Warum verfärbt sich mein Goldfisch?
Die Farbpigmente der Goldfische liegen in unterschiedlichen Hautschichten und verändern sich je nach Züchtung/Mutation und Alter. Beim Schlupf sind die jungen Larven zunächst transparent bis dunkelgraugrün, was der Färbung der Wildform entspricht. Die Jungfische entwickeln dann normalerweise (nicht immer) sehr bald ihre tarnende schwarze Jugendfärbung. Diese sich in den äußeren Schichten befindenden Pigmente werden am Bauch beginnend abgebaut, und die darunter liegende rote Pigmentschicht wird sichtbar. Zuletzt sind noch der Rücken und die Flossen schwarz. Anstelle des allmählichen Verschwindens der schwarzen Färbung Richtung Rücken kann es auch vorkommen, daß der ganze Fisch erst bronzefarben und dann rot wird. Fehlt die rote Pigmentschicht ganz oder stellenweise (bei teilweiser Abwesenheit vermehrt an der Unterseite), so erscheint der Fisch weiß. Ein weißer oder rot-weißer (Sarasa) Goldfisch ist dies i. d. R. also direkt nach der jugendlichen Umfärbung: rote und weiße Schicht werden gleichzeitig sichtbar.
Diese Verhältnisse treffen nicht auf die buntgefleckten Kaliko-Färbungen (z. B. Shubunkin) zu; diese sind von Anfang an (wenn auch anfangs nur schwach und blaß) ausgeprägt.
Goldfische können ausbleichen, so wird es ab und zu von alten Fischen berichtet; neuerdings vermehrt auch von jungen Fischen. Während ersteres eine Vergreisungserscheinung ist, ist letzteres wohl eher auf nicht sorgfältige Zucht zurückzuführen: es setzen sich in den Zuchtstämmen offensichtlich mehr und mehr Tiere durch, die eine nur geringe „Farbstabilität“ vererben. Es kann also völlig normal sein, wenn sich ein Goldfisch entfärbt oder weiß färbt. Besonders bei den kalikofarbenen Varietäten (Shubunkin u. a.) kommt dies häufig vor.
Bei Shubunkins und anderen Kalikos kann sich bei Freilandaufenthalt (im Teich) die blaue/schwarze Färbung verstärken. Dies könnte auf den Einfluß der UV-Strahlung zurückzuführen sein; genaue Informationen über die Hintergründe habe ich derzeit noch nicht.
Außerdem können einige Goldfische im Laufe ihres Lebens spontan(?) die Farbe wechseln. Inwiefern solche Umfärbungen oder Verfärbungen durch Umweltbedingungen ausgelöst werden, ist schwer zu beurteilen. Mir sind einige wenige solcher Berichte bekannt, und es läßt sich kein Muster erkennen.
Weiterhin gibt es noch Fälle, wo eindeutig ungünstige Haltungsbedingungen zu einer Entfärbung führen: die Fische verblassen oder färben sich weiß. Die Anlässe erscheinen oft banal (z. B. Umquartierung vom Teich in ein Aquarium), aber die betreffenden Fische scheinen sich nachvollziehbar nicht wohl zu fühlen. Auch eine streßbedingte partielle Schwarzfärbung ist möglich, sie ist sehr ernst zu nehmen und geht bei Erholung langsam wieder zurück.
Auch nach Hautverletzungen und/oder medikamentösen Behandlungen (die wiederum die Haut angreifen können) sind schwarze Flecken möglich: Diese Schwarzfärbung beruht auf schwarzen Pigmentzellen (Melanophoren) als Antwort auf das vom Körper produzierte Leukin (welches das Zellwachstum anregt). Vergleichbar mit der Schwarzfärbung von Jungfischen ist diese „abheilende Schwarzfärbung“ nicht dauerhaft, sondern wird im Laufe der Zeit auch wieder die normale rote bis weiße Farbe des Fisches annehmen.
Auch Melanosarkome als Ursache schwarzer Flecken sind möglich: eine Art Hautkrebs, bei der sich die Melanophoren übergroß entwickeln und somit zu einer Verfärbung führen. Diese bösartigen Wucherungen enden tödlich, sind aber selten.