Mein Junge ist mit noch 2 Diagnostiziert worden. NICHT (!!!) damit er Medikamente bekommen konnte - Ohne Diagnose keine Medikamente da sie unter BTM laufen. Sondern um alle nur möglichen Förderungen bekommen zu können. Ich habe die Diagnose Jahre später nochein mal bei einem Arzt MEINER Wahl noch einmal machen lassen. Wir sind dafür Stunden gefahren weil wir genau diesen Arzt wollten.
Ich kam auf ADS weil ich mich durch Seminare - die ICH gehalten haben! - selbst erkannt habe und dann auch das Verhalten meiner Kinder in einem anderen Blick gesehen habe. Wir sind alle 4 ADSler. Vererbung. In meiner Familie sind viele eigenwillige Menschen. Eine schöne bunte Familie. Aber auch eine die anderen Menschen ganz schön den Atem nehmen können. Einigen anderen... Denn irgendwie findet man sich. Ich hab viele Freunde die auch ähnlich gestrickt sind. Wir sind lauter oder anderweitig anders. Manche kriegen ihr Leben hin und leisten viel einige versagen. Eigendlich auch nicht anders als bei anderen die normal sind. Medikamente lassen das Funktionieren nicht zum unendlichen Kraftakt werden.
Ich habe selber eine Zeit Medikinet genommen. Deshalb kann ich von eigenen Erfahrungen erzählen! Du sitzt am Küchentisch mit deiner Tasse Kaffee und einem spannenden Buch... Du schaust auf und SIEHST auf einmal WAS getan werden muß. Nein! Du siehst es nicht nur, es kribbelt in den Fingern. Du legst los. Und ohne dabei wie sonst bei der Hausarbeit noch mehr Chaos zu verbreiten arbeitest du dich langsam stetig durch bis alles erledigt ist. NICHTS lenkt dich wie sonst ab. Vieleicht weil es im Kopf still ist??? Kannst du dir vorstellen wie es ist wenn du NIE Ruhe hast im Kopf? Wenn du 5 Sachen gleichzeitig denkst, untermalt mit dem letzten Ohrwurm und ALLEN Außengeräuschen??? Wenn dann plötzlich RUHE ist... das ist Göttlich!!! Wenn ich mir vorstelle wie viel leichter meine Schulzeit gewesen wäre! Wie viel weniger Kraft es gekostet hätte! Was hätte ich leisten und schaffen können? Klar hab ich meinen Weg trotzdem hin gekriegt! Aber es hat sehr viel Kraft gekostet. Nicht jeder hat Menschen die einen dabei unterstützen. Und die bleiben dann auf der Strecke.
Natürlich ist nicht jedes Kind dessen Eltern stöhnen ADSler. Kinder sind und sollen laut sein! Und Kinder toben und machen sich dreckig! -Sollten sie wenigstens!- Manche Menschen hab ich das Gefühl waren nie Kind. Aber normalerweise bekommt man keine Diagnose wenn sie nicht fundiert sind. Man sollte sich einfach auch einen vertrauensvollen Arzt aussuchen. Es gibt verschiedene ADS Formen und verschiedene Medikamente. Da muß erst einmal das richtige gefunden werden. Aber die Medikamente wirken nur bei ADSler. Bei Normalos wirken sie halt gegenteilig... Kenn eine Frau die einen Selbsttest gemacht hat... Die hat nichts mehr auf die Reihe gekriegt...
Anders wirken auch für Normalos beruhigendwirkende Wirkstoffe auf uns gegenteilig. Ich werde mit Baldrian zum Flummi... Ein Beruhigungsmittelchen vor einer OP??? lol... Das ist der Augenblick wo die Leuts im OP hinter den Kindern herspringen weil sie die Wände rauf gehen...
Je nach "Stärke" nimmt dir ein ADSler den Atem. Die können ein Tempo haben das dir schwindelig wird, haben eine Lautstärke das du einen Tinitus riskierst... Und das Tagtäglich. Einige kannst du mit Dauerbeschäftigung ablenken und führen. Ganz ehrlich... hast DU Zeit dein Kind 20 Stunden zu bespielen, beaufsichtigen, fördern, bei Laune halten??? Ich kann das nicht! Und ich hab viel mit den Kids gemacht. Ich komm aus dem Fach und hab selbst viel Spaß am Bude bauen im Wald, an lauter Musik und toben. Aber nicht jeder kann das. Und vor allem nicht STÄNDIG! Und eine Klasse mit 25-30 Schülern und dazu einigen Flummies... Die Lehrer bedanken sich!
Kennst du die giftigen Blicke weil deine Kids auf eine Lautstärke kreischen das alle um dich herum im Laden zusammenzucken? Kennst du es wenn ein 4 jähriges Kind an deinem Pulli zupft und sich bei dir wegen deinem wilden Kind beschwert??? Wurdest du schon mal wegen deinem Kindergartenkind zur Erzieherin zitiert??? War dein Kind Klassenclown, Rowdy, Mobbingopfer? ADSler haben oft einen langen Leidensweg bis ihnen geholfen werden kann. Für mache Familien ist es einfach ein Ende dieses Leidensweges wenn sie die Medikamente für sich entdecken. Viele wagen es lange Zeit wegen der schlechten Meinung nicht. Und sagen dann: warum haben wir das nicht viel früher gewagt? Probieren kann man immer und funktioniert dieser Weg nicht kann man einen anderen gehen.
Klar gibt es Eltern die vieleicht zu schnell nach Medikamente greifen. Aber schert nicht alle über einen Kamm ohne deren Geschichte zu kennen UND zu verstehen.
Übrigens mein Sohn, der schon sehr früh extrem auffällig war, hat ADHS und wurde später noch mit einem Asperger Autismus diagnostiziert. Kinder die früh auffällig werden brauchen gute Förderung und Ärzte die genau hinschauen und Ahnung haben von dem was sie tun. Denn durch gute Förderung und den eventuell nötigen Medikamenten kann man sie gut auf ihren Lebensweg bringen!
Auf das Thema ADS-Medikamente und Parkinson schreib ich später. Das ist noch eine Sache für sich!!! Nur mal kurz zum Vorgeschmack:
Ich bin keine Ratte!!!