Meist liegt so ein Problem gar nicht am Unterschenkel, sondern am Oberkörper bzw. an der Hüfte.
Ist die Hüfte festgestellt, arbeitet der Oberkörper zu stark vor und zurück. Das passiert auch, wenn der Reiter zu stark versucht über den Sitz zu treiben. Hierbei ist die Mittelachse des Reiters fest und die Beine schwingen lustig vor und zurück, statt nur auf und ab zu federn - wie es die Galoppbewegung und die Schwerkraft vorsehen. Sitzübungen an der Longe (z.B. Ball werfen und fangen im Trab und Galopp) wirken Wunder.
Als Englischreiter hat du noch ganz gute Karten, da englisch gerittene Pferde den Spaß mit dem Unterschenkel meist ganz gut mitmachen. Als Westernreiter ist das schon sehr viel schwieriger. Ein gut ausgebildetes Westernpferd läuft auf einen Bump (leichtes Klopfen mit den Unterschenkeln) schneller und auf ein Öffnen der Schenkel und Anlegen des Sporens in gleicher Geschwindigkeit weiter (zum Aufwölben des Rückens. Pleasurepferde werden hierbei sogar langsamer). Je nach stärke deines Sitzfehlers könnte ein gutes Westernpferd auch einen fliegenden Wechsel vermuten oder einfach nur noch geradeaus gegen die nächste Wand laufen (so ein Exemplar habe ich z.B. der springt dann entweder um oder fanct sich, da er Fancing liebt. Das andere Pferd -Jungpferd- geht bei einem so unruhigen Schenkel einfach ab wie ein Zäpfchen, da sie fein geritten ist).
Für Jungpferde gleich welcher Reitweise, ist ein solcher Fehler Gift, da ein Pferd immer lernt. Alles was man tut, merkt sich das Pferd und reagiert darauf - abgestumpfte Pferde reagieren eben mit Gleichgültigkeit und Ignoranz der Hilfen.
Du solltest das Problem also wirklich möglichst schnell in den Griff bekommen, gerade wenn du ein Jungpferd reitest.