- Die Zahl der Ameisen weltweit steigt deutlich an Beitrag #1
Tierforum
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Washington (rpo). Die anhaltende Klimaerwärmung geht auch an der Tierwelt nicht spurlos vorüber. So haben Forscher jetzt beobachtet, dass Ameisen in wärmeren Klimazonen zwar kleiner werden, ihre Zahl aber deutlich zunimmt.
Diesen Zusammenhang hat der amerikanische Zoologe Michael Kaspari entdeckt, als er Anzahl und Größe der Arbeiterinnen in 665 Ameisenkolonien aus verschiedenen Ökosystemen untersuchte.
Er geht daher davon aus, dass sich mit den steigenden Temperaturen der globalen Erwärmung auch die Zusammensetzung von Ameisenstaaten verändern wird: Statt weniger großer Arbeiterinnen pro Ameisenstaat gehören in Zukunft möglicherweise eher mehr und dafür kleinere Individuen zu einem Volk.
Der Forscher von der Universität von Oklahoma in Norman beschreibt seine Studie in der Fachzeitschrift "PNAS" (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0407827102).
Der Wissenschaftler sammelte seine Ameisen an 49 verschiedenen Orten in Nord- und Südamerika. Die Bedingungen, unter denen die Tiere lebten, variierten dabei vom kalten, trockenen Klima der Tundra bis zur heißen und feuchten Witterung eines tropischen Regenwaldes.
Auch die Anzahl der Arbeiterinnen variierte sehr stark, entdeckte Kaspari. Eine Kolonie aus einem kalten Kiefernwald bestand beispielsweise lediglich aus 63 Arbeiterinnen, während ein Staat aus einer heißen Wüstenregion mehr als 9.000 Arbeiterinnen beherbergte. Ähnliche Unterschiede gab es auch bei der Körpergröße der einzelnen Tiere: In einem Bergwald mit kaltem Klima waren die Arbeiterinnen 40-mal größer als die in einer wüstenähnlichen Hochebene.
Nach Kasparis Ansicht entscheidet hauptsächlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung über Kolonien- und Individuengröße. In einer warmen Umgebung übersteigt beispielsweise der Aufwand für die Versorgung einer wachsenden Larve den Gewinn, den die Arbeiterin später der Kolonie einbringt.
Je früher die Tiere selbstständig werden, desto geringer ist demnach dieser Verlust. Anstatt zusätzliche Ressourcen also lange in die Aufzucht des Nachwuchses zu investieren, versorgen die Ameisen lieber ihre Königin, die dann mehr Eier produziert.
Ein weiterer Faktor ist das Risiko, von einem Feind gefressen zu werden, schreibt Kaspari: In einem Volk mit vielen Arbeiterinnen ist der Verlust einzelner Tiere weniger schlimm als in einem mit wenigen. Da es in warmen Gebieten mehr Fressfeinde gibt als in kühleren, ist hier eine Staatenstruktur mit vielen Arbeiterinnen daher vorteilhafter.
Quelle: rp-online.de
Diesen Zusammenhang hat der amerikanische Zoologe Michael Kaspari entdeckt, als er Anzahl und Größe der Arbeiterinnen in 665 Ameisenkolonien aus verschiedenen Ökosystemen untersuchte.
Er geht daher davon aus, dass sich mit den steigenden Temperaturen der globalen Erwärmung auch die Zusammensetzung von Ameisenstaaten verändern wird: Statt weniger großer Arbeiterinnen pro Ameisenstaat gehören in Zukunft möglicherweise eher mehr und dafür kleinere Individuen zu einem Volk.
Der Forscher von der Universität von Oklahoma in Norman beschreibt seine Studie in der Fachzeitschrift "PNAS" (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0407827102).
Der Wissenschaftler sammelte seine Ameisen an 49 verschiedenen Orten in Nord- und Südamerika. Die Bedingungen, unter denen die Tiere lebten, variierten dabei vom kalten, trockenen Klima der Tundra bis zur heißen und feuchten Witterung eines tropischen Regenwaldes.
Auch die Anzahl der Arbeiterinnen variierte sehr stark, entdeckte Kaspari. Eine Kolonie aus einem kalten Kiefernwald bestand beispielsweise lediglich aus 63 Arbeiterinnen, während ein Staat aus einer heißen Wüstenregion mehr als 9.000 Arbeiterinnen beherbergte. Ähnliche Unterschiede gab es auch bei der Körpergröße der einzelnen Tiere: In einem Bergwald mit kaltem Klima waren die Arbeiterinnen 40-mal größer als die in einer wüstenähnlichen Hochebene.
Nach Kasparis Ansicht entscheidet hauptsächlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung über Kolonien- und Individuengröße. In einer warmen Umgebung übersteigt beispielsweise der Aufwand für die Versorgung einer wachsenden Larve den Gewinn, den die Arbeiterin später der Kolonie einbringt.
Je früher die Tiere selbstständig werden, desto geringer ist demnach dieser Verlust. Anstatt zusätzliche Ressourcen also lange in die Aufzucht des Nachwuchses zu investieren, versorgen die Ameisen lieber ihre Königin, die dann mehr Eier produziert.
Ein weiterer Faktor ist das Risiko, von einem Feind gefressen zu werden, schreibt Kaspari: In einem Volk mit vielen Arbeiterinnen ist der Verlust einzelner Tiere weniger schlimm als in einem mit wenigen. Da es in warmen Gebieten mehr Fressfeinde gibt als in kühleren, ist hier eine Staatenstruktur mit vielen Arbeiterinnen daher vorteilhafter.
Quelle: rp-online.de