmt aus Mitleid gerne mal Tiere mit Heim zum päppeln und pflegen aber natürlich ohne Bezahlung, der Kontakt mit den Besuchern kostet sehr, sehr viele Nerven und die Bezahlung ist mies, eigentlich noch mieser als mies. Außer man schafft es in eines der ganz großen Tierheime, vielleicht mit Spezialisierung, dann wird es etwas besser.
So oder so, arbeiten mit Tieren ist einfach immer noch sehr viel "Liebhaberei", das muss man wollen und geistig können.