- Hufeisen? Beitrag #21
C
Chiron
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Hallo Vollblüterfan,
du hast Recht, ich bin kein Tierarzt oder Hufschmied. Und gerade deswegen denke ich, dass ich in Bezug auf Barhuf und vielleicht auch in Bezug auf bestimmte Erkrankungen des Bewegungsapparates besser qualifiziert bin als die meisten Mitglieder dieser Berufgruppen ...
Um dieses zu verdeutlichen:
- Ich beschäftige mich im Rahmen meiner Ausbildung 2 Jahre lang theoretisch und praktisch mit der Behandlung und dem Ausschnitt von Pferdehufen, meistens mit Erkrankungen und Deformationen, die weder vom Tierarzt diagnostiziert noch vom Hufschmied oder Hufpfleger therapiert wurden.
- Ich behandele die Pferde, die nach Meinung der klassischen Veterinärmedizin nicht mehr zu retten sind. Und sie sind doch zu retten: Das, was es normalerweise verhindert, ist entweder der Besitzer, der diesen Aufwand (meistens mehr Zeit als Geld) nicht in das Tier investieren will; oder der Besitzer, der mit der Krankheit seines Pferdes kokettiert; oder der Tierarzt, der nicht zugeben will, dass ER nicht mehr weiter weiß und seine Vertrauensstellung gegenüber dem Besitzer dadurch mißbraucht, dass er es so darstellt, dass es überhaupt keine Heilung gibt (nur weil er sie nicht kennt oder durchführen kann). Kommt dann jemand, der sich dann doch noch an den kranken Hufen versucht, ist dieser schnell der "Tierquäler", denn er kann ja unmöglich mehr Ahnung haben als der Tierarzt ...
- Der praktische Hufausschnitt ist nicht Teil des Studiums des Tierarztes.
- Die anatomische Darstellung des Pferdebeines in den heutigen Lehrbüchern ist inhaltlich falsch. Dieses ist aber die Grundlage für die Ausbildung von Tierarzt und Hufschmied.
- Meine Ausbildung basiert auf 30 Jahren praktischer Erfahrung in der Therapie schwerst erkrankter Pferde und tausenden von anatomischen Schnitten erkrankter Pferdebeine, sowie auf den heutigen medizinischen Grundlagen der Zell- und Gewebelehre sowie Physiologie (die am Huf in der klassischen Veterinärmedizin oft genug vergessen werden - ich sage nur Entzündungsprozesse, Ischämie, Arthrose, Hufrolle).
Glaub mir eins: Kein Pferd hat ein Problem damit, barhuf zu laufen. Jedes Pferd hat aber ein Problem damit, auf kranken Hufen zu laufen. Und nur weil ein beschlagener Huf weniger Schmerzwahrnehmung besitzt als ein unbeschlagener, ist ein Hufeisen noch lange nicht gesund. Ganz im Gegenteil.
Tatsächlich sind viele der Erkrankungen, die du heute am Pferdebein findest, durch Hufbeschlag und den damit verbundenen Hufausschnitt / Zehenanordnung verbunden:
- chronische Hufrehe: Verursacht durch eine zu steile Anordnung der Zehe / zu hohe Trachten und dadurch verursachte dauerhafte Überlastung der Aufhängung des Hufbeins in der Hornkapsel. Ausgelöst (!) durch Änderung der Nährstoffversorgung des Blutes (Futteränderung) oder Zusatzbelastung (viel Bewegung)
- Hufrolle: Tritt typischerweise bei einem Zwanghuf bei stark in den Huf hochgewölbten Eckstreben aufgrund mechanischer Reizung des Hufrollenregion / Eckstrebenkronwulstes initial auf
- defekte weiße Linie, hohle Wand: schlecht durchbluteter, meistens Zwanghuf, bei dem die Produktion von Lamellenhorn gestört ist.
- Zu weiches und verbogenes Wandhorn, kein Eisen hält: Schlecht versorgte Kronlederhaut aufgrund fehlendem Hufmechanismus (Zwanghuf, Winkelung)
- ...
Und es gibt keine Erkrankung, die du mit Eisen besser oder nachhaltiger heilen kannst als ohne.
Wenn es dich beruhigt: Ich habe momentan ca. 25 Pferde, die ich behandele bzgl. ihrer Hufe (auch Barhuf-Distanzpferde dabei); ich muß momentan NICHT davon leben, sondern mache das in meiner Freizeit bei den Pferden, deren Fälle mich interessieren; ich arbeite mit Tierheilpraktikern und Tierärzten zusammen; und ich nehme nur Kunden, die auch konsequent sind bei der Therapie der Hufe, so wie ich sie verordnet habe - dafür kannst du mich aber auch Nachts aus dem Bett klingeln .... meine Berufsbezeichnung ist Hufheilpraktiker, und schließt die Diagnose am Huf sowie die Therapie des Hufes, meistens in Form der Hufbearbeitung, aber nicht ausschließlich, mit ein.
Gruß,
Chiron
P.S.: Ich schneide natürlich auch meine eigenen 5 Pferde aus, und diese können alle und zunehmend besser und inzwischen barhuf laufen ...
du hast Recht, ich bin kein Tierarzt oder Hufschmied. Und gerade deswegen denke ich, dass ich in Bezug auf Barhuf und vielleicht auch in Bezug auf bestimmte Erkrankungen des Bewegungsapparates besser qualifiziert bin als die meisten Mitglieder dieser Berufgruppen ...
Um dieses zu verdeutlichen:
- Ich beschäftige mich im Rahmen meiner Ausbildung 2 Jahre lang theoretisch und praktisch mit der Behandlung und dem Ausschnitt von Pferdehufen, meistens mit Erkrankungen und Deformationen, die weder vom Tierarzt diagnostiziert noch vom Hufschmied oder Hufpfleger therapiert wurden.
- Ich behandele die Pferde, die nach Meinung der klassischen Veterinärmedizin nicht mehr zu retten sind. Und sie sind doch zu retten: Das, was es normalerweise verhindert, ist entweder der Besitzer, der diesen Aufwand (meistens mehr Zeit als Geld) nicht in das Tier investieren will; oder der Besitzer, der mit der Krankheit seines Pferdes kokettiert; oder der Tierarzt, der nicht zugeben will, dass ER nicht mehr weiter weiß und seine Vertrauensstellung gegenüber dem Besitzer dadurch mißbraucht, dass er es so darstellt, dass es überhaupt keine Heilung gibt (nur weil er sie nicht kennt oder durchführen kann). Kommt dann jemand, der sich dann doch noch an den kranken Hufen versucht, ist dieser schnell der "Tierquäler", denn er kann ja unmöglich mehr Ahnung haben als der Tierarzt ...
- Der praktische Hufausschnitt ist nicht Teil des Studiums des Tierarztes.
- Die anatomische Darstellung des Pferdebeines in den heutigen Lehrbüchern ist inhaltlich falsch. Dieses ist aber die Grundlage für die Ausbildung von Tierarzt und Hufschmied.
- Meine Ausbildung basiert auf 30 Jahren praktischer Erfahrung in der Therapie schwerst erkrankter Pferde und tausenden von anatomischen Schnitten erkrankter Pferdebeine, sowie auf den heutigen medizinischen Grundlagen der Zell- und Gewebelehre sowie Physiologie (die am Huf in der klassischen Veterinärmedizin oft genug vergessen werden - ich sage nur Entzündungsprozesse, Ischämie, Arthrose, Hufrolle).
Glaub mir eins: Kein Pferd hat ein Problem damit, barhuf zu laufen. Jedes Pferd hat aber ein Problem damit, auf kranken Hufen zu laufen. Und nur weil ein beschlagener Huf weniger Schmerzwahrnehmung besitzt als ein unbeschlagener, ist ein Hufeisen noch lange nicht gesund. Ganz im Gegenteil.
Tatsächlich sind viele der Erkrankungen, die du heute am Pferdebein findest, durch Hufbeschlag und den damit verbundenen Hufausschnitt / Zehenanordnung verbunden:
- chronische Hufrehe: Verursacht durch eine zu steile Anordnung der Zehe / zu hohe Trachten und dadurch verursachte dauerhafte Überlastung der Aufhängung des Hufbeins in der Hornkapsel. Ausgelöst (!) durch Änderung der Nährstoffversorgung des Blutes (Futteränderung) oder Zusatzbelastung (viel Bewegung)
- Hufrolle: Tritt typischerweise bei einem Zwanghuf bei stark in den Huf hochgewölbten Eckstreben aufgrund mechanischer Reizung des Hufrollenregion / Eckstrebenkronwulstes initial auf
- defekte weiße Linie, hohle Wand: schlecht durchbluteter, meistens Zwanghuf, bei dem die Produktion von Lamellenhorn gestört ist.
- Zu weiches und verbogenes Wandhorn, kein Eisen hält: Schlecht versorgte Kronlederhaut aufgrund fehlendem Hufmechanismus (Zwanghuf, Winkelung)
- ...
Und es gibt keine Erkrankung, die du mit Eisen besser oder nachhaltiger heilen kannst als ohne.
Wenn es dich beruhigt: Ich habe momentan ca. 25 Pferde, die ich behandele bzgl. ihrer Hufe (auch Barhuf-Distanzpferde dabei); ich muß momentan NICHT davon leben, sondern mache das in meiner Freizeit bei den Pferden, deren Fälle mich interessieren; ich arbeite mit Tierheilpraktikern und Tierärzten zusammen; und ich nehme nur Kunden, die auch konsequent sind bei der Therapie der Hufe, so wie ich sie verordnet habe - dafür kannst du mich aber auch Nachts aus dem Bett klingeln .... meine Berufsbezeichnung ist Hufheilpraktiker, und schließt die Diagnose am Huf sowie die Therapie des Hufes, meistens in Form der Hufbearbeitung, aber nicht ausschließlich, mit ein.
Gruß,
Chiron
P.S.: Ich schneide natürlich auch meine eigenen 5 Pferde aus, und diese können alle und zunehmend besser und inzwischen barhuf laufen ...