Regeln für Bockgruppen

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SusanneC

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Bockgruppen

Viele wollen lieber keine Böcke halten, wil sie Sorge haben, die würden sich dann nicht vertragen - Dabei kann man mit einigen Einfachen Regeln sehr harmonische Bockgruppen halten. Übrigens gibt es im Geruch keinen merklichen Unterschied zu Weibchen.

Vorab: wie viele Böcke sollen es werden? entweder nur 2, oder gleich 4 oder mehr - will man von Anfang an nur zwei Meeris, sind Böcke oft die bessere Wahl. Sie werden leichter zutraulich, genießen oft den Kontakt zum Menschen und neigen nicht so sehr zu Zickigkeiten wie Weibchen. Aber man kann Bockgruppen nicht schrittweise vergrößern, da gerade Gruppen von 3 Tieren von Streitigkeiten und Konflikten geprägt sind. In sehr vielen Fällen wird da regelmäßig die Rangordnung in Frage gestellt und über den Haufen geworfen, Gruppen dieser Größe, die wirklich über Jahre hinweg harmonisch sind, sind eher die Ausnahme.

Wenn Böcke Streit haben, und man trennt sie, dann ist diese Trennung meistens nur sehr schwer rückgängig zu machen. Eine Wiedervergesellschaftung von zwei Böcken, die schon Gelegenheit hatten sich wirklich zu hassen, ist so gut wie aussichtslos. Deswegen sollten Böcke nicht bei jedem Kratzer getrennt werden sondern nur dann, wenn es gar keine andere Lösung mehr gibt - und man sich sicher ist, auch zwei getrennte Gruppen gut unterbringen zu können.



Und nun die allgemeinen Regeln:

1. 1qm pro Bock als Richtwert, gerne in Form von mehreren Etagen oder mit einer optischen Trennung, etwa Käfig mit Dauerauslauf, wo man nicht über die Käfigschale gucken kann - ideal sollten sie sich nicht dauernd sehen sondern Bereiche haben, wo sie den anderen mal nicht sehen müssen.

2. Viele Futterstellen, viele Verstecke mit mindestens 2 Eingängen (ideal übers Eck), mehrere Heu- und Wasserstellen, alle Schlüsseldinge mehrmals, etwa Hängematten, Kuschelsachen und andere hochbeliebte Orte

3. Kastration ist sehr empfehlenswert - gerade Böcke aus schlechter Haltung können auch in höherem Alter noch ihre Rappelphase nachholen (vor allem bei schlechter Ernährung kann das noch kommen), und sich deswegen dauerhaft verkrachen - rechtzeitige Kastration mildert die Auswirkungen

4. Zähne klappern ist normal, sollte aber nicht öfter als einmal am Tag auftreten, sonst ist es wahrscheinlich zu eng oder sie sind hormonell zu weit oben.

5. Manche vertragen sich auch gut, wenn Mädels in Riechweite sind, andere (vor allem die die schon vorher kritisch waren) fangen deswegen ernsten Streit an - erst mal vorsichtig testen, bevor man in den selben Raum mit Mädels eine Bockgruppe setzen möchte.

6. Bockhaltung IST anders als Gemischtgruppenhaltung. Es gibt öfter mal Reibereien, dafür sind die Tiere aber zutraulicher dem Menschen gegenüber, oft sogar Streichelschweine dabei. Sie langweilen sich manchmal miteinander, an anderen Tagen dagegen ist viel Kontakt - je nach Laune. Viele Böcke verbindet eine Art der Hassliebe, auf die Art ist ihre Beziehung oft inniger als die von Weibchen, die sich eben oft eher gleichgültig gegenüber stehen.

7. Wenn ein Bock stirbt und der zweite ist nicht kastriert hast man ein Problem, weil man nicht einfach irgendeinen gleichalten Bock zugesellen kann sondern nur ein Baby - die Kombi Baby und Opa ist aber immer für beide sehr unbefriedigend (Baby will spielen, Alter seine Ruhe). Auch in dieser Hinsicht ist Kastration unbedingt empfehlenswert!
Außerdem findet man immer dann, wenn man ganz dringend ein Babyböckchen für einen alten Bock sucht, kein geeignetes Tier im Umkreis von 100 Kilometern.

8. Vergesellschaftungen von Böcken die sich nicht kennen sind oft langwieriger und mit kleinen Raufereien verbunden. Versucht man trotz allem zwei erwachsene Böcke aneinender zu gewöhnen sollten beide Jahrelange Erfahrungen in Bockgruppen haben, ruhige Charaktere sein mit wenig Machoallüren und man sollte dabei sehr viel Geduld haben.

9. Am besten klappt die Vergesellschaftung mit einem Babybock unter 12 Wochen, wenn dieser aber älter wird und anfängt nach Bock zu riechen und sich wie ein Bock zu verhalten kann es zu neuen Schwierigkeiten und Konflikten kommen. Oft versucht dann der Jungbock die Ranghohe Position einzunehmen, den alten Bock zu verdrängen - was dieser sich oft nicht gefallen lässt. Rechtzeitig kastriert fällt dieses problem erheblich leichter aus, es gibt weniger Probleme und keine ernsthaften Kämpfe, die Kontrahenten sind kastriert einfacher abzulenken.

10. Bockgruppenhalter brauchen ein wenig innere Ruhe - wenn schon der Halter nervös ist und wegen jeder Schramme zum Tierarzt geht haben auch die Böcke weniger Ruhe und mehr Aufregung als notwendig.
 
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