Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen?

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  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #1
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nini88

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Hallo,

ich habe vor mir in 1-2 Jahren einen Dalmatiner anzuschaffen, weil diese Rasse einfach perfekt zu mir passt.

Leider haben Dalmatiner ja viele rassetypische Krankheiten, die vom VDH zu vermeiden verusucht werden.
Die Taubheit lässt sich ja durch einen Test, der für VDH-Züchter Vorschrift ist, nachweisen. Doch wie ist es mit anderen Krankheiten wie Harnsteinen oder Futtermittelallergien? Hautprobleme sollen ja auch viele Dalmis haben.

Irgendwie hab ich beim VDH und im gesamten Netz keine Statistik oder ähnliches gefunden. Überall steht eben nur der Verweis auf viele Krankheiten.
Doch wie viele Dalamtiner haben denn nun dieses Krankheiten?
Kann ich das irgendwo erfahren, gibt es da vielleicht irgendwo eine Stelle, wo man mal nachfragen könnte? Voraussetzung wäre natürlich, dass die Krankheiten auch erfasst werden :eusa_think:.

Dalmatinerzüchter im VDH gibt es ja sehr sehr viele. Aber ich hab irgendwie Angst, dass ich da eine Zuchtstätte erwische, die es mit der Gesundheit nicht ganz so genau nimmt. Kann ich einen Züchter einfach fragen, ob er mal Probleme mit Krankheiten hatte? Irgendwie könnt er mir theoretisch auch eine falsche Auskunft geben. Davor habe ich ein bischen Angst.
Die Zucht kann ja auch super rüber kommen und die Züchter super lieb und nett. Dann denke ich, wird es noch schwerer, falsche Aussagen zu erkennen.

Ihr seht also für mich als Anfänger ist es garnicht so einfach durch die ganzen Krankheiten und Züchter durchzufinden.
Gibts da irgendwelche Tipps, wie man am besten an die Sache ran geht?

Mir wurde auch schon geraten, eine weniger anfällige Rasse zu nehmen. Aber der Dalmi passt einfach so perfekt auf meine Ansprüche :(.
 
  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #2
Natürlich bekommst du nirgendwo eine Garantie. Denn die Gesundheit ist nichts, worauf man eine Garantie übernehmen kann.
Aber ich denke, dass du bei einem im VDH organisierten Züchter die größtmögliche Gewissheit haben kannst, dass sowohl die Elterntiere wie die Welpen möglichst optimal gesundheitlich überwacht werden.
Alle Würfe müssen im VDH beim jeweiligen Zuchtverband angemeldet werden. Die Würfe werden, meines Wissens nach, zweimal von Zuchtwarten des Verbandes besucht und begutachtet.
Diese Sicherheit (Gewissheit) hast du bei Vermehrern, die keinem Zuchtverband angeschlossen sind, nicht.

Welche Hunderasse du wählst kannst nur du selbst entscheiden. Wenn der Dalmatiner deine "Anforderungen" und Wünsche am Besten vereinigt dann solltest du dich für diese Rasse entscheiden.
Du solltest dich aber auf jeden Fall fragen, ob du den Hund ausreichend auslasten kannst.
 
  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #3
Danke für deine Antwort:)

Ich hätte da auch noch eine Frage. Wenn ich auf der VDH-Seite nach Züchtern suche, kommen da auch andere Zuchtvereine. Gehören die dann auch zum VDH und züchten nach deren "Regeln"? Oder sind das dann andere Vereine, die mit dem VDH direkt nichts zu tun haben?
Habe nur mal von einem dubiosen Doggenzuchtverband gehört, der Hündinnen eher als Gebärmaschinen missbraucht hat. Von außen sah das Alles aber top aus und auch recht offiziell, weil eben immer wieder der Verein genannt wurde.

Natürlich habe ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, wie ich den Hund auslasten kann. Ich habe mich bewusst für einen aktiven Laufhund entschieden, der aber im Haus auch mal runterkommt. Ich reite viel und würde den Hund dann gerne mit auf Ausritte nehmen. Da ich immer ausreite, wird das schonmal 3x die Woche sein.
Zusätzlich wollte ich noch Hundesport machen, am liebsten Agility. Bei unserer örtlichen Rettungshundestaffel wollte ich mich auch mal umschauen, obowhl ich mir da nicht sicher bin, ob das wirklichd as optimale für mich ist. Denn da geht es ja vor allem ums Helfen und eher zweitrangig um die Beschäftigung des Hundes. Aber interessiert bin ich auf jeden Fall sowas zu machen.
Natürlich kommt es am Ende auch immer auf den Hund an, was er gerne macht. Ich würde z.B. auch Obedience und Dummy-Arbeit machen.
Du siehst also, dass ich mir sehr gut überlegt habe, ob ich dem Hund gerecht werden kann und was ich ihm bieten kann;).
 
  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #4
Alle Verbände, die du über Links des VDH erreichst - züchten auch nach deren Vorschriften.

Ob der Dalmatiner wirklich für Agility geeignet ist kann ich dir nicht sagen. Als Reitbegleithund sind sie sicherlich optimal.
Denke nur daran, dass du den Welpen zwar frühzeitig an Pferde gewöhnen musst auf Ausritte solltest du aber verzichten bis der Hund etwa 3/4 Jahr oder besser ein Jahr alt ist. Ich würde auf jeden Fall bevor ich den Hund mit auf lange Ausritte nehme HD/ED Röntgenaufnahmen machen lassen.
 
  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #5
Ich gestehe, ich stehe dem ganzen Vereinswesen und vor allem auch dem VDH sehr kritisch gegenüber.
Der VDH befürwortet (und fördert) weiterhin die Zucht diverser Rassemerkmale die viel Leid für die Tiere bedeuten (abfallender Rücken beim Schäferhund, Atemnot bei kurzschnäuzigen Rassen wie Mops, French Bully etc. , ungünstige Proportionen bei Dackeln, Bassets etc.....usw).
Darüber hinaus erlaubt und fördert der VDH auch weiterhin die Linienzucht, hält den Genpool einzelner Rassen künstlich klein indem vereinsfremde Blutlinien von der Einkreuzung ausgeschlossen werden und fördert somit Inzuchtdepressionen.
Auch schließt der VDH weiterhin völlig gesunde Individuen aus der Zucht aus, wenn sie geringe Mängel wie z.B. Fehlfarben haben wodurch ebenfalls schneller ein genetischer Flaschenhals entsteht.

Die Nachweise über rassetypische Krankheiten, die Züchter im VDH erbringen müssen, sind am Ende Nachweise für Krankheiten die durch Zuchtpraktiken wie sie der VDH und seine Mitglieder betreiben überhaupt erst aufgetaucht sind. Denn: Rassetypische Krankheiten sind Krankheiten die (wie der Name schon sagt) durch Rassezucht überhaupt erst entstanden sind.

Meiner Meinung nach ist diese Form von Rassezucht, wie sie nicht nur der VDH betreibt, nichts weiter als Schöneitelei für den Menschen - die Erfindung des praktisch-vorhersehbaren Hundes von der Stange. Denn nahezu keine der bekannten Rassen wird heute noch aus Nutzungsinteresse gezüchtet und das macht die gezielte Rassehundezucht in meinen Augen häufig zu kaum etwas anderem als einer Gefälligkeitszucht für den Anblick des Menschen (und das zu Leid und Lasten der Tiere).


Deswegen bin ich auch ganz klar der Meinung, dass ein VDH-Papier in keinster Weise ein Garant für Gesundheit ist (vielleicht sogar genau das Gegenteil).
Aber bitte nicht falsch verstehen, andere Vereine sind in der Regel auch nicht besser und ein Rassehund von anderen Zuchtvereinen, oder vom Vermehrer kann nicht die Alternative zum VDH sein, aber vielleicht ein (wenigstens phänotypisch) gesunder Mischling aus dem Tierheim oder einem Unfallwurf (zumindest so lange wie niemand in den großen Zuchtvereinen bereit ist umzudenken und endlich eine Zucht betreiben will, bei der die Gesundheit des Tieres im Vordergrund steht und nicht der Eitelkeitswahn des Menschen.

Außerdem (wenn es denn schon ein Hund vom Züchter sein soll) steht meiner Meinung nach nicht der Vereinsname und die damit verbunden Auflagen im Vordergrund, sondern die Situation vor Ort und das eigene Gefühl was den Züchter und die Hunde angeht. Fini hat eine Liste zusammengestellt auf was man bei der Züchterwahl achten sollte und in meinen Augen wiegen all diese Punkte mehr als ein Vereinsname ;)
 
  • Kann man VDH in Bezug auf Erbkrankheiten vertrauen? Beitrag #6
Off-Topic
naja, ob man jetzt im allgemeinen Rassehundezucht befürwortet oder nicht ist ja geschmackssache.

aber der vdh bemüht sich gerade in den letzten jahren die rassen wieder gesünder zu bekommen. das das nicht von heute auf morgen und auch nicht innerhalb weniger jahre geht, sollte aber auch klar sein. Denn dann bricht der genpool der betroffenen rassen völlig zusammen, was über kurz oder lange dazu führt, dass diese rassen aussterben.

Und eine Hunderasse beinhaltet nun mal nicht nur gesundheit und vermeidung von erbkrankheiten und Trieben/chaakter sondern auch die einhaltung eines optischen standards. würde da nicht selektiert werden, gäbe es sehr schnell kein einheitliches bild mehr. das mag für manche menschen auch völlig irrelevant sein, aber da verweise ich jetzt einfach mal wieder auf meinen ersten satz.


Beim Dalmatiner sehe ich ein anderes problem, und das ist die farbe. Natürlich werden die elterntiere untersucht und sind weder blind noch taub, das bedeutet beim Dali allerdings nicht viel. Problematisch ist der hohe weißanteil. sitzt die depigmentierung eben zufällig an auge oder ohr, ist der welpe blind/taub, egal wie die eltern aussehen. Klar ist die wahrscheinlichkeit geringer, wenn die elterntiere beide pigmentierte gehörgänge und augen haben, aber mir wäre die gefaht zu groß und ehrlich gesagt würde ich die zucht des dalmatiners so wie sie heute ist, nicht unterstützen. auch nicht im vdh (und ich bin in den meisten fällen VDH Anhänger).
Solage sich da nicht grundlegend was verändert, käme das für mich einfach nicht in frage.

es gibt unmengen von dalmi züchtern und die rasse war eine zeit lang die mode rasse. auc heute noch gehen wohl sehr viele dalmatiner in die falschen hände. es handelt sich nunmal um eine sehr sportliche aktive rasse, die eine menge körperliche auslastung fordert. zumindest wenn sie aus einer ursprünglichen Zucht stammen.
Ich kenne eine ehemalige VDH Dalmi Züchterin, die die zucht wegen der katastrophalen gesundheitlichen probleme und der tatsache, dass sie aus jedem wurf welpen wegen überforderung der neuen besitzer zurücknehmen musste aufgegeben hat.

Dalmatiner sind wunderschöne, aktive und tolle hunde, wenn sie gesund sind. WENN sie gesund sind.
 
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