Hallo Natalie,
wir hatten auch eine Stute im Stall, die auf einem Auge blind war. Von Menschen, denen sie vertraute, war sie problemlos zu reiten, auch im Gelände, gesprungen wurde sie allerdings nie. Mag sein, daß ein Pferd, das das "richtig" sehend gelernt hat, problemlos bewältigt, bei einem Pferd, das schon immer sehbehindert war, ist das sicher schwieriger, und man muß sich eben überlegen, ob man so etwas dann verlangt oder nicht.
Da sie auf dem linken Auge blind war, wurde bei ihr eben alles von rechts gemacht (satteln, trensen, aufsteigen etc.), und es gab besondere Kommandos, die sie vor gewissen Dingen zusätzlich warnten und sie darauf vorbereiteten, daß sie eben selbst gewissenhafter schauen musste.
Bei einem komplett blinden Pferd denke ich sollte man sicherstellen, daß es das Gelände oder den Bereich, in dem es geritten wird, gut kennt, und auch den Reiter. Auch ein paar Stimmkommandos, die das Pferd darauf vorbereiten, daß z.B. eine Stufe oder Schwelle zu überwinden sind, daß es den Kopf senken muß und dergleichen hielte ich für sinnvoll, damit kann man viel Unsicherheit und Panikreaktionen vermeiden. Das Vertrauen zum Reiter sind aber das A und O, daher würde ich, je nachdem, wie gut du und das Pferd euch bisher kennen, tatsächlich zuerst mit Bodenarbeit beginnen und entsprechend Vertrauen aufbauen. Wenn das Pferd bisher längere Zeit nicht mehr gearbeitet wurde, wäre es ohnehin sinnvoll, es langsam wieder ans Training zu nehmen, zumal es ja auch nicht mehr das jüngste ist.
Danach denke ich mir könnte das gut gehen, daß ihr z.B. in der Halle oder auf einem Reitplatz (der Boden sollte eben gepflegt und eben sein) durchaus gut Lektionen abarbeiten und vielleicht sogar neue erarbeiten könnt.