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  • Pferdewirtin Beitrag #1
Julia Theresa

Julia Theresa

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Hallo,
ich wollte mal fragen, ob hier jemand eine Ausbildung als Pferdewirtin gemacht hat, es vor hat oder gerade dabei ist? ;)
Ich bin dabei es mir zu überlegen und habe ncoh so einige Fragen offen, da wäre es hilfreich sich mit jemandem auszutauschen, der Erfahrungen hat.

Liebe Grüße
Julia
 
  • Pferdewirtin

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  • Pferdewirtin Beitrag #2
Ich bin derzeit auf der Zielgeraden meiner Ausbildung. Was für Fragen hast du denn ?
 
  • Pferdewirtin Beitrag #3
Uhi cool :)
Also erstmal wollte ich fragen, wie wichitg es ist, dass man 18 Jahre alt ist. Soeben habe ich eine Mail von einem gestüt bekommen. Sie haben geschrieben, dass es halt wichtig ist, dass man einen Führerschein hat.
Ich würde mich wenndann für die Fachrichtung Gangartreiten interessieren. Ich denke halt, dass ich nicht wierklich Chancen habe auf einen Platz, da es bestimmt eine begehrte Ausbildung ist. Ich besitze halt keine Erfahrung in Sachen Turnieren oder habe auch noch nie direkt mit Jungpferden gearbeitet oder Ähnliches...
Also ich meine, es gibt ja soo viele, die in den Sachen so richtige Kracks sind und das bin ich eben noch nicht so. Da ich auch erst seit 8 Monaten mein erstes eigenes Pferde habe. Und man ja dadurch schon viel mehr mitbekommt und weiterkommt als wenn man nur einmal in der Woche zum Reitunterricht fährt..:(

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Achso, was ich ja noch wissen wollte ist, wie ist dass mit der Berufsschule? Finde da niergendswo Informationen drüber....
 
  • Pferdewirtin Beitrag #4
18 Jahre alt zu sein, ist nicht unbedingt ein Muss, aber sehr begehrt - wer Autofahren und vielleicht sogar einen Hänger mitführen kann ist ganz klar im Vorteil. Und man muss zudem wissen, dass man als Pferdewirt häufig mobil sein muss. Hier mal hinfahren, da mal hinfahren. Vllt ist die Anlage ja auch am Arsch der Heide, dann wärs von Vorteil ein Auto zu haben um in angemessener Zeit einen Supermarkt bzw Zivilisation zu erreichen.
Zudem ist man als unter 18-jähriger einfach nicht voll einsetzbar und genau das ist es, was für Betriebe zählt. Du musst viel und hart arbeiten !
So wie ich es mitbekommen habe muss man fürs Gangreiten nicht unbedingt n Crack im Gangreiten sein. Das lernt man dann dort. Was man aber sein muss, ist ein fleißiger, schneller, motivierter Arbeiter. Du bist der Depp vom Dienst, das muss dir klar sein. Natürlich ist es auch mal lustig und nett, aber grundsätzlich ist man wirklich das letzte Würmchen. Und die Arbeit ist meist sehr hart. Du mistest im Akkord, bringst zich Pferde am Tag raus, musst hier mal was schweres Heben und da mal nen Sprint hinlegen. Wirklich du musst sportlich einfach fit sein, sonst hast du ein Problem. So ein Würstchen will kein Betrieb. Erfahrung zählt. Mach doch einfach mal ein paar Praktika. Das empfehle ich dir wirklich sehr ! Man stellt sich das immer so lustig blumig vor. Pferdchen einreiten und so... aber der größte Teil ist wirklich Anstrengung. Probiers erstmal aus, dann kannst du immer noch an die Bewerbung gehen.

Erfahrungen mit Jungpferden sind zwar willkommen, aber grundsätzlich reicht es den Betrieben, wenn du gut genug reitest (vllt kannst du ja Reitabzeichen vorweisen, das ist immer positiv) und im Stall eine Hilfe bist.

Übrigens: Bei landwirtschaftlichen Betrieben kommt es immer besser, wenn du anrufst ! Nicht einfach irgendwo Unterlagen hinschicken. Immer erst telefonisch Rücksprache halten. Vllt kannst du auch so erstmal ein Praktikum absolvieren. Die Betriebe gucken sich dann an wie du arbeitest und wenn du ihnen gefällst, bist du quasi schon eingestellt, egal ob sie deine Unterlagen gesehen haben oder nicht. Deine Bewerbungsunterlagen solltest du aber trotzdem immer vorbereitet dabei habn. Du musst dich einfach gut verkaufen.

Die Berufsschule ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Da musst du dich mal mit der Landwirtschaftskammer deines Bundeslandes auseinandersetzen. Gibt es sicher ne Internetseite auf der eine Telefonnummer von einem Ansprechpartner zu finden ist.
 
  • Pferdewirtin Beitrag #5
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
An ein Praktikum habe ich auch schon gedacht. Das eine Gestüt hat gesgat, dass man darüber reden könnte.
Also dass es nicht immer nur Zuckerschlecken ist, habe ich mir schon gedacht. Und richitg mit anpacken mache ich eigentlich auch immer gern. Aber denke halt irgendwie trotzdem, dass ich nicht so große Chancen habe... Aber ich werde mein Bestes geben ;) In den nächsten Tagen schaffe ich es hoffentlich die Bewerbung fertig zu machen und denen zu schicken.
Vielen Dank schonmal ;)
 
  • Pferdewirtin Beitrag #6
Ein Praktikum ist wirklich sehr sinnvoll. Du kannst ja auch zweigleisig fahren. Frag doch mal bei anderen Höfen an, sei nicht festgefahren.
Und denk dran: Als Pferdewirt wird man nicht reich, eher im Gegenteil. Man mus schon echt was drauf haben, wenn man nachher damit seine Brötchen verdienen will. Man muss für den Beruf leben, sonst geht man ein.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel spaß und Erfolg. Glaub dran und reiß dir den Hintern auf, dann wird das auch was :)
 
  • Pferdewirtin Beitrag #7
Hallöchen!
Ich habe zwar keine Ausbildung zur Pferdewirtin gemacht aber an dem Hof an dem ich seit 13 Jahre reite habe ich schon etliche (!) Auszubildende kommen und gehen sehen. Und immer ist es die rosarote Vorstellung die diese Menschen dazu treibt diese Ausbildung zu machen und irgendwann wir den meisten dann klar dass es eigentlich nicht das reiten ist das den Beruf definiert sondern die harte Arbeit. Von den insges (bin mir nicht sicher aber ich denke) 13 - 15 Azubis die die dort am Stall haben/hatten, haben 5 die Ausbildung abgebrochen und 5 haben nach der Ausbildung eine Folgeausbildung gemacht (ganz andere Richtung) weil sie sagen dass das zu viel harte Arbeit für den Lohn ist. Was man da verdient weiß ich nicht, das hat da niemand so recht erzählt, aber ich glaube wirklich erfolgreich in dem Beruf kann man nur sein wenn man SEHR gut ist oder/und noch dazu einen eigenen Stall daheim hat den man dann bewirtschaften kann (ich hoffe SoylentGreen wiederspricht mir wenn ich totalen Quatsch erzähle, das sind so die Dinge die man eben von den Azubis erzählt bekommt).
Vor allem gibt es da keine 8-Stunden Tage.... war in den Ferien oft auch den ganzen Tag am Stall, für mich wars Freizeit, die arbeiten schon Stunden bevor ich kam und arbeiten noch Stunden nachdem ich abgeholt wurde. Letzte Woche war ich am Stall und hab um 21:00 einen Azubi getroffen, sie war seit 06:00 auf den Beinen. Arbeitsschutzgesetzt spielt da teilweise auch keine große Rolle. Ich weiß nicht ob das bei mir nur ein "extremer Stall" ist in der hinsicht, aber ich kann mir das schon vorstellen....

Hut ab vor allen die das machen, wirklich mein höchster Respekt!!! Ich will dir da auch nichts ausreden, wirklich nicht! Aber mach erstmal ein Praktikum, lass dir vielleicht von anderen (in deiner Nähe auch) erzählen wie die üblichen Gehälter dort sind und überleg dir ob du für die Pferde tatsächlich leben willst. Das ist nochmal ne ganz andere Nummer als "Freizeitreiter" sein. Ich liebe mein Pferd über alles, ich liebe die Pferde allgemein, aber dieser Job ist wirklich ne riesen Sache.....

Ich drück dir die Daumen dass du die richtige Entscheidung für dich triffst und dann auch eine Ausbildungsstelle bekommst :)
 
  • Pferdewirtin Beitrag #8
Was man da verdient weiß ich nicht

Das kommt sehr darauf an. Wenn du Pech hast, bekommst du als Azubi 250 Euro/Monat, bei 'besseren' Höfen durchaus auch mehr. Bei Natalie war es so, dass sie 2 Wochen gearbeitet hat von 05.30 Uhr bis 21 Uhr - zwei Wochen lang. Dann gab es 3 Tage Pause und dann wieder 2 Wochen arbeiten. Und das quasi für einen 'Hungerlohn'. Meistens gibt es Gefahrenzulage, die fällt aber auch kaum ins Gewicht, da es nur ein paar Euros sind.
Sie hat danach eine Ausbildung zur Nageldesignerin gemacht und 26 ihrer 28 Mitschüler hat sich dann nach der Ausbildung für eine andere Richtung entschieden - nur zwei blieben wirklich als Pferdewirt tätig.
 
  • Pferdewirtin Beitrag #9
Hallo!

Vor allem solltest Du Dir überlegen, ob Du das körperlich schaffen kannst. 50 Kilo-Säcke Hafer und Heucobs, Schubkarren voll Mist, nicht nur einen, sondern 20 Sättel auf Pferderücken wuchten, die höher sind, als Du groß bist? Schaffst Du das vom Rücken her, hast Du kerngesunde Knie? wenn Dir jetzt schon nach einer Stunde Basketball das Knie weh tut wirst Du es sicher nicht schaffen.und beim Rücken zeigt sich erst im laufe der nächsten 20 jahre wie gut er ist - aber wenn deine Eltern schon Rückenprobleme haben könnte es sein, dass du da was geerbt hast.

Mach auf jeden Fall erst mal ein Praktikum, es hilft nichts, wenn Du eine Ausbildung anfängst und dann abbrechen musst, da verlierst Du sehr viel zeit und es macht sich auch nicht gut im Lebenslauf.
 
  • Pferdewirtin Beitrag #10
Ich kann hier allen nur zustimmen. Es ist die harte Arbeit. Auch Bereiter sein ist kein Zuckerschlecken ! Man reitet da nicht 1-2 Pferdchen lustig durch die Bahn, sondern man leistet da zu Pferd wirklich Knochenarbeit und reitet auch mal 8 oder mehr Pferde und dann aber auch nicht die braven super ausgebildeten S-Pferdchen, sondern wirklich harte Brocken. Absolut verrittene, unerzogene, schwierige Pferde. Auch Jungpferde, die auch nicht immer lernwillig sind.
Zudem stößt man auch oftmals an die Grenzen seiner Tierliebe. Ob mangelhafte Bewegung für Pferde, gerade bei Hengsten gern mal gemacht, etwas klein gehaltene Boxen, unzureichende/übermäßige Fütterung, Betrug an Kunden, totale Überpflegung oder Gewalt. Egal auf was für einem Betrieb man ist, irgendwas davon ist vorzufinden.

Und vor allem die Arbeitszeiten und der Lohn... das ist so eine Sache ja. Je nachdem hat man vllt Privatsphäre, vllt aber auch nicht... Man hat evtl. auch mal einen seeeeehr langen Arbeitstag oder häufiger, vllt hat man auch niemals einen 8-Stundentag. Dafür verdient man ein Nichts. Ich erhalte eigentlich, wenn ich hier von 250 Euro höre, ja anscheinend einen ganz guten Lohn - allerdings kriege ich nur die Hälfte davon. Die andere Hälfte trete ich bereits ab um dort zu wohnen und verpflegt zu werden.

Zudem sind Kollegen, Chefs, Ausbilder oder sogar Kunden auch nicht gerade das Sonnenscheinkomitee. Ich habe viel von Mitauszubildenden gehört. Es geht von einfachem Zusammenfalten, über richtige Beleidigungen, bis hin zu Mobbing. Ich höre auch von guten Verhältnissen, aber grundsätzlich herrschen in der Landwirtschaft eher rauhe Verhältnisse. Aber da muss man sich kennen. Kann man auch mal eine ordentliche Standpauke ertragen für Dinge, die man vllt sogar nicht mal verbrochen hat doer als ungerecht empfindet, oder gehört man zu der Sorte, die es schnell gestrichen voll hat und zurückpöbelt oder sogar zusammenbricht und heult ? Man muss schon riniges verkraften können, sonst hält man es einfach nciht durch. Es sind 3 Jahre, mit Fachhochschulreife, Abitur oder bereits abgeschlossener Berufsausbildung nur 2 Jahre, aber immerhin, es ist Zeit, die man durchstehen muss. Da sollte man nicht nah am Wasser gebaut sein.

Und vor allem sind die Berufsaussichten nicht die besten. Wer kennt schon einen Hof auf dem ein Pferdewirt arbeitet ? Meist sind es irgendwelche ungelernten Kräfte oder Azubis - die kann man schlechter bezahlen...

Und eben die körperliche Arbeit ja. Man muss wirklich wirklich fit sein ! Gerade wenn man sich auf einem Stall meldet auf dem es vieeeeele Pferdeboxen gibt. Die musst du alle ausmisten. Das ist kein Zuckerschlecken. Mit dem Zeitdruck... Da herrscht einfach schlechte Laune, anders kann mans nicht sagen, die Leute haben Stress.
Was ich vor allen Dingen schlimm fand, war das schnelle Laufen. Das war kein schnelles Gehen, ich bin quasi über sich selbst gestolpert beim Laufen als ich auf einem hof ein PRaktikum absolvierte, weil man sich einfach so beeilen musste. Man hätte über Hof joggen müssen um mit allem rechtzeitig fertig zu werden. Ein Witz ! Ende vom Lied war bei mir übrigens eine entzündete Achillessehne.

Ich will das wirklich keinem ausreden, es ist ein schöner Beruf, aber man muss sich im Klaren sein, dass er mit Sicherheit nicht lustig fideldi wie bei Wendy ist.
 
  • Pferdewirtin Beitrag #11
Wenig Geld, wenig Urlaub, 7 Tage Job, garantiert mehr als 10 Stunden pro Tag. Wäre nichts für mich.
 
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