Ein guter Hundetrainer - Qualitätsmerkmale


  1. #1
    Midoriyuki

    Ein guter Hundetrainer - Qualitätsmerkmale

    In der Hoffnung, dass ich jetzt nicht nach mehrfacher Suche einen bereits existierenden Beitrag mit diesem Thema übersehen habe, möchte ich mal kurz Kriterien vorstellen, die man bei der Suche nach einem guten Trainer berücksichtigen sollte.
    Aus eigener Erfahrung mit unterschiedlichen Trainern, die selbst im Bereich der Therapiebegleithundeausbildung hauptsächlich über starkes Meideverhalten arbeiten, ist das natürlich absolut nicht allgemeingültig, sondern nur meine persönliche Meinung/Erfahrung bezüglich der Gütekriterien eines Trainers. Kritik und Verbesserungen ausdrücklich erwünscht!


    1. Umgang mit Kunden


    Ein HT (Hundetrainer) ist ein Dienstleister wie auch z.B. ein Klempner. Natürlich liegt hier der Unterschied darin, dass er mit lebenden Wesen arbeitet, aber vom Grundsatz her gilt auch für einen HT, dass er sich Kunden gegenüber immer respektvoll und angemessen verhalten muss. Korrekturen, Kritik, Anleitungen usw. stehen natürlich außer Frage, aber die sollte immer in einem höflichen und sachlichen Tonfall geschehen.



    2. Umgang mit Hunden allgemein


    Auch wenn der HT mit Hunden arbeitet, werden diese nur im Notfall angefasst. Damit ist gemeint, dass der Trainer nicht bei jeder Übung dem Besitzer den Hund „abnimmt“ und selbst mal eben macht damit man weiß wie es geht. Der Trainer selbst braucht im Normalfall überhaupt keine Beziehung zum Hund, da er nicht als Erzieher, sondern als „Kommunikationshelfer“ zwischen Hund und Halter fungiert. Übungen bei Missverständnissen seitens der Besitzer einmal exemplarisch zu demonstrieren ja, aber niemals Übernahme von kompletten Abläufen ohne vorhergehende ausführliche Erklärung.

    Übungen sollten je nach individuellem Können nach und nach aufgebaut werden - um Infano zu zitieren - ""bei Fuß" ist nicht wie Zumba und der Hund lernt es nicht, indem er einfach an der kurzen Leine über den Platz gezerrt wird.".



    3. Kontaktaufnahme


    Ruft man in einer Hundeschule an, weil man nicht einen regulären Kurs buchen möchte, z.B. einen Welpenkurs, sondern weil man bereits ein Problem mit seinem Hund hat, wird man nicht per Telefon abgefertigt und in einen Kurs eingeordnet, sondern der HT erfragt sich ein grobes Bild, begutachtet aber auf jeden Fall den Hund vor einem Trainingsbeginn in irgendeiner Form und gibt eine Prognose und Einschätzung ab.
    Als Beispiel: Rex ist leinenaggressiv und hat bereits einen anderen unkastrierten Rüden gebissen.
    Jetzt sollte nicht nur symptomorientiert gedacht werden á
    la Rex kommt in die Gruppe ohne unkastr. Rüden, sondern der Trainer schaut sich das Verhalten an, provoziert es unter Umständen, erfragt alle wichtigen Hintergründe (Sozialisiation, Besitzerwechsel, Krankheiten, Eigenarten, Umfeld…) und begründet wodurch das Verhalten ausgelöst wird.
    Soll heißen: Der Grund für das jeweilige Verhalten wir akribisch ermittelt und bearbeitet. Nicht das Symptom.



    4. Anteil Theorie/Praxis


    Theorie ist auch in der Hundeerziehung unabdingbar. Kennt man die verhaltensbiologischen Hintergründe nicht erscheinen viele Verhaltensweisen aus unserer Perspektive absolut nicht sinnvoll, für den Hund sind sie jedoch genau das.
    Jede Übung, jeder Handschlag kann vom Trainer erläutert werden. Warum so und nicht anders und was soll damit bezweckt werden?
    Ein Trainer muss immer begründen müssen warum er tut was er tut – und zwar gut.



    5. Fachwissen


    Ausbildung und Weiterbildung eines HT sollten immer problemlos erfragt und hinterfragt werden können. Warum z.B. hat er die Ausbildung bei XY gemacht? Oder warum hat er keine gemacht?
    Welche Literatur empfiehlt er und findet sie besonders relevant?
    Diese Fragen setzen natürlich voraus, dass man selbst auch etwas im Thema ist. Sollte dem nicht so sein, sollte es für den Trainer kein Problem darstellen Grundlagenliteratur zu empfehlen, die aktuell ist.
    Natürlich ist auch immer das Bauchgefühl entscheidend für manche Situationen, jedoch gilt auch hier: Die Menge macht´s. Nur aus dem Bauch heraus ohne entsprechendes Fachwissen kann für alle Seiten nachteilig sein.
    Besonders sei hier auch nochmal zu erwähnen, dass ein HT sich mit Rassen und ursprünglichen Zuchtzielen des jeweiligen Hundes (auch bei Mischlingen sofern bekannt) auskenne muss um Verhalten richtig einordnen zu können.
    Die Aussage z.B. „Mit Herdenschutzhunden arbeite ich sonst nicht, daher machen wir das jetzt einfach mal wie bei einem Hütehunde…“ ist daher inakzeptabel.



    6. Die eigenen Hunde


    Kein Kriterium im eigentlichen Sinne, aber durchaus relevant. Im Normalfall sind Hundetrainer auch gleichzeitig Hundebesitzer.
    Meiner Meinung nach ist es nicht so wichtig, ob die Hunde des Trainer 100%ig jeden Trick vorführen können, sondern, dass sie immer kontrollierbar bleiben.
    Soll heißen: Der Notfallhund Paco hasst andere Hunde. Er bleibt aber bei seinem Besitzer, dem Trainer, obwohl er vllt. Bellt und knurrt. Er ist kontrollierbar.
    Hier sollte man darauf achten wie mit den eigenen Hunden umgegangen wird und wie die Beziehung des Trainers zu seinen Hunden ist. Werden diese selbst manchmal körperlich bestraft etc. etc. etc.



    7. Gewalt“freiheit“


    Eine komplett gewaltfreie Erziehung gibt es nicht, da bereits der Entzug von etwas Gutem, z.B. ein Knochen, eine Strafe darstellt und somit als Gewalt gewertet werden kann – im ganz engen Sinne.
    Allerdings sollte ein Trainer niemals einen Hund schlagen, schubsen, treten, anschreien, kneifen, die Ohren umdrehen, auf den Rücken drehen, im Nacken schütteln oder gar ein Stachelhalsband, Würgehalsband, Teletakt, Sprayhalsband, Leinenruck etc.etc.etc benutzen.
    Das hat in der Hundeerziehung nichts verloren.
    Auch direkte Konfrontation mit einem Angstreiz bis zur völligen Erschöpfung und Resignation gehören hier nicht hin (Beispiel: Einen Angsthund solange festhalten bis er es duldet, dass man ihm einen Maulkorb anlegt.). Zum Nachschlagen einfach mal nach „flooding“ googeln.



    8. Leckerlies


    Ob ein HT mit oder ohne Lec kerlies arbeitet ist im Prinzip irrelevant. Tut er es gilt jedoch folgender Grundsatz: Nicht locken, sondern belohnen.
    Für Übungseinheiten wird das Leckerlie nicht als Lockmittel, sondern als Belohnung benutzt.
    Soll heißen: Nicht die ganze Zeit mit dem Leckerlie in der Hand, direkt über der Nase, „Fuß“ üben, sondern erst das Leckerlie rausholen, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Es wird belohnt und nicht nur stumpf gelockt.
    Wer gelockt wird, kann nicht lernen, sondern weiß nur: Ich muss dem Leckerlie hinterherlaufen, nicht an Frauchens Bein kleben.
    Lob sollte allgemein immer so gehandhabt werden.
    Für den Aufbau einer Übung kann kurzzeitig gelockt werden um das Verhalten zu provozieren, jedoch sollte das auch wieder abgebaut werden.


    Erziehungshilfsmittel

    Hilfsmittel wie z.B. das Halti sollten nicht "einfach so" pauschal jedem für die Leinenführigkeit in die Hand gedrückt werden. Hier sollte zunächst über die Motivation des Hundes gearbeitet werden. Scheint es notwendig solche Hilfsmittel zu verwenden ist es Aufgabe des HT den Halter über Gefahren und Risiken und die richtige Anwendung ausführlich aufzuklären und erst "allein ins Gefecht" zu schicken, wenn er sich versichert hat, dass die Handhabung ohne Schaden für den Hund mit Lerneffekt erfolgen kann.
    Hier ist absolute Sorgfalt gefragt.




    9. Welpenstunden


    Hört man in einer Welpenstunden den folgenden Satz sollte man seinen Welpen nehmen und gehen: Die machen das unter sich.
    Nein, tun sie nicht.
    Sie spielen, raufen und balgen natürlich aber gleichzeitig können sie auch mobben, jagen und fehlende Beißhemmung bei älteren Welpen erledigt den Rest.
    Welpen müssen von ihrem Besitzern immer das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie vor allem beschützt werden.
    Steigern Welpen sich zu sehr ins Spiel rein und alle stürzen sich auf den Chi-Welpen muss der Trainer dies sehen und den Besitzern erklären wie jetzt möglichst schnell die Situation wieder entspannt werden kann.
    Sitzt nur ein unsozialisierter Welpe in dem Haufen kann hier ganz schnell für alle eine negative Erfahrung gemacht werden.
    Im Optimalfall läuft ein adulter, gut sozialisierter Hund in den Stunden mit um bei Ärger effizient für Ruhe zu sorgen. So lernen die Kleinen schnell wie die Welt der Großen funktioniert und wo Grenzen liegen. So punktgenau kann das nämlich kein Mensch korrigieren wie ein adulter Hund.
    Zudem sollte in Welpenstunden nicht das reine Spiel, sondern besonders auch die Beziehung zum Menschen unterstützt werden.
    Andere Hunde sind toll, aber Abenteuer wie „Über-die-schreckliche-Wippe-laufen“ werden nur mit Mama/Papa erlebt. Immer ohne Druck und mit pos. Bestätigung. Das schafft Vertrauen.




    10. Gruppengröße

    Die Gruppen sollten immer klein und überschaubar bleiben. Für jeden sollte die Möglichkeit bestehen auch mal 5 Min ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen ohne, dass 20 Leute gelangweilt drum herum stehen.
    Nur in kleinen Gruppen mit unter 10 Personen/Hunden (mMn höchstens 6) kann effizient und individuell gearbeitet werden.


    11. Offenheit


    Schlussendlich ist es absolut elementar, dass HT immer offen für neue Ideen und Konzepte bleiben und sind.
    Anregungen vom jeweiligen Kunden sollten nicht abgeschmettert werden, da nur der Trainer weiß wie der Hase läuft, sondern immer ernst genommen und begründet widerlegt oder bestätigt werden können. Der HT sollte also auf die Wünsche des Halters eingehen und akzeptieren, wenn bestimmte Methoden abgelehnt werden.

    Das waren jetzt vorerst die Kriterien, die ich als besonders wichtig erachte, wenn man nach einem Hundetrainer sucht.
    Wie gesagt: Ergänzungen sind natürlich absolut notwendig

    Lieben Gruß,
    Midori
    Geändert von *Mischling* (14.07.2013 um 20:04 Uhr)

  2. Anzeige
    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #2
    Infano
    Das hast du schön geschrieben Mido!

    Noch eins: Die Übungen sollten je nach Individuum gesteigert werden.
    "bei Fuß" ist -im Gegensatz zu der einen Trainerin, die ich mir mal angeschaut hatte- nicht wie Zumba und der Hund lernt es nicht, indem er einfach an der kurzen Leine über den Platz gezerrt wird.

  4. #3
    Midoriyuki
    Danke, Infano

    Hab im Text unter "Umgang mit Hunden" das noch als Zusatz mit reingeschrieben

  5. #4
    Pewee
    Ich würde gerne bei Punkt 11 noch ergänzen, dass der Trainer auch offen für die Wünsche des Halters sein muss. Manche Trainer arbeiten mit Meideverhalten (über den Sinn und Unsinn mag ich mich hier gar nicht streiten), was nicht jedermanns Sache ist. Der HT sollte auf diese Wünsche eingehen und nicht nur sein Standardprogramm abspulen, sondern flexibel in dieser Hinsicht sein.

    Ansonsten würde ich mich freuen, wenn wir diesen informativen Thread oben anpinnen könnten, damit er nicht untergeht und wir ihn immer bei Bedarf verlinken können

    Wirklich toll geschrieben

  6. #5
    *Mischling*
    Super Text!

    Ich war mal so frei, Pewees Vorschlag in einem Satz zu ergänzen .

  7. Adbot

  8. #6
    Midoriyuki
    Freut mich eure Zustimmung zu finden

    Danke, Mischling

  9. #7
    willi79
    Super Midori!
    Der Text ist klasse!

    Ach, und meine Trainerin erfüllt tatsächlich alle genannten Punkte!
    Was haben wir ein Glück!

    Ich bewundere bei ihr immer ihre Souveränität, sie hat die Ruhe weg. Und versteht es uns auch nach Rückschlägen wieder zu motivieren, weiter zumachen, dranzubleiben!

  10. #8
    Pewee
    Ich war mal so frei und habe den Thread angepinnt

  11. #9
    kleiner Falke
    interessanter Thread, für mich natürlich sowieso interessant. Immer spannend zu sehen, auf was die Leute achten, was ihnen wichtig ist. Ein guter Text, gut geschrieben.

    Ich selber kann aus Erfahrung sagen, dass ich persönlich es sehr wichtig finde, dass die eigenen Hunde / der eigene Hund des Hundetraines tatsächlich eine gute Referenz darstellen. Wenn ein Hundetrainer mit 2 an der Leine keifenden und ziehenden Hunden daherkommt, würde ich mir (egal welche Probleme ich mit meinem Hund habe) sehr gut überlegen, ob ich den als "Vorbild" und Lehrer haben möchte---mit seinen Hunden. Denn letztendlich sind die "Kunden" ja oft auch sehr schnell beindruckt, wenn der Hund des Traines gut kontrollierbar ist und sagen sich: wow, also mein Ziel wäre, dass mein Hund auch so wird.
    Das erlebe ich zumindest sehr oft und das gibt ne gute Basis und einen guten Ansatz fürs Training. Gerade wenn es auch darum geht, das Rudelverhalten zu nutzen und damit gute Trainingserfolge zu erzielen (Hunde lernen sehr gut von anderen Hunden), dann müssen die Vorbild-Hunde auch wirklich Vorbilder sind. Ich finde, es macht ne schlechte Falle, wenn man einen Trainingsspaziergang mit dem eigenen Hund, dem Hundetrainer und dessen Hund macht und dieser dann nem Reh hinterher wetzt, auf Zuruf nicht kommt oder gar den Radfahrer verfolgt...

    Zu den Methoden selber kann ich nur sagen: es gibt ganz viele verschiedene Typen von Menschen. Genauso von Hunden. Mischt man Hunde und Menschen, gibt es eine fast unendliche Bandbreite an Typen und Charakteren. Ein guter Hundetrainer muss auf jeden einzelnen eingehen können. Beim einen arbeitet er vielleicht mit Leckerli, weil Hund und Mensch darauf ansprechen. Beim nächsten ergibt es sich, dass er den Hund auf den Ball konditioniert. Und wieder bei einem, da geht alles rein über Stimme. Der nächste Hunde würde am liebsten zu Tode geknuddelt werden, da geht man über Körperkontakt / Streicheln während wieder ein anderer Hund bei der Arbeit auf keinen Fall angefasst werden will.
    Der eine Hund stirbt schon tausend Tode, wenn man etwas lauter spricht, wiederum andere Hunde sind so respektlos und verzogen, dass man sie sehr wohl auch mal anrempeln darf oder wegschubsen darf.

    Ich denke, da ist es wichtig, nicht einfach ein Patentrezept "runterzuspulen" sondern wirklich, in einem Anamnese-Gespräch sich sehr viel Zeit zu nehmen und herauszufinden, wie ist der Hund, wie ist der Mensch, was haben sie für Stärken, Schwächen, was für Ziele.

  12. #10
    Midoriyuki
    Ich selber kann aus Erfahrung sagen, dass ich persönlich es sehr wichtig finde, dass die eigenen Hunde / der eigene Hund des Hundetraines tatsächlich eine gute Referenz darstellen. Wenn ein Hundetrainer mit 2 an der Leine keifenden und ziehenden Hunden daherkommt, würde ich mir (egal welche Probleme ich mit meinem Hund habe) sehr gut überlegen, ob ich den als "Vorbild" und Lehrer haben möchte---mit seinen Hunden. Denn letztendlich sind die "Kunden" ja oft auch sehr schnell beindruckt, wenn der Hund des Traines gut kontrollierbar ist und sagen sich: wow, also mein Ziel wäre, dass mein Hund auch so wird.
    Das erlebe ich zumindest sehr oft und das gibt ne gute Basis und einen guten Ansatz fürs Training. Gerade wenn es auch darum geht, das Rudelverhalten zu nutzen und damit gute Trainingserfolge zu erzielen (Hunde lernen sehr gut von anderen Hunden), dann müssen die Vorbild-Hunde auch wirklich Vorbilder sind. Ich finde, es macht ne schlechte Falle, wenn man einen Trainingsspaziergang mit dem eigenen Hund, dem Hundetrainer und dessen Hund macht und dieser dann nem Reh hinterher wetzt, auf Zuruf nicht kommt oder gar den Radfahrer verfolgt...
    Das sollte natürlich auch nicht passieren, dass der dann jagen geht o.ä.
    Das war mit "kontrollierbar bleiben" gemeint, dass der Hund des Trainers auf jeden Fall einen absolut guten Grundgehorsam hat.

    Nur finde ich es nicht notwendig, dass die Trainer-Hunde einen perfekten Rückwärts-Salto vorführen können o.ä.
    Aber ich glaube, da sind wir uns sehr einig

  13. #11
    kleiner Falke
    Absolut! Denn Tricks lernt ein Hund schnell mal, aber unter Kontrolle ist er deswegen noch lange nicht.

    Ich finde es einfach wichtig, dass die Dinge, die der Hundetrainer einem Kunden vermitteln möchte (und wo der Hundebesitzer auch darauf hinarbeiten soll), vom Hundetrainer selber, mit den eigenen Hunden, auch vorgezeigt werden können. Sofern es nicht spezifisches Training ist, aber da gehe ich ja dann auch wieder zu einem spezifischen Trainer.

  14. #12
    Infano
    Wir haben eine Hundeschule besichtigt, wo die Trainerin ihre Hunde vorher auf dem Platz hat Toben lassen. Ist ja auch voll okay. Wir kamen 10Min zu früh, meinte sie, wir sollen bitte außer Sichtweite gehen, weil ihre schon kläffend am Zaun standen.
    Später mussten wir so lange aus der Sicht bleiben, bis sie ihre 4 Hunde in den Kofferraum verfrachtet hatte (sehr mühsam, weil einer der Hunde dann doch mal BJ erspähte, wieder aus dem Auto sprang, der Zweite hinterher...). Fand ich schon wenig gut. Auch wenn es Tierschutzhunde sind, sollte ein Trainer wissen, was er sich da zumutet.

    Und ja. Immerhin wollten wir in der Hundeschule ja lernen, wie mein Hund besser auf mich achten kann und sowas wie kläffend am Zaun stehen oder unerlaubt aus dem Auto springen nicht tut...

  15. #13
    älse

    wenn zwei Hundetrainer sich einig sind, dann darüber das ein dritter unrecht hat.


    In meinen Augen ist das einzig wirksame Auswahlkriterium, das eigene gute Gefühl dabei. Zu dem muss die Chemie zwischen Trainer - Mensch - Hund stimmen.
    An den Verhaltensänderungen des Hundes lässt sich auch recht schnell sagen, ob das Training erfolgreich ist.

    Midioriyuki, gute Idee und toll ausgeführt, als deine eigenen persöhnlichen Kriterien auch vollkommen nachvollziehbar.
    Jedoch würde ich dir aus eigener Praxis und dem kennen von einigen Hundetrainern im ganzen Bundegebiet, in einigen Punkten wiedersprechen.

    zu 1 Umgang mit Kunden
    Grundsätzlich ja, aber auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es einzelne Kunden gibt, bei denen die freundliche, höfliche Art nicht zielführend ist. Vor allem bei latent gefählichen Verhaltensweisen des Hundes und Ignoranz des Menschen.
    Ich sehe den Hundetrainer auch mehr als Seelenklempner und in der Psychologie gibt es auch andere Ansätze als der Empatische.

    zu 2 Umgang mit Hunden allgemein
    Nein!
    Wenn ich individuell am Hund orientiert arbeiten will, brauche ich eine Beziehung zum Hund. Natürlich, bei allem was ich direkt mit dem Hund mache, nur mit der Erlaubnis des Hundehalters.
    Ansonsten stimme ich dir zu, das ein Hundetrainer Kommunikationshelfer ist und die Arbeit und die praktische Umsetzung der Hundehalter machen muss.

    zu 3 Kontaktaufnahme
    Unterschreibe ich

    zu 4 Anteil Theorie / Praxis
    Es gibt Fachidioten, die keinen Zugang zu Mensch / Hund finden. Bzw. in der Praxis ihr Wissen nicht richtig umgesetzt bekommen.
    Es gibt Menschen die ausschließliche Praktiker sind aber ein sehr gutes Einfühlungsvermögen in Hund und Mensch haben und deshalb vielen helfen können.

    Leider kenne ich aus Kundengesprächen so manche Odyssee.
    In der Vorgeschichte waren dann schon einige Hundetrainer dran gewesen, wobei einige sicherlich auch den Kriteien hier entsprochen haben, aber entweder ein festes Baukastensystem im Training verwendet haben, in welches der Hund nicht pressbar war, oder die Anamnese war einfach falsch.

    zu 5 Fachwissen
    siehe: zu 4.
    Rassemerkmale sind für mich nachrangig, da das Verhalten das der Hund zeigt für mich im Vordergrund steht.
    Aus der Praxis ein Beispiel: Howawart_mix also territorial veranlagt? Verteidigt sein Zuhause, aber nur wenn Frauchen zu Hause ist. Wenn er alleine ist, lässt er jeden Fremden hinein. Also sozialressourcen-verteidigend aber nicht territorial.

    zu 6 Eigene Hunde
    Unterschreibe ich

    zu 7 Gewaltfreiheit
    Hunde kommunizieren miteinander über körperlichkeit, wobei die freundliche soziale Interaktion im Vorgergrund steht. Jedoch schränken sich Hunde auch taktil ein, samt Knurren und Beissen. Dies zu ignorieren stellt für mich eine Vermenschlichung des Hundes da, Jedoch ist zu beachten das Hunde vorwarnen, bevor sie direkt, körperliche Gewalt (ohne Schmerz und Verletzungsabsicht) anwenden.

    Die ausschließliche positive Bestärkung kann, wie die Druckmethode ohne Kompensation, zu Problemen führen.

    Es muss jeweils individuell angepasst gearbeitet werden. Ein Hundtrainer der pauschal das eine oder andere ausschließt kann nicht gut sein.
    Wobei ich das arbeiten über Schmerz, stark Zwang ablehne.

    Zwei Beispiele aus der Praxis:
    Eine Hündin die nicht mehr seit Sylvester freiwillig vor die Tür gegangen ist und wenn sie raus musste sich nur in Hauseingängen und Gebüschen verstecken wollte. Körpersprachlich der reinste Angsthund. Im Training, nach langer Analyse, kam ich zu der Überzeugung das sie nicht Authentisch war, sondern sehr strategisch ausgelegt ist.
    Kurz gesagt: Als sie gezwungen war, mitzukommen und die Strategie des sich versteckens durchkreutzt wurde, hat sie nach 15 min angefangen mit anderen Hunden sogar zu spielen. Durch Zwang. ( sehr verkürzt dargestellt)

    Die Besitzerin eines Rüden mit sozial agressiver Tendenz habe ich die über taktile Einschränkung und Kompensation angeleitet. Da dies für das Hund-Mensch-Team zuviel Stress bedeutet hat, kam es zu keiner Verbesserung. Natürlich habe ich das Training dementsprechen angepasst und Druck rausgenommen. Also mehr positive Bestärkung und Managegement.

    zu 8 Lekkerlis
    unterschreib

    zu 9 Welpenspielstunden
    Ich Unterschreibe.
    Ausserdem sollten Welpen Chefsache sein. Auch ohne schlechte Erfahrungen des Hundes, alleine durch unkonntrolliertes wildes Spielen, können zukünftige Probleme entstehen. Z.B. sogenannte Sozialvergewaltiger.
    Und die nächste Generation von Kundschaft entsteht.

    zu 10 Gruppengrösse
    Ich unterschreibe

    zu 11 Offenheit
    unterschreibe




    Menschen wie Hunde sind Individuen und wie viele Hundebesitzer haben bei ihrem 4ten hund festgestellt das sie ratlos sind, obwohl sie viel Erfahrung haben und alle Hunde zuvor wohl geraten war.
    Genauso muss ein Hundetrainer obwohl er gut ist, nicht jedem helfen können. Aber er sollte erkennen wenn er nicht weiterkommt.

    Es gibt zu einem Thema mehr Meinungen als Hunde. Selbst als Hundetrainer kannst du Seminare buchen und zwei verschiedene Fortbilder erzählen und begründen sehr gut und schlüssig einen ihrer Standpunkte. Leider konträr zu einander.

    Dementsprechend, Folgt euerm Gefühl und hört auf euern Hund.

    grüssend
    Älse
    praktisch arbeitender Hundetrainer in Ausbildung ( nach Eigendefinition )

  16. #14
    Midoriyuki
    Offtopic:

    Nur kurz als Nachfrage: Praktisch arbeitender Hundetrainer in Ausbildung nach Eigendefinition bedeutet was genau?

  17. #15
    älse
    Offtopic:

    Das heisst, das ich mich noch nicht soweit sehe, das ich mich persöhnlich als Hundtrainer bezeichnen würde.
    Ich bin aber schon soweit in meiner persöhnlichen Ausbildung fortgeschritten das ich einschätzen kann, ob ich mir etwas zutraue oder nicht.
    Durch Mundpropaganda werde ich aber immer wieder angesprochen und trainiere privat Hund - Mensch -Teams. Dies sehe und suche ich auch als Teil meiner Ausbildung.
    Zu dem habe ich das tierische Glück, das mich mehrere Hundtrainer unterstützen und ich mich bei ihnen absichern kann, wenn ich unsicher bin oder nicht weiterkomme und mich darin unterstützen.

Diskussion zum Thema Ein guter Hundetrainer - Qualitätsmerkmale im Forum Hunde Verhalten und Erziehung bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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