bis sie mir eines Tages auf einem soo gefährlichen Weg Richtung Heimat durchgegangen ist, dass ich echt heil froh war, als sie mit 4 heilen Beinen daheim angekommen ist.
Wenn Respekt, Vertrauen und Rangordnung vorhanden sind, geht normalerweise kein Pferd unkontrollierbar durch.
Es gibt im Grunde genommen zwei Gründe für's Durchgehen: Entweder das Pferd erschrickt oder es weiß, dass es damit durchkommt und so seinen Willen bekommt. Im ersten Fall rennt ein Pferd, das "seinem Menschen" vertraut, einige Meter, dann gehen die Ohren zum Mensch und wenn dieser signalisiert "alles ok, du kannst dich beruhigen, ich habe die Situation unter Kontrolle", dann rennt das Pferd auch nicht weiter. Wenn es durchgeht, um seinen Willen zu bekommen, dann gibt es schlicht und einfach keine Rangordung und das Pferd macht
immer, was es will. Wenn es dann mal dem Menschen gehorcht, dann nur weil es in dem Moment einfacher ist, zu gehorchen.
An diesem Tag habe ich MICH grundlegend geändert. Bin viel mehr auf sie eingegangen, habe sie mitentscheiden lassen (in gewissen Maßen)
Nur weil man auf Respekt und eine klare Rangordnung besteht, geht man doch trotzdem auf das Pferd ein

Man muss immer "zuhören", was das Pferd " zu sagen" hat. Es soll sich schließlich auch wohl fühlen und sich gern reiten lassen.
Und gerade da fängt das ganze wieder von vorne an: Pferde brauchen Sicherheit, um sich wohl zu fühlen. Für diese Sicherheit muss der Mensch sorgen und damit das Pferd auch den Menschen als denjenigen, der für Sicherheit sorgt, akzeptiert, muss dieser eben ranghöher sein. In einer Wildperdeherde wird auch niemals ein Pferd einem Rangniederen folgen, auch wenn dieses eine Wasserstelle kennt, sondern alls folgen dem Ranghohen, weil dieses Pferd gezeigt hat, dass es in der Lage ist, für die Herde zu sorgen - sonst wäre es nicht das ranghohe Tier.
Wie gesagt, auch ein "ranghoher Mensch" muss auf das Pferd reagieren. Sonst kann er ja auch gleich alleine durch den Wald laufen
Anfangs war das soo schwer einfach mal die Zügel durchhängen zu lassen, wenn sie am Rad gedreht hat, aber es hat uns tierischst geholfen, dass ich einfach öfter mal passiv war und nicht aus jeder Mücke einen Elefanten gemacht habe.
Naja, vielleicht hat sich dich ja damals doch als ranghoch annerkannt und sich nur aufgeregt, weil du sie bestätigt und angestachelt hast (unbewusst natürlich). Als du dann angefangen hast, passiv zu werden, hast du ihr damit signalisiert, dass es keinen Grund zum Aufregen gibt. Dadurch ist sie dann ruhiger geworden.
Das wäre zumindest meine Interpretation deiner Erfahrungen
Aber bevor ich das Problem beim Pferd suche, fange ich erst mal bei mir selbst an.
Das Respektproblem ist ja eigentlich auch ein Problem des Menschen. Kein Pferd hat ein großes Problem damit, sich zu unterordnen. Es liegt vielmehr in ihrer Natur. Der Mensch muss dem Pferd durch sein Verhalten nur zeigen, dass er auch wirklich fähig ist die mit der ranghohen Position verbundene Verantwortung zu übernehmen.
Mal abgesehen davon, dass ohne Respekt niemals Vertrauen herrschen kann (dazu könnt ihr euch mal Lillys Thread anschauen. Der ist oben angepinnt; leicht zu finden

), ist eine gleichberechtigte Partnerschaft oder auch ein Arrangement schlicht und einfach gefährlich. Denn was machst du, wenn das Pferd beschließt, dass es jetzt mit dem Entscheiden an der Reihe ist und munter auf die Hauptstraße zugaloppiert - das ist ja dann sein gutes Recht, Mensch und Pferd sind schließlich gleichberechtigt
