- Kleine Katzenfutter-Checkliste für Ernährungsanfänger... Beitrag #1
S
Substantia Nigra
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Heyho!
Erstmal kriegt ihr jetzt ne kleine Vorgeschichte, weil ich mich so freue (und ein bißchen wundere...) - dann geht es um das eigentliche Thema...
[Vorgeschichte Anfang]
Also: Ich hab seit einiger Zeit einen neuen Freund, dessen Eltern gerade weit genug weg wohnen, um sie noch nicht kennengelernt zu haben. Deren Kater hab ich allerdings bereits kennengelernt, weil wir den im Urlaub der Eltern betüddeln mussten.
6 Monate, kastriert, Freigänger - total struppiges Fell und ein absolut mäkeliger Fresser.
Da stand billigstes Nassfutter, "teures" Nassfutter (Hills) und Trockenfutter (auch Hills). Ich hab also - eigentlich auch vorher schon - meinem Freund meinen "Katzenfutter-Monolog" vorgetragen. Das Zeug ist Mist, Trofu erst recht und gut ist ... blabla, die ganze Geschichte...
Und was macht er? Tratscht das gleich alles seiner Mutter weiter - und ich hab schon befürchtet, jetzt hasst sie mich. Die haben halt auch schon ewig Katzen und ihr kennt ja die Aussagen a la "Wir haben das schon immer so gemacht..."
Aber diesesmal nicht, ganz im Gegenteil. Sie hätte sich auch schon gewundert, weil der so struppig ist und der frässe ja nicht gut - und ich solle mal ein paar Marken empfehlen... :shock:
Wir werden jetzt bei Sandras Tieroase ein kleines Testpaket erstmal mit ca. 3 Sorten ordern und dahinschicken lassen.
Aber da ich finde, dass nur die richtigen Dosen hinstellen nicht reicht, wollte ich eine kleine Checkliste zu "Was ist gutes Futter" bzw. "wie erkenne ich das" und "Wie stelle ich eine mäkelige Katze am besten um?" schreiben... und da bin ich natürlich auf eure Unterstützung angewiesen.
Erstens, damit das halbwegs komplett aber nicht überfordernd ist und zweitens damit das nicht zu besserwisserisch klingt (wie gesagt, ich kenn die ja noch gar nicht...)
[Vorgeschichte Ende]
Woran erkenne ich gutes Katzenfutter?
-Trockenfutter ist generell nicht gut. Katzen als ehemalige Wüstenbewohner sind daran gewöhnt, ihren Flüssigkeitsbedarf nahezu ausschließlich über die Nahrung zu decken, so dass sie nur über ein eingeschränktes Durstgefühl verfügen. Katzen die ausschließlich oder zum größten Teil mit Trockenfutter gefüttert werden, trinken fast immer zu wenig, so dass nach wenigen Jahren massive Blasen- und Nierenschäden auftreten können.
- Zucker im Katzenfutter ist schlicht überflüssig. Katzen können süß nichtmals schmecken, der Zucker ist nur als Farbstoff vorhanden, damit das Essen für den Menschen besser aussieht.
- Katzen sind Fleischfresser, Getreide hat im Katzenfutter nichts zu suchen. Kleine Mengen Reis oder Gemüse (meist Erbsen, Karotten oder Kartoffeln) als Ballaststoffe sind allerdings in Ordnung.
- Auf den meisten Futtersorten, die man im Supermarkt bekommt, steht in der Deklaration "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 4 % "geschmacksgebende Sorte" z.B. Huhn, Geflügel, Rind etc.)". D.h. dass nur sicher ist, dass 4 % des Futters irgendwelche Teile des genannten Tieres sind - was und von welchem Tier der Rest stammt, bleibt unklar. Und ändert sich immer, da diese Futtersorten meist aus dem hergestellt werden, was bei der Verarbeitung für den menschlichen Verzehr übrig bleibt und weil immer gerade das reinkommt, was gerade verfügbar ist.
(- Im Idealfall steht auf gutem Futter genau drauf, welche Teile von welchem Tier in welcher Menge enthalten sind.
- Bei gutem Futter sollte der größte Teil aus Muskelfleisch bestehen, aber auch Innereien sollten enthalten sein.)
Und ab hier bin ich nicht mehr zufrieden. Ich überlege, ob ich einfach einige schlechte Deklarationen einigen mittelmäßigen und guten gegenüberstelle, da wird ohne feste Regeln recht schnell klar, was relevant ist. Was meint ihr?
Die Katze an neues Futter gewöhnen...
Die meisten Katzen sind ziemlich eigen, was den Futterwechsel angeht. D.h., was neues wollen sie erstmal nicht.
Natürlich kann man das versuchen und ihr einfach was neues in den Napf packen - aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie das nicht frisst, ist recht hoch.
Wenn die Katze grundsätzlich Nassfutter frisst, ist der erste Schritt allerdings schonmal getan. Einen über Jahre eingefleischten Trockenfutterjunkie umzugewöhnen ist fast unmöglich...
Für den Anfang sollte man sich deswegen ersteinmal auf eine neue Sorte beschränken.
Davon gibt es dann für die Katze eine winzig kleine Menge unter das alte, gewohnte Futter. Wenn sie das problemlos frisst, gibt es am nächsten Tag ein bißchen mehr von dem neuen Futter und weniger von dem alten. Das wird jeden Tag gesteigert, bis schließlich nur noch das neue Futter gefressen wird. Frisst sie das Futter an einem Tag nicht mehr, kann man das neue wieder reduzieren und mehr von dem alten geben.
Irgendwann sollte sich die Katze dann an die neue Sorte gewöhnt haben, das kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.
Und erst wenn sie die eine neue Sorte wirklich frisst, sollte man eine andere Sorte auf die gleiche Art einschleichen.
Empfehlenswert ist es, die Katze am Ende an ca. drei bis fünf verschiedene Marken gewöhnt zu haben. Falls es mal eine Marke nicht mehr gibt oder sich die Zusammensetzung ändert und die Katze wieder mäkelt, kann man problemlos ausweichen.
Und nicht zuletzt ist kein Futter perfekt zusammengesetzt und erst mit der entsprechenden Abwechslung ist die beste Versorgung mit Nährstoffen gewährleistet.
Soweit bin ich bis jetzt, was sagt ihr?
Ergänzungen, Korrekturen, bessere, einfachere und nicht so hochgestochene Formulierungen sind ausdrücklich erwünscht!
LG,
Suni
Erstmal kriegt ihr jetzt ne kleine Vorgeschichte, weil ich mich so freue (und ein bißchen wundere...) - dann geht es um das eigentliche Thema...
[Vorgeschichte Anfang]
Also: Ich hab seit einiger Zeit einen neuen Freund, dessen Eltern gerade weit genug weg wohnen, um sie noch nicht kennengelernt zu haben. Deren Kater hab ich allerdings bereits kennengelernt, weil wir den im Urlaub der Eltern betüddeln mussten.
6 Monate, kastriert, Freigänger - total struppiges Fell und ein absolut mäkeliger Fresser.
Da stand billigstes Nassfutter, "teures" Nassfutter (Hills) und Trockenfutter (auch Hills). Ich hab also - eigentlich auch vorher schon - meinem Freund meinen "Katzenfutter-Monolog" vorgetragen. Das Zeug ist Mist, Trofu erst recht und gut ist ... blabla, die ganze Geschichte...
Und was macht er? Tratscht das gleich alles seiner Mutter weiter - und ich hab schon befürchtet, jetzt hasst sie mich. Die haben halt auch schon ewig Katzen und ihr kennt ja die Aussagen a la "Wir haben das schon immer so gemacht..."
Aber diesesmal nicht, ganz im Gegenteil. Sie hätte sich auch schon gewundert, weil der so struppig ist und der frässe ja nicht gut - und ich solle mal ein paar Marken empfehlen... :shock:
Wir werden jetzt bei Sandras Tieroase ein kleines Testpaket erstmal mit ca. 3 Sorten ordern und dahinschicken lassen.
Aber da ich finde, dass nur die richtigen Dosen hinstellen nicht reicht, wollte ich eine kleine Checkliste zu "Was ist gutes Futter" bzw. "wie erkenne ich das" und "Wie stelle ich eine mäkelige Katze am besten um?" schreiben... und da bin ich natürlich auf eure Unterstützung angewiesen.
Erstens, damit das halbwegs komplett aber nicht überfordernd ist und zweitens damit das nicht zu besserwisserisch klingt (wie gesagt, ich kenn die ja noch gar nicht...)
[Vorgeschichte Ende]
Woran erkenne ich gutes Katzenfutter?
-Trockenfutter ist generell nicht gut. Katzen als ehemalige Wüstenbewohner sind daran gewöhnt, ihren Flüssigkeitsbedarf nahezu ausschließlich über die Nahrung zu decken, so dass sie nur über ein eingeschränktes Durstgefühl verfügen. Katzen die ausschließlich oder zum größten Teil mit Trockenfutter gefüttert werden, trinken fast immer zu wenig, so dass nach wenigen Jahren massive Blasen- und Nierenschäden auftreten können.
- Zucker im Katzenfutter ist schlicht überflüssig. Katzen können süß nichtmals schmecken, der Zucker ist nur als Farbstoff vorhanden, damit das Essen für den Menschen besser aussieht.
- Katzen sind Fleischfresser, Getreide hat im Katzenfutter nichts zu suchen. Kleine Mengen Reis oder Gemüse (meist Erbsen, Karotten oder Kartoffeln) als Ballaststoffe sind allerdings in Ordnung.
- Auf den meisten Futtersorten, die man im Supermarkt bekommt, steht in der Deklaration "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 4 % "geschmacksgebende Sorte" z.B. Huhn, Geflügel, Rind etc.)". D.h. dass nur sicher ist, dass 4 % des Futters irgendwelche Teile des genannten Tieres sind - was und von welchem Tier der Rest stammt, bleibt unklar. Und ändert sich immer, da diese Futtersorten meist aus dem hergestellt werden, was bei der Verarbeitung für den menschlichen Verzehr übrig bleibt und weil immer gerade das reinkommt, was gerade verfügbar ist.
(- Im Idealfall steht auf gutem Futter genau drauf, welche Teile von welchem Tier in welcher Menge enthalten sind.
- Bei gutem Futter sollte der größte Teil aus Muskelfleisch bestehen, aber auch Innereien sollten enthalten sein.)
Und ab hier bin ich nicht mehr zufrieden. Ich überlege, ob ich einfach einige schlechte Deklarationen einigen mittelmäßigen und guten gegenüberstelle, da wird ohne feste Regeln recht schnell klar, was relevant ist. Was meint ihr?
Die Katze an neues Futter gewöhnen...
Die meisten Katzen sind ziemlich eigen, was den Futterwechsel angeht. D.h., was neues wollen sie erstmal nicht.
Natürlich kann man das versuchen und ihr einfach was neues in den Napf packen - aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie das nicht frisst, ist recht hoch.
Wenn die Katze grundsätzlich Nassfutter frisst, ist der erste Schritt allerdings schonmal getan. Einen über Jahre eingefleischten Trockenfutterjunkie umzugewöhnen ist fast unmöglich...
Für den Anfang sollte man sich deswegen ersteinmal auf eine neue Sorte beschränken.
Davon gibt es dann für die Katze eine winzig kleine Menge unter das alte, gewohnte Futter. Wenn sie das problemlos frisst, gibt es am nächsten Tag ein bißchen mehr von dem neuen Futter und weniger von dem alten. Das wird jeden Tag gesteigert, bis schließlich nur noch das neue Futter gefressen wird. Frisst sie das Futter an einem Tag nicht mehr, kann man das neue wieder reduzieren und mehr von dem alten geben.
Irgendwann sollte sich die Katze dann an die neue Sorte gewöhnt haben, das kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.
Und erst wenn sie die eine neue Sorte wirklich frisst, sollte man eine andere Sorte auf die gleiche Art einschleichen.
Empfehlenswert ist es, die Katze am Ende an ca. drei bis fünf verschiedene Marken gewöhnt zu haben. Falls es mal eine Marke nicht mehr gibt oder sich die Zusammensetzung ändert und die Katze wieder mäkelt, kann man problemlos ausweichen.
Und nicht zuletzt ist kein Futter perfekt zusammengesetzt und erst mit der entsprechenden Abwechslung ist die beste Versorgung mit Nährstoffen gewährleistet.
Soweit bin ich bis jetzt, was sagt ihr?
Ergänzungen, Korrekturen, bessere, einfachere und nicht so hochgestochene Formulierungen sind ausdrücklich erwünscht!
LG,
Suni