"wie konntest du nur"

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cathleen

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Ich habe zufällig diese Geschichte gelesen und ich dachte, sie paßt auch ganz gut in unser Forum......



“Wie konntest Du nur”

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen.
Du nanntest mich “dein Baby”, und, obwohl ich einige Nippes “killte” wurde ich deine beste Freundin.

Wann immer ich etwas “anstellte”, hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: “Wie konntest du!?”,
Aber schon warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.
Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich.
Aber ich verstand das immer, und spielte mit meinen Bällchen.

Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon.

Von deinem Frühstück gab´s für mich immer was vom Schinken, “aber nicht zuviel, das ist für Katzen ungesund!” Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.

Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um “Karriere” zu machen.

Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht. und freute mich, als du endlich “deinen” Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl.

Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte.
Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne.
Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.

Ich liebte die Kinder, und wurde “Gefangene der Liebe”. Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin.
Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufenlernen an mir fest.
Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still.
Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden.
Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.
Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir.
Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes “Ja” zur Antwort und wechseltest dann das Thema.
Ich war früher “deine Samtpfote” und bin heute “nur eine Katze”.
Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt.
Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren.
Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die richtig war. Obwohl einmal ich deine Familie war.

Die Autofahrt machte Spaß, weil auch die Kinder mitfuhren.
Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst, Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit.
Du fülltest Papiere aus und sagtest, das du wissen würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde.

Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig.
Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand.

Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie “Nein, nein nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!”
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen.
Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen.

Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen,
du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen “guten Platz” für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: “Wie konntest du?”

Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuließ.
Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen.

Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du zurück kämest, und mich hier rausholen würdest.
Dass alles nur ein böser Traum gewesen wäre und ich aufwachen würde . . . bei dir zu Hause . . .
Aber du kamst nie. Und dann, wann immer jemand an “meinem” Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte?
Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte?

Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte.
Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf.
Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle.

Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens.

Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus.
Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog.
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte.
Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen.
Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hineinfloss.
Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:” Wie konntest du?”

Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:” Es tut mir leid!” Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde.
Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden.
Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein “wie konntest du” nicht an sie gerichtet war.

Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.
Ich werde immer an dich denken und auf dich warten.
Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität wiederfährt. . . .


Einige Worte des Autors:

Wenn “Wie konntest du” Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist es erlaubt, diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen, in eine Familie zu integrieren, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen.

Jim Willis

habe es aus einem gartenforum kopiert...es hat mich zum heulen gebracht...jeder soll sich gut überlegen,was er noch vom leben will,bevor er sich ein tier anschafft...

Text aus: Jim Willis, "Die leise Stimme der Seele"
© Copyright 2006 ComArt, Weggis, Schweiz



 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • "wie konntest du nur" Beitrag #2
:089: Eine traurige und schöne Geschichte. Danke.

LG Steffi
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #3
*wein*

Echt traurige Geschichte!!
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #4
Das ist eine Geschichte, die echt an die Seele geht.
Meine beiden Kater habe ich auch letztes Jahr als Senioren übernommen, sonst hätten sie ins Tierheim gemusst. Die beiden und ich sind so froh, dass wir uns gefunden habe und sie nicht ins TH mussten....

Rola
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #5
oh man, echt zum heulen, schön geschrieben, aber leider so oft wirklichkeit . . .:022:
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #6
:(bohr mir stiegen so die Tränen in die Augen..



man sollte sich immer in die lage der Tiere versetzen....
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #8
:022: Hallo ,

die Geschichte machte mich sehr traurig . Aber ich könnte mir auch vorstellen das es öfter vorkommt als man denkt .
Ich habe von meinem Mann zum Geburtstag ein Buch geschenkt bekommen , mit dem witzigen Titel " Hühnersuppe für die Seele " mit Geschichten für Katzenliebhaber . Dieses Buch hat teilweise so traurige Katzenschicksale das ich es zur Zeit nicht weiterlesen kann . Es kullern mir ständig die Tränen herrunter .:( :010:
Eigentlich wollte mein Mann mir damit eine Freude bereiten .

Viele Grüße von Gismo 1
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #9
Es hat mir das Herz zerrissen!
Sehr traurig aber diese Begebenheiten wird es wohl immer mal geben!heul!Schade!
L.G.H.
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #10
Ich kenne diese Geschichte schon und finde sie super traurig. Sowas würde ich meinen Katzen nie antun. Sie sind eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben.
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #11
ist das nicht schrecklich?
ich kann sowas auch nicht lesen, ohne dass ich anfange zu weinen.
leider ist sowas sehr oft realität.
wenn ich bedenke, dass meine katzen für uns sind wie unsere eigenen kinder... ich würde sowas niemal tun...
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #12
Ich kenne den Text ja schon aber ich heule jedesmal wieder
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #13
ich würde meine beiden auch niemals hergeben...egal,was kommt
und danke für eure lieben worte in bezug auf die geschichte...sicher ist sie einigen bekannt...aber es gibt auch immer wieder leser,für die sie neu ist...und schadet auch nicht,sie mal wieder zu lesen oder sich in schwierigen lebenssituationen vor augen zu führen..
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #14
Danke für den Beitrag.

Kann kaum eine Antwort tippen, weil ich so heulen muss.

Es ist so schlimm, was "Mensch" Tieren antut.:(

Und ich weiß genau, meine Katzen sind immer für mich da, sie trösten mich, wenn es mir schlecht geht, sie sind fröhlich mit mir, sie spielen mit mir, sie sind freuen sich mit mir, sie leiden mit mir ....
Wie kann man solche wertvollen Freunde einfach weggeben?

Ich werde es nie verstehen!
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #15
*heul*
das erinnert mich an eine situation im tierheim vor ca einem jahr oder so. die mutter meines freundes hat sich einen kater aus dem TH geholt. wir haben sie mit dem kater nochmal hingefahren weil er was am auge hatte und dort behandelt werden sollte.
dort am empfang waren ein mann und eine frau mit baby die 2 super süße katzen abgegeben haben. die waren wohl eifersüchtig aufs baby oder so. am liebsten hätte ich die beiden sofort mitgenommen aber wir haben ja schon 3 katzen und hatten damals nur eine 50qm wohnung. ich bin schnellstmöglich rausgegangen weil ich so heulen musste. ich hatte das gefühl das ich das ganze trauriger fand als die besitzer selbst. die sollte man selber mal abgeben und in einen verschlag sperren wo nur zwischendurch mal jemand essen vorbeibringt!!
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #16
Ich finde diese Geschichte sehr traurig und mir sind auch die Tränen runtergelaufen. Was mich auch sehr traurig stimmt, ist das dies so oft passiert. Und da ist es leider nicht nur eine Geschichte.
Danke das ich diese Geschichte lesen durfte.

Liebe grüße Snuffile
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #17
Das hat mich gerade tatsächlich zum Heulen gebracht.
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #18
:022:habe schon lange nicht mehr soetwas trauriges gelesen....bringt mich sehr zum weinen...kann leute nicht verstehen die ihre tiere einfach so ohne gefühl weggeben!!!
ich habe mir geschworen,egal was passiert meine kleine maus bleibt FÜR IMMER BEI MIR.............

nicole und stubentiger pepsi
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #19
das is echt traurig. aber noch trauriger find ich das das wirklich so oft realität ist
 
  • "wie konntest du nur" Beitrag #20
Ich kannte diese Geschichte noch nicht, und mir stehen gerade die Tränen in den Augen. :(

Ich habe es nur durch Zufall entdeckt, weil ich, während der Hamster Auslauf hat, hier ein wenig herumstöbere.

Wie unendlich traurig , sein Tier abzuschieben, weil man ein Kind hat. Meiner Tochter ,mittlerweile 23, haben meine damaligen 2 Katzen viel Freude bereitet und sie gelehrt, dass Tiere eigenständige Lebewesen sind, die respektvoll behandelt werden müssen. Ich weiß noch, wie sie und die Katzen sich gegenseitig kleine Spielzeugautos zugeschoben haben...

Ich hätte alle drei ( eigentlich alle fünf, es lebten auch noch zwei Hunde bei uns )noch nicht einmal unter Zwang hergegeben. :010:
 
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