Ich kann hier allen nur zustimmen. Es ist die harte Arbeit. Auch Bereiter sein ist kein Zuckerschlecken ! Man reitet da nicht 1-2 Pferdchen lustig durch die Bahn, sondern man leistet da zu Pferd wirklich Knochenarbeit und reitet auch mal 8 oder mehr Pferde und dann aber auch nicht die braven super ausgebildeten S-Pferdchen, sondern wirklich harte Brocken. Absolut verrittene, unerzogene, schwierige Pferde. Auch Jungpferde, die auch nicht immer lernwillig sind.
Zudem stößt man auch oftmals an die Grenzen seiner Tierliebe. Ob mangelhafte Bewegung für Pferde, gerade bei Hengsten gern mal gemacht, etwas klein gehaltene Boxen, unzureichende/übermäßige Fütterung, Betrug an Kunden, totale Überpflegung oder Gewalt. Egal auf was für einem Betrieb man ist, irgendwas davon ist vorzufinden.
Und vor allem die Arbeitszeiten und der Lohn... das ist so eine Sache ja. Je nachdem hat man vllt Privatsphäre, vllt aber auch nicht... Man hat evtl. auch mal einen seeeeehr langen Arbeitstag oder häufiger, vllt hat man auch niemals einen 8-Stundentag. Dafür verdient man ein Nichts. Ich erhalte eigentlich, wenn ich hier von 250 Euro höre, ja anscheinend einen ganz guten Lohn - allerdings kriege ich nur die Hälfte davon. Die andere Hälfte trete ich bereits ab um dort zu wohnen und verpflegt zu werden.
Zudem sind Kollegen, Chefs, Ausbilder oder sogar Kunden auch nicht gerade das Sonnenscheinkomitee. Ich habe viel von Mitauszubildenden gehört. Es geht von einfachem Zusammenfalten, über richtige Beleidigungen, bis hin zu Mobbing. Ich höre auch von guten Verhältnissen, aber grundsätzlich herrschen in der Landwirtschaft eher rauhe Verhältnisse. Aber da muss man sich kennen. Kann man auch mal eine ordentliche Standpauke ertragen für Dinge, die man vllt sogar nicht mal verbrochen hat doer als ungerecht empfindet, oder gehört man zu der Sorte, die es schnell gestrichen voll hat und zurückpöbelt oder sogar zusammenbricht und heult ? Man muss schon riniges verkraften können, sonst hält man es einfach nciht durch. Es sind 3 Jahre, mit Fachhochschulreife, Abitur oder bereits abgeschlossener Berufsausbildung nur 2 Jahre, aber immerhin, es ist Zeit, die man durchstehen muss. Da sollte man nicht nah am Wasser gebaut sein.
Und vor allem sind die Berufsaussichten nicht die besten. Wer kennt schon einen Hof auf dem ein Pferdewirt arbeitet ? Meist sind es irgendwelche ungelernten Kräfte oder Azubis - die kann man schlechter bezahlen...
Und eben die körperliche Arbeit ja. Man muss wirklich wirklich fit sein ! Gerade wenn man sich auf einem Stall meldet auf dem es vieeeeele Pferdeboxen gibt. Die musst du alle ausmisten. Das ist kein Zuckerschlecken. Mit dem Zeitdruck... Da herrscht einfach schlechte Laune, anders kann mans nicht sagen, die Leute haben Stress.
Was ich vor allen Dingen schlimm fand, war das schnelle Laufen. Das war kein schnelles Gehen, ich bin quasi über sich selbst gestolpert beim Laufen als ich auf einem hof ein PRaktikum absolvierte, weil man sich einfach so beeilen musste. Man hätte über Hof joggen müssen um mit allem rechtzeitig fertig zu werden. Ein Witz ! Ende vom Lied war bei mir übrigens eine entzündete Achillessehne.
Ich will das wirklich keinem ausreden, es ist ein schöner Beruf, aber man muss sich im Klaren sein, dass er mit Sicherheit nicht lustig fideldi wie bei Wendy ist.