- Grundlagen für den Aquarienanfänger Beitrag #1
L
Liane
Guest
Hallo,
immer wieder lese ich die Anfragen von Aquarienneulingen. Bevor ich jetzt jedes mal das gleiche schreibe, spare ich mir Arbeit uns poste das, was ich schon vorgeschrieben habe.
Zu einem Aquarium gehört das Becken, einen Heizung, sofern ihr keine Kaltwasserfische pflegt, Beleuchtung und ein Filter, um die technische Mindestausstattung zu nennen.
Das Becken
Bei einem Anfänger sollte das Becken nach Möglichkeit nicht kleiner als 54 Liter sein. Kleinere Becken sind zu instabil. Wer die Möglichkeit eines größeren Beckens hat, sollte sie auch wahrnehmen, schon allein weil dann die Auswahl an Fischen nicht so eingeschränkt ist.
Bei einem gebrauchten Becken kann man die Dichte prüfen, in dem man es einige Tage einfach mit Wasser gefüllt stehen lässt. Vor Benutzung bite gründlich mit Wasser reinigen.
Reinigungsmittel wie Seife haben im Becken nichts verloren.
Die Heizung
Das ist in den meisten Fällen ein Heizstab. Die Leistung sollte der Beckengröße angepasst sein, das steht aber auf der Verpackung.
Die Beleuchtung
Wichtig fürs Pflanzenwachstum. Sonnenlicht führt bei Aquarien häufig zur Veralgung, also das Becken besser an einem dunklen Platz aufstellen. Bei der Beleuchtung gibt es die verschiedensten Varianten, nur die Intensität sollte zur Beckengröße passen.
12-14 Stunden pro Tag, Mittagspause ich Einstellungssache. Ich habe keine.
Der Filter
Ich unterscheide mal grob in 3 Typen.
Zunächst einmal die Innenfilter. Sie hängen im Becken und es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie werden häufig in kleinen Becken verwendet.
Die Außenfilter sind „Töpfe“ die ans Becken angeschlossen werden. Sie müssen dicht sein, haben aber meist längere Standzeiten als die Innenfilter.
Dann sind da noch die HMFs oder Hamburger MattenFilter Ich selbst habe damit noch keine Erfahrung. Das ist aber eine günstige Selbstbaualternative gerade für größere Becken. Dazu mache ich noch mal einen Nachtrag, bis dahin könnt ihr bei google mal selbst suchen
So viel erst mal zu den technischen Vorraussetzungen. Vor den nächsten Überlegungen ist es auch wichtig, die Wasserwerte am Wohnort zu kennen. Sie können beim örtlichen Wasserversorger erfragt werden.
Trotzdem solltet ihr euch auch noch Wassertests anschaffen. Ihr braucht mindestens einen Test für Nitrit und den pH-Wert.
Die Wasserwerte:
Härte
Sie bestimmt, ob ihr Hartwasserfische(wie Guppies) oder Weichwasserfische( wie Neons) pflegen könnt. Die Härte wird in gh, der Gesamthärte, und kh, der Karbonathärte angegeben.
So als grobe Richtung könnt ihr die Härte auch daran erkennen, wie viel Kalk sich im Wasserkocher absetzt
Je mehr, desto härter.
Die Härte wird von der Menge (vereinfacht) des gelösten Kalks bestimmt.
pH-Wert
Er gibt einfach gesagt an, wie sauer oder basisch das Wasser ist. Er ist auch bei der Auswahl der Fische zu beachten.
Kupfer und andere Schwermetalle
Sie lösen sich z.B. aus den Hausleitungen. Bei Verdacht das Wasser im Zoogeschäft testen lassen. Kupfer kann mit Wasseraufbereiter zu weniger giftigen Komplexen gebunden werden.
An sonsten halte ich nicht allzu viel von Wasseraufbereiter.
Ammoniak, Nitrit, Nitrat
Von alles Stoffen darf nur Nitrat in größerer Menge im Leitungswasser gelöst sein. Im Aquarium kommen zwangsweise alle Stoffe vor. Das ist der Grund, warum das Aquarium einfahren muss. Genaueres im nächsten Abschnitt.
Was brauche ich sonst noch?
Sonst braucht ihr noch einen Bodengrund, Pflanzen und sonstige Deko.
Bodengrund
Entweder ihr nehmt normalen Aquarienkies oder Sand.
Je nachdem, wen ihr fragt, wird euch zu einem der beiden geraten. Ich versuche einfach mal, alles zusammenzufassen, was ich bisher gehört habe.
Kies
Wird zur Zeit am häufigsten verwendet. In einer entsprechenden Körnung, d.h. nicht zu grob, bietet er den Pflanzen ein gutes Substrat und es können sich nützliche Bakterien ansiedeln. Wer Panzerwelse halten möchte, sollte auf runden Kies achten, im Internet sind aber viele dafür. Panzerwelse nur auf Sand zu halten.
Sand
Feiner und kann nicht so gut vom Wasser durchströmt werden. Daher kommen nicht alle Pflanzen damit zu recht. Wird aber im Internet häufig empfohlen, immer in Verbindung mit Turmdeckelschnecken. Ich selbst habe noch keine Erfahrung damit.
Von einem Nährsubstrat unter dem Kies halte ich nichts. Gezielte Düngung mit Düngerkugeln ist besser.
Pflanzen
sind sehr wichtig. Gerade zu Anfang sollten möglichst viele Pflanzen ins Becken, darunter schnell wachsende wie die Wasserpest, um den Algen keine Chance zu lassen.
Deko
Steine
Bitte nur kalkfreie Steine nehmen, außer für extreme Hartwasserbecken. Ein Stein ist Kalk frei, wenn ihr Essigessenz drauf tut und es sich keine Bläßchen bilden.
Holz
Hier bitte nur die Wurzeln aus dem Aquariengeschäft nehmen. Alles andere belastet das Wasser durch Fäulnis. Wenn ein Antennenwels im Becken ist, ist Holz Pflicht.
Sonstiges
Über das Plastikspielzeug äußere ich mich mal nicht. Das ist Ansichtssache.
Erlenzäpfchen und Eichenlaub können selbst gesammelt werden, aber beides nur in Maßen verwenden. Erlenzäpchen wirken leicht desinfizierend, färben das Wasser aber schnell braun.
Wer sich durch den Text bis hier gequält hat, ist bei der Einrichtung angekommen. Das schlimmste habt ihr geschafft.
Zur Aufstellung gibt es wenig zu sagen. Becken aufstellen, Technik, Wasser und Pflanzen rein. Aber bloß noch keine Fische.
Einlaufzeit
Nachdem das Becken so steht, muss es bis zu 6 Wochen fischfrei bleiben.
Das lässt sich damit erklären, dass sich in der Zeit erst einmal nützliche Bakterien entwickeln müssen.
Im Aquarium wird durch Stoffwechselprozesse zunächst Ammoniak frei. Dieser ist zwar giftig, aber die Bakterien, die ihn abbauen, bilden sich relativ schnell. Der Ammoniak wird zu Nitrit abgebaut. Leider ist auch Nitrit ein starkes Fischgift. Daher muss man warten, bis sich auch die Bakterien in ausreichender Menge gebildet haben, die das Nitrit zu Nitrat umwandeln.
Bis sie sich gebildet haben wird die Nitritkonzenttation im Becken zunächst stark ansteigen und dann wieder sinken. Ist sie wieder nicht nachweisbar, d.h. der Test zeigt die kleinste Stufe an, ist der sogenannte Nitritpeak vorbei und es können langsam Fische zugesetzt werden.
Das Nitrat ist nur in hohen Konzentrationen giftig und wird z.T. von den Pflanzen abgebaut, oder mit dem Wasserwechsel entfernt.
Wenn man aus einem gut eingelaufenen Becken etwas "Schlamm" (auch Mulm genannt) z.B. aus dem Filter nimmt, beschleunigt das die ganze Sache erheblich, weil man dann schon viele Bakterein ins Becken bringst.
Das entbindet aber nicht von Nitritwertmessen. Nur warten muss man dann nicht so lang.
immer wieder lese ich die Anfragen von Aquarienneulingen. Bevor ich jetzt jedes mal das gleiche schreibe, spare ich mir Arbeit uns poste das, was ich schon vorgeschrieben habe.
Zu einem Aquarium gehört das Becken, einen Heizung, sofern ihr keine Kaltwasserfische pflegt, Beleuchtung und ein Filter, um die technische Mindestausstattung zu nennen.
Das Becken
Bei einem Anfänger sollte das Becken nach Möglichkeit nicht kleiner als 54 Liter sein. Kleinere Becken sind zu instabil. Wer die Möglichkeit eines größeren Beckens hat, sollte sie auch wahrnehmen, schon allein weil dann die Auswahl an Fischen nicht so eingeschränkt ist.
Bei einem gebrauchten Becken kann man die Dichte prüfen, in dem man es einige Tage einfach mit Wasser gefüllt stehen lässt. Vor Benutzung bite gründlich mit Wasser reinigen.
Reinigungsmittel wie Seife haben im Becken nichts verloren.
Die Heizung
Das ist in den meisten Fällen ein Heizstab. Die Leistung sollte der Beckengröße angepasst sein, das steht aber auf der Verpackung.
Die Beleuchtung
Wichtig fürs Pflanzenwachstum. Sonnenlicht führt bei Aquarien häufig zur Veralgung, also das Becken besser an einem dunklen Platz aufstellen. Bei der Beleuchtung gibt es die verschiedensten Varianten, nur die Intensität sollte zur Beckengröße passen.
12-14 Stunden pro Tag, Mittagspause ich Einstellungssache. Ich habe keine.
Der Filter
Ich unterscheide mal grob in 3 Typen.
Zunächst einmal die Innenfilter. Sie hängen im Becken und es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie werden häufig in kleinen Becken verwendet.
Die Außenfilter sind „Töpfe“ die ans Becken angeschlossen werden. Sie müssen dicht sein, haben aber meist längere Standzeiten als die Innenfilter.
Dann sind da noch die HMFs oder Hamburger MattenFilter Ich selbst habe damit noch keine Erfahrung. Das ist aber eine günstige Selbstbaualternative gerade für größere Becken. Dazu mache ich noch mal einen Nachtrag, bis dahin könnt ihr bei google mal selbst suchen
So viel erst mal zu den technischen Vorraussetzungen. Vor den nächsten Überlegungen ist es auch wichtig, die Wasserwerte am Wohnort zu kennen. Sie können beim örtlichen Wasserversorger erfragt werden.
Trotzdem solltet ihr euch auch noch Wassertests anschaffen. Ihr braucht mindestens einen Test für Nitrit und den pH-Wert.
Die Wasserwerte:
Härte
Sie bestimmt, ob ihr Hartwasserfische(wie Guppies) oder Weichwasserfische( wie Neons) pflegen könnt. Die Härte wird in gh, der Gesamthärte, und kh, der Karbonathärte angegeben.
So als grobe Richtung könnt ihr die Härte auch daran erkennen, wie viel Kalk sich im Wasserkocher absetzt
Die Härte wird von der Menge (vereinfacht) des gelösten Kalks bestimmt.
pH-Wert
Er gibt einfach gesagt an, wie sauer oder basisch das Wasser ist. Er ist auch bei der Auswahl der Fische zu beachten.
Kupfer und andere Schwermetalle
Sie lösen sich z.B. aus den Hausleitungen. Bei Verdacht das Wasser im Zoogeschäft testen lassen. Kupfer kann mit Wasseraufbereiter zu weniger giftigen Komplexen gebunden werden.
An sonsten halte ich nicht allzu viel von Wasseraufbereiter.
Ammoniak, Nitrit, Nitrat
Von alles Stoffen darf nur Nitrat in größerer Menge im Leitungswasser gelöst sein. Im Aquarium kommen zwangsweise alle Stoffe vor. Das ist der Grund, warum das Aquarium einfahren muss. Genaueres im nächsten Abschnitt.
Was brauche ich sonst noch?
Sonst braucht ihr noch einen Bodengrund, Pflanzen und sonstige Deko.
Bodengrund
Entweder ihr nehmt normalen Aquarienkies oder Sand.
Je nachdem, wen ihr fragt, wird euch zu einem der beiden geraten. Ich versuche einfach mal, alles zusammenzufassen, was ich bisher gehört habe.
Kies
Wird zur Zeit am häufigsten verwendet. In einer entsprechenden Körnung, d.h. nicht zu grob, bietet er den Pflanzen ein gutes Substrat und es können sich nützliche Bakterien ansiedeln. Wer Panzerwelse halten möchte, sollte auf runden Kies achten, im Internet sind aber viele dafür. Panzerwelse nur auf Sand zu halten.
Sand
Feiner und kann nicht so gut vom Wasser durchströmt werden. Daher kommen nicht alle Pflanzen damit zu recht. Wird aber im Internet häufig empfohlen, immer in Verbindung mit Turmdeckelschnecken. Ich selbst habe noch keine Erfahrung damit.
Von einem Nährsubstrat unter dem Kies halte ich nichts. Gezielte Düngung mit Düngerkugeln ist besser.
Pflanzen
sind sehr wichtig. Gerade zu Anfang sollten möglichst viele Pflanzen ins Becken, darunter schnell wachsende wie die Wasserpest, um den Algen keine Chance zu lassen.
Deko
Steine
Bitte nur kalkfreie Steine nehmen, außer für extreme Hartwasserbecken. Ein Stein ist Kalk frei, wenn ihr Essigessenz drauf tut und es sich keine Bläßchen bilden.
Holz
Hier bitte nur die Wurzeln aus dem Aquariengeschäft nehmen. Alles andere belastet das Wasser durch Fäulnis. Wenn ein Antennenwels im Becken ist, ist Holz Pflicht.
Sonstiges
Über das Plastikspielzeug äußere ich mich mal nicht. Das ist Ansichtssache.
Erlenzäpfchen und Eichenlaub können selbst gesammelt werden, aber beides nur in Maßen verwenden. Erlenzäpchen wirken leicht desinfizierend, färben das Wasser aber schnell braun.
Wer sich durch den Text bis hier gequält hat, ist bei der Einrichtung angekommen. Das schlimmste habt ihr geschafft.
Zur Aufstellung gibt es wenig zu sagen. Becken aufstellen, Technik, Wasser und Pflanzen rein. Aber bloß noch keine Fische.
Einlaufzeit
Nachdem das Becken so steht, muss es bis zu 6 Wochen fischfrei bleiben.
Das lässt sich damit erklären, dass sich in der Zeit erst einmal nützliche Bakterien entwickeln müssen.
Im Aquarium wird durch Stoffwechselprozesse zunächst Ammoniak frei. Dieser ist zwar giftig, aber die Bakterien, die ihn abbauen, bilden sich relativ schnell. Der Ammoniak wird zu Nitrit abgebaut. Leider ist auch Nitrit ein starkes Fischgift. Daher muss man warten, bis sich auch die Bakterien in ausreichender Menge gebildet haben, die das Nitrit zu Nitrat umwandeln.
Bis sie sich gebildet haben wird die Nitritkonzenttation im Becken zunächst stark ansteigen und dann wieder sinken. Ist sie wieder nicht nachweisbar, d.h. der Test zeigt die kleinste Stufe an, ist der sogenannte Nitritpeak vorbei und es können langsam Fische zugesetzt werden.
Das Nitrat ist nur in hohen Konzentrationen giftig und wird z.T. von den Pflanzen abgebaut, oder mit dem Wasserwechsel entfernt.
Wenn man aus einem gut eingelaufenen Becken etwas "Schlamm" (auch Mulm genannt) z.B. aus dem Filter nimmt, beschleunigt das die ganze Sache erheblich, weil man dann schon viele Bakterein ins Becken bringst.
Das entbindet aber nicht von Nitritwertmessen. Nur warten muss man dann nicht so lang.