- Die "bösen" Züchter? Beitrag #1
harzerkäse
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Hallo,
ich habe, nachdem ich mich hier angemeldet habe, ein wenig im gesamten Forum aber vorwiegend bei den Kanarien umgesehen und diverse Threads gelesen.
Etwas befremdlich empfand ich den Grundtenor, der fast überall zu finden war.
Züchter sind grundsätzlich abzulehnen, mindestens aber "kritisch" zu hinterfragen.
Züchter sind vorwiegend Vermehrer...Sie "produzieren" zu viele Vögel auf zu engem Raum...Sie selektieren Vögel, die dem Standard nicht entsprechen einfach aus...Schlimmstenfalls werden sie an die Wand geklatscht...Sie bauen keine Beziehung zu Ihnen auf...Sie halten sie einzeln in zu kleinen Käfigen und bieten den Vögeln keinen Freiflug an...das ließe sich endlos fortführen...
Ich habe hier bewusst Klischees, die aber scheinbar für eine Menge Leute unumstößliche Wahrheiten sind, nicht nur aus diesem Forum, bedient.
Damit mache ich mich sicherlich, gleich im zweiten Post, ein wenig unbeliebt...
Insgesamt finde ich diesen Grundtenor schade und gleichzeitig unzutreffend. Außerdem wird damit wird ein Schubladendenken gefördert, dass mir deutlich mißfällt.
Versuch einer Aufklärung
Ein verantwortungsbewusster Halter oder Züchter versucht ausschließlich gesunde und fitte Vögel zur Zucht einzusetzen. Man beachtet den Letalfaktor, das nicht Verpaaren von zwei Haubenvögeln sowie dominantweißen Kanarien, den Einsatz von Intensiven und Schimmelvögeln und die jeweilige Feder (lange,weiche Feder an kurze, harte Feder).
Man formuliert ein Zuchtziel. Sei es Vögel zu züchten die der Wildform am nächsten sind und diese Merkmale im Stamm zu festigen oder wie z. B. bei Positurkanarien, eine bestimmte Form oder Haltung zu manifestieren.
Oder man präferiert Wald-und Wiesenkanarien (nicht negativ besetzt). Hierfür gelten natürlich die gleichen, vorher genannten Regeln.
Dabei bleibt es nicht aus, bestimmte Vögel, die dem Zuchtziel nicht entsprechen, auszusortieren und abzugeben. Mal abgesehen vom Platzproblem, was dem ganzen natürlich eine Grenze setzt.
In einer verantwortungsvollen Zucht wird der Prozentsatz der Vögel, die nicht dem formulierten Zuchtziel entsprechen, verschwindend gering sein. Trotzdem wird es solche Vögel immer geben. Unabhängig vom Platzproblem. Auch produziert man nur so viele Jungvögel, wie man guten Gewissens halten kann.
Allerdings, wer vorrangig Vögel mit z. B. Gefieder- und/oder gesundheitlichen Problemen produziert, ist, meiner Ansicht nach, nur mit Einschränkung ein verantwortungsvoller Züchter.
Eine weitere immer wieder aufkommende Frage: Sieht man denn als Vogelzüchter die Tiere nur als Investition?
Nicht nur, aber auch. Denn ein neu erworbener Vogel bringt mich evtl. meinem formulierten Zuchtziel näher.
Der Begriff des "kommerziellen Vogelzüchters", der auch immer mal wieder auftaucht, ist mir unbekannt. Mir erscheint dieser Begriff, man möge mir verzeihen, ist doch eher ein Erfindung des "gegnerischen Lagers" um den gemeinen Vogelzüchter zu diffamieren. Dabei sollte doch bekannt sein, dass die Vogelzucht vorrangig als ein Minusgeschäft zu betrachten ist.
Der von mir beschriebene Züchter unterscheidet sich, aus meiner Sicht, wohltuend vom Vermehrer.
Die hier im Forum herrschende Regel, keine Ratschläge zur Zucht zu geben, halte ich besonders in Bezug auf die fast täglich in diversen Foren geschilderten Tragödien, für sehr sinnvoll!
Die im Unterton mitschwingende Gleichsetzung Züchter=Vermehrer aber für wenig zuträglich.
Ich schließe mit der Bitte, immer ein wenig zu differenzieren und nicht alle über einen Kamm zu scheren.
Die Welt ist auch nicht schwarzweiß...
Nachtrag:
Wenn ich mir meine Beitrag so durchlese, habe ich so glaube ich zumindest, schon gegen die Forenregeln verstossen.
Aufgrund des Versuches einer Richtigstellung, bitte ich um Nachsicht.
Mit freundlichen Grüssen
ich habe, nachdem ich mich hier angemeldet habe, ein wenig im gesamten Forum aber vorwiegend bei den Kanarien umgesehen und diverse Threads gelesen.
Etwas befremdlich empfand ich den Grundtenor, der fast überall zu finden war.
Züchter sind grundsätzlich abzulehnen, mindestens aber "kritisch" zu hinterfragen.
Züchter sind vorwiegend Vermehrer...Sie "produzieren" zu viele Vögel auf zu engem Raum...Sie selektieren Vögel, die dem Standard nicht entsprechen einfach aus...Schlimmstenfalls werden sie an die Wand geklatscht...Sie bauen keine Beziehung zu Ihnen auf...Sie halten sie einzeln in zu kleinen Käfigen und bieten den Vögeln keinen Freiflug an...das ließe sich endlos fortführen...
Ich habe hier bewusst Klischees, die aber scheinbar für eine Menge Leute unumstößliche Wahrheiten sind, nicht nur aus diesem Forum, bedient.
Damit mache ich mich sicherlich, gleich im zweiten Post, ein wenig unbeliebt...
Insgesamt finde ich diesen Grundtenor schade und gleichzeitig unzutreffend. Außerdem wird damit wird ein Schubladendenken gefördert, dass mir deutlich mißfällt.
Versuch einer Aufklärung
Ein verantwortungsbewusster Halter oder Züchter versucht ausschließlich gesunde und fitte Vögel zur Zucht einzusetzen. Man beachtet den Letalfaktor, das nicht Verpaaren von zwei Haubenvögeln sowie dominantweißen Kanarien, den Einsatz von Intensiven und Schimmelvögeln und die jeweilige Feder (lange,weiche Feder an kurze, harte Feder).
Man formuliert ein Zuchtziel. Sei es Vögel zu züchten die der Wildform am nächsten sind und diese Merkmale im Stamm zu festigen oder wie z. B. bei Positurkanarien, eine bestimmte Form oder Haltung zu manifestieren.
Oder man präferiert Wald-und Wiesenkanarien (nicht negativ besetzt). Hierfür gelten natürlich die gleichen, vorher genannten Regeln.
Dabei bleibt es nicht aus, bestimmte Vögel, die dem Zuchtziel nicht entsprechen, auszusortieren und abzugeben. Mal abgesehen vom Platzproblem, was dem ganzen natürlich eine Grenze setzt.
In einer verantwortungsvollen Zucht wird der Prozentsatz der Vögel, die nicht dem formulierten Zuchtziel entsprechen, verschwindend gering sein. Trotzdem wird es solche Vögel immer geben. Unabhängig vom Platzproblem. Auch produziert man nur so viele Jungvögel, wie man guten Gewissens halten kann.
Allerdings, wer vorrangig Vögel mit z. B. Gefieder- und/oder gesundheitlichen Problemen produziert, ist, meiner Ansicht nach, nur mit Einschränkung ein verantwortungsvoller Züchter.
Eine weitere immer wieder aufkommende Frage: Sieht man denn als Vogelzüchter die Tiere nur als Investition?
Nicht nur, aber auch. Denn ein neu erworbener Vogel bringt mich evtl. meinem formulierten Zuchtziel näher.
Der Begriff des "kommerziellen Vogelzüchters", der auch immer mal wieder auftaucht, ist mir unbekannt. Mir erscheint dieser Begriff, man möge mir verzeihen, ist doch eher ein Erfindung des "gegnerischen Lagers" um den gemeinen Vogelzüchter zu diffamieren. Dabei sollte doch bekannt sein, dass die Vogelzucht vorrangig als ein Minusgeschäft zu betrachten ist.
Der von mir beschriebene Züchter unterscheidet sich, aus meiner Sicht, wohltuend vom Vermehrer.
Die hier im Forum herrschende Regel, keine Ratschläge zur Zucht zu geben, halte ich besonders in Bezug auf die fast täglich in diversen Foren geschilderten Tragödien, für sehr sinnvoll!
Die im Unterton mitschwingende Gleichsetzung Züchter=Vermehrer aber für wenig zuträglich.
Ich schließe mit der Bitte, immer ein wenig zu differenzieren und nicht alle über einen Kamm zu scheren.
Die Welt ist auch nicht schwarzweiß...
Nachtrag:
Wenn ich mir meine Beitrag so durchlese, habe ich so glaube ich zumindest, schon gegen die Forenregeln verstossen.
Aufgrund des Versuches einer Richtigstellung, bitte ich um Nachsicht.
Mit freundlichen Grüssen
