- Innen "hui" Draussen "pfui" Beitrag #1
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Lob-By
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Hallo Zusammen :039:
Meine Überschrift mag etwas blöd klingen, trifft aber den Nagel schon auf den Kopf...
Ich werde ein wenig erzählen, um die Gesamtsituation zu erklären und man sich vllt ein besseres Bild machen kann...
Mein Goldie Rüde "Sam" kam mit 11 Wochen in meiner Familie.
Er war von Anfang an innerhalb der Wohnung absolut unproblematisch. Als Welpe nix angekaut, Stubenrein ab dem 2. Tag, hat sich integriert, es gab nie Machtspiele zwischen Mensch und ihm, egal ob Kind oder Erwachsener, er liebt Körperpflege und legt sich sofort hin wenn er die Bürste in meiner Hand sieht, gehorcht aufs Wort und als er 4 Jahre war kamen nach und nach die Katzen hinzu, sie spielen, kuscheln und teilen sich gegenseitig ihr Futter (heimlich...denn ist ja ungesund und verboten :eusa_shhh:
)
Alles in allem, ist er das liebste und ruhigste Wesen überhaupt...aber eben nur INNERHALB der Wohnung :roll:
Draussen mutiert er mit der ersten Pfote im Freien zum ignoranten irgendwas...an der Leine ists noch Ok, riecht er was superinteressantes, will er hin, ist aber ansonsten recht Leinenführig.
Das Problem ist eher, dass es ohne Leine nicht mehr geht...absolut nicht...dann ist er weg.
Das Thema Rückruf war auch der Grund, dass ich mit ihm in der Hundeschule war für 3 Monate, jedoch sogar die Trainerin fast an seiner Ignoranz verzweifelte und sie mir die Schleppleine anriet für seinen "Freilauf", da wir es einfach nicht schafften in den damals 8 Monaten jungen Sam (ich begann den Kurs als er 5 Monate alt war), eine Bindung zwischen ihm und mir herzustellen, dass er mir von allein folgt.
Immer mit Schleppleine wollte ich nicht akzeptieren und machte mit ihm als er gut 2 Jahre alt war, einen Einzelkurs mit einer anderen Trainerin.
Sie beobachtete uns und unser gegenseitiges Verhalten und fragte mehr als Übungstips zu geben.
Sie kam nach 4 Wochen zu dem Schluß, dass Sam für mich und meine Bedürfnisse zu sehr Hund ist, er hart gesagt, die Falsche Wahl war :eusa_think:
Er sei ein sehr intelligenter Hund, der genau weiß, dass er auf seine Menschen innerhalb der Wohnung angewiesen ist (Futter, Pflege, Streicheleinheiten, Spielen wenns langweilig ist usw) und schnell begriffen hat, das er all dies durch sein gutes Verhalten auch bekommt, er jedoch draussen deutlich zeigt, dass er ohne Leine niemanden braucht und auf niemanden angewiesen ist. Er will dann nur seine Freiheit und machen was ein Hund halt macht ,schnüffeln, rennen wohin man will, zu wem man will, einfach alles was man (Hund) will...
Da er angeleint sämtliche Kommandos ausführt (zähneknirrschend aber immerhin), wollte sie dahingehend mit mir die Bindung und auch die "Regeln" aufbauen.
Es kam wieder Schleppleinentraining mit Richtungswechseln, wir lernten Kommandos nur auf Körpersprache basierend und Spielstunden wurden innerhalb der Wohnung verboten und nur noch auf Draussen als Belohnung eingeführt.
Es war anstrengend, es war durch seine immer wiederkehrende Ignoranz mehr als nervig, aber ich habe es soweit geschafft, dass zumindest mit SL alles recht verlässlich klappte und ich ihn auch mal komplett losmachen konnte wenn wir auf freiem Gelände allein waren.
So blieb es jahrelang und Sam und ich haben uns arrangiert.
Nun sind wir aber vor 1 Jahr nach Österreich gezogen und mit der neuen Umgebung, kehrten die alten Probleme zurück...
wir sind wieder bei Null angekommen...DRAUSSEN...Drin ist alles beim alten, brav, gehorsam, unkompliziert...
Ich habe den Ratschlag angenommen, Sam vom ersten Tag an deutlich zu machen, dass die neue Umgebung nichts an den alten Regeln ändert, keine Ausnahmen.
Jedoch scheint mein nun 8 jähriger Sam der Meinung zu sein, "neue Welt, neue Regeln" und seine Ignoranz mir gegenüber scheint mir noch ausgeprägter als damals zu sein...
Nichts will mehr klappen...er zieht wieder verstärkt an der normalen Leine, an der SL nimmt er mich gar nicht mehr wahr und reißt sie mir regelmäßig aus den Händen weil er so abzischt. Es ist nicht erst 1x vorgekommen, dass er von Fremden an denen er vorbei rannte, wieder eingefangen wurde...
Mache ich mit ihm Wurf- oder Such-Spiele, habe ich seine Aufmerksamkeit nur solange ER das will, es ist die Regel, dass er den Dummy oder Ball 3 mal brav zurückbringt und beim 4. mal daran vorbei rennt, weil er einfach keine Lust mehr hat. Das ist die häufigste Situation wo er mir die SL aus den Händen reißt, weil er sich dann nicht zurückrufen lässt.
Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass unsere (einzigste) Hundezone genau neben einem großem Bach verläuft, der mehrere Km lang ist, kleinere Strömungen hat und der Abhang zwischen Weg und Bach gute 15m beträgt.
Als Goldie ist der Bach demnach immer Ziel Nr. 1 wenn er davonprescht...daher kann ich die SL auch erst auf einem nahegelegenem und anliegendem Feld einsetzen, da er mich auf dem Weg bereits mal fast den Abhang hinuntergezogen hat weil er Richtung Wasser rannte und mir das als 50kg Persönchen zu gefährlich ist.
Falls jemand die Geduld hatte, sich diesen doch recht langen Beitrag überhaupt bis zum Ende durchzulesen (dafür ein dickes DANKE!), wäre es mehr als toll, wenn dann noch jemand einen Rat hätte, was ich mit meinem innig liebenden Tier noch machen soll...
:uups:
Ich mag ihn nicht die vllt andere hälfte seines Lebens nun immer nur an der Leine haben...er will und braucht ja Auslauf...aber wie?? 20m SL auf einem Feld für max 15 Minuten die ich ihn einigermaßen kontrollieren kann, können ja nicht alles sein...
Ich arbeite Halbtags, habe Kinder...ein nochmaliges Profitraining kann ich aus zeitlichen und auch finanziellen Gründen, nicht wieder einrichten...und habe ja das vergangene Intensivtraining aus Deutschland hier bereits versucht...Monatelang habe ich jede freie Minute in das Training gesteckt...ohne den kleinsten Erfolg, Sam will nicht, so blöd es auch klingt...
Ich bin nun soweit das Nerven und Kraft am Tiefpunkt sind und nur noch die "Pflichtrunden" zum lösen gemacht werden, die bereits anstrengend genug sind, aber nun mal sein müssen...
Mir gehen immer die Worte meiner alten Trainerin durch den Kopf, der Hund sei damals eine Fehlentscheidung gewesen, für mich nicht der Richtige, vom Wesen und Charakter her, man müsse nun das Beste daraus versuchen zu machen, das er mich als "Frauchen" akzeptiert und respektiert...das nagt ganz schön an mir, weil ich genau das einfach nicht schaffe nach all den Jahren...
In einem anderen Forum musste ich mir anhören/lesen, ich sei selbst Schuld, wenn mir mein Tier ein erneutes, notwendiges Profitraining nicht wert sei...
das hat mich tief getroffen, denn wenn es mir möglich wäre, würde ich es ja machen...bei Arbeitszeiten von 11-18 uhr, 3-4x die Woche inkl. jeden 2. Samstag, haben nunmal auch den Rest der Zeit meine Kinder und mein Haushalt das Recht auf Wahrnehmung...
Ich liebe meinen Hund, aus tiefstem Herzen, aber er kann nach nun 8 Jahren nicht weiter Mittelpunkt meines Lebens sein...ob das wer versteht oder nicht...
Was ich möchte?
Irgendwelche Übungen die ich im Alltag und in der "Samzeit", also draussen (Morgens und Abends 1-2 Std) einbinden kann, die dem Hund begreiflich machen, das er auch draussen auf mich hören muss...die ihm begreiflich machen, dass es auch für ihn vorteilhafter und angenehmer ist, wenn er folgt, mich wahrnimmt und mich vor allem für "voll" nimmt...
Das aus ihm kein "treuer Begleiter" mehr wird, ist mir bewusst, aber es muss doch irgendwie hinzubekommen sein, dass ich diese vollkommende Ignoranz aus ihm rausbekomme, damit wir wenigstens einigermaßen mit Spaß und Ruhe und Verlass draussen die Zeit miteinander verbringen können...
Nochmal Danke fürs lesen dieses Romanes...:uups:
Vielleicht weiß ja jemand Rat und dieser Beitrag geht nicht ganz in der Menge unter...
LG,
Steffi
Meine Überschrift mag etwas blöd klingen, trifft aber den Nagel schon auf den Kopf...
Ich werde ein wenig erzählen, um die Gesamtsituation zu erklären und man sich vllt ein besseres Bild machen kann...
Mein Goldie Rüde "Sam" kam mit 11 Wochen in meiner Familie.
Er war von Anfang an innerhalb der Wohnung absolut unproblematisch. Als Welpe nix angekaut, Stubenrein ab dem 2. Tag, hat sich integriert, es gab nie Machtspiele zwischen Mensch und ihm, egal ob Kind oder Erwachsener, er liebt Körperpflege und legt sich sofort hin wenn er die Bürste in meiner Hand sieht, gehorcht aufs Wort und als er 4 Jahre war kamen nach und nach die Katzen hinzu, sie spielen, kuscheln und teilen sich gegenseitig ihr Futter (heimlich...denn ist ja ungesund und verboten :eusa_shhh:
Alles in allem, ist er das liebste und ruhigste Wesen überhaupt...aber eben nur INNERHALB der Wohnung :roll:
Draussen mutiert er mit der ersten Pfote im Freien zum ignoranten irgendwas...an der Leine ists noch Ok, riecht er was superinteressantes, will er hin, ist aber ansonsten recht Leinenführig.
Das Problem ist eher, dass es ohne Leine nicht mehr geht...absolut nicht...dann ist er weg.
Das Thema Rückruf war auch der Grund, dass ich mit ihm in der Hundeschule war für 3 Monate, jedoch sogar die Trainerin fast an seiner Ignoranz verzweifelte und sie mir die Schleppleine anriet für seinen "Freilauf", da wir es einfach nicht schafften in den damals 8 Monaten jungen Sam (ich begann den Kurs als er 5 Monate alt war), eine Bindung zwischen ihm und mir herzustellen, dass er mir von allein folgt.
Immer mit Schleppleine wollte ich nicht akzeptieren und machte mit ihm als er gut 2 Jahre alt war, einen Einzelkurs mit einer anderen Trainerin.
Sie beobachtete uns und unser gegenseitiges Verhalten und fragte mehr als Übungstips zu geben.
Sie kam nach 4 Wochen zu dem Schluß, dass Sam für mich und meine Bedürfnisse zu sehr Hund ist, er hart gesagt, die Falsche Wahl war :eusa_think:
Er sei ein sehr intelligenter Hund, der genau weiß, dass er auf seine Menschen innerhalb der Wohnung angewiesen ist (Futter, Pflege, Streicheleinheiten, Spielen wenns langweilig ist usw) und schnell begriffen hat, das er all dies durch sein gutes Verhalten auch bekommt, er jedoch draussen deutlich zeigt, dass er ohne Leine niemanden braucht und auf niemanden angewiesen ist. Er will dann nur seine Freiheit und machen was ein Hund halt macht ,schnüffeln, rennen wohin man will, zu wem man will, einfach alles was man (Hund) will...
Da er angeleint sämtliche Kommandos ausführt (zähneknirrschend aber immerhin), wollte sie dahingehend mit mir die Bindung und auch die "Regeln" aufbauen.
Es kam wieder Schleppleinentraining mit Richtungswechseln, wir lernten Kommandos nur auf Körpersprache basierend und Spielstunden wurden innerhalb der Wohnung verboten und nur noch auf Draussen als Belohnung eingeführt.
Es war anstrengend, es war durch seine immer wiederkehrende Ignoranz mehr als nervig, aber ich habe es soweit geschafft, dass zumindest mit SL alles recht verlässlich klappte und ich ihn auch mal komplett losmachen konnte wenn wir auf freiem Gelände allein waren.
So blieb es jahrelang und Sam und ich haben uns arrangiert.
Nun sind wir aber vor 1 Jahr nach Österreich gezogen und mit der neuen Umgebung, kehrten die alten Probleme zurück...
wir sind wieder bei Null angekommen...DRAUSSEN...Drin ist alles beim alten, brav, gehorsam, unkompliziert...
Ich habe den Ratschlag angenommen, Sam vom ersten Tag an deutlich zu machen, dass die neue Umgebung nichts an den alten Regeln ändert, keine Ausnahmen.
Jedoch scheint mein nun 8 jähriger Sam der Meinung zu sein, "neue Welt, neue Regeln" und seine Ignoranz mir gegenüber scheint mir noch ausgeprägter als damals zu sein...
Nichts will mehr klappen...er zieht wieder verstärkt an der normalen Leine, an der SL nimmt er mich gar nicht mehr wahr und reißt sie mir regelmäßig aus den Händen weil er so abzischt. Es ist nicht erst 1x vorgekommen, dass er von Fremden an denen er vorbei rannte, wieder eingefangen wurde...
Mache ich mit ihm Wurf- oder Such-Spiele, habe ich seine Aufmerksamkeit nur solange ER das will, es ist die Regel, dass er den Dummy oder Ball 3 mal brav zurückbringt und beim 4. mal daran vorbei rennt, weil er einfach keine Lust mehr hat. Das ist die häufigste Situation wo er mir die SL aus den Händen reißt, weil er sich dann nicht zurückrufen lässt.
Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass unsere (einzigste) Hundezone genau neben einem großem Bach verläuft, der mehrere Km lang ist, kleinere Strömungen hat und der Abhang zwischen Weg und Bach gute 15m beträgt.
Als Goldie ist der Bach demnach immer Ziel Nr. 1 wenn er davonprescht...daher kann ich die SL auch erst auf einem nahegelegenem und anliegendem Feld einsetzen, da er mich auf dem Weg bereits mal fast den Abhang hinuntergezogen hat weil er Richtung Wasser rannte und mir das als 50kg Persönchen zu gefährlich ist.
Falls jemand die Geduld hatte, sich diesen doch recht langen Beitrag überhaupt bis zum Ende durchzulesen (dafür ein dickes DANKE!), wäre es mehr als toll, wenn dann noch jemand einen Rat hätte, was ich mit meinem innig liebenden Tier noch machen soll...
Ich mag ihn nicht die vllt andere hälfte seines Lebens nun immer nur an der Leine haben...er will und braucht ja Auslauf...aber wie?? 20m SL auf einem Feld für max 15 Minuten die ich ihn einigermaßen kontrollieren kann, können ja nicht alles sein...
Ich arbeite Halbtags, habe Kinder...ein nochmaliges Profitraining kann ich aus zeitlichen und auch finanziellen Gründen, nicht wieder einrichten...und habe ja das vergangene Intensivtraining aus Deutschland hier bereits versucht...Monatelang habe ich jede freie Minute in das Training gesteckt...ohne den kleinsten Erfolg, Sam will nicht, so blöd es auch klingt...
Ich bin nun soweit das Nerven und Kraft am Tiefpunkt sind und nur noch die "Pflichtrunden" zum lösen gemacht werden, die bereits anstrengend genug sind, aber nun mal sein müssen...
Mir gehen immer die Worte meiner alten Trainerin durch den Kopf, der Hund sei damals eine Fehlentscheidung gewesen, für mich nicht der Richtige, vom Wesen und Charakter her, man müsse nun das Beste daraus versuchen zu machen, das er mich als "Frauchen" akzeptiert und respektiert...das nagt ganz schön an mir, weil ich genau das einfach nicht schaffe nach all den Jahren...
In einem anderen Forum musste ich mir anhören/lesen, ich sei selbst Schuld, wenn mir mein Tier ein erneutes, notwendiges Profitraining nicht wert sei...
Ich liebe meinen Hund, aus tiefstem Herzen, aber er kann nach nun 8 Jahren nicht weiter Mittelpunkt meines Lebens sein...ob das wer versteht oder nicht...
Was ich möchte?
Irgendwelche Übungen die ich im Alltag und in der "Samzeit", also draussen (Morgens und Abends 1-2 Std) einbinden kann, die dem Hund begreiflich machen, das er auch draussen auf mich hören muss...die ihm begreiflich machen, dass es auch für ihn vorteilhafter und angenehmer ist, wenn er folgt, mich wahrnimmt und mich vor allem für "voll" nimmt...
Das aus ihm kein "treuer Begleiter" mehr wird, ist mir bewusst, aber es muss doch irgendwie hinzubekommen sein, dass ich diese vollkommende Ignoranz aus ihm rausbekomme, damit wir wenigstens einigermaßen mit Spaß und Ruhe und Verlass draussen die Zeit miteinander verbringen können...
Nochmal Danke fürs lesen dieses Romanes...:uups:
Vielleicht weiß ja jemand Rat und dieser Beitrag geht nicht ganz in der Menge unter...
LG,
Steffi