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Diskutiere Beinamputation im Katzen Gesundheit Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo, ich wollte euch heute die Geschichte von Kaito erzählen. Sie hat gerade erst angefangen, aber ich hoffe sie hilft euch ein wenig. Für mich...
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ButterflyBones

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Hallo,
ich wollte euch heute die Geschichte von Kaito erzählen. Sie hat gerade erst angefangen, aber ich hoffe sie hilft euch ein wenig. Für mich ist das ganze eine Art Verarbeitungs-Thearpie, also nehmt es mir bitte nicht übel wenn ich etwas weiter aushole.

Jeder der einen Freigänger hat kennt wohl das Gefühl. Wenn die erste Katze die ersten male draußen ist. "Hoffentlich passiert ihm nichts!" Meistens geht wohl alles gut. Es kommt höchstens vor, das er oder sie mit ein paar Kratzern nach Hause kommt.
Kaito war vier Tage weg. Normalerweise ist er einen Tag weg. Hüpft von der Mauer wenn ich mit meinem Hund Abends noch einmal raus gehe, läuft mit und kommt anschließend mit rein. Da es aber auch nicht das erste mal war, das er länger weg blieb, habe ich mir mühe gegeben mir nicht zu viele Sorgen zu machen. Am Abend des vierten Tages kam er wieder. Ich musste ihn eine weile rufen - er hat auch die ganze Zeit geantwortet. Aber er kam nicht. Also ging ich ihm etwas entgegen. Er kam die kleine Mauer nicht hoch. Und auch seinen wunderhübschen Schwanz lies er auf dem Boden schleifen. Da die Mauer, wie gesagt, nicht besonder hoch ist, habe ich ihn rüber gehoben. Dabei hat sich mir erst mal der Magen rumgedreht. Sein rechtes Hinterbein hing nur noch an einem Stück Fell oder Haut. Trotzdem konnte er relativ gut laufen. Nebenbei, es war kurz nach Mitternacht, ich lebe alleine und habe kein Auto. Außerdem hat mein Hund im Winder oft Rückenprobleme, ich musste also beide die Treppe hochtragen. Irgendwie kam ich dann auch mit beiden oben an. Kaito hat sich gleich auf die Wasserschüssel gestürzt. Und anschließend lauthals verkündet das er Hunger hat. Etwas, dass wirklich ein gutes Zeichen ist. Das ich in der Zwischenzeit völlig hysterisch durch die Wohnung gerannt bin und heulender weise mit meiner Mutter und einer Freundin telefoniert habe, dürfte klar sein. Nachdem Kaito mit fressen fertig war, hat er sich in den Kopf gesetzt, es sich auf der Couch bequem zu machen. Ich habe mich dann auch zu ihm gesetzt und ihn gestreichelt um ihn zu beruhigen. Dabei hat sich mir der Magen das zweite mal rumgedreht. Das Bein war nicht, wie es bisher aussah, einfach nur "sauber" abgequetscht. (das nächste am besten nicht bildlich vorstellen!) Das Bein war kurz unterhalb des Hüftgelenks, ich sage jetzt mal, abgetrennt. Es war alles offen, sein weißes Fell war blutverschmiert und ein kleines Stück des Knochens ragte heraus. Sein Schwanz war genickt und (ich habe versucht nicht ganz so genau hin zu sehen) es sah aus als würde etwas Fell fehlen. Dafür wirkte es so, als wäre an der Stelle Gummi geschmolzen. Wie gesagt, ich habe mir das ganze nicht besoners intensiv angesehen. Ich vermute allerdings das er von einem Auto angefahren wurde. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hat das ganze fürchterlich gestunken - verwesendes Fleisch.

Nach weiteren Telefonaten, einer panischen Schlüsselsuche und gutem Zureden waren wir - dank zwei großartigen Freundinnen - endlich auf dem Weg in die Tierklinik. Die Nachtschwester untersuchte ihn kurz und erklärte mir dann das er am nächsten Tag operiert werden müsste. Da das Bein nur noch ein einem Stück Haut hing, war es unmöglich es zu retten. Um zu wissen, ob der Schwanz dran bleiben könnte, musste sie ihn erst röntgen. Sie zählte mir kurz auf was sie alles machen würden und wie viel das ganze Kostet. Ohne Nachbehandlung - 1.500 Euro. Meine zwei Mädels versicherten mir aber schon vorher, das sie mir das Geld vorstrecken würden. Alles in allem war die Schwester jedoch sehr mit Kaito zufrieden. Er hatte - wie auch immer er das geschafft hat - rosa Schleimhäute und hatte, trotz der Schmerzen, die er ganz sicher hatte, keine Lust in der Klinik zu bleiben und versuchte ständig vom Tisch zu klettern. Sie riet uns dann wieder zu fahren und ein wenig zu schlafen.

Freitag Mittag rief die Tierklinik dann wieder an um zu erklären das Kaito die OP gut überstanden hatte. Er hatte keine Inneren Blutungen und sei auch sonst sehr tapfer. Sein Schwanz war allerdings auch nicht mehr zu retten - er hatte mehrere schwere Frakturen. Nachmittags durfte ich ihn kurz sehen. Er war noch ziemlich benommen von den Betäubungsmitteln, versuchte aber schon zu laufen. Klappte allerdings noch nicht besonders gut.

Am Samstag morgen, also heute, rief die Klinik wieder an. Um halb 9. Ich dachte schon es wäre etwas schief gelaufen. Doch sie erzählten nur, das es ihm sehr gut gehe und das dass Laufen schon super klappt.

Das ist bis jetzt der Stand der Dinge. Am Montag kann ich meinen süßen Kaito abholen.
Ich werde dann wieder schreiben und berichten wie unser Leben auf drei Beinen klappt.
 
  • Beinamputation Beitrag #2
Oh je, das ist ja schrecklich :(
Fühl dich gedrückt, wenn du magst.

Aber zum Glück bist du so fürsorglich und hast ihn gesucht und gerufen und auch relativ schnell gefunden.
Katzen kommen in der Regel ja auch gut mit drei Beinen zurecht.
 
  • Beinamputation Beitrag #3
Oh man, das ist schlimm! Aber glückwunsch das er das überhaupt üerlebt hat!
Viel Glück noch. Ich hoffe du berichtest dann wie es ihm geht
 
  • Beinamputation Beitrag #4
Hallo,
ich muss gestehen, ich habe jetzt zwei Anläufe gebraucht, den Text zu lesen. Echt schlimme Geschichte und mir stehen auch gerade die Tränen in den Augen.
Meiner Katze Flyt musste nämlich vor kurzer Zeit auch ein Bein amputiert werden, das Fell ist noch immer nicht nachgewachsen. Bei ihr ist es zwar ein Vorderbein und ich hatte wesentlich länger Zeit mich darauf einzustellen, aber ich glaube, ich kann nachvollziehen wie du dich gerade fühlst - die Katze beim TA, Operation überstanden und jetzt Zuhause warten.

Ich drücke Kaito auf jeden Fall die Daumen, dass er alles gut übersteht und sich schnell an die drei Beine gewöhnt!
Der erste Eindruck scheint ja schon ganz gut zu sein und ich kann dir auch von meiner Katze berichten, dass das fehlende Bein sie kaum behindert.

GLG
by blackcat
 
  • Beinamputation Beitrag #5
Danke schön. :)
Kaito ist inzwischen wieder zu Hause. Er kommt super mit 3 Beinen und ohne Schwanz zurecht. Ab und an haut das mit dem Gleichgewicht noch nicht so hin. Aber das legt sich noch. Gestern musste er natürlich erst mal alles unter die Lupe nehmen. Und das heißt ganz schnell ausprobieren ob das hochklettern am Kratzbaum noch klappt und den Plastikmüll ausräumen um zu sehen was ich in den letzten Tagen gegessen habe. Er war auch schon auf dem Kleiderschrank - seinem absoluten Lieblingsschlafplatz. Es funktioniert alles. Naja fast. Zu seinem leidwesen muss Kaito eine Halskrause tragen. Damit stößt er natürlich überall dagegen, bleibt hängen und schaufelt das ganze Streu aus seinem Katzenklo. Mit der Halskrause kann er allerdings auch nichts fressen und trinken. Wenn ich sie ihm jedoch abnehme, darf ich ihn nicht aus den Augen lassen. Denn sobald er gefressen hat, versucht er die Pflaster auf Hüfte und Rücken ab zu machen. Das versucht er zwar auch mit Halskrause, funktioniert aber nicht ganz so gut.
Aber er springt natürlich nicht nur durch die Wohnung. Nachdem er festgestellt hat, dass alles noch genau so ist wie vor seinem Abenteuerurlaub in der Tierklinik, war schmusen angesagt. Er läuft mir überall hinterher. Sobald ich zur Haustür gehe, sitzt er davor. Und wenn ich mich hinsetzte steht er vor mir und schaut mich mit großen Augen an die in blinkender Neonschrift sagen "STREICHEL MICH!!" Er lag den ganzen Abend auf meinem Schos und hat wie ein blöder geschnurrt. Der kleine hat ja auch einiges nach zu holen.
 
  • Beinamputation Beitrag #6
Na das klingt ja prima. Und die Halskrause ist ja nicht für immer. Schön, dass er so gut zurecht kommt und mit so viel Liebe wieder zu Hause empfangen wird. Gibt hier im Forum ja zum Glück immer wieder Beispiele, die zeigen, dass die Schmuseitger nichts an Lebenswillen und Spass verlieren. :) Kaito ist eben jetzt in der Pflegestufe eins aufgestiegen und weiß das bestimmt auch zu nutzen und zu schätzen :)
 
  • Beinamputation Beitrag #7
Hallo, das ist ja eine ganz schlimme Geschichte, mir standen auch die Tränen in den Augen.

Kaito wird doch aber nicht mehr raus dürfen,wäre das nicht zu gefährlich?
Das wird für ihn eine Riesenumstellung,er wird auch wollen,aber..............

Ich wünsche weiter gute Besserung! LG
 
  • Beinamputation Beitrag #8
Oh, kaum zu glauben, da wird einem ganz anders.

Solch ein hübscher Kater. Das tut mir wirklich leid.Ich wünsche euch alles Gute und hoffe dass der süße Kerl sich noch gut erholt.

Viele Grüße
 
  • Beinamputation Beitrag #9
Hallo!

Ich habe eine dicke Gänsehaut bei deinem Post bekommen :( Das tut mir sooo leid.
Unser Kater musste auch ein Hinterlauf amputiert werden. Glaub mir: Er wird damit gut zurecht kommen. Er wird auch wieder über die Mauer hüpfen können. Ich finde es toll, das du dich so um den kleinen sorgst. Wie alt ist Kaito denn?
Schau mal hier, da sieht man sehr gut, wo das Beinchen fehlt:
 

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  • Beinamputation Beitrag #10
Fröhliche Weihnachten!! :111:

Kaito (7 Monate) hat Heiligabend gut überstanden. Genau so wie die lange Autofahrt zu meiner Mom. Hat ihm zwar nicht gefallen, aber nur weil er nichts von Autos hält, feier ich nicht alleine. ;) Habe mir natürlich sorgen gemacht ob das hier gut geht - meine Mom hat schließlich selber Tiere. Aber es läuft soweit ganz gut. Sie lassen ihn ihn ruhe. Nur Muffin (3 1/2 Monate, Dackel-Yorki Mädchen) versucht ab und an mit ihm zu spielen.
Die meiste Zeit schläft Kaito ganz oben auf dem Kratzbaum. Wir hatten zu erst vermutet das er da noch nicht hoch kommt, da der Baum keine Leitern hat wie bei mir zu Hause. Pustekuchen - sein Kratzbaum! Das klettern klappt super. Nur einmal hat er sich beim schlafen von der Platform gedreht. Da ihm ja auch der Schwanz fehlt, hat das mit dem "im Fall drehen" nich so wirklich geklappt. Bei seinem Sturz ging ein Glas-Dekoteller kaputt. Kaito selbst ist zum Glück nichts passiert. Das hätte gerade noch gefehlt.
Inzwischen versucht er sogar schon zu rennen (manchmal.. ganz selten.. aber immerhin!!). Es sieht doch etwas witzig aus wie er so durch die Gegend humpelt. Aber es funktioniert und das ist die Hauptsache. Das da ein Bein und sein Schwanz fehlt scheint ihn überhaupt nicht zu stören. Wenn da nur nicht die blöden Pflaster wären.. und die enge Halskrause. Ich will sie ihm ja gar nicht so fest zubinden, aber dann zieht er sie sich garantiert wieder aus. Also muss er da durch. Natürlich passe ich auf, das ich Kaito beim zubinden nicht erwürge. ;)
Das er noch so viel schläft liegt wohl hauptsächlich an den Schmerzmitteln die er momentan noch bekommt. Schließlich hat er eine schwere Operation hinter sich. Keiner kann mir erklären er hätte keine Schmerzen. Die Wunden verheilen super. Abgesehen von dem kleinen Schnitt oberhalb des "Beins". Da war irgendein Schlauch drin. Ich weis nicht mehr für was. Als ich ihn am Tag nach der OP besuchen durfte, wurde mir erklärt was wo warum ist, aber das hat mich, in dem Moment, herzlich wenig interessiert. Der Schnitt wurde allerdings auch nicht zugenäht (wie gesagt, er is nich so groß), von daher kann man auch nicht erwarten, das es schon wieder super aussieht.
Zusammenfassend kann man also sagen das es Kaito - den Umständen entsprechend - gut geht. Er kann zwar noch nich so viel machen wie er gerne möchte, aber das kommt schon noch. Und laut meiner Mom hat Kaito gestern sogar zögerlich, für etwa 40 Sekunden, so getan als würde er mit seinem Bruder Roach spielen. Hurra!
Wie man vielleicht merkt, geht es auch mir inzwischen ein bisschen besser. Ich habe daher versucht mal ein paar Vorteile zu finden:
1. Kaito ist zwar immer noch der schönste Kater der Welt, aber er sieht nicht mehr ganz so überirdisch schön aus. Man muss sich schließlich anpassen ;)
2. Es ist viel einfacher ihn zu ärgern - z.B. in dem man ihn an der Pfote kitzelt. Natürlich nur im liegen. Nachher fällt er noch auf seine Wunde, und das muss ja nicht sein.
3. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen, dass er womöglich überfahren wird oder ihn jemand einfach mitnimmt, da ich frühstens in 10 Jahren anfange zu überlegen ob er möglicherweise irgendwann mal wieder raus darf. :D Nein, erst soll er mal gesund werden und dann sehen wir weiter. Wobei es mir natürlich am liebsten wäre wenn er selbst gar nicht mehr raus will.
4. Die Sache mit der Kastration hat sich auch erst mal erledigt. Er is die einzigste Katze in meiner Wohnung, da brauch ich mir also auch keine Gedanken machen. Und da der Schwanz fehlt, wird dieser auch nicht durch irgendwelche Drüsen fettig. :clap:
5. Kaito kann so viel Fressen wie er will - er wird garantiert immer schlanker aussehen als er eigentlich ist! (Will ich auch!!)
So, das war's erst mal. Am Montag geht's zur Nachuntersuchung. Dann Berichte ich wieder.

Euch allen noch schöne Feiertage :)
 
  • Beinamputation Beitrag #11
Oooh, das klingt ja alles sooo toll! Freue mich riesig, das es ihm so gut geht!!:clap:
Gib ihm ein Leckerchen von mir, damit er groß und stark wird :)
 
  • Beinamputation Beitrag #12
Hallo ButterflyBones,
ich bin richtig froh, dass es Kaito schon recht gut geht. Es scheint ihn ja nur noch die Halskrause so richtig zu stören. Dass er schon auf den Kratzbaum klettert ist sooooooo toll.
In diesem jungen Alter schon so schreckliches zu erleben ist schlimm.
Und eine neue Narkose steht auch bald an, denn die Kastration machst Du sowieso, da es sehr sehr stinkt, glaub mir.
Ich wünsche Euch alles Gute und weiter so gute Besserung für Kaito!
 
  • Beinamputation Beitrag #13
Hallo ButterflyBones,
ich bin richtig froh, dass es Kaito schon recht gut geht. Es scheint ihn ja nur noch die Halskrause so richtig zu stören. Dass er schon auf den Kratzbaum klettert ist sooooooo toll.
In diesem jungen Alter schon so schreckliches zu erleben ist schlimm.
Und eine neue Narkose steht auch bald an, denn die Kastration machst Du sowieso, da es sehr sehr stinkt, glaub mir.
Ich wünsche Euch alles Gute und weiter so gute Besserung für Kaito!
 
  • Beinamputation Beitrag #14
Da bin ich wieder. Tut mir leid für die Verspätung. Der Januar war stress pur (Abgabe der ganzen Semesterarbeiten).
Die Nachuntersuchung verlief eigentlich super. Eine kleine Stelle hatte sich ein bisschen entzündet, also hat er - nur zur Vorsicht - noch mal etwas Antibiotika bekommen. Der offene Schnitt, über den das Wundwasser ablaufen soll, ist dann auch ganz schnell zugewachsen. Ein paar Tage später konnten die Fäden dann auch schon raus. Hat Kaito gar nicht gepasst. Also das rausmachen. Verständlich. Wer hat es schon gern wenn einen drei Leute festhalten, während jemand mit einer Pinzette an seinem Hintern rumfummelt? Nach vier weiteren Tagen konnte er dann auch endlich die Halskrause abnehmen. Was hat er sich gefreut. Als erstes hat er sich ausgiebig und stundenlang geputzt. Er hatte ja auch viel nach zu hohlen. Und dann noch das Kuscheln. Das hinterm Ohr kraulen ist ja auch etwas auf der Strecke geblieben. Alles in allem sind die Wunden super und ganz schnell verheilt. Das Fell ist auch schon gut nachgewachsen. Es ist zwar noch nicht annähernd so viel wie der Rest, aber immer hin. Allerdings und merkwürdigerweise, wächst das weiße Fell schneller als das schwarze. Keine Ahnung warum.
Kaito hat sich sofort an das Leben auf drei Beinen gewöhnt. Aber so viel anders als vorher ist es auch nicht. Er kann immer noch auf seinem Lieblingsplatz auf dem Kleiderschrank schlafen, bekommt sein Futter auf dem Kratzbaum und macht immer dann Radau wenn ich ins Bett gehe. Das einzigste was IHN störrt ist, dass er nicht mehr raus darf. Habe ihm zwar erklärt das ihm ein Bein fehlt und das dass mit dem Laufen extrem schwer wird, wenn man ihm noch eins abfährt, aber die Argumente scheinen ihn nicht besonders zu interessieren. Er will raus. Klar. Vorher durfte er, jetzt nicht mehr. Und das sagt er auch lautstark. Das witzige bei Kaito ist, das er sich nicht einfach vor die Tür hockt und "Miau" schreit. Sondern extrem laute, extrem sonderbare und gar nicht Katzenartige Geräusche von sich gibt. Es klingt mehr nach.. "Roooouuuuhh" oder.. "Ouuuouuouu" .... oder so... Ich muss das ganze mal aufnehmen und auf YouTube reinstellen. Wenn es (auf Dauer gesehen) nicht so nervig wäre, wäre es wirklich witzig. Meistens versuche ich ihn mit Kuscheleinheiten abzulenken. Er kommt dann auch immer gleich an wie ein kleines Kind das geärgert wurde. Ganz enthusiastisch, reibt seinen Kopf an meinem und schnurrt als würde er dafür bezahlt. Für etwa 10 Sekunden... dann rennt er wieder weg. Vielleicht darf er irgendwann mal wieder raus. Wenn ich in irgend nem kleinen Kaff mitten auf dem Land wohne. Und wenn er dann noch raus will. Das wird sich alles zeigen. Aber momentan bleibt er drin. Da muss er durch. Und ich auch :D Aber sonst kommt er super klar. Er hat sogar einen Weg gefunden wieder auf die Küchenzeile hoch zu klettern *grr*
Ich komme mit dem ganzen viel schwerer zurecht als er. Ich es nicht so das ich immer deprimiert bin wenn ich ihn ansehe, oder das ich jetzt extrem viel Angst um ihn hätte. Aber manchmal überkommt es mich einfach. Wenn er da langsam durch die Wohnung hopst (wenn er Rennt fällt es übrigens gar nicht auf das ihm ein Bein fehlt) oder wenn ich an der Stelle vorbei laufe an der ich ihn gefunden habe. Wenn ich an den Abend denke wird mir immer noch schlecht. Aber ich sehe das es ihm gut geht, das er trotz allem glücklich ist und so langsam dringt das auch zu meinem Kopf durch ;) Nicht das ich ihm das gesagt hätte. Nein, ich bin ein cooles Katzenfrauchen und behalte so was für mich :p Soweit ich das beurteilen kann, behandel ich ihn ganz normal. Am meisten vermisse ich seinen wunderschönen, flaschenbürsten-schwanz. Das mit dem Bein ist, meiner Meinung nach, gar nicht so tragisch (aussehens technisch). Aber der Schwanz fehlt einfach.
Es wird alles. Auch wenn alles klasse läuft, gibt es doch ein paar Umstellungen an die wir uns gewöhnen müssen. Doch das kommt mit der Zeit. Er ist schon wieder richtig aufmüpfing (momentan vergräbt er seinen Kopf in einer toten Pflanze... das raschelt so schön..)
Mein Fazit für alle die irgendwann mal vor der Entscheidung stehen Bein ab oder Einschläfern - bitte, bitte entscheidet euch für die Beinamputation!!! Das ist zwar teuer, aber viele Kliniken lassen sich auf Ratenzahlungen ein. Und es ist die Sache eindeutig Wert. Kaito ist noch genau so lebenfroh und quirlig wie vorher. Vielleicht eine spur verschmuster. :) Außerdem sehe ich das so: Man würde einen Menschen auch nicht töten nur weil das Bein amputiert werden müsste. Warum also die Katze? Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht und kann es, falls es unbedingt erforderlich ist, nur empfehlen... naja... Ich wünsche euch natürlich nicht das ihr durch so etwas durch müsst! :) Aber wenn...

Das wars mal wieder von mir uns Kaito. Wenn es was neues gibt, melde ich mich wieder ;)

Ich wünsche euch noch ganz viel Glück und schöne Stunden mit euren Fellnasen!
 
  • Beinamputation Beitrag #15
Wow wirklich eine herzzerreißende Geschichte, der arme Kaito!!

Ich bin nur froh, dass das ganze so gut ausging und er sich ja anscheinend fast wieder normal verhält!! Das freut mich wirklich für euch all!!
LG
 
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