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Artgerechte Haltung heißt keinesfalls genauso wie in der Natur, sonst dürften wir beispielsweise mit unseren Tieren überhaupt nicht zum TA gehen.
Nein, denn wie beschrieben bedeutet artgerecht den Bedürfnissen der Tiere zu entsprechen, was wiederum voraussetzt, dass ihnen die Möglichkeit geboten wird, dass sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können und zudem auch Motivation besteht, dies zu tun.
Der Begriff Einzelgänger beschreibt die Lebensweise eines Tieres, die sich nicht in Form Gemeinschaften wie Rudel, Schulen oder Herde äußert. Es heißt allerdings nicht, dass Artgenossen für ein solches Tier völlig ohne Bedeutung sind.
Unter unpassenden Bedingungen bedeuten Artgenossen großen Stress. Das gilt selbst für Tiere, die unter natürlichen Umständen in sehr engen Beziehungen zueinander leben. Platz ist ein ausschlaggebender Faktor. Ist dieser nicht ausreichend gegeben, ist ein Artgenosse keine Bereicherung. Dies lässt sich besonders gut bei Kaninchen beobachten, welche sich unter unpassenden Bedingungen (zu wenig Platz, falsche Konstellation...) schwer verletzen oder gar töten können und nicht selten durch Artgenossen unter Dauerstress stehen.
Es gibt wie gesagt keine Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Hamster unter ausreichenden Bedingungen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Reviere in freier Natur aneinandergrenzen, möglicherweise sogar überlappen und daher die innerartliche Kommunikation auch kein Zufall ist.
Inwieweit soziale Kontakte für Goldhamster von Bedeutung sind, lässt sich ohne ausreichende Beobachtungen letztendlich nicht sagen. Da sich bisherige Beobachtungen auf unzureichende Fläche beschränken, ist mit den Schlussfolgerungen entsprechend vorsichtig umzugehen.
Die Domestikation ändert so schnell nichts am natürlichen Verhalten eines Tieres. Bei Vergleichen zwischen Wildfängen und domestizierten Heim- bzw. Laborhamster ließen sich keine Defizite oder Degenerationen bezüglich des Verhaltens feststellen.
Ich wiederhole mich, aber betone es vorsorglich lieber noch einmal, dass Goldhamster in Gefangenschaft NICHT in Gruppen gehalten werden können. Es geht mir NICHT darum, hier Gruppenhaltung von Goldhamster zu propagieren. Sondern darum, zu verdeutlichen, dass es nicht möglich ist, dem Tier ein Ausleben bestimmter Verhaltensweisen zu ermöglichen, die unter natürlichen Umständen jedoch zum natürlichen Verhaltensrepertoire gehören.
Daher muss vermehrt darauf wert gelegt werden, dass dem Tier ausreichend andere Möglichkeiten zur Verfügung haben, ihr Verhalten auszuleben.
Artgenossen sind ein nicht zu verachtendes Maß an Beschäftigung bzw. Möglichkeiten Verhaltensweisen auszuleben. Für Gruppentiere ein wesentlicher Aspekt, wodurch Artgenossen zu einer Grundvoraussetzung werden, für Einzelgänger nicht völlig ohne Bedeutung.
Das sind auch nicht irgendwelche weit hergeholten Maße.
Dann empfehle ich dir, Nachforschungen zu betreiben, woher solche Mindestmaße genommen werden und auf welchen Faktoren sie beruhen.
0,5 m² machen durchaus einen großen Unterschied. Stressbedingte Verhaltensweisen nehmen bei zunehmender Käfiggröße signifikant ab. Bei einem Unterschied von 50% der Bodenfläche lassen sich durchaus wesentliche Veränderungen beobachten.
Der Platzbedarf von Hamstern wird häufig unterschätzt, insbesondere deshalb, weil die Kenntnisse über die Bedürfnisse dieser Tiere mangelhaft sind und selbst offensichtliche Zeichen häufig missachtet werden.
Off-Topic
EDIT:
Da sieht man mal, wie lange ich für so einen Beitrag brauche. Da war jemand schneller... :shock: