Hallo!
8 Wochen ist wirklich recht früh! Deshalb erstmal ein dringender Rat von mir: Besuch mit ihm, wenn er sich bei Dir akklimatisiert hat (nach ein- bis anderthalb Wochen) eine gut geführte Welpenspiegruppe. Nur im Spiel mit etwa gleichaltrigen Artgenossen erlernen junge Hunde die Beißhemmung; normalerweise würde er das in der Gruppe der Geschwister und von der Mutter lernen.
2.) Investiere in ein gutes Welpenerziehungsbuch, z.B. das "Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde" von Petra Führmann und Nicole Hoefs. Da steht ausführlich drin, was wann wie an Umweltsozialisation stattfinden sollte und wie man anfängt, ganz gewaltfrei und spielerisch erste Dinge mit dem Welpen zu üben. Und worauf man sonst am Anfang achten sollte.
3.) Lass den Welpen nicht Dinge machen, die Du später nicht möchtest, nur weil er ja noch so klein und so süß ist. Er weiß ja nicht was richtig und was falsch ist. Zeige ihm also vom ersten Tag an sanft aber bestimmt, was Tabu ist (Schuhe zerkauen etc.) und womit er stattdessen spielen und worauf er herumkauen darf. - Hast Du ein Spielzeug? Ein Knotentau oder so etwas?
Alles, was ein Welpe sich angewöhnt, ist schwer wieder abzugewöhnen. Denke dran: Er lernt tatsächlich von Anfang an!
4.) Ich würde an Deiner Stelle dem Kleinen einen Schlafplatz neben Deinem Bett einrichten. Für so einen kleinen Hund eignet sich z.B. ein großer Karton als "Höhle", gemütlich ausgestattet mit einer weichen Decke, einem Kauspielzeug etc., als Schlafplatz. Wenn er in der ersten Nacht nach Mutter und Geschwistern winselt, kannst Du auf diese Weise einfach eine Hand zu ihm hinstrecken, sodass er weiß, er ist nicht alleine. Außerdem wird er nachts mucken, sich irgendwie bemerkbar machen, wenn er mal muss, da er ja sein "Nest" nicht beschmutzen will. Du hörst ihn und kannst sofort mit ihm rausgehen. So lernt er die Stubenreinheit schneller als wenn er Gelegenheit hat, im Haus irgendwo hinzupullern.
Auch tagsüber musst Du ihn anfangs immer im Auge behalten, damit Du mitbekommst, wann er mal muss, und ihn sofort raustragen kannst. Jede im Haus vermiedene Pfütze ist eine Gelegenheit, ihn fürs Pullern draußen ganz doll zu loben! :clap:
5.) Geh zu Anfang nur sehr vorsichtig und wenig spazieren. Für so einen kleinen Welpen ist es geradezu unnatürlich, sich weit vom Nest zu entfernen, und die vielen ungewohnten Eindrücke sind so anstrengend, dass ein paar Schritte, ein paar Minuten vollauf genügen. Aber Umweltsozialisation ist schon wichtig! Setz Dich statt langer Spaziergänge lieber einmal öfter an eine befahrene Straße, in eine Fußgängerzone, auf einen Bahnhof, aber nimm den Kleinen auf den Schoß und lass ihn einfach gucken.
6.) Achte drauf, dass er möglichst viele
positive Kontakte hat zu großen und kleinen Menschen, Kindern, anderen Hunden und vielen anderen Tierarten. Alles was er in den ersten Wochen kennenlernt, wird ganz offen aufgenommen und für ihn sein Leben lang normal sein. Je mehr verschiedene Menschen er jetzt kennenlernt, desto sicherer kannst Du sein, dass er sein Leben lang zu Menschen freundlich sein wird.
Du hast Dir eine große Aufgabe vorgenommen! Ich wünsche Dir viel Freude mit dem Kleinen!
