- Mein Leben und die Schweinchen - ein kleiner Bericht Beitrag #1
Tompina
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Hallo Leute,
da ich letztens einen kleinen Text über meine Schweinchen geschrieben habe und ich einfach mal wissen will, was ihr davon haltet, bekommt ihr ihn jetzt einfach mal vor die Nase geknallt...
(falls ich mich im falschen Unterforum hierfür befinden sollte, bitte verschieben...*zu einem Mod blinzel*)
Achtung, es ist viel...
Morgens 5:00 Uhr – Der Wecker reißt mich aus meinen schönen Träumen und ziemlich unsanft werde ich in die Realität katapultiert. Ein kurzes Stöhnen, ein Ausholen mit dem Arm und ich habe den Wecker zum Schweigen gebracht. Vorerst. Allerdings habe ich die Rechnung ohne meinen Wecker gemacht. Denn der hat längst eine hochspezialisierte Sondertruppe rekrutiert, die nur darauf gewartet hat, dass ich ihn kalt mache. Kaum fallen mir die Augen wieder zu, beginnt der Einsatz der Sondertruppe. Erst ist es ein verhaltenes Piepsen. Einmal. Zweimal. Dreimal. Ich reagiere nicht. Das Piepsen wird lauter, eindringlicher. Einmal. Zweimal. Dreimal. Jetzt ist es nicht mehr nur ein Stimmchen, nein fünf Stimmchen vereinen sich zu einem Kreischkonzert, das sich gewaschen hat. Um meine Gehörgänge zu retten, falle ich schließlich schlaftrunken aus dem Bett und torkle in Richtung Wohnzimmer. Kaum habe ich die Tür geöffnet, bricht ein wahres Inferno los. Da sitzen fünf als niedliche Meerschweinchen getarnte Terroristen und veranstalten einen Lärm, dass ich Angst haben muss, dass einer der Nachbarn die Polizei ruft. „Ich beeile mich ja…“, murmle ich verschlafen und schaffe damit wenigstens für die nächsten zwei Minuten Ruhe. Mit halb geöffneten Augen verteile ich frisches Heu im Gehege und beginne die Spuren der Nacht zu beseitigen. Die Fünf scheinen regelmäßig Partys zu veranstalten, jedenfalls sieht es am Morgen immer so aus. Futterreste befinden sich an Orten im Gehege, die eigentlich für kein Schweinchen zugänglich sind. Eigentlich. Kleine Köttelbomben befinden sich praktisch überall. Im Wassernapf. Auf sämtlichen Unterschlüpfen. Auf den Schweinchen selbst. Nein, diese Tiere heißen nicht Meerschweinchen, weil sie übers MEER kamen und wie SCHWEINE quieken. Die heißen so, weil sie übers MEER kamen und wie SCHWEINE leben. Sorgfältig kehre ich nun Alles zusammen, wische wo nötig auch noch nass nach, denn Pinkeln tun die lieben Kleinen auch überall. Dann wird das Wasser erneuert und in der Küche begonnen das Futter vorzubereiten. Das ist dann der Moment, wo die Stille wieder jäh unterbrochen wird. Denn das Klacken des Gemüsemessers auf dem Schneidebrett, scheint eine Art Geheimsignal zu sein. Es wird wieder gekrischen als gäbe es kein Morgen mehr. Manchmal hört es sich an als würde ich irgendwem ganz furchtbar weh tun. Solche Geräusche traut man den kleinen Rosamäulern gar nicht zu, wenn man sie so unschuldig mit ihren riesigen Glubschaugen am Gehegerand hängen sieht. Ich rase also von der Küche ins Wohnzimmer um sie zum Schweigen zu bringen und staune dann nicht schlecht, wenn ich das Gehege sehe. Wären die Futterreste nicht immer noch verschwunden, könnte man denken, man befinde sich in einer Zeitschleife. Köttel überall. Im Wassernapf. Auf den Häuschen. Auf den Schweinen. Pinkelpfützen überall. Hatte ich nicht vor fünf Minuten noch alles abgewischt? Oder doch nicht? Selbstzweifel kommen auf. Wie machen diese kleinen Terroristen das? Die warten doch nur bis ich ihnen den Rücken zu drehe und dann wird mit Kötteln geschossen, als wäre man im Krieg. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich kapituliere, wische erneut und beende schließlich das Kreischkonzert mit einer Schüssel voll Gemüse. – Es ist jetzt 5:30 Uhr, aber ich komme mir vor, als wäre schon der halbe Tag rum.
Mittags 14:00 Uhr – Ich komme erschöpft nach Hause, habe Hunger und will meine Ruhe haben, aber kaum ist die Haustüre aufgeschlossen, fliegen mir die Ohren weg. Es schreit, es kreischt, es quiekt und ich frage mich im ersten Moment erschrocken, ob ich morgens vergessen habe die Schweinchen zu füttern. Aber die Futterreste, die überall liegen nur nicht da, wo ich sie ausgestreut habe, sagen mir, dass ich es nicht vergessen habe. Puh, Glück gehabt. Oder? Fünf empörte Gesichter empfangen mich. „Wo ist das Mittagessen? Warum kommst du so spät? Was gibt es denn?“ Manchmal höre ich genau wie sie diese Sätze in meine Richtung schreien. Die sind nicht so nett wie sie aussehen. Nein, nein, nein. Unverzüglich renne ich mit einer Tasche bewaffnet auf die Wiese und sammle alles ein, was Essbar ist. Löwenzahn, Gräser, Spitzwegerich, man will ja, dass die Kleinen gesund leben. Zufrieden mit mir und der vollen Tasche kehre ich in die Terrorzone zurück und unterdrücke das erneut aufkeimende Geschrei mit einem Berg Grünzeug. Fürs Erste geschafft. Leider ist der Löwenzahn schneller raus gesammelt, als gedacht. „WAS, das sollen wir auch essen? Ihh, das schmeckt nicht…Können wir nicht noch Löwenzahn haben?“ Erneut blicke ich in empörte kleine Gesichter. Die wollen nicht gesund leben, diese kleinen Terroristen. Zur Strafe kötteln sie dann binnen Minuten wieder jeden freien Platz im Gehege zu und pinkeln diesmal in den Wassernapf. Ich resigniere und trotte zurück auf die Wiese. Gibt es eben noch ein bisschen Löwenzahn extra. Und sind sie nicht absolut niedlich, wenn sie zufrieden mümmelnd herumsitzen? Wenn ihnen die kleinen Äugchen fast übergehen vor Begeisterung, weil sie noch einen Halm Löwenzahn gefunden haben? Wenn sie danach wohlig seufzend ihre kleinen Füßchen ausstrecken und gähnend ein kleines Nickerchen beginnen? Ja, es sind eben niedliche, kleine Terroristen.
Abends 19:00 Uhr – Nickerchen beendet, Grünzeugberg verschwunden. Jeder einzelne Halm wurde verwertet. Ich sehe es schon von Weitem. Köttel überall. Im Wassernapf. Auf sämtlichen Unterschlüpfen. Auf den Schweinchen selbst. Ich entdecke auch neue Pfützen. Liebevoll auf Steinen und Etagen drapiert. Extra für mich. Sind sie nicht einfach nur niedlich diese kleinen Terroristen? Ich versuche mich leise zu bewegen. Kann ich aber nicht. Es wird wieder laut. Sehr laut. Fast fallen sie aus dem Gehege so angestrengt schreien sie mich diesmal an. „Wo bleibst du denn? Das Essen ist schon seit Stunden leer? Sollen wir verhungern?“ Verärgerte Gesichtchen. Das sie nicht noch mit den Pfoten stampfen ist Alles. Und was mache ich? Ich nicke ergeben, renne in die Küche und schneide Gemüse. Dann stopfe ich ihnen die schreienden Mäulchen mit Paprika und sinke aufs Sofa, während ich den Kleinen dabei zu sehe, wie sie gierig zu fressen beginnen, als hätten sie seit Tagen nichts mehr gehabt. Da wird um jeden Bissen gekämpft und ich frage mich warum ich immer alles klein schneide, so verteile, dass jeder dran kommt, nur um dann sehen zu müssen wie vier Schweine an einem Stück Gurke hängen. Vielleicht weil sie so niedlich sind?
Abends 22:00 Uhr – Bevor ich ins Bett gehe, kontrolliere ich natürlich nochmals die Terroristenresidenz. Ich fülle Heu nach und frage mich wie man es zu fünft schafft täglich soviel Heu zu vernichten. Gäbe es nichts anderes zu fressen, würde ich es ja verstehen, aber so? Ein letztes Mal befreie ich das Wasser von Köttelbomben und bin dankbar, dass mein Wasserhahn so ergiebig ist. Würden sie das Wasser wenigstens trinken, aber nein, sie machen es nur dreckig. Jeden Tag. Mindestens fünf Mal. Warum? Ich weiß es nicht. Und ich fürchte ich werde es auch nie erfahren, denn immer wenn ich sie danach frage, drehen sie mir ihre dicken kleinen Hintern zu und sind beleidigt. Vielleicht handelt es sich beim ins Wasser Kötteln um eine uralte Meerschweinchentradition? Ein Ritual um die Götter zu besänftigen? Ich frage mich welche Götter. Eigentlich bin ich ja ihr Gott. Ich bringe Essen, ich mache sauber und ich habe sie lieb. Aber ich werde sicher nicht besänftigt durch dreckiges Trinkwasser. Vielleicht haben sie das noch gar nicht bemerkt? Vielleicht handelt es sich um ein Gott-Meerschwein-Missverständnis? Schließlich gibt es auch unzählige Gott-Mensch-Missverständnisse. Und nur weil es sich bei meinen fünf Kleinen um die Spezialeinheit der Weckerkompanie handelt müssen sie ja nicht alles wissen. Niemand kann alles wissen. Auch nicht meine kleinen, perfekten, niedlichen, durch nichts zu ersetzenden, besten Schweinchen der Welt. Sie haben schließlich genug damit zu tun mich zu ärgern und am meisten damit mich glücklich zu machen. Sie machen Dreck, sie machen Lärm, aber sie sind die wunderbarsten kleinen Geschöpfe, die ich kenne. Keiner läuft so lustig im Wackel-Dackel-Gang. Keiner gähnt so niedlich. Keiner kreischt so niedlich. Keiner. Ich liebe sie, meine kleinen Terroristen. Ja, das tue ich. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute.
Danke fürs Lesen! Ich weiß es ist furchtbar lang...:roll:
da ich letztens einen kleinen Text über meine Schweinchen geschrieben habe und ich einfach mal wissen will, was ihr davon haltet, bekommt ihr ihn jetzt einfach mal vor die Nase geknallt...
Achtung, es ist viel...
Morgens 5:00 Uhr – Der Wecker reißt mich aus meinen schönen Träumen und ziemlich unsanft werde ich in die Realität katapultiert. Ein kurzes Stöhnen, ein Ausholen mit dem Arm und ich habe den Wecker zum Schweigen gebracht. Vorerst. Allerdings habe ich die Rechnung ohne meinen Wecker gemacht. Denn der hat längst eine hochspezialisierte Sondertruppe rekrutiert, die nur darauf gewartet hat, dass ich ihn kalt mache. Kaum fallen mir die Augen wieder zu, beginnt der Einsatz der Sondertruppe. Erst ist es ein verhaltenes Piepsen. Einmal. Zweimal. Dreimal. Ich reagiere nicht. Das Piepsen wird lauter, eindringlicher. Einmal. Zweimal. Dreimal. Jetzt ist es nicht mehr nur ein Stimmchen, nein fünf Stimmchen vereinen sich zu einem Kreischkonzert, das sich gewaschen hat. Um meine Gehörgänge zu retten, falle ich schließlich schlaftrunken aus dem Bett und torkle in Richtung Wohnzimmer. Kaum habe ich die Tür geöffnet, bricht ein wahres Inferno los. Da sitzen fünf als niedliche Meerschweinchen getarnte Terroristen und veranstalten einen Lärm, dass ich Angst haben muss, dass einer der Nachbarn die Polizei ruft. „Ich beeile mich ja…“, murmle ich verschlafen und schaffe damit wenigstens für die nächsten zwei Minuten Ruhe. Mit halb geöffneten Augen verteile ich frisches Heu im Gehege und beginne die Spuren der Nacht zu beseitigen. Die Fünf scheinen regelmäßig Partys zu veranstalten, jedenfalls sieht es am Morgen immer so aus. Futterreste befinden sich an Orten im Gehege, die eigentlich für kein Schweinchen zugänglich sind. Eigentlich. Kleine Köttelbomben befinden sich praktisch überall. Im Wassernapf. Auf sämtlichen Unterschlüpfen. Auf den Schweinchen selbst. Nein, diese Tiere heißen nicht Meerschweinchen, weil sie übers MEER kamen und wie SCHWEINE quieken. Die heißen so, weil sie übers MEER kamen und wie SCHWEINE leben. Sorgfältig kehre ich nun Alles zusammen, wische wo nötig auch noch nass nach, denn Pinkeln tun die lieben Kleinen auch überall. Dann wird das Wasser erneuert und in der Küche begonnen das Futter vorzubereiten. Das ist dann der Moment, wo die Stille wieder jäh unterbrochen wird. Denn das Klacken des Gemüsemessers auf dem Schneidebrett, scheint eine Art Geheimsignal zu sein. Es wird wieder gekrischen als gäbe es kein Morgen mehr. Manchmal hört es sich an als würde ich irgendwem ganz furchtbar weh tun. Solche Geräusche traut man den kleinen Rosamäulern gar nicht zu, wenn man sie so unschuldig mit ihren riesigen Glubschaugen am Gehegerand hängen sieht. Ich rase also von der Küche ins Wohnzimmer um sie zum Schweigen zu bringen und staune dann nicht schlecht, wenn ich das Gehege sehe. Wären die Futterreste nicht immer noch verschwunden, könnte man denken, man befinde sich in einer Zeitschleife. Köttel überall. Im Wassernapf. Auf den Häuschen. Auf den Schweinen. Pinkelpfützen überall. Hatte ich nicht vor fünf Minuten noch alles abgewischt? Oder doch nicht? Selbstzweifel kommen auf. Wie machen diese kleinen Terroristen das? Die warten doch nur bis ich ihnen den Rücken zu drehe und dann wird mit Kötteln geschossen, als wäre man im Krieg. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich kapituliere, wische erneut und beende schließlich das Kreischkonzert mit einer Schüssel voll Gemüse. – Es ist jetzt 5:30 Uhr, aber ich komme mir vor, als wäre schon der halbe Tag rum.
Mittags 14:00 Uhr – Ich komme erschöpft nach Hause, habe Hunger und will meine Ruhe haben, aber kaum ist die Haustüre aufgeschlossen, fliegen mir die Ohren weg. Es schreit, es kreischt, es quiekt und ich frage mich im ersten Moment erschrocken, ob ich morgens vergessen habe die Schweinchen zu füttern. Aber die Futterreste, die überall liegen nur nicht da, wo ich sie ausgestreut habe, sagen mir, dass ich es nicht vergessen habe. Puh, Glück gehabt. Oder? Fünf empörte Gesichter empfangen mich. „Wo ist das Mittagessen? Warum kommst du so spät? Was gibt es denn?“ Manchmal höre ich genau wie sie diese Sätze in meine Richtung schreien. Die sind nicht so nett wie sie aussehen. Nein, nein, nein. Unverzüglich renne ich mit einer Tasche bewaffnet auf die Wiese und sammle alles ein, was Essbar ist. Löwenzahn, Gräser, Spitzwegerich, man will ja, dass die Kleinen gesund leben. Zufrieden mit mir und der vollen Tasche kehre ich in die Terrorzone zurück und unterdrücke das erneut aufkeimende Geschrei mit einem Berg Grünzeug. Fürs Erste geschafft. Leider ist der Löwenzahn schneller raus gesammelt, als gedacht. „WAS, das sollen wir auch essen? Ihh, das schmeckt nicht…Können wir nicht noch Löwenzahn haben?“ Erneut blicke ich in empörte kleine Gesichter. Die wollen nicht gesund leben, diese kleinen Terroristen. Zur Strafe kötteln sie dann binnen Minuten wieder jeden freien Platz im Gehege zu und pinkeln diesmal in den Wassernapf. Ich resigniere und trotte zurück auf die Wiese. Gibt es eben noch ein bisschen Löwenzahn extra. Und sind sie nicht absolut niedlich, wenn sie zufrieden mümmelnd herumsitzen? Wenn ihnen die kleinen Äugchen fast übergehen vor Begeisterung, weil sie noch einen Halm Löwenzahn gefunden haben? Wenn sie danach wohlig seufzend ihre kleinen Füßchen ausstrecken und gähnend ein kleines Nickerchen beginnen? Ja, es sind eben niedliche, kleine Terroristen.
Abends 19:00 Uhr – Nickerchen beendet, Grünzeugberg verschwunden. Jeder einzelne Halm wurde verwertet. Ich sehe es schon von Weitem. Köttel überall. Im Wassernapf. Auf sämtlichen Unterschlüpfen. Auf den Schweinchen selbst. Ich entdecke auch neue Pfützen. Liebevoll auf Steinen und Etagen drapiert. Extra für mich. Sind sie nicht einfach nur niedlich diese kleinen Terroristen? Ich versuche mich leise zu bewegen. Kann ich aber nicht. Es wird wieder laut. Sehr laut. Fast fallen sie aus dem Gehege so angestrengt schreien sie mich diesmal an. „Wo bleibst du denn? Das Essen ist schon seit Stunden leer? Sollen wir verhungern?“ Verärgerte Gesichtchen. Das sie nicht noch mit den Pfoten stampfen ist Alles. Und was mache ich? Ich nicke ergeben, renne in die Küche und schneide Gemüse. Dann stopfe ich ihnen die schreienden Mäulchen mit Paprika und sinke aufs Sofa, während ich den Kleinen dabei zu sehe, wie sie gierig zu fressen beginnen, als hätten sie seit Tagen nichts mehr gehabt. Da wird um jeden Bissen gekämpft und ich frage mich warum ich immer alles klein schneide, so verteile, dass jeder dran kommt, nur um dann sehen zu müssen wie vier Schweine an einem Stück Gurke hängen. Vielleicht weil sie so niedlich sind?
Abends 22:00 Uhr – Bevor ich ins Bett gehe, kontrolliere ich natürlich nochmals die Terroristenresidenz. Ich fülle Heu nach und frage mich wie man es zu fünft schafft täglich soviel Heu zu vernichten. Gäbe es nichts anderes zu fressen, würde ich es ja verstehen, aber so? Ein letztes Mal befreie ich das Wasser von Köttelbomben und bin dankbar, dass mein Wasserhahn so ergiebig ist. Würden sie das Wasser wenigstens trinken, aber nein, sie machen es nur dreckig. Jeden Tag. Mindestens fünf Mal. Warum? Ich weiß es nicht. Und ich fürchte ich werde es auch nie erfahren, denn immer wenn ich sie danach frage, drehen sie mir ihre dicken kleinen Hintern zu und sind beleidigt. Vielleicht handelt es sich beim ins Wasser Kötteln um eine uralte Meerschweinchentradition? Ein Ritual um die Götter zu besänftigen? Ich frage mich welche Götter. Eigentlich bin ich ja ihr Gott. Ich bringe Essen, ich mache sauber und ich habe sie lieb. Aber ich werde sicher nicht besänftigt durch dreckiges Trinkwasser. Vielleicht haben sie das noch gar nicht bemerkt? Vielleicht handelt es sich um ein Gott-Meerschwein-Missverständnis? Schließlich gibt es auch unzählige Gott-Mensch-Missverständnisse. Und nur weil es sich bei meinen fünf Kleinen um die Spezialeinheit der Weckerkompanie handelt müssen sie ja nicht alles wissen. Niemand kann alles wissen. Auch nicht meine kleinen, perfekten, niedlichen, durch nichts zu ersetzenden, besten Schweinchen der Welt. Sie haben schließlich genug damit zu tun mich zu ärgern und am meisten damit mich glücklich zu machen. Sie machen Dreck, sie machen Lärm, aber sie sind die wunderbarsten kleinen Geschöpfe, die ich kenne. Keiner läuft so lustig im Wackel-Dackel-Gang. Keiner gähnt so niedlich. Keiner kreischt so niedlich. Keiner. Ich liebe sie, meine kleinen Terroristen. Ja, das tue ich. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute.
Danke fürs Lesen! Ich weiß es ist furchtbar lang...:roll: