A la carte

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Mike1024

Mike1024

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Man ist, was man isst, so behauptet ein Sprichwort.
Zum Beispiel ist der bambussprossenfressende Teil der Weltbevölkerung ganz klar als Pandabär definiert.
Und alle Raubkatzen sind Fleischfresser.
Was allerdings Miezka und ihre kulinarische Vorlieben betrifft, so erinnern diese eher an eine eierlegende Wollmilchsau.
*
Mäuse, so ist allgemein bekannt, stehen auf Käse.
Ich bin keine Maus, aber auch kein Käseverachter.
Zum Frühstück gibt’s bei mir ausser dem obligatorischen Kaffee immer Brötchen, Wurst und Käse.
Gemütlich habe ich mich hingesetzt, als ein Summen ertönt.
Ah, das Frühstücksei ist fertig.
Also in die Küche, Ei aus dem Eierkocher, kurz abgeschreckt und dann geht’s ans Frühstück.
Aber, Moment, ich hatte mir doch traditionell zwei Käsescheiben auf Teller gelegt.
Na ja, es ist noch früh am Morgen und wahrscheinlich bin ich noch halb im Schlaf.
Also noch mal in die Küche und die zweite Käsescheibe geholt.
Zurück am Tisch zeigt sich ein paranormales Phänomen.
Auf dem Teller ist keine Käsescheibe mehr.
Weg.
In Luft aufgelöst.
War Uri Geller hier?
Des Rätsels Lösung bieten leise schmatzende Geräusche hinter der Couch.
Miezka hat sich wohl während meiner Stippvisite in der Küche über den Käse hergemacht.
Diese katzenmässige Geschmacksverirrung versetzt mich dann doch in nicht unerhebliches Erstaunen, bin ich doch bisher davon ausgegangen, dass die Produkte von Wiskas und Konsorten Miezkas Lieblingsspeise wären.
Sie schaut mich mit ihrem lass-mich-Ruhe-Blick an und widmet sich wieder der restlichen Käsescheibe.
Na gut, ich bin kein Unmensch, wenn Kätzchen Käse will, soll sie eben Käse haben, es ist noch genug da.
Soweit, so schmackhaft.
Abends wird es später und ich habe keine Lust mehr auf eine grosse Kochaktion.
Schau’n wir doch mal was schnell geht.
Hmmm... Spagetti wäre nicht schlecht.
Und dazu ohne viel Aufwand Tomatensosse.
Die Spagetti köcheln so vor sich hin und Miezka faulenzt auf der Couch.
Jetzt hab ich aber einen Riesenhunger.
Also Spagetti auf den Tisch, dann noch die Tomatensosse abschmecken.
Zurück am Esstisch, finde ich Miezka auf dem Tisch, genüsslich einen Spagetti verzehrend!
Pur, ohne was dran!
Langsam kommen mir Zweifel, ob sie wirklich eine Katze ist.
Sie könnte auch eine verkappte Italienerin sein.
Dann kam der Umzug.
Wer jemals umgezogen ist, und ich vermute, das sind die meisten, weiss, was es für eine Arbeit ist, den ganzen unnützen Krempel aus der Wohnung zu tragen und in die Neue einzuräumen.
An Kochen ist da nicht mehr zu denken.
Als Kompromiss gibt es Ravioli kalt.
Also so zwischendurch mal immer eine Gabel voll und dann die nächsten Kartons.
Bei der dritten Fuhre finde ich Miezka auf dem provisorischen Beistelltisch, genüsslich die restlichen Ravioli verzehrend.
Ihr Napf mit dem Katzenfutter steht unbeachtet auf dem Boden.
Nun ja, sie ist vielleicht durch den Umzug etwas durcheinander.
Und tatsächlich geht sie dann wieder zu ihren normalen Essensgewohnheiten über.
Die ganze Sache hätte ich vergessen, wäre ich nicht nach einigen Wochen auf die glorreiche Idee gekommen, mir eine Schüssel Kartoffelsalat zu machen.
Die Kartoffeln sind fertig gekocht und geschält und stehen, während ich Zwiebeln schneide, zum abkühlen auf dem Tisch.
Noch einiges andere ist zu erledigen, das Kochgeschirr saubermachen und was der sonstigen Küchenarbeit Dinge noch mehr sind.
Zwischenzeitlich dürften die Kartoffeln abgekühlt sein.
Also auf zum fröhlichen Kartoffelschneiden.
Was ich sehe, als ich ins Wohnzimmer kam, konnte ich fast nicht glauben!
Miezka hat eine kleinere Kartoffel aus der Schüssel herausgeholt und spielt mit ihr.
Aber nicht genug damit, sie knappert auch noch daran!
Das ist völlig unmöglich, Katzen essen keine Kartoffeln, ob roh oder gekocht.
So langsam sollte ich mich damit abfinden, einen allesfressenden Vielfrass im Haus durchzufüttern.
Der Gipfel des Ganzen ergab sich aber vor einem halben Jahr.
Ich hatte wieder mal keine Lust, den 5-Sterne-Koch zu spielen und habe mir deshalb eine Pizza bestellt.
Beim Verzehr derselben springt Miezka auf den Tisch und beginnt wieder ihre allseits beliebte Bettelaktion.
Na, da wollen wir doch mal sehen ob dir das auch schmeckt.
Also ein kleines Stück Pizza auf einen Unterteller, mal sehen, was passiert.
Miezka ist interessiert, aber anscheinend hat sie was gegen die heisse Pizza.
Gosses Miau!
Genüsslich vertilge ich die italienische Spezialität.
Währenddessen scheint das Stück auf dem Unterteller genügend abgekühlt zu sein.
Und tatsächlich macht sie sich über die Pizza her, mit Ausnahme der darauf dekorativ angeordneten Pilze.
Vielleicht denkt sie, deren Rezept käme aus einem Kriminalroman.
Das ist der aktuelle Stand der Katzenverpflegung.
Nur Süsses verschmäht sie mit Vehemenz.
Natürlich bekommt sie weiterhin ihr Dosenfutter.
In der Hinsicht bleibe ich hart.
Aber was die Zukunft bringt, kann ich nicht sagen.
Wenn also der geneigte Leser demnächst eine rot-weis getigerte Katzendame in einem exklusiven Gourmettempel dinieren sieht, sollte mich das nicht verwundern.
Benachrichtigen sie mich einfach, betreffs Rechnung und Trinkgeld.
 
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