Hallo,
mehrere Aussagen, Meinungen....
Es ist wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens....frage 3 Leute und Du bekommst 4 unterschiedliche Meinungen. :mrgreen:
Dieses Thema komplett aufzubröseln würde Seiten dauern.
Letzendlich muß Du den Weg für Dich wählen.
Dennoch werde ich da snicht in wenigen Sätzen schreiben können...
:
Auch in der Aquaristik gibt es viel, was man aus "dem Bauch" heraus macht, und oftmals auch nur erklären kann. Eben weil nicht jeder ein ausgebildeter Chemiker oder Biologe ist.
Wasserwerte sind da ein ganz großes Reizthema.
Früher hatte man nur geahnt, daß es unterschiedliche Wassertypen gibt, mit Einzug der Meßmöglichkeuten war man sich dann sicher.
Es hatte sich aber in der "Haushaltsaquaristik" oftmals schon folgendes festgesetzt:
Niemals Wasser wechseln, denn frisches Wasser ist Fischgiftig.
1 mal im Jahr muß eine Komplettreinigung sein.
Man startete neue Aquarien mit den "wertvollem" Wasser aus einem anderem Aquarium.
Heute weiß man, daß die wichtigen Bakterien substratgebunden sind, also nur in vernachlässigbarene geringen Zahlen im freienm Wasser.
Daraus resultieren heute noch Altwasseraquarien.
Dort wird so gut wie nie Wasser gewechselt, nur nachgefüllt.
Das ist aber eine sehr umfangreiche Pflege, man sollte genau wissen, was man macht, denn Wasser verändert sich ständig im Aquarium.
Je nach Fischbesatz, Futter, Pflanzen, Dünger etc. bewegen sich viele Werte.
Schadstoffe wie Nitrate, Phosphate werden enfternt, indem man die Pflanzen regelmässig auslichtet (die speichern dies).
Auch sammeln sich natürlich Keime an. Darin lebende Fische sind meist langsam gut daran gewöhnt.
Wechselt aber das Milieu oder kommen neue Fische dazu, dann kann es große Probleme geben.
Nur sehr wenige Aquarianer beherrschen wirklich die Altwasseraqauristik.
Die meisten haben einfach nur ein Aquarium mit altem Wasser. :mrgreen:
Wasserwechsel hat folgende Vorteile:
- man senkt den Keimdruck, was den meisten Fischen sehr gut tut
- es werden neue Nährstoffe, vor allem Spurenelemente eingebracht
- man verringert Schadstoffanhäufungen
- die Wasserwerte, inkl. Leitfähigkeit bleiben in einem kleinem Rahmen stabil
Durch wenige/seltene Wasserwechsel kann folgendes passieren:
- die GH steigt an
- die Kh senkt sich
- der Ph senkt sich
- die Sanilität, also die Leitfähigkeit steigt an
- es könne sich sogenannte Hemmstoffe anreichern, die das Wachstum von Pflanzen und Fischen beinflussen/ zum stagnieren bringen.
Im ersten Moment denkt man also: super!
Niedriger Ph, niedrige Kh, ich habe tolles weiches Wasser für meinen Fisch.
Was leider nicht stimmt.
Denn die hohe GH und auch ein oftmals sehr hoher Leitwert sind keineswegs "weiches" Wasser.
Leitfähigkeit ist ein Begriff?
Nur kurz: damit mißt man den Salzgehalt des Wassers. Die Salinität bestimmt den
osmotischen Druck.
Dies bestimmt also auch maßgeblich das Wohlgefühl der Fische.
Weiches Wasser, also quasi jenes woher Neon und Co kommen haben nur eine sehr geringe Salinität.
Oftmals sogar unter 50 µs.... in Aquarien herrschen aber ( je nach Ausgangswasser) auch schon mal locker 800-1000 µs.
Nun muß man nicht den Amazonas nachstellen...aber man sollte schon versuchen ( meine Meinung

) den natürlichen bedingungen entgegen zu kommen.
Eine der großen "Aufsalz-Fehler" ist folgendes:
man füllt verdunstendes Wasser nach und wechselt nur wenig oder kaum Wasser.
Es verdunstet ja nur das reine Wasser...alles andere, also Härtebilder, Salze und somit auch Nitrate, Phosphate etc. bleiben im AQ.
Ein Teil davon wird von den Pflanzen verwertet, der Rest bleibt.
Nun kippt man Wasser rein, was ebenfalls schon diese Stoffe hat... also reichert man immer weiter an.
Ich habe hier eine Quelle, wo ich immer wieder Leute antreffe, welche für ihr AQ Wasser holen, weil man weder Kh noch GH messen kann.
Wenn ich ihnen dann aber erzähle, daß dort ein Leitwert von 800 µs herrscht, dann gucken sie nur und füllen weiter ab. :eusa_doh:
Dabei schmeckt man das da schon...
Die haben mit Sicherheit schon Meerwasser bei sich. :mrgreen:
Wenn ich nachfrage, heißt es oft: Salmler und so gehen kaputt, aber die Mollys und Guppys, die machen sich toll.
Klar, die mögen es ja auch etwas "brackiger", sprich "salziger".
Das bedeutet: man kann aufgrund der Härte (Gh) nicht die Leitfähigkeit messen.
Und umgekehrt.
Gut, zurück.
In einem Aq mit wenig Wasser senken sich also einige Werte.
Unter anderem die Kh.
Das kann durch viele Schnecken passieren, die sie brauchen um ihr Gehäuse aufzubauen.
Einer der häufigsten Gründe ist jedoch die biogene Entkalkung.
Bei diesem Vorgang können sich manche Pflanzen ihr CO2 aus dem Hydrogenkarbonat holen.
Co2 ist ja ein wichtiger Nährstoff, ohne den geht nix.
Dabei senkt sich dann die mit unseren Meßwerten erfasste KH.
Es steigt aber der PH an, denn sämtliche Kohlensäure ist ja quasi aus dem Wasser.
Wäre mehr vorhanden, dann würde auch der Ph sinken, sprich angesäuert werden.
Bei Dir muß also was anderes vorliegen.
Nun müßte man wissen (bevor man weiter recherchiert), ob der Vorbesitzer mit Säuren gearbeitet hat.
z.B. Torf
Dies würde dann eine geringe Kh erlären UND den niedrigen Ph.
Für Dich sollte aber erstmal folgendes im Vordergrund stehen:
arbeite mit dem Wasser, was Dir zur Verfügung steht.
Betta vertragen auch härteres Wasser.
Natürlich wäre weicheres schöner, aber man sollte nur "panschen", wenn man
a) weiß was man bewirkt (wenigstens im groben)
b) auch weiß, daß man es auf Dauer so handhaben wird
Denn ständige Schwankungen wären für den Fisch auch nicht gut.
Durch kleine Wasserwechsel hebst Du nun also die Kh wieder an und somit auch den Ph.
Das Tier kann sich langsam daran gewöhnen und später bleiben die Werte bei regelmäßigen Wasserwechseln gleich.
Nur sehr
wenige Fische vertragen kein frisches, also direkt aus der Leitung kommendes Wasser.
Auch wenn viele sagen, daß Wasserwechsel ihren Fischen nicht gut taten.
Das hat aber oftmals damit zu tun, daß das Wasser noch ausgast ( in viele Regionen steht das Wasser unter hohem Druck) und auch, daß sich der Ph Wert beim WW anhebt.
Wieviel hängt vom Leitungswasserwert ab und von dem, was sich im AQ eingespielt hat.
Hat man vorher lange keinen WW gemacht und will nun die Wasserwechselmethode praktizieren, dann bekommen die Fische fast einen Schock, weil sich die Werte so plötzlich verändern.
Ein langsames, regelmäßiges Anheben der Wasserwechsel und Wassermengen hätte Erfolg gebracht.
Lässt man dann das Wasser zudem einfach ein paar Stunden abstehen, sprich ausgasen (dann sinkt auch oft der Ph schon etwas), stehen auch empfindliche Fische dennoch wie eine 1.
Bei kleineren Aquarien eigentlich kein Problem dies zu bewerkstelligen.
Andere Fische drehen beim WW richtig auf. Meine Dornaugen z.B. sprinten wie die Wilden in dem Strom des frischen Wassers.
Und hier sind wir wieder beim Bauchgefühl.
Da muß man einfach beobachten und nach Gefühl agieren.
So, nu habe ich den Faden verloren... aber ich denke, das reicht ja auch erstmal. :lol:
Ich denke, was auf jeden Fall "rübergekommen" sein sollte:
Wasser ist ein sehr komplexes Thema...dreht man an einer Schraube, setzen sich mehrere Rädchen in Gang.
Vieles steht in einem Zusammenhang und beinflusst sich.
Das ist kompliziert, sicher...aber man muß ja keine Doktorarbeit schreiben.
Die wichtigen Grundsätze kann man erlernen.
Hält man sich an diese, reicht das meist völlig aus.
LG Botia