Hallo!
Ich bin hier glaube ich die einzige mit Baumlose Sättel.
Achtung: Das wird ein längerer Post :mrgreen:
Mein 5-Jähriger Araber hat das typische Problem der VA: Kurzer, Gerader Rücken mit weitem Widerrist, aber Schmalem Rücken.
Wir hatten eine Odysee hinter uns, da war er kaum wirklich geritten.
Irgendwann fand ich dann den Barefoot Cheyenne günstig im Netz und habe ihn mir einfach gekauft, später noch ein zusätzliches Pad.
Seither läuft mein Pferd befreit, locker und läßt sich problemlos satteln - auch die Rückenprobleme sind weg.
Was kann man zum Baumlosen Sagen?
Klar, er hat keinen Baum. Bis auf die Fork vorne (Vorderzwiesel) ist der gesamte Sattel flexibel und auf der Unterseite mit dickem Schaffell gepolstert. Der Wirbelsäulenkanal ist frei von Fell.
Für den Baumlosen wird ein spezielles Pad zwingend benötigt, und zwar ein "Baumlos-Pad" der Firma Barefoot, Torsion, Grandeur oder Trekker.
Diese unterscheiden sich etwas von normalen Decken: Sie sind 1. immer auf das Modell des Sattels angepaßt (man kann z.B. kein Pad von einem Barefoot London für einen Barefoot Cheyenne nehmen) und 2. haben sie eine besondere Polsterung.
Diese besteht aus einer dicken Schicht Fell in der Sattelauflagefläche (da, wo für gewöhnlich der Baum aufliegen würde) und extra dafür hergestellten Moosgummieinladen auf der Oberseite der Decke.
Auch hierbei ist der Wirbelsäulenkanal immer frei.
So liegt der Sattel zwar komplett 'auf', aber durch die hervorgehobenen Polsterungen bleibt die Wirbelsäule von jeglichem Druck frei.
Das ist das allerwichtigste, was man bei baumlosen beachten sollte. Ohne die Decke kann man direkt ohne Sattel reiten, es ist genauso schädlich.
Das nächste ist die Steigbügelaufhängung: Es ist einfach nur ein großer D-Ring, der unter den 'Flügeln' des Sattelkissens angebracht ist.
Benutzt man die normale Aufhängung englischer Bügel (d.h. MEtallverschluss ist oben) drückt dieser dem Pferd und dem Reiter.
Hier empfielt sich eine Verschnallung mit dem Verschluss am Steigbügel (mit der Metallfreien Seite durch den Ring, runter, von hinten durch den Bügel, ganz normal am Verschluss einhaken und durch die sonst immer ungenutzte offene Öse ziehen und nochmal oben durch den D-Ring).
Die Druckverteilung ist meines Erachtens eigentlich optimal - es heißt zwar, dass baumlose Sättel den Druck nicht so gut verteilen können, aber bei meinem Pferd ist das Schweiß- und Druckbild überall gleich, sogar beim Springen.
Ich kann mit dem normal Leichttraben, im Entlastungssitz Galoppierne und wie o.g. auch springen.
Allerdings sollte man das nicht unbedingt regelmäßig machen und auch gucken, dass der Sattel nicht rutscht (geht bei mir optimal weil Pak gut Widerrist hat).
Was einige als immensen Nachteil betiteln ist das Problem, dass man durch die dicke Polsterung teilweise und je nach Pferd/Mensch-Kombi schwerer mit dem Schenkel ans Pferd kommt.
Finde ich auch, aber man gewöhnt sich dran.
Immenser Vorteil: Man sitzt suuuuuper weich und kann auch stundenlang ausreiten, ohne Probleme.
Man sollte aber achten: Wenn das Pferd 'tonnig' ist vom Körper, sollte man vllt. Vorderzeug benutzen, wenn man viel Bergauf reitet.
So.. Habe ich alle Fragen beantwortet oder irgendwas ausgelassen?
Ansonsten frag' einfach :mrgreen:
Liebe Grüße
Federhen