Ich glaube nicht, dass man die Bauern alle über einen Kamm scheren kann.
"Wir" glauben, jemand der es fertig bringt ein kleines Kätzchen umzubringen muss Katzen hassen oder sie müssen ihm zumindest gleichgültig sein.
Das ist aber bei weitem nicht immer der Fall, nach meiner Erfahrung sind gerade die Bauern, die die Kitten schnell und schmerzlos umbringen nicht unbedingt die von der schlechtesten Sorte.
Das klingt jetzt wahnsinnig grausam und widerspricht so ziemlich allen, was wir uns vorstellen, ne?
Die Katzen werden aus diversen Gründen nicht kastriert. Unwissenheit, Geiz, vor allem auch wegen Fehlinformationen (Kastrierte Katzen fangen keine Mäuse usw.). Viele haben auch Angst, dass sie dann gleich keine Katzen mehr haben. Auf einem Bauernhof sind die Lebenserwartungen von Katzen nämlich nicht sehr hoch, wenn eine Katze älter als 5 Jahre ist, ist sie schon "alt". Wenn sie die Katzen kastrieren lassen, hätten sie in wenigen Jahren also überhaupt keine Katzen mehr.
In solchen Fällen hilft das Versprechen, dass sie sich nur melden müssen und dann sofort und garantiert neue Katzen bekommt. Ist das kleinste Problem, ein paar Katzen aufzutreiben, aber viele wissen das einfach nicht.
Also, die Folge: Die Katzen werden nicht kastriert.
Und: In jedem Wurf werden die Kitten bis auf ein bis drei Stück umgebracht.
Wenn jemand die Kitten haben will ist gut, sonst werden sie behalten. Wann die "überzähligen" Kitten umgebracht werden ist dabei unterschiedlich, manche töten lieber so früh wie möglich, andere warten ein paar Wochen. Aussortiert wird gewöhnlich nach Farbzeichnung, bei älteren Kitten auch nach "Gesundheitszustand".
Ertränken höre ich aber selten, eher Genick brechen oder sowas. Ist weniger aufwändig und auch weniger grausam.
Die andere Variante von Bauern sind die, denen die Katzen völlig egal sind. Die kümmern sich nicht darum, da wird auch kein Futter hingestellt oder sonstwas. Bei solchen Höfen sterben die Kitten dann nicht schnell, sondern sehr qualvoll, weil sie in extrem schlechten Zustand sind. Oft gibt es auch noch Inzucht (okay, das ist ein generelles Problem) und natürlich Krankheiten ohne Ende.
Da passiert es dir dann, dass du ein Kitten mit 12 Wochen problemlos einfangen kannst, weil es die Augen so zugeeitert hat, dass es dich nicht kommen sieht. Das ist echt grausam.
Mit Bauern der ersten Variante kann man ziemlich oft reden, wie gesagt, nicht selten sind sie über die Kastration einfach falsch informiert. Ansonsten schickt man eben den TS hin und erstattet Anzeige. Läuft normalerweise ohne Probleme.
Mit Bauern der zweiten Variante kämpfe ich da schon mehr, weil die oft nichtmal Kastenfallen aufstellen lassen.
Naja, gibt natürlich mehr als zwei Varianten, was ich damit sagen will: Redet mal ganz ruhig mit den Leuten, greift sie nicht gleich an. Wer sich die Zeit nimmt, die Kitten zu suchen macht sich zumindest ein klein wenig Gedanken um sie!
Aussagen wie "denen gehört die Tierhaltung verboten" sind hingegen alles andere als hilfreich. Man muss schon ein bisschen realistisch bleiben und sollte auch mal beide Seiten betrachten.
LG
by blackcat
PS: Sollte das eben nicht klar rausgekommen sein, ich heiße das Töten der Kitten natürlich NICHT gut und unternehme alles, damit es aufhört.