Halsringreiten macht Spaß - ganz klar.
Ein Pferd muss nur entsprechend darauf umgestellt werden.
Mein früheres Pferd hatte Dominanzprobleme, war in der Dressur widersetzlich und Springsauer.
Er war als ich ihn umstellte ca. 9 Jahre alt und topfit.
Ich begann mit Bodenarbeit. Ihm hat das viel Spaß gemacht und seine Rittigkeit verbesserte sich, da er eben mehr Kopfarbeit leisten musste - er war einfach das ewige Kringelreiten müde und hatte daher viele gute Ideen was er mit seiner Zeit anfangen kann.
Ich begann ihn dann in den bekannten Übungen aus der Bodenarbeit zu reiten. Ich ritt mit Halsring und Trense. Er kannte die teilweise kniffligen Übungen und führte sie auf kleinste Hilfen aus. Bei der Bodenarbeit habe ich schon darauf geachtet, die Hilfen möglichst reitgerecht zu geben (Berührungen an Schenkellage und Beinen). Schon nach kurzer Zeit konnte die Trense wegfallen. Ich begann mit Bodenarbeit und stieg dann einfach auf und ritt weiter.
Nach einigen Monaten konnte ich ihn in allen Lektionen der L-Dressur auch mit Halsring reiten, er hatte Spaß an der Arbeit. Das Reiten auf Trense und Kandare wurde nicht schlechter - wei einige Ausbilder am Stall prophezeiten. Er wurde eher viel sensibler, da er sich endlich dazu bereiterklärte Gewichtshilfen sensibel anzunehmen.
Meinen jetzigen Hengst reite ich normal mit Wassertrense (Snaffle), Bosal und Bit. Sitzt eine Übung nehme ich das Kopfstück ab und lege den Zügel um den Hals, so habe ich das Zügelende in der einen und das Kopfstück in der anderen Hand. So reite ich alle Übungen und Manöver. Es ist für mich ein Test ob wirklich alles sitzt oder ob ich noch irgendwo mit dem Gebiss ein wenig fudel. Das kommt dem Halsringreiten sehr ähnlich.
Ein Pferd, das sowieso fast nur über Schenkel und Gewicht geritten wird, hat absolut keine Probleme mit dem Halsring. Ein Pferd, das alle 3 Hilfen benötigt (also Schenkel, Zügel und Gewicht) sollte umgestellt werden, was viel Spaß machen kann und gerade bei älteren Pferden, die nicht mehr so können eine tolle Abwechslung ist.