- Wildpflanzen - Nutzpflanzen Beitrag #1
M
Murx Pickwick
- Beiträge
- 242
- Punkte Reaktionen
- 0
Die Wildform der Kaninchen kommt auf der Iberischen Halbinsel, in Nordafrika und Südfrankreich vor. Viele der Pflanzenarten, welche die Wildform in ihrer Heimat dort täglich in großen Mengen frißt, gibt es auch in unseren Lebensmittelgeschäften zu kaufen.
Aus dem überall im Gebiet der Wildkaninchen vorkommenden Stachellattich (Lactuca serriola) wurden der Gartensalat gezüchtet mit seinen Varianten Kopfsalat, Bindesalat, Schnittsalat und Eisbergsalat. Gefressen werden Blätter, Blüten und Samen.
Die Wegwarte (Cichorium intybus) kommt in Gesamteuropa einschließlich der iberischen Halbinsel vor. Aus ihm wurden Chicoree, Zuckerhut und Radicchio gezüchtet. Gefressen werden hauptsächlich die Blätter und Blüten, aber auch die Wurzel und selten der Stengel.
Ein naher Verwandter der Wegwarte ist die Endivie (Cichorium endivia), sie kommt im gesamten Gebiet der Wildform vom Kaninchen vor und wird auch über das gesamte Jahr gefressen, insbesondere die Blätter, aber auch Blüten und Wurzel. Jeder kennt sie als Endiviensalat.
Unter dem Namen Rucola kann man gleich zwei Wildgemüse kaufen, welche im gesamten Verbreitungsraum der Wildkaninchen vorkommen, die Senfrauke (Eruca sativa) und die schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia). Da sich beide Pflanzen von der Wildform höchstens im Aussehen unterscheiden, ist also Rucola besonders gesund für unsere Kaninchen. Sowohl von der Senfrauke, als auch von der schmalblättrigen Doppelsame fressen die Wildkaninchen die Blätter, Blüten und Samen.
Ein weiteres Wildgemüse, was es oft in Gemüseläden und in Naturkostgeschäften gibt, ist der Portulak (Portulaca oleracea), von ihm werden von den Kaninchen täglich sehr viele Blätter gefressen.
Wo wir schon bei Wildgemüse sind, auch der Löwenzahn ist ein solches Wildgemüse, was von jeher überall, wo Kaninchen vorkommen, von ihnen auch gefressen wurde und wird. Man sieht ihn oft in türkischen Gemüseläden. Gefressen wird vom Löwenzahn alles, einschließlich der Wurzel.
Fast nur in Naturkostläden zu finden, und da leider auch nur selten, ist der gute Heinrich (Chenopodium bonus-henricus), eine von Wildkaninchen sehr, sehr gern gefressene Pflanze. Alle Teile werden gefressen, einschließlich der Wurzel, welche ausgegraben und gefressen wird, insbesondere in der Trockenzeit. Auch er ist ein Wildgemüse, als nicht züchterisch verändert.
Kaninchen lieben Ampferarten, von denen sie die Blätter fressen. Zum Glück gibt es ab und an Ampfer auch an der Gemüsetheke, einmal den Gartenampfer, aber auch den kleinen Wiesenampfer. So kann man selbst als Städter den Kaninchen diese wichtige Nahrungspflanzen bieten.
Die wichtigsten Nahrungspflanzen überhaupt, welche Kaninchen in Spanien fressen, sind Arten aus der Gattung Brassica ... auch wenn von den spanischen Arten keine kultiviert wurde, so haben wir doch sehr nahe Verwandte mit ähnlicher Nährstoffzusammensetzung und den gleichen Wirkstoffen: Die Rede ist von den Kohlarten. Alle Kohlsorten sind deshalb die wichtigste Futtermittel überhaupt für Kaninchen!
Weiterhin haben wir aus der Brassica-Gattung die Steckrüben als Vertreter der Brassica-Arten, welche von den Kaninchen mit Stumpf und Stiel samt Wurzel verspeist werden (zum Leidwesen der Landwirte fressen Kaninchen alle Pflanzen aus der Brassica-Gattung, sogar Raps ... und fressen im Winter ganze Felder mit Winterraps kahl)
Weitere Brassica-Vertreter im Gemüseladen sind Mairübchen, Teltower Rüben und bayrische Rübe und aus Asien der Pok Choi und der Chinakohl. Insbesondere der Chinakohl eignet sich wie kein anderer Kohl dazu, selbst krankgefütterte Kaninchen wieder an Kohl zu gewöhnen ... denn viele Kaninchen sind so krank gefüttert, daß sie ihre Hauptfutterpflanzen, welche ihre Vorfahren schon seit Jahrtausenden täglich in großen Mengen fraßen, nicht mehr vertragen.
Kaninchen fressen insbesondere die Blüten von Disteln, und just zu der Zeit, wo die Wildform der Kaninchen in Spanien und Nordafrika die Blüten der Artischocke (Cynara cardunculus) verspeisen, taucht sie auch als gezüchtete Variante in der Gemüsetheke auf! Leider ist diese wirklich gute Futterpflanze sehr teuer, häufig wird man sie also wohl kaum verfüttern können.
Eine weitere täglich gefressene Pflanze in der Heimat unserer Wildkaninchen ist die wilde Möhre (Daucus carota) - einer der Vorfahren unserer gezüchteten Möhren! Welch ein Zufall, Kaninchen fressen von der Wilden Möhre sowohl die zarten Blätter, als auch die Wurzel, und was wir im Gemüseladen bekommen sind, sind die Wurzeln und manchmal auch die zarten Blätter!
Schwarzwurzeln (Scorzonera hispanica) kommen direkt aus Spanien und Portugal nach Gesamteuropa, auch sie wurden schon von den Kaninchen dort ausgebuddelt, wo der Homo sapiens noch keinen Fuß auf die iberische Insel gesetzt hat ... auch Schwarzwurzeln findet man ab und an in Gemüsegeschäften, leider meist nur die Wurzeln, nicht die Blätter, die genau wie die Wurzeln von den Wildkaninchen verspeist werden.
Schon die Römer kannten und nutzten die Pastinake - und auch diese wächst in den Gebieten, wo Wildkaninchen vorkommen und wird gefressen, sowohl die Blätter, als auch die Wurzeln. Pastinaken sind inzwischen wieder regelmäßig an der Gemüsetheke zu finden.
Die Wildkaninchen fressen in Trockenzeiten den Ackerlauch (Allium ampeloprasum), wir können ihn als gezüchtete Form als Porree an der Gemüsetheke holen - ein prima Wintergemüse für Kaninchen. Es werden fast nur die Blätter gefressen, manchmal auch der Stengel.
Morgen mach ich weiter ... aber ihr seht jetzt schon, die Gemüsetheke gibt viel her, was die natürlichen Futterpflanzen von Wildkaninchen angeht ...
Es gibt keinen Grund, sie mit Wiesenheu, welches zu über 80% nur aus den Pflanzenteilen besteht, welche Kaninchen in der Natur niemals fressen, abzuspeisen.
Sicher, Wildkaninchen fressen am Tag zwischen 50 - 200 verschiedene Pflanzenarten ... das schaffen wir nicht, an der Gemüsetheke zusammenzukaufen, aber eine kleine Auswahl geht da schon!
Es gibt also keinen Grund, seinen Kaninchen Gemüse vorzuenthalten!
Aus dem überall im Gebiet der Wildkaninchen vorkommenden Stachellattich (Lactuca serriola) wurden der Gartensalat gezüchtet mit seinen Varianten Kopfsalat, Bindesalat, Schnittsalat und Eisbergsalat. Gefressen werden Blätter, Blüten und Samen.
Die Wegwarte (Cichorium intybus) kommt in Gesamteuropa einschließlich der iberischen Halbinsel vor. Aus ihm wurden Chicoree, Zuckerhut und Radicchio gezüchtet. Gefressen werden hauptsächlich die Blätter und Blüten, aber auch die Wurzel und selten der Stengel.
Ein naher Verwandter der Wegwarte ist die Endivie (Cichorium endivia), sie kommt im gesamten Gebiet der Wildform vom Kaninchen vor und wird auch über das gesamte Jahr gefressen, insbesondere die Blätter, aber auch Blüten und Wurzel. Jeder kennt sie als Endiviensalat.
Unter dem Namen Rucola kann man gleich zwei Wildgemüse kaufen, welche im gesamten Verbreitungsraum der Wildkaninchen vorkommen, die Senfrauke (Eruca sativa) und die schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia). Da sich beide Pflanzen von der Wildform höchstens im Aussehen unterscheiden, ist also Rucola besonders gesund für unsere Kaninchen. Sowohl von der Senfrauke, als auch von der schmalblättrigen Doppelsame fressen die Wildkaninchen die Blätter, Blüten und Samen.
Ein weiteres Wildgemüse, was es oft in Gemüseläden und in Naturkostgeschäften gibt, ist der Portulak (Portulaca oleracea), von ihm werden von den Kaninchen täglich sehr viele Blätter gefressen.
Wo wir schon bei Wildgemüse sind, auch der Löwenzahn ist ein solches Wildgemüse, was von jeher überall, wo Kaninchen vorkommen, von ihnen auch gefressen wurde und wird. Man sieht ihn oft in türkischen Gemüseläden. Gefressen wird vom Löwenzahn alles, einschließlich der Wurzel.
Fast nur in Naturkostläden zu finden, und da leider auch nur selten, ist der gute Heinrich (Chenopodium bonus-henricus), eine von Wildkaninchen sehr, sehr gern gefressene Pflanze. Alle Teile werden gefressen, einschließlich der Wurzel, welche ausgegraben und gefressen wird, insbesondere in der Trockenzeit. Auch er ist ein Wildgemüse, als nicht züchterisch verändert.
Kaninchen lieben Ampferarten, von denen sie die Blätter fressen. Zum Glück gibt es ab und an Ampfer auch an der Gemüsetheke, einmal den Gartenampfer, aber auch den kleinen Wiesenampfer. So kann man selbst als Städter den Kaninchen diese wichtige Nahrungspflanzen bieten.
Die wichtigsten Nahrungspflanzen überhaupt, welche Kaninchen in Spanien fressen, sind Arten aus der Gattung Brassica ... auch wenn von den spanischen Arten keine kultiviert wurde, so haben wir doch sehr nahe Verwandte mit ähnlicher Nährstoffzusammensetzung und den gleichen Wirkstoffen: Die Rede ist von den Kohlarten. Alle Kohlsorten sind deshalb die wichtigste Futtermittel überhaupt für Kaninchen!
Weiterhin haben wir aus der Brassica-Gattung die Steckrüben als Vertreter der Brassica-Arten, welche von den Kaninchen mit Stumpf und Stiel samt Wurzel verspeist werden (zum Leidwesen der Landwirte fressen Kaninchen alle Pflanzen aus der Brassica-Gattung, sogar Raps ... und fressen im Winter ganze Felder mit Winterraps kahl)
Weitere Brassica-Vertreter im Gemüseladen sind Mairübchen, Teltower Rüben und bayrische Rübe und aus Asien der Pok Choi und der Chinakohl. Insbesondere der Chinakohl eignet sich wie kein anderer Kohl dazu, selbst krankgefütterte Kaninchen wieder an Kohl zu gewöhnen ... denn viele Kaninchen sind so krank gefüttert, daß sie ihre Hauptfutterpflanzen, welche ihre Vorfahren schon seit Jahrtausenden täglich in großen Mengen fraßen, nicht mehr vertragen.
Kaninchen fressen insbesondere die Blüten von Disteln, und just zu der Zeit, wo die Wildform der Kaninchen in Spanien und Nordafrika die Blüten der Artischocke (Cynara cardunculus) verspeisen, taucht sie auch als gezüchtete Variante in der Gemüsetheke auf! Leider ist diese wirklich gute Futterpflanze sehr teuer, häufig wird man sie also wohl kaum verfüttern können.
Eine weitere täglich gefressene Pflanze in der Heimat unserer Wildkaninchen ist die wilde Möhre (Daucus carota) - einer der Vorfahren unserer gezüchteten Möhren! Welch ein Zufall, Kaninchen fressen von der Wilden Möhre sowohl die zarten Blätter, als auch die Wurzel, und was wir im Gemüseladen bekommen sind, sind die Wurzeln und manchmal auch die zarten Blätter!
Schwarzwurzeln (Scorzonera hispanica) kommen direkt aus Spanien und Portugal nach Gesamteuropa, auch sie wurden schon von den Kaninchen dort ausgebuddelt, wo der Homo sapiens noch keinen Fuß auf die iberische Insel gesetzt hat ... auch Schwarzwurzeln findet man ab und an in Gemüsegeschäften, leider meist nur die Wurzeln, nicht die Blätter, die genau wie die Wurzeln von den Wildkaninchen verspeist werden.
Schon die Römer kannten und nutzten die Pastinake - und auch diese wächst in den Gebieten, wo Wildkaninchen vorkommen und wird gefressen, sowohl die Blätter, als auch die Wurzeln. Pastinaken sind inzwischen wieder regelmäßig an der Gemüsetheke zu finden.
Die Wildkaninchen fressen in Trockenzeiten den Ackerlauch (Allium ampeloprasum), wir können ihn als gezüchtete Form als Porree an der Gemüsetheke holen - ein prima Wintergemüse für Kaninchen. Es werden fast nur die Blätter gefressen, manchmal auch der Stengel.
Morgen mach ich weiter ... aber ihr seht jetzt schon, die Gemüsetheke gibt viel her, was die natürlichen Futterpflanzen von Wildkaninchen angeht ...
Es gibt keinen Grund, sie mit Wiesenheu, welches zu über 80% nur aus den Pflanzenteilen besteht, welche Kaninchen in der Natur niemals fressen, abzuspeisen.
Sicher, Wildkaninchen fressen am Tag zwischen 50 - 200 verschiedene Pflanzenarten ... das schaffen wir nicht, an der Gemüsetheke zusammenzukaufen, aber eine kleine Auswahl geht da schon!
Es gibt also keinen Grund, seinen Kaninchen Gemüse vorzuenthalten!