"Problemkatzen" vergesellschaften

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Cymru

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Hallo an Alle -

ich hoffe, ihr habt ein paar Tipps oder könnt mir Hoffnung machen...

Also:

Ich versuche gerade, zwei Katzendamen miteinander zu vergesellschaften, die beide eine nicht so schöne Vergangenheit haben.

Katze Nr. 1 heißt Medi. Medi ist 15 Jahre alt. Davon lebt sie seit 9 Jahren als Einzeltier mit mir in Wohnungshaltung. Davor lebte sie 6 Jahre in Wohnungshaltung, aber in einem Mehrkatzenhaushalt. Sie hatte auch zunächst keine Problem mit Katzengesellschaft, aber als es dann zu viele neue Tiere wurden, kam sie damit nicht mehr zurecht, wurde auch verprügelt...Fazit: Sie floh dort auf den Schrank, kam nicht mehr runter, war dementsprechend unsauber und musste weg. Da kam sie zu mir. Sie brauchte über ein Jahr, um sich anfassen zu lassen, aber inzwischen ist sie eine tolle, fast normale Katze geworden. Ich bin sehr stolz auf sie. Für ihre 15 Jahre ist sie trotz eines Nierenleidens, das wir aber mit Medikamenten im Griff haben, noch sehr gut in Schuss: spielt, springt überall drauf etc.

Nun kam aber das Problem, das ich mich beruflich verbessert habe und deswegen nicht mehr so oft da bin bzw. nicht mehr so oft eine Hand für die Katz' frei habe. Darauf hat Medi mit permanentem Gemaunze und nächtlichem Aufwecken reagiert. Es war ganz schlimm, wirklich. Ich bin kaum noch zum Schlafen gekommen. Von anderen Menschen lässt sie sich leider nicht bespaßen, dazu ist sie zu schüchtern. Nachdem ich mehrfach beobachtet habe, dass sie Interesse hat an anderen Katzen, dachte ich, man könnte es ja mal mit einer Vergesellschaftung versuchen.

Nach vielem Hin und Her und tausend Infos habe ich nun Hui Bu hier. Hui Bu heißt eigentlich Maggie und ist zwei Jahre alt. Aber da ich sie nie sehe und sie quasi ein Gespenst ist, ist sie nun Hui Bu. Hui ist so eine ähnliche Problemkatze, wie Medi es früher war. Anfassen streng verboten. Sie ist als Kleinkatze getreten worden und hat dann über ein Jahr im Tierheim verbracht, weil sie so schüchtern ist und auf niemanden zukommt. Ich hatte gedacht (und die Tierheim-Frau auch), dass trotz den Altersunterschieds die Charaktere der Tiere doch zueinander passen: Beide sind ruhig, schüchtern, waren in der Gruppe immer die rangniedrigsten Tiere...

Inzwischen habe ich hier die dritte Woche hinter mir. In der ersten Woche sah es noch ganz gut aus. Hui war sofort sauber, es gab ein bisschen Gefauche und ein wenig Gehaue, aber nicht schlimm. Zwar wollte Hui noch nicht so recht fressen, aber sonst alles o.k. In der zweiten Woche musste ich leider überraschend ins Krankenhaus, da gibt es also keine Beobachtungen. Wenn die Katzensitterin da war, war natürlich immer alles ruhig, aber es muss doch schlimm gewesen sein, denn: dritte Woche: Hui verlässt das Bücherregal praktisch nicht mehr, außer die Tür zu dem Zimmer, in dem sie sich befindet, ist geschlossen. Hat Medi uneingeschränkten Zugang zu dem Zimmer, pinkelt sie ins Regal, wenn sie es nicht mehr halten kann. Auch Kot setzt sie dann im Regal ab (wobei sie auch noch einen Durchfall entwickelt hat). Befinden sich beide Katzen in dem Zimmer, ist - außer dem kritischen Beäugen, das Hui mit Fauchen quittiert - eigentlich alles friedlich. Auch ist Medis Verhalten weiterhin normal: sie ist sauber, frisst, kuschelt, spielt...

Aber Hui: Komme ich auch nur in Huis Nähe (halte ihr die Hand hin zum Schnuppern (mind. 30 cm. Abstand) nur Gefauche und gestern hat sie auch kurz nach mir geschlagen (danach schneller Rückzug ins hinterste Regal).

Andererseits auch positive Szenen: Neugieriges Gucken, wenn ich mich länger in ihrer Nähe aufhalte; Konsum von hingelegten Leckerlis; gestern: beide Katzen liegen in 3 m. Entfernung und schlafen, Medi schnurrt sogar ... und dann wieder Fauchen, Hauen, Unsauberkeit bei Hui.

Ich verstehe das Ganze nicht so recht. Zwar hilft mir schon die Tierpsychologin des Tierheims, aber ich bin total verunsichert. Wenn Hui nur vom Regal runterkäme! Ich habe Bachblüten, Feliway, Felifriend, eine Wurmkur und Diarrheel am Start...wenn ich weg bin, ist die Trenntür zu und auch wenn ich schlafe...

Hat das Sinn und Zweck? Man sagt mir immer, es könnte viel schlimmer sein...dass sich die beiden wirklich heftig verkloppen könnten (und das mehr oder weniger ständig), dass Medi Hui regelrecht "zum Kampf stellen" könnte, dass Medi unsauber sein könnte, dass Hui auch bei geschlossener Tür unsauber sein könnte etc.

Aber ich mache mir einfach nur Sorgen. Ich wollte ja nur das Beste für beide Tiere.

Ach, ach!

Was soll ich machen?

Vielen Dank im Voraus!
 
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  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #2
Hallo erst einmal,
das ist wirklich eine verzwickte Situation. So richtig helfen kann ich dir leider auch nicht. Ich fürchte sie brauchen einfach viel länger um sich kennen zulernen.
Erstes Problem ist einfach, daß die Zweitkatze einfach so in das Revier der anderen gesetzt wurde. Vergesellschaftungen sollten immer auf neutralem Boden statt finden. Ist bei Katzen zwar etwas schwierig, aber machbar.
Das zweite Problem sehe ich im Altersunterschied und in der Vergangenheit der Tiere. Zwei rangniedrige Tiere zusammen zu setzen, ist meist eine genauso schlechte Lösung, wie zwei dominate Tiere zu vergesellschaften. So traut sich eventuell keines der beiden die Rangfolge zu klären, sondern sie kuschen nur voreinander, wenn du weißt was ich meine.
Vielleicht wäre es möglich, die zweite Katze in einem seperaten Raum zu halten, bis sie sich erst einmal an dich und die Umgebung gewöhnt hat. Sie scheint ja jetzt total verängstigt zu sein und weiß nicht wohin.
In einem anderen Tread, der war glaube ich letztes Jahr, hatte auch jemand dieses Problem. Vielleicht findest du ihn durch die Suchfunktion und kannst dir dort noch ein paar hilfreiche Tipps holen. Ich weiß leider nicht mehr wie der Titel hieß.
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #3
Hallo Cymru,

bitte lass den Kopf nicht hängen und gib noch nicht auf. Ich habe leider auch nicht viel Erfahrung in Sachen Vergesellschaftung, ich weiß aber, dass diese durchaus sehr viel länger brauchen kann, als drei Wochen. Gerade auch, wenn die betreffenden Katzen negativ geprägt sind.

Ich kann mir auch denken, dass dein zwischenzeitlicher Krankenhausaufenthalt euch da wieder etwas zurückgeworfen hat. Katzen reagieren in einer speziellen Situation, wie einer Vegesellschaftung noch sensibler auf Veränderungen. Ich hoffe, es geht dir gut?

Also, das kann noch werden! ;) Du bekommst hier sicher noch einige hilfreich Tipps, hier gibt es sehr erfahrene Leute im Forum.

Alles Gute von mir!
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #4
Vielleicht könnte man mal versuchen, anstatt die Tür komplett zu schliessen, eine Gittertür einzusetzen. Vielleicht traut Hui sich ja raus wenn sie merkt das sie theoretisch alleine im Zimmer ist, Praktisch können sich beide Katzen dann trotzdem noch sehen und riechen.

Es gibt viele die auf solche Gittertüren schwören, vielleicht hilft es hier auch.
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #5
Ich habe Bachblüten, Feliway, Felifriend, eine Wurmkur und Diarrheel am Start...wenn ich weg bin, ist die Trenntür zu und auch wenn ich schlafe...

Ganz einfacher Tip: vergiss die ganzen Hilfsmittel und mach einfach die Tür auf! Gerade nachts oder wenn Du nicht da bist!
Wenn Du weg bist oder schläfst, können sich die Katzen ungestört annähern!
Das hat hier sogar immer bei meinen extrem schüchternen Katzen geklappt. Ich halte gar nichts davon, Katzen bei Vergesellschaftungen erstmal zu trennen, dadurch werden alle nur verunsichert. Sie riechen sich, aber sehen sich nicht...das ist übel..
Aber stell Dich mal auf ca. mindestens ein halbes Jahr ein, bis alles reibungslos funktioniert.
Das wichtigste und der Schlüssel zum Erfolg ist: Geduld und Liebe;)
Viel Erfolg!
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #6
Ganz einfacher Tip: vergiss die ganzen Hilfsmittel und mach einfach die Tür auf! Gerade nachts oder wenn Du nicht da bist!
Wenn Du weg bist oder schläfst, können sich die Katzen ungestört annähern!
Das hat hier sogar immer bei meinen extrem schüchternen Katzen geklappt.
Aber stell Dich mal auf ca. mindestens ein halbes Jahr ein, bis alles reibungslos funktioniert.
Das wichtigste ist: Geduld und Liebe;)
Viel Erfolg!


Tja, DAS dachte ich auch mal. Bis sie mir alles vollgepisst und vollgeschissen hat, meine HuiBu, und zwar über mehrere Tage. Sauber ist sie eben nur, wenn die Tür ZU ist.
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #7
Tja, DAS dachte ich auch mal. Bis sie mir alles vollgepisst und vollgeschissen hat, meine HuiBu, und zwar über mehrere Tage. Sauber ist sie eben nur, wenn die Tür ZU ist.

Ja, aber eine geschlossene Tür kann ja nicht die Lösung sein, schliesslich sollen die beiden ja vergesellschaftet werden.
Ich würde auf jeden Fall erstmal noch 1-2 zusätzliche Klos aufstellen..und die Tür offen lassen.
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #8
Es stehen schon drei Klos, davon zwei in dem Raum, in dem sich HuiBuh aufhält...

Natürlich ist eine geschlossene Tür keine Dauerlösung. Wenn ich zu Hause bin, ist sie ja auch immer auf... Aber wenn Huibuh sich nicht traut, zwei Meter zum Klo zu gehen, außer die Tür ist zu, was soll ich dann machen?

Ich dachte, ich versuche einfach, die Tür immer länger offen zu lassen...
 
  • "Problemkatzen" vergesellschaften Beitrag #9
Aber wenn Huibuh sich nicht traut, zwei Meter zum Klo zu gehen, außer die Tür ist zu, was soll ich dann machen?

.

Die Tür auf lassen, ich bleibe dabei;) Halt mich jetzt für stur...aber so würde ich es machen.

Das kleine Gespenstchen erinnert mich an mein Möhrchen Nr. 1. Sie kam auch aus einem Tierheim und war total ängstlich. Sie hat 8 Wochen!!! in einer Kratzbaumhöhle verbracht, ehe sie sich da überhaupt mal raustraute. Anfassen ging gar nicht, und ich musste sie sogar in ihrer Höhle füttern, an den Napf traute sie sich ja auch nicht...Und ihre Geschäftchen landeten auch auf dem Teppich, weil sie sich absolut nicht ins Klo wagte! Sie hatte panische Angst vor den anderen Katzen! Und mich hat sie angefaucht und gekratzt! Also ich kann mir schon denken, was Du da für ein "Problemkätzchen" hast. Aber geschlossene Türen helfen da nicht! Bei der kleinen muss das "Eis" von selber brechen und sie muss sich trauen! Und bis dahin musst Du eben zähneknischernd die Pfützchen und grösseres wegwischen. Aber irgendwann traut sie sich! Da bin ich sicher. Durchhalten und viel Geduld lautet die Devise. ;)
Mein Möhrchen entwickelte sich jedenfalls mit der Zeit zur grössten Schmusekatze aller Zeiten. Und stubenrein war sie dann auch! Das Pieseln und K*** war nur vor lauter Angst....

Kopf hoch und halte durch! Mit solchen Katzen muss man einfach jede Menge Geduld haben. Aber die Liebe, die man dann am Ende von ihnen zurückbekommt, entlohnt für alle Mühen.

Ich würde erstmal gar nicht versuchen, sie zu streicheln oder ähnliches. Sie muss von sich aus auf DICH zugehen.
Und dann ist das Eis gebrochen. Sie muss erstmal ihre Angst und Unsicherheit verlieren.
 
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