Jerry hatte nur Kontakt zu ausgewählten Hunden. Sprich der Hund meiner Schwester sowie Hunde aus Verwandtschaft und enger Freunde. Da wusste ich, dass die Hunde geimpft sind und vor allem den nötigen Gehorsam und die entsprechende Ruhe haben, damit Jerry nicht überfordert ist. Er durfte ja nicht überdrehen und nicht unnötig viel Stress haben, da das Immunsystem wirklich kaputt war. Das haben wir die ersten Monate auch so durchgezogen, sind nur in Gebiete gegangen, wo keine anderen/wenige Hunde sind (z.B. konnten wir durch meinen Vater in die Kasernengebiete, da rennen ohnehin kaum bis keine Hunde rum. Außer eben die Hunde der Kollegen und da hat mein Vater entsprechend alles abgesprochen).
Muss allerdings zugestehen, dass wir das weniger wegen den anderen Hunden gemacht haben. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie lange sich der Virus "lebend" hält. Aber weil Jerry eben auch nachträglich noch sehr krank war, wollten wir keinen Kontakt zu Hunden, die wir nicht kennen. Glücklicherweise hat es sich nicht in seinem Sozialverhalten negativ gezeigt. Er ist interessiert an jedem Hund und scheut Konflikten, denen er damit auch sofort aus dem Weg geht. Er ist auch keine Krawallbürste und kein unsicherer Hund. Wir hielten es damals für richtig. Da uns ohnehin alle (Verwandte, Freunde, TÄ) von einem Parvohund abgeraten haben, wir aber einfach durch den regelmäßigen Kontakt mit Jerry "unseren Hund gefunden haben", wollten wir es wenigstens so gut machen, wie es für uns nur möglich war.
Die Grundimpfung und die jährliche/3-Jahres-Impfung enthält IMMER Parvovirose. Wenn du mal in einen Impfpass guckst, wirst du verschiedene Buchstaben ale Kürzel erkennen. In dem Kürzel "SHP" steht das S für Staupe, H für Hepatitis und P für Parvovirose (es gibt noch mehr bei den Impfungen, die sind aber für das Thema gerade nicht wichtig). Der Hund ist dadurch abgesichert. Antikörper können teilweise nach vielen Jahren noch festgestellt werden. Aber er wird trotzdem alle 3 Jahre aufgefrischt. Theoretisch kann in einer minimalen Prozentzahl der Hund noch infiziert werden, aber Hunde überleben diesen dann wieder ganz gut, wenn sie nicht gerade alt, unter einem Jahr oder besonders krank sind. Aber die Gefahr ist auch wie gesagt überhaupt nicht hoch und die Impfung ist angebracht. Die Gefahr, sich doch anzustecken ist eben so hoch, wie bei anderen Impfungen (z.B. auch für den Menschen) auch.
Die Spätfolgen sind bei Hunden sehr unterschiedlich. Von geringer Lebensdauer bis zu schweren Herzfehlern ist alles dabei. Manche leben auch als ganz normaler Hund ohne größere Einschränkungen. Bei meinem Hund hatte ich "Glück". Er hat keinen Herzfehler und seine erwartete Lebensdauer hat er schon um ein Jahr überholt und er sieht nicht danach aus als ob er die nächsten zwei Wochen über die Regenbogenbrücke wollte. Spätfolgen, die ich entdecken konnte sind eben: Anfängliches Untergewicht, empfindlichen Magen/Darm (öfter Durchfall gegen den man aber auch nicht groß was machen kann), kaputtes Fell an Beinen und Bauch (früher auch Rücken und Kopf), relativ unangenehmer Geruch am Kopf, schwaches Immunsystem (wurde aber über die Jahre besser).
Aber damit kann ich leben und es ist nichts, was uns groß einschränkt.
