Wer zuletzt kommt...

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Mike1024

Mike1024

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Wer zuletzt kommt...

Das Gesetz des Dschungels ist hart.
Fressen und gefressen werden ist die Devise.
Und wer nicht rechtzeitig kommt, muss sehen was übrigbleibt.
Es sei denn, es gibt einen gerechten Lohn für die Warterei.
*
Wieder einmal war es ein sehr sonniger Tag.
Wir hatten’s uns im Garten bequem gemacht, mit kühlen Drinks und allem was dazugehört.
Ganz leise dödeln die Rolling Stones aus unserem tragbaren CD-Player.
Lesematerial liegt zuhauf im Gras.
Miezka streicht um das Gebüsch am Rande der Steine, die unseren Gartenanteil begrenzten.
Das sind diese unhandlichen Felsbrocken, von niedrigen Kleingewächsen durchzogen.
Auch die werden durch die Sonne ziemlich aufgeheizt.
Ach, herrlich ist das, endlich mal ein paar Tage Ruhe.
Die ansonsten friedliche Szenerie wird nur ab und zu durch eines dieser schweren Motorräder gestört, die mit voll aufgedrehtem Gashahn und dem Geräusch eines startenden Jumbo-Jets die entfernte Hauptstrasse heraufdonnern.
Ursprünglich wollten wir auch so eine Tour machen, aber bei der Hitze in den Lederkombi?
Nein danke.
Auch Miezka ist dieser Meinung, denn mit einem Mal legt sie sich ganz flach nieder.
Ganz ruhig und völlig bewegungslos.
Die Ohren sind erwartungsvoll nach vorne gerichtet.
Direkt auf die Felswüste.
Sie hat etwas entdeckt.
Jetzt wird nicht nur Miezka neugierig, sondern Meinereiner ebenso.
Vorsichtig will ich mal das Objekt ihrer Neugier von nahem beschauen.
Also begebe ich mich ganz langsam und vorsichtig in ihre Richtung.
Na, was haben wir den da?.
Über einen der Felsen schleppt sich ahnungslos ein grosser schwarzer Käfer.
Miezka beobachtet jede seiner Bewegungen.
Jeden Moment kann sie zuschlagen, dann ist’s vorbei mit der Käferkabbelei.
Ganz still folgt sie dem Weg des Insekts.
Und nicht nur sie.
Erst kann ich es nicht entdecken, aber nach einiger Zeit sehe ich doch eine Form, die kein steinförmiges Aussehen hat.
Diese ist ebenso bewegungslos, aber langgestreckt, braun und schuppig.
Eine grosse Eidechse, die in der Sommersonne nach einem Mittagsmahl sucht.
Felide und Reptiloide belauern erstarrt gemeinsam die krabbelnde Köstlichkeit.
Katzen sind geduldig.
Echsen nicht.
Mit einer Bewegung, der die Augen fast nicht folgen können, hat sich die Echse den Käfer geschnappt.
Im gleichen Augenblick schnellt Miezka vor.
Doch das Urzeitmonster ist schon mit der Beute weg.
Sauerei!
Skandal!
Einfach so die Zwischenmalzeit klauen!
Warum tut die Regierung nichts gegen diese hungrigen Lurche?
Die Eidechse jedoch scheint von dem Angriff des Fellriesen ziemlich beeindruckt gewesen zu sein.
So beeindruckt, dass sie einen Teil ihres Schwanzes dagelassen hat.
Der ringelt sich in letzten Zuckungen auf dem warmen Stein.
Miezka stutzt erst, dann sofort eine Pfote auf das unbekannte Ringelteil.
Das macht keine Anstalten zur Flucht.
Also doch leichte Beute.
Dann wird erst mal daran geknappert.
Scheint ja richtig schmackhaft zu sein.
Mit unbedingt magenfüllend, aber vielleicht gibt’s ja hier noch mehr von der Sorte.
Wenn nicht, muss Dosi dringend Eidechse in Gelee kaufen.
Bis das soweit ist, muss erst mal geschaut werden, ob sich hier irgendwo noch mehr von solchen delikaten Teilen herumtreiben.
Nur lassen sich keine dieser Reptilien mehr blicken.
Anscheinend hat es sich herumgesprochen, dass man auf Miezkas’s Speisekarte steht.
Miezka jedenfalls gibt nicht auf und schleicht den ganzen Sommer über immer wieder suchend durch die Steine.
Ob sie fündig wurde ist mir nicht bekannt.
Jedenfalls sollte ich nie mit ihr in einen Zoo gehen, der solcherart geschuppter Kriechtiere hält.
Es könnte zu einer mysteriösen Entvölkerung des Reptilienhauses kommen.
 
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