Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc.

Diskutiere Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc. im Wildvogel Forum Forum im Bereich Vogel Forum; Hallo Vogelfreunde. Ich habe während der Arbeit ein kleines Bachstelzennest gefunden, das aus welchen Gründen auch immer zerstört war. Darin...
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
  • Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc. Beitrag #1
J

Jackore

Beiträge
1
Punkte Reaktionen
0
Hallo Vogelfreunde.

Ich habe während der Arbeit ein kleines Bachstelzennest gefunden, das aus welchen Gründen auch immer zerstört war.

Darin fand ich 5 Jungvögel. 3 verendet 2 lebend. Die zwei hatten schon die Augen auf.

Daraufhin peppelte ich sie mit Whiskas und Thunfisch auf. Einer, der leider sehr schwach war ist auch recht früh gestorben.

So, und der Letzte ist nun knapp 2 Monate alt und sehr quirlig und zutraulich.

Ich halte ihn im Käfig und der darf täglich mindestens 2 Stunden raus. Dabei fliegt er, spielt er, badet sich etc.

Alles schön und gut. Aber das große Problem ist, dass er sich zunehmend seine Federn rausrupft, diese frisst, und sich sein beinchen heute aufgerissen hat. Nun hat er auch eine kleine kahle Stelle am Kopf. Sein Brustkorb und Afterbereich sind komplett nackt.

Raus will er nicht. habe es auch schon oft provoziert. Einmal ist er aus dem fenster raus, aber direkt gewendet und zurückgekommen.

Wir machen alles für den sympatischen kleinen Racker. Er frisst wie ein Mähdrescher. Einfach alles.
Wir geben Ihm:

Hackfleisch, Nudeln, Obst und gemüse jeglicher Art. Klee und so Vogelkörner. Hin und wieder klaut er sich beim Abendessen auch was er gerade will. Brotkrümmel etc.

Dazu noch ein multivitaminpräparat, das wir ins wasser tropfen. Er trinkt das sehr gerne. Und ein Pulverpräparat mit Sepiaschale und auch Vitaminzusätzen. Achja, eierschalen bekommt er auch. gemahlen versteht sich. Und täglich auch 2-3 große Heimchen. ausserdem fängt er hin und wieder auch kleine Fruchtfliegen und Allerlei, was sich in der Wohnung verirrt.

Ich brauche nun euren Rat, was kann ich noch für ihn tun? Was fehlt ihm? Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende. ich will dass er sich regeneriert.

Rauslassen will ich ihn dieses jahr nicht, denn er ist zu instabil. Nächstes jahr im Frühjar dann.

Hoffe ihr habt einen guten Tipp für mich.

MFG Jörg
 
  • Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc.

Anzeige

  • Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc. Beitrag #2
Hallo Jackore und willkommen hier!

Leider hast du, wenn auch mit bester Absicht, alles falsch gemacht was man falsch machen kann.

Also, mal eins nach dem anderen...

Daraufhin peppelte ich sie mit Whiskas und Thunfisch auf.

Das war leider ein erster großer Fehler.
Wer hat dir den Tipp gegeben den Vogeljungen Fisch und Katzenfutter zu geben? Wirklich sch*** das das immer wieder empfohlen wird. Das ist so ungefähr die ungeeignetste Nahrung die du hättest füttern können.

Katzenfutter verursacht massive Darmprobleme, und Mangelerscheinungen, die sich zuerst als schlechtes Federkleid zeigen. Wahrscheinlich rupft er nicht, sondern die Federn sitzen so locker das sie beim Putzen ausfallen.

Stelzen sind Insektenfresser, also muss das Aufzuchtsfutter auch aus Insekten bestehen.

Aber das große Problem ist, dass er sich zunehmend seine Federn rausrupft, diese frisst, und sich sein beinchen heute aufgerissen hat. Nun hat er auch eine kleine kahle Stelle am Kopf. Sein Brustkorb und Afterbereich sind komplett nackt.

Wie gesagt, der frisst die nicht, die fallen ihm aufgrund massiver Fehlernährung aus. Am Bein wird er auch Hautprobleme haben, dazu einen Leberschaden, der verursacht juckende Haut.

Bitte bring ihn zu einem vogelkundigen TA. Vogelkundig ist wichtig, das sind leider die Wenigsten. Wo wohnst du denn? Wir haben eine Tierarztliste, vielleicht ist einer in deiner Nähe dabei. Ansonsten gibt es auch hier eine Liste: (Kommentare beachten!)
Der Vogel hat höchstwahrscheinlich einen massiven Leberschaden.

Hackfleisch, Nudeln, Obst und gemüse jeglicher Art. Klee und so Vogelkörner. Hin und wieder klaut er sich beim Abendessen auch was er gerade will. Brotkrümmel etc.

Wie gesagt, Stelzen sind Insektenfresser, und alles andere ist Fehlernährung und führt zu Mangelerkrankungen, Leber -und Nierenschäden.
Kein Fleisch mehr! Stelzen sind keine Raubvögel!
Pflanzliche Nahrung gehört nicht zu ihrem Nahrungssprektrum, also nichts mehr davon! Kein Obst, kein Gemüse, keine Nudeln, keine Körner!

Wenn das Vögelchen auch nur einen Hauch einer Chance haben soll, dann musst du es auf Insekten umstellen. Heimchen, Ameiseneier, auch geeignet ist Insektenfutter, wie zb. CLAUS Fett-Alleinfutter Typ IV blau oder alwecka delikat (in diesen ist kein Waffelbruch drin, was schädlich ist).
Sehr wichtig sind auch lebende Insekten damit der Vogel lernt die sich zu suchen. Mit gammeligen Obst kannst du Obstfliegen anlocken. Im Anglergeschäft gibt es Fliegenmaden, aus denen du Fliegen heranzüchten kannst (auf keinen Fall die Maden verfüttern!). Heimchen gibt es auch lebendig. Du kannst nach von Blattläusen befallenen Pflanzen suchen und diese anbieten.
Gegen die bereits bestehenden Mangelerscheinungen besorg Korvimin (gibts beim TA), und gib dem Vogel das nach Dosierungsanleitung auf der Packung.
Die Darmflora wird total im Eimer sein nach dieser "Diät" die der Vogel bis jetzt bekommen hat, also besorg "BirdBeneBac" und gib ihr das ebenfalls.
Dazu noch ein multivitaminpräparat, das wir ins wasser tropfen.

Die meisten bringen nicht viel, besser Korvimin, das ist auf Vögel abgestimmt.
Und täglich auch 2-3 große Heimchen. ausserdem fängt er hin und wieder auch kleine Fruchtfliegen und Allerlei, was sich in der Wohnung verirrt.

Das ist wie gesagt schon sehr gut, aber es reicht nicht. Der Vogel muss sich NUR von Insekten ernähren.
Rauslassen will ich ihn dieses jahr nicht, denn er ist zu instabil. Nächstes jahr im Frühjar dann.

So kannst du ihn auch nicht rauslassen. Bei Fehlernährung im Nestlingsalter werden die Gefiederschäden nach der Nahrungsumstellung sichtbar. Wahrscheinlich werden dem Vögelchen auch noch die Schwungfedern ausfallen.

Wenn sich an der Haltung und der Fütterung nicht radikal etwas ändert, werden die Federn auch nach der nächsten Mauser nicht normal nachwachsen. Fraglich, ob überhaupt noch etwas zu machen ist. Das muss ein vogelkundiger TA abschätzen, wenn nicht bleibt leider nur noch einschläfern.

Käfighaltung ist nichts. Am Käfiggitter wetzt sich der Vogel das Gefieder ab. Entweder ein richtig großer Käfig um (um die 100 x 50) oder eine Voliere. Dazu Freiflug im Zimmer.

Beschäftige dich nicht mehr mit dem Vogel. Lass nicht zu das er auf dir landet, scheuch in weg, geh am besten beim Freiflug aus dem Zimmer. Nicht mit ihm reden, der Käfig muss in ein Zimmer wo sich kaum jemand aufhält.
Am besten wäre eine naturnah eingerichtete Aussenvoliere im Garten, praktisch ohne Menschenkontakt.
Auch wenn das hart ist, es ist die einzige Möglichkeit den Vogel von seiner Zahmheit abzubringen. Zahm kann er draußen nicht überleben.
Raus will er nicht. habe es auch schon oft provoziert. Einmal ist er aus dem fenster raus, aber direkt gewendet und zurückgekommen.

So geht das auch nicht. Er muss erst mal mit Käfig raus, am besten in einen Garten, wenn nicht Fensterbank oder Balkon. Da etwa ein, zwei Wochen lassen. Dann öffnen. Weiterhin Futter an dem Platz anbieten, er wird anfangs noch zum Fressen zurückkommen.

Voraussetzung ist aber Scheu vor Menschen und ein einwandfreies Federkleid. Ohne das hat er draußen keine Chance. Wildvögel darf man laut Naturschutzgesetz nicht dauerhaft halten, sondern muss sie nach erreichen der Selbstständigkeit auswildern. Alles andere ist auch schlicht Tierquälerei, gerade Insektenfresser kann man dauerhaft kaum in Gefangenschaft halten.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Thema:

Junge Bachstelze rupft sich die Federn etc.

Oben