- Was nur tun? Der Wille ist noch da, aber die Kraft nicht mehr Beitrag #1
tanja_79
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Hallöchen!
oh man ... bin total verzweifelt und weiß nicht was richtig und was falsch ist.
Es geht um meine fast 16 jährige Labbi-Mix-Hündin und die quälende Frage, ob wir sie gehen lassen sollen.
kurz vorneweg: ich weiß und mir ist bewußt, dass mir keiner von euch die Entscheidung abnehmen kann - völlig klar! aber vielleicht können wir trotzdem mal drüber reden, denn wir selbst (ich, meine Mum und ihr LG) stehen selbst alle mit nem großen Fragezeichen vor dem Kopf da. Auch heißt es ja immer, dass man den richtigen Zeitpunkt intuitiv spürt ... aber Flöckchen macht es uns in ihrem Fall unglaublich schwer, und ich habe Angst, dass wir den richtigen Moment doch nicht wahrnehmen und sie unnötig leidet
Seit dem Wochenende hat Flocki merklich abgebaut. Schon länger leidet sie unter Demenz und Hüftschmerzen. Herz, Nieren, Leber haben auch nen Treffer weg, weswegen sie im Jahr 2009 beinahe schonmal kurz vor der Einschläferung stand, aber nach einer wochenlangen tagtäglichen Infussionstherapie rappelte sie sich - entgegen aller Meinung - nochmal auf, da sie einen kaum zu bändigenden Lebenswillen hatte. Seither bekommt sie täglich Benazecare und Karsivan sowie seit ein paar Monaten nun je nach Bedarf Rimadyl, wenn sie schlecht läuft.
Bis letzte Woche war es nun so, dass sie - wenn auch beim Spazierengehen zwar langsam, aber relativ gut zu Fuß war, in der Wohnung selbst war sie sehr aktiv und viel am herumlaufen und sie interessierte sich insgesamt für alles und hatte immer einen gesunden Appetit. Sogar hüpfen konnte sie bis Freitag noch (also immer wenn jemand Richtung Küche lief, hüpfte sie erfreut direkt hinterher und sprang mit den Vorderpfoten immer und immer auf der Stelle auf und ab, bis man ihr irgendwas zusteckte). Seit Samstag ist nun alles anders. Sie hatte so gut wie nichts gefressen, aber seit Samstag Abend frisst sie nun wieder normal. Allerdings kommt jetzt das große "Aber". Ihr Körper scheint nicht mehr zu wollen bzw. zu können. Das schlimme an der Sache - und das zerreißt mir fast das Herz -, sie selbst will noch. Sie scheint regelrecht selbst verzweifelt zu sein, dass ihr Körper nicht mehr mitmacht ... jedenfalls haben wir diesen Eindruck, wenn wir sie ansehen. Sie liegt fast nur noch herum, weil ihr das Gehen sichtlich schwer fällt. Sie läuft ganz stacksig (trotz tägl. Rimadyl seit Samstag) und macht kleine Tippelschritte und wenn sie stehen bleibt, sackt sie mehr oder weniger in sich zusammen. Dann paddelt sie wieder solange, bis sie wieder steht oder bis wir sie wieder auf die Beine stellen ... aber irgendwie ist das nichts mehr Halbes und nichts mehr Ganzes. Manchmal, d.h. wenn sie sich Zeit nimmt zum Aufstehen, kommt sie aber auch von alleine (ohne paddeln) auf die Beine, wenn sie hastig wieder hoch will, dann eben meißt nicht. Leider will sie alles meist hastig machen, weshalb sie einen Misserfolg nach dem anderen hinnehmen muss. Wenn sie tagsüber nun gezwungenermaßen rumliegt und hingenommen hat, dass ihr die Kraft zum Aufstehen und Laufen fehlt, schläft sie nicht, sondern beobachtet in der Regel alles interessiert und neugierig oder beginnt an ihren Beinen rumzuknabbern. Allerdings gibt es auch Phasen, in denen sie kurzzeitig wie weggetreten scheint.
Spazierengehen tut sie noch, das im übrigen ohne umzufallen - allerdings jede Schnecke wäre schneller als wir. Ihr Gangbild ähnelt einem Betrunkenen, weshalb wir auch von jedem über den Weg laufenden Passanten angesprochen werden, was der arme Hund denn hat. Das Schlimme ist ja auch, dass sie total abgemagert aussieht ... also ein wandelndes Gerippe
Ihr Interesse an Futter ist seit Samstag Abend wie schon gesagt wieder wie eh und je rießig.
Ach, eigentlich ist das alles gerade die reinste Katastrophe, weil mir bei der Frage, ob das alles für sie denn wirklich noch lebenswert sein kann, mein Verstand mir sagt, dass es das nicht mehr sein kann. Andererseits wenn ich dann wieder ihre große Freude beobachte, wenn sie begeistert und schwanzwedelnd zum Futternapf "eilt" und dabei fast über ihre eigenen Füße stolpert, weil ihr diese zu langsam funktionieren, oder sie zur Tür kommt, wenn ich ihre Leine in die Hand nehme, dann weiß ich halt auch nicht recht
Manchmal denk ich mir, ach, wenn sie doch einfach morgens nicht mehr aufwachen würde ... aber nein, jeden morgen zwischen 6.30 u. 7 Uhr macht sie ihre schwarzen Kulleraugen wieder auf und hievt sich mit noch sehr steifen Knochen auf Biegen und Brechen auf die Beine. Ich hab keine Ahnung, was ich machen soll. Als wir heute morgen bei meiner Mutter eingetroffen waren und wir Flocki so beobachteten, sagte meine Mum auch, dass "der Wille wohl noch da wäre, aber die Kraft scheinbar nicht mehr" und dass sie (sie und ihr LG) ebenso wie ich grübeln, was das Richtige wäre. Auch sagte sie mir, dass sie sich gestern Abend über Flocki beraten haben und diese Tage noch bei Anubis schonmal alles was ihre Einäscherung betrifft vororganisieren wollen, damit das schonmal geklärt ist.
So, jetzt hab ich euch währenddessen mir hier eine Träne nach der anderen aus den Augen kullerte unendlich zugetextet. Mögt ihr mir vielleicht von euren Gedankengängen schreiben, was ihr in so einer Situation tun würdet oder getan habt, wenn euer vierbeiniges Familienmitglied steinalt ist und noch will, aber nicht mehr kann?
oh man ... bin total verzweifelt und weiß nicht was richtig und was falsch ist.
Es geht um meine fast 16 jährige Labbi-Mix-Hündin und die quälende Frage, ob wir sie gehen lassen sollen.
kurz vorneweg: ich weiß und mir ist bewußt, dass mir keiner von euch die Entscheidung abnehmen kann - völlig klar! aber vielleicht können wir trotzdem mal drüber reden, denn wir selbst (ich, meine Mum und ihr LG) stehen selbst alle mit nem großen Fragezeichen vor dem Kopf da. Auch heißt es ja immer, dass man den richtigen Zeitpunkt intuitiv spürt ... aber Flöckchen macht es uns in ihrem Fall unglaublich schwer, und ich habe Angst, dass wir den richtigen Moment doch nicht wahrnehmen und sie unnötig leidet
Seit dem Wochenende hat Flocki merklich abgebaut. Schon länger leidet sie unter Demenz und Hüftschmerzen. Herz, Nieren, Leber haben auch nen Treffer weg, weswegen sie im Jahr 2009 beinahe schonmal kurz vor der Einschläferung stand, aber nach einer wochenlangen tagtäglichen Infussionstherapie rappelte sie sich - entgegen aller Meinung - nochmal auf, da sie einen kaum zu bändigenden Lebenswillen hatte. Seither bekommt sie täglich Benazecare und Karsivan sowie seit ein paar Monaten nun je nach Bedarf Rimadyl, wenn sie schlecht läuft.
Bis letzte Woche war es nun so, dass sie - wenn auch beim Spazierengehen zwar langsam, aber relativ gut zu Fuß war, in der Wohnung selbst war sie sehr aktiv und viel am herumlaufen und sie interessierte sich insgesamt für alles und hatte immer einen gesunden Appetit. Sogar hüpfen konnte sie bis Freitag noch (also immer wenn jemand Richtung Küche lief, hüpfte sie erfreut direkt hinterher und sprang mit den Vorderpfoten immer und immer auf der Stelle auf und ab, bis man ihr irgendwas zusteckte). Seit Samstag ist nun alles anders. Sie hatte so gut wie nichts gefressen, aber seit Samstag Abend frisst sie nun wieder normal. Allerdings kommt jetzt das große "Aber". Ihr Körper scheint nicht mehr zu wollen bzw. zu können. Das schlimme an der Sache - und das zerreißt mir fast das Herz -, sie selbst will noch. Sie scheint regelrecht selbst verzweifelt zu sein, dass ihr Körper nicht mehr mitmacht ... jedenfalls haben wir diesen Eindruck, wenn wir sie ansehen. Sie liegt fast nur noch herum, weil ihr das Gehen sichtlich schwer fällt. Sie läuft ganz stacksig (trotz tägl. Rimadyl seit Samstag) und macht kleine Tippelschritte und wenn sie stehen bleibt, sackt sie mehr oder weniger in sich zusammen. Dann paddelt sie wieder solange, bis sie wieder steht oder bis wir sie wieder auf die Beine stellen ... aber irgendwie ist das nichts mehr Halbes und nichts mehr Ganzes. Manchmal, d.h. wenn sie sich Zeit nimmt zum Aufstehen, kommt sie aber auch von alleine (ohne paddeln) auf die Beine, wenn sie hastig wieder hoch will, dann eben meißt nicht. Leider will sie alles meist hastig machen, weshalb sie einen Misserfolg nach dem anderen hinnehmen muss. Wenn sie tagsüber nun gezwungenermaßen rumliegt und hingenommen hat, dass ihr die Kraft zum Aufstehen und Laufen fehlt, schläft sie nicht, sondern beobachtet in der Regel alles interessiert und neugierig oder beginnt an ihren Beinen rumzuknabbern. Allerdings gibt es auch Phasen, in denen sie kurzzeitig wie weggetreten scheint.
Spazierengehen tut sie noch, das im übrigen ohne umzufallen - allerdings jede Schnecke wäre schneller als wir. Ihr Gangbild ähnelt einem Betrunkenen, weshalb wir auch von jedem über den Weg laufenden Passanten angesprochen werden, was der arme Hund denn hat. Das Schlimme ist ja auch, dass sie total abgemagert aussieht ... also ein wandelndes Gerippe
Ihr Interesse an Futter ist seit Samstag Abend wie schon gesagt wieder wie eh und je rießig.
Ach, eigentlich ist das alles gerade die reinste Katastrophe, weil mir bei der Frage, ob das alles für sie denn wirklich noch lebenswert sein kann, mein Verstand mir sagt, dass es das nicht mehr sein kann. Andererseits wenn ich dann wieder ihre große Freude beobachte, wenn sie begeistert und schwanzwedelnd zum Futternapf "eilt" und dabei fast über ihre eigenen Füße stolpert, weil ihr diese zu langsam funktionieren, oder sie zur Tür kommt, wenn ich ihre Leine in die Hand nehme, dann weiß ich halt auch nicht recht
So, jetzt hab ich euch währenddessen mir hier eine Träne nach der anderen aus den Augen kullerte unendlich zugetextet. Mögt ihr mir vielleicht von euren Gedankengängen schreiben, was ihr in so einer Situation tun würdet oder getan habt, wenn euer vierbeiniges Familienmitglied steinalt ist und noch will, aber nicht mehr kann?