Schnitzeljagd

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Mike1024

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Schnitzeljagd

Der Mensch, so behaupten viele, sei das intelligenteste Wesen auf diesem unserem Planeten.
Was Habgier, Mordlust und Intrige betrifft, so stimme ich dieser Aussage durchaus zu.
Sollte es sich aber um die profane Befriedigung persönlicher Genüsse drehen, so steht ein anderer Bewohner dieser Welt ihm auf jeden Fall in nichts nach.
Dessen Objekt der Begierde befindet sich in der Regel im Kühlschrank
*
Ich koche gern.
Nicht dass ich ein Starkoch wäre, aber etwas schmackhaftes bekomme ich immer öfter hin.
Und manchmal ergibt es sich, dass ich auch für Freunde koche.
So auch diesmal.
Ich war zu Besuch bei Katharina und hatte ihr versprochen, ein Menü zuzubereiten.
Und natürlich habe ich Miezka mitgebracht.
Erst mal misstrauisch, hat sie sich unter der Couch verkrochen, während ich in der Küche zugange bin.
Heute gibt es Schnitzel süss-sauer.
Es sind diese Minutenschnitzel, die von Minigrösse beim Braten unweigerlich auf ein mikroskopisches Format schrumpfen.
Die Kartoffeln kochen schon und der Salat ist auch schon geputzt.
Die Schnitzel liegen auf der Arbeitsplatte und ich bin gerade dabei, die Marinade zusammenzustellen, als Miezka ankommt und bettelt.
Die rohen Schnitzel scheinen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf sie auszuüben.
Aber nein, das ist nicht für dich.
Mit vorwurfsvollem Blick zieht sie wieder ab und ich widme mich wieder der Marinade.
Zweiter Versuch.
Auch diesmal ist sie erfolglos.
Aber sehe ich da nicht ein heimtückisches glitzern in ihren Augen?
Mal prüfen ob die Kartoffeln schon gar sind.
Ein Scheppern neben mir erregt meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Miezka ist auf die Arbeitsplatte gesprungen und beschnüffelt ausgiebig die rohen Schnitzel.
Jetzt reichts aber!
Ab ins Wohnzimmer und wag es ja nicht wieder....
Weiter geht die Kocherei.
Da ertönt ein Schrei und ein Geschimpfe aus dem Wohnzimmer.
Es ist Katharina.
Miezka ist aufs Fensterbrett gesprungen und hat eine Pflanze runtergeschmissen.
Ich bin gleich bei Katharina und versuche sie zu beruhigen.
Nur habe ich da nicht die Küche im Blickfeld.
Gerade noch rechtzeitig kann ich die heftig protestierende Miezka von der Arbeitsplatte entfernen.
Miezka steht in der Küchentür. Wenn Blicke töten könnten....
Da ich nicht kochen und gleichzeitig auf Miezka aufpassen kann, beschliesse ich kurzfristig, die Schnitzel wieder im Kühlschrank zu verstauen.
Miezka schaut beleidigt und verzieht sich in eine Ecke.
Also weiter im Kochtakt.
Da kommen lästerliche Flüche aus dem Wohnzimmer.
Was ist jetzt schon wieder los?
Katharina jagt hinter Miezka her und flucht wie der Teufel persönlich.
Irgend etwas scheint die Fellnase angestellt zu haben.
Jetzt kniet Katharina vor dem Wohnzimmerschrank, Miezka hat sich darunter verkrochen.
Sie fühlt sich wohl unter dem 4-Meter-Monstrum sicher.
Katharina versucht, sie zu greifen, obwohl sie nichts sieht.
Auf meine Frage, was denn passiert sei, bekomme ich nur „Miststück“ zu hören.
Niemand achtet derweil auf die andere Seite des Schranks.
Forensische Analysen des Ablaufs haben später ergeben, dass Miezka still, leise und vor allem unbemerkt auf der anderen Seite des Schranks herausgeschlichen ist.
Der Disput mit Katharina zieht sich einige Zeit hin und führt zu keinem Ergebnis.
Niemand achtet mehr auf die sonstigen Vorgänge in der Wohnung.
Ich hab’s aufgegeben und will wieder in die Küche.
Da fallen mir fast die Augen aus dem Kopf!
Die Kühlschranktür ist offen, im Kühlschrank steckt Miezka, nur noch das Hinterteil ist zu sehen.
Ich bin sprachlos.
Miezka bemerkt mich und jagt wie der Blitz, ein Schnitzel zwischen den Fangzähnen, davon.
Es mach einen undefinierbaren Rumpler.
Ich hör nur einen Schrei von Katarina, dann ist Stille.
Wie sich herausstellt, ist das Raubtier mit dem Schnitzel sofort wieder unter dem Wohnzimmerschrank verschwunden.
Während Miezka sich unter dem Schrank den fleischlichen Genüssen hingibt, folgt eine angeregte, aber wenig fruchtbare Diskussion.
Von wegen Kühlschranktür offengelassen und so.
Ich bin mir sicher, ich habe sie geschlossen.
Vielleicht ist der Haltemagnet defekt.
Wenn nicht, ergeben sich ungeahnte Aspekte.
In dem fall hat Miezka dann das alles minuziös geplant.
Sollte dem so sein, würde es mich nicht wundern, wenn demnächst in der naheliegenden Metzgerei eine Schweinehälfte abhanden kommt.
 
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