- Wolf im Landkreis Lüchow-Dannenberg erschossen Beitrag #1
Wölfi
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Quelle: EJZ-Online, 17.12.2007Lokales aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg
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Schüsse auf Canis lupus Jäger erlegen Wolf im Wald bei Gedelitz - Strafverfahren eingeleitet - Tier wird nun untersucht
rg Gedelitz. Bislang waren Geschichten über Wölfe in Lüchow-Dannenberg nicht viel mehr als Gerüchte. Nun ist es klar: Lüchow-Dannenberg ist ein Wolf-Gebiet.
Denn am Sonnabend schossen zwei Jäger bei Gedelitz eines der scheuen Tiere. Der Rüde liegt derzeit im Kühlraum des Kreisveterinäramtes.
Die beiden 46 und 51 Jahre alten Jäger hatten den Wolf am Sonnabend gegen 9.30 Uhr geschossen, da er angeblich gelahmt habe, heißt es von der Polizei. Um zu klären, ob dies der Warheit entspricht, stellten die Beamten das Tier sicher und leiteten gegen die beiden Jäger ein Strafverfahren ein. Für die beiden Jäger, die den Wolf zur Strecke brachten, könnte die Angelegenheit damit ein böses Nachspiel haben. Der Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht, es ist also verboten, ihn zu schießen. Auch wenn es schon Stimmen gibt, die fordern, ihn zum - streng geschützten - bejagbaren Wild zu erklären.
Eine erste Untersuchung des Tieres durch Hans Neumann und Ulrich Constabel von der Lüchow-Dannenberger Polizei sowie von Dr. Birgit Mennerich-Bunge vom Kreisveterinäramt ergab, dass das Tier drei Einschusswunden auweist. Zu klären sei nun, ob das Tier eine der Schusswunden schon hatte, als es in Gedelitz von den beiden Jägern gesehen und zur Strecke gebracht wurde, so Ulrich Cons-tabel. Dafür wird das Tier heute in die Gerichtsmedizin gebracht.
Klar ist mittlerweile, dass es sich bei dem Tier um einen freilebenden Wolf handelt. Er sei nicht aus einem Gehege ausgebrochen, stellten Wolf-Experten fest. Wo genau er herkommt, soll anhand seiner DNS geklärt werden. Denn derzeit ist für Wölfe Paarungszeit und junge Männchen legen auf der Suche nach Weibchen am Tag bis zu 100 Kilometer zurück. Der Wolf muss also nicht zwangsläufig in Lüchow-Dannenberg sein Revier gehabt haben. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Lüchow-Dannenberg, Helmut Neumann, warnt vor einer Vorverurteilung der beiden Jäger. »Ich gehe davon aus, dass die beiden ein krankes Tier von seinen Leiden erlöst haben», stellt Neumann heraus. Die Aussage, das Tier habe stark gelahmt, habe für ihn so lange Bestand, bis das Gegenteil bewiesen ist. »Wenn ein Jäger ein krankes Tier anspricht, muss er in wenigen Sekunden entscheiden, was er tut. Ich gehe erst einmal davon aus, dass die beiden nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben.»
Der letzte Wolf war in Niedersachsen 1954 geschossen worden. Seither hatte es in Lüchow-Dannenberg keine bestätigte Sichtung mehr gegeben. Der einzig bekannte Wolf in Niedersachsen lebt in Unterlüß. Es ist jedoch schon klar, das es sich bei dem jetzt geschossenen Wolf nicht um jenes Tier handelt.
Bild: Den geschossenen Wolf untersuchten (von rechts) Dr. Birgit Mennerich-Bunge vom Kreisveterinäramt sowie Hans Neumann und Ulrich Constabel von der Polizei Lüchow am Kreishaus in Lüchow. Dabei fanden sie drei Ein
schusslöcher. Aufn.: R. Groß
Der Knüller kommt ja noch: Im Polizeibericht steht, die Jäger hatten das Tier erlegt, weil es aufgrund vermutlichen Anschusses bereits gehumpelt habe. Wenn dem so ist: Der Erstschütze wird sich wohl kaum melden, droht doch auch ihm ein Strafverfahren. So werden die beiden wohl sauber aus der Sache rauskommen, wenn der angebliche Erstschütze (gibt es ihn?) sich nicht meldet.
Meine Meinung dazu:
Wiedermal typisch für den hiesigen Landkreis.
Die Zeitung bittet in ihrem Artikel darum, keine Vorurteile zu bilden. Leider ist der Leser, so er denn einige (nur einige, natürlich nicht alle!) Jäger im hiesigen Landkreis kennt, geradezu gezwungen, sich ein Vorurteil zu bilden. Ich kenne zu viele Vorfälle, bei denen Haustiere, also Hunde und Katzen in nächster Nähe der menschlichen Behausungen, sprich innerhalb der Dorfgrenze, erschossen wurden. Aber das gibt hier keiner, der eine Flinte trägt, zu!
Ich habe nichts grundsätzliches gegen Jäger, wenn sie denn Naturpflege betreiben, und kenne auch "saubere" Jäger. Aber gehört es dazu, tragende Dachse zu schießen? Oder eine Kuh? Und warum wird die freilaufende Katze abgeschossen, nicht aber die beiden wildernden Schäferhund/Rottweiler-Mischlinge, nur weil sie dem Bürgermeister gehören?
Hier glauben einige, sie könnten ihre eigenen Machtgefühle mehr genießen, indem sie wilde Flintenpolitik betreiben.
"Frohe Weihnachten" und Grüße an Bruno im Himmel.
Wölfi

